Afatinib

Giotrif · ATC-Code L01XE13

Steckbrief
Wirkstoff
Afatinib
Wirkstoffgruppe
Proteinkinaseinhibitor
ATC-Code
L01XE13
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
GIOTRIF 20 mg Filmtabletten / GIOTRIF 30 mg Filmtabletten / GIOTRIF 40 mg Filmtabletten
Zulassungsinhaber
Boehringer Ingelheim International GmbH
Stand der Information
2026-10-28

Das Wichtigste in Kürze

Afatinib ist ein Tyrosinkinase-Hemmer, der den EGFR-Signalweg blockiert. Es wird als Monotherapie bei bestimmten Formen des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) eingesetzt.

Anwendung

  • Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit aktivierender(n) EGFR-Mutation(en), die noch nicht mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Hemmer behandelt wurden.
  • Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit Plattenepithel-Histologie, das unter oder nach platinbasierter Chemotherapie fortschreitet.

Dosierung

  • Giotrif (Filmtabletten): empfohlene Dosis 40 mg einmal täglich, ohne Nahrung; mindestens 3 Stunden vor und mindestens 1 Stunde nach der Einnahme keine Nahrung.
  • Bei guter Verträglichkeit im ersten Behandlungszyklus kann auf maximal 50 mg/Tag gesteigert werden; keine Steigerung nach einer früheren Dosisreduktion.
  • Bei Nebenwirkungen: Unterbrechung und Wiederaufnahme mit Dosisreduktion in 10-mg-Schritten; wird 20 mg/Tag nicht vertragen, ist ein dauerhaftes Absetzen zu erwägen.
  • Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung der Anfangsdosis nötig; bei schwerer Einschränkung Überwachung; bei eGFR < 15 ml/min/1,73 m² oder Dialyse nicht empfohlen.
  • Leberfunktionsstörung: bei leichter oder mäßiger Einschränkung keine Anpassung; bei schwerer Einschränkung (Child-Pugh C) nicht empfohlen.
  • Vergessene Dosis: am selben Tag nachholen, außer die nächste Dosis ist innerhalb von 8 Stunden fällig.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Afatinib oder einen der sonstigen Bestandteile.

Wichtige Warnhinweise

  • Durchfall, auch schwer, tritt meist in den ersten Behandlungswochen auf und kann zu Dehydratation und Nierenfunktionsstörung führen; frühzeitige Behandlung mit Antidiarrhoika ist wichtig.
  • Hautreaktionen bis hin zu bullösen und exfoliativen Erkrankungen; selten Fälle, die auf Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse hindeuten.
  • Interstitielle Lungenerkrankung: bei akuten oder sich verschlechternden Atemwegssymptomen Behandlung unterbrechen; bei Bestätigung absetzen.
  • Leberversagen, auch mit tödlichem Ausgang, wurde berichtet; bei vorbestehender Lebererkrankung werden regelmäßige Leberfunktionstests empfohlen.
  • Keratitis: Augensymptome sollten rasch augenärztlich abgeklärt werden; Kontaktlinsen sind ein Risikofaktor.
  • Der EGFR-Mutationsstatus muss vor Therapiebeginn mit einer validierten Methode bestimmt werden.

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten: Durchfall, Hautreaktionen (Ausschlag, akneiforme Dermatitis, trockene Haut, Juckreiz), Stomatitis und Paronychie.
  • Weitere: verminderter Appetit, Übelkeit, Erbrechen, Nasenbluten, Konjunktivitis, erhöhte Leberwerte.
  • Schwerwiegend: interstitielle Lungenerkrankung, Keratitis, Pankreatitis, gastrointestinale Perforation, Nierenversagen.

Wechselwirkungen

  • Starke P-gp-Hemmer (z. B. Ritonavir, Ciclosporin, Ketoconazol, Itraconazol, Verapamil) können die Afatinib-Exposition erhöhen und sollten zeitversetzt, möglichst weit von der Afatinib-Dosis entfernt, gegeben werden.
  • Starke P-gp-Induktoren (z. B. Rifampicin) können die Afatinib-Exposition senken.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung und mindestens 1 Monat nach der letzten Dosis wirksam verhüten; EGFR-gerichtete Arzneimittel können den Fötus potenziell schädigen.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

Vollständige Fachinformation im Wortlaut →

Häufige Fragen – direkt an Medelix

Für Patientinnen und Patienten

Packungsbeilage (Gebrauchsinformation) im Wortlaut

Für dieses Präparat gibt es keine eigene US-Patienteninformation.

Zulassung und Handelsnamen nach Land

Arzneimittel mit genau dieser Wirkstoffzusammensetzung, wie sie die nationalen Register führen – alphabetisch und ohne Wertung. Ob ein Präparat gerade lieferbar ist, steht hier nicht.

EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

  • GiotrifBoehringer Ingelheim International GmbH · EMEA/H/C/002280

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Türkei

  • GiotrifBOEHRİNGER INGELHEİM İLAÇ TİC. A.Ş. · 3 Registereinträge

Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16

Handelsnamen in 8 weiteren europäischen Ländern
Griechenland
Webrix
Island
Giotrif
Lettland
Afatinib
Liechtenstein
Giotrif
Malta
Afatinib Lotus
Norwegen
Giotrif
Schweden
Afatinib Lotus, Webrix
Zypern
Afatinib Afatinib, Afatinib Sapiens

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

Medelix erhält kein Geld von Arzneimittelherstellern. Handelsnamen sind alphabetisch und ohne Wertung aufgeführt.

Weitere Wirkstoffe derselben Gruppe

Noch eine Frage zu diesem Wirkstoff?

Medelix beantwortet klinische Fragen aus Leitlinien, Studien und Produktinformationen – jede Aussage mit Quelle.

Quellen

  1. European Medicines Agency. Giotrif – EPAR, Product Information. 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/giotrif-epar-product-information_de.pdf
  2. TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85
  3. Wikidata (CC0): ATC L01XE.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-28 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.