Cannabidiol

Epidyolex · ATC-Code N03AX

Steckbrief
Wirkstoff
Cannabidiol
Wirkstoffgruppe
Antikonvulsivum
ATC-Code
N03AX
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Epidyolex 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen
Zulassungsinhaber
Jazz Pharmaceuticals Ireland Limited
Stand der Information
2026-10-27

Das Wichtigste in Kürze

Cannabidiol ist ein Antiepileptikum (Epidyolex, Lösung zum Einnehmen). Es wird als Zusatztherapie bei Krampfanfällen im Rahmen des Lennox-Gastaut-Syndroms, des Dravet-Syndroms und der tuberösen Sklerose eingesetzt.

Anwendung

  • Zusatztherapie von Anfällen bei Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) oder Dravet-Syndrom (DS) in Kombination mit Clobazam, ab 2 Jahren
  • Zusatztherapie von Anfällen bei tuberöser Sklerose (TSC), ab 2 Jahren

Dosierung

  • Einleitung und Überwachung durch in der Epilepsiebehandlung erfahrene Ärzte
  • LGS und DS: Startdosis 2,5 mg/kg zweimal täglich für eine Woche, dann Erhaltungsdosis 5 mg/kg zweimal täglich; Höchstdosis 10 mg/kg zweimal täglich (20 mg/kg/Tag)
  • TSC: gleicher Beginn; wöchentliche Steigerung um 2,5 mg/kg zweimal täglich bis höchstens 12,5 mg/kg zweimal täglich (25 mg/kg/Tag)
  • Dosiserhöhungen über 10 mg/kg/Tag nur unter Nutzen-Risiko-Abwägung und mit vollständigem Überwachungsplan
  • Bei gleichzeitigen Antiepileptika kann eine Dosisanpassung von Cannabidiol oder der Begleitmedikation nötig sein

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Transaminasenerhöhung über das 3-Fache der Obergrenze des Normbereichs (ULN) zusammen mit Bilirubin über das 2-Fache der ULN

Wichtige Warnhinweise

  • Dosisabhängige Erhöhung der Lebertransaminasen (ALT/AST), meist in den ersten zwei Behandlungsmonaten, besonders bei gleichzeitigem Valproat
  • Auch Clobazam erhöht die Häufigkeit von Transaminasenerhöhungen; Anpassung von Valproat oder Clobazam erwägen
  • Patienten mit erhöhten Ausgangswerten der Transaminasen haben ein höheres Risiko
  • Weitere Warnhinweise (u. a. Somnolenz, Suizidgedanken) in der Fachinformation

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten: Somnolenz (23 %), verminderter Appetit (21 %), Diarrhö (20 %), Fieber (16 %), Erbrechen (12 %), Müdigkeit (10 %)
  • Sehr häufig außerdem: Hämoglobin- und Hämatokritabfall
  • Häufig: Pneumonie, Harnwegsinfektion, Reizbarkeit, Aggression, Lethargie, Krampfanfälle, Erhöhung von AST/ALT

Wechselwirkungen

  • Starke CYP3A4/2C19-Induktoren (Rifampicin, Carbamazepin, Enzalutamid, Mitotan, Johanniskraut) senken die Plasmaspiegel von Cannabidiol und seinem aktiven Metaboliten; Dosisanpassung ggf. nötig
  • Vorsicht bei Hemmern von UGT1A7, UGT1A9 und UGT2B7
  • Valproat und Clobazam erhöhen das Risiko von Transaminasenerhöhungen

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Schwangerschaft: nur begrenzte Daten; nicht anwenden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter überwiegt das Risiko für den Fötus
  • Stillzeit: keine klinischen Daten zum Übergang in die Muttermilch; im Tierversuch toxikologische Veränderungen bei säugenden Tieren

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI (Claude, Anthropic) am 2026-10-28. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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Zulassung und Handelsnamen nach Land

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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

  • EpidyolexJazz Pharmaceuticals Ireland Limited · EMEA/H/C/004675

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Handelsnamen in 3 weiteren europäischen Ländern
Island
Epidyolex
Liechtenstein
Epidyolex
Norwegen
Epidyolex

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28

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Quellen

  1. European Medicines Agency. Epidyolex – EPAR, Product Information (Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf d). 2026-10-27. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/epidyolex-epar-product-information_de.pdf
  2. Wikidata (CC0): ATC N03AX.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-27 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.