Stiripentol

Diacomit · ATC-Code N03AX17

Steckbrief
Wirkstoff
Stiripentol
Wirkstoffgruppe
Antikonvulsivum
ATC-Code
N03AX17
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Diacomit 250 mg Hartkapseln · Diacomit 500 mg Hartkapseln · Diacomit 250 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen im Beutel · Diacomit 500 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen im Beutel
Zulassungsinhaber
Biocodex
Stand der Information
2026-10-29

Das Wichtigste in Kürze

Stiripentol ist ein Antiepileptikum. Es wird zusammen mit Clobazam und Valproat als Zusatztherapie bei therapieresistenten generalisierten tonisch-klonischen Anfällen beim Dravet-Syndrom angewendet.

Anwendung

  • Zusatztherapie gemeinsam mit Clobazam und Valproat bei refraktären generalisierten tonisch-klonischen Anfällen bei Patienten mit schwerer myoklonischer Epilepsie des Kindesalters (SMEI, Dravet-Syndrom), die mit Clobazam und Valproat nicht ausreichend kontrolliert sind (Diacomit Kapseln und Pulver zur Herstellung einer Suspension).

Dosierung

  • Dosierung nach mg/kg Körpergewicht, verteilt auf 2 oder 3 Gaben; empfohlene Dosis 50 mg/kg/Tag zusammen mit Clobazam und Valproat.
  • Einschleichend: 20 mg/kg/Tag für 1 Woche, dann 30 mg/kg/Tag für 1 Woche; danach altersabhängig: unter 6 Jahren zusätzlich 20 mg/kg/Tag in der dritten Woche; 6 bis unter 12 Jahre zusätzlich 10 mg/kg/Tag pro Woche; ab 12 Jahren zusätzlich 5 mg/kg/Tag pro Woche bis zur optimalen Dosis.
  • Immer mit Nahrung einnehmen, nicht mit Milchprodukten, kohlensäurehaltigen Getränken, Fruchtsaft oder koffein- bzw. theophyllinhaltigen Lebensmitteln.
  • Unter 3 Jahren individuelle Entscheidung; die Clobazam-Dosis wird bei Nebenwirkungen (z. B. Schläfrigkeit, Hypotonie) wöchentlich um 25 % reduziert. Details siehe Volltext.
  • Bei eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion nicht empfohlen.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Psychosen mit Delirepisoden in der Vorgeschichte.

Wichtige Warnhinweise

  • Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital beim Dravet-Syndrom nicht zusammen mit Stiripentol anwenden.
  • Wachstum der Kinder überwachen, da Magen-Darm-Nebenwirkungen (Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen) häufig sind.
  • Neutropenie möglich: Blutbild vor Beginn und alle 6 Monate kontrollieren.
  • Leberfunktion vor Beginn und alle 6 Monate kontrollieren.

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten: Anorexie, Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Ataxie, Hypotonie und Dystonie.
  • Weitere: Neutropenie, Aggressivität, Reizbarkeit, Verhaltensstörungen, Hyperkinesien, Übelkeit, Erbrechen, Doppeltsehen, Lichtempfindlichkeit, Ausschlag, erhöhte γ-GT, Thrombozytopenie, Pneumonie einschließlich Aspirationspneumonie.

Wechselwirkungen

  • Stiripentol hemmt u. a. CYP2C19, CYP2D6 und CYP3A4 und kann die Spiegel anderer Arzneimittel deutlich erhöhen; Clobazam-Spiegel stiegen etwa um das Zwei- bis Dreifache.
  • Vorsicht mit Substanzen, die CYP1A2, CYP2C19 oder CYP3A4 hemmen oder induzieren.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Wirksame antiepileptische Therapie in der Schwangerschaft nicht unterbrechen; Angaben zum Risiko von Stiripentol und zur Stillzeit siehe Volltext.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Handelsnamen in 4 weiteren europäischen Ländern
Island
Diacomit
Liechtenstein
Diacomit
Niederlande
Stiripentol Billev
Norwegen
Diacomit

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

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Quellen

  1. European Medicines Agency. Diacomit – EPAR, Product Information. 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/diacomit-epar-product-information_de.pdf
  2. Wikidata (CC0): ATC N03AX.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.