Eptifibatid

Eptifibatide Accord · ATC-Code B01AC16

Auch bekannt als: eptifibatide

Steckbrief
Wirkstoff
Eptifibatid (INN: eptifibatide)
Wirkstoffgruppe
Antikoagulans
ATC-Code
B01AC16
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Eptifibatid Accord 0,75 mg/ml Infusionslösung · Eptifibatid Accord 2 mg/ml Injektionslösung
Stand der Information
2026-10-29

Das Wichtigste in Kürze

Eptifibatid ist ein intravenöser Glykoprotein-IIb/IIIa-Hemmer, der die Thrombozytenaggregation hemmt. Es wird im Krankenhaus zusammen mit Acetylsalicylsäure und unfraktioniertem Heparin beim akuten Koronarsyndrom eingesetzt.

Anwendung

  • Prävention eines frühen Myokardinfarkts bei Erwachsenen mit instabiler Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt, letzte Brustschmerzepisode innerhalb von 24 Stunden, mit EKG-Veränderungen und/oder erhöhten Herzenzymen.
  • Zur Anwendung zusammen mit Acetylsalicylsäure und unfraktioniertem Heparin.

Dosierung

  • Eptifibatide Accord Injektionslösung (Bolus) und Infusionslösung werden gemeinsam angewendet: intravenöser Bolus von 180 Mikrogramm/kg so bald wie möglich nach der Diagnose, gefolgt von einer Dauerinfusion von 2 Mikrogramm/kg/min.
  • Infusionsdauer bis zu 72 Stunden, bis zum Beginn einer Bypass-Operation oder bis zur Entlassung; bei PCI Infusion 20–24 Stunden nach der PCI fortsetzen, Gesamtdauer höchstens 96 Stunden.
  • Mäßige Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance ≥ 30 bis < 50 ml/min): Bolus 180 Mikrogramm/kg, dann Infusion mit 1,0 Mikrogramm/kg/min. Schwerere Nierenfunktionsstörung: kontraindiziert.
  • Bei notfallmäßiger Herzoperation Infusion sofort beenden. Nur zur Anwendung im Krankenhaus durch erfahrene Fachärzte.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit; gastrointestinale, grobe urogenitale oder andere aktive Blutung innerhalb der letzten 30 Tage; hämorrhagische Diathese.
  • Schlaganfall innerhalb von 30 Tagen oder hämorrhagischer Schlaganfall in der Vorgeschichte; intrakranielle Erkrankung (Neoplasma, AV-Malformation, Aneurysma); große Operation oder schweres Trauma in den letzten 6 Wochen.
  • Thrombozytopenie (< 100.000 Zellen/mm³); Prothrombinzeit > 1,2-fach des Kontrollwerts oder INR ≥ 2,0; schwere Hypertonie (systolisch > 200 mm Hg oder diastolisch > 110 mm Hg unter Behandlung).
  • Schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) oder Dialyse; klinisch relevante Leberfunktionsstörung; gleichzeitige Gabe eines anderen parenteralen GP-IIb/IIIa-Hemmers.

Wichtige Warnhinweise

  • Blutungen: Patienten sorgfältig überwachen, vor allem an arteriellen Punktionsstellen; erhöhtes Risiko bei Frauen, älteren Patienten, niedrigem Körpergewicht und mäßiger Nierenfunktionsstörung.
  • Immunvermittelte Thrombozytopenie möglich: Thrombozyten vor Beginn, innerhalb von 6 Stunden und danach mindestens täglich kontrollieren.
  • Vor Beginn Gerinnung (PT, aPTT), Kreatinin, Thrombozyten, Hämoglobin und Hämatokrit bestimmen.
  • Enthält Natrium.

Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Blutungen (größere und kleinere, u. a. an der Femoralarterie, gastrointestinal, urogenital, retroperitoneal, intrakraniell).
  • Häufig: Herzstillstand, Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie, Herzinsuffizienz, AV-Block, Vorhofflimmern, Schock, Hypotonie, Phlebitis (überwiegend durch die Grunderkrankung bedingt).
  • Gelegentlich: Thrombozytopenie, zerebrale Ischämie.

Wechselwirkungen

  • Warfarin und Dipyridamol schienen das Blutungsrisiko nicht zu erhöhen.
  • Thrombolytika: begrenzte Daten; mit Streptokinase erschien das Blutungsrisiko erhöht – siehe Volltext.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • In der Schwangerschaft nur anwenden, wenn eindeutig erforderlich.
  • Während der Behandlung wird eine Stillpause empfohlen.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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Zulassung und Handelsnamen nach Land

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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Deutschland

  • EptifibatidAltamedics Gmbh · 2 Registereinträge

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-29

Türkei

  • EpticardVEM İLAÇ SAN. VE TİC. A.Ş. · 2 Registereinträge

Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16

Handelsnamen in 12 weiteren europäischen Ländern
Bulgarien
Ептифибатид Ромфарм
Dänemark
Eptifibatide "ctruz"
Finnland
Eptifibatide Ctruz
Irland
Eptifibatide Jed
Island
Eptifibatide Accord
Italien
Eptifibatide Alida
Liechtenstein
Eptifibatide Accord
Niederlande
Eptifibatide Aftpharm
Norwegen
Eptifibatide Accord, Eptifibatide Ctruz
Rumänien
Eptifibatidă Rompharm
Schweden
Eptifibatide Ctruz
Ungarn
Eptifibatide Rompharm

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

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Quellen

  1. European Medicines Agency. Eptifibatide Accord – EPAR, Product Information. 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/eptifibatide-accord-epar-product-information_de.pdf
  2. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  3. TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85
  4. Wikidata (CC0): ATC B01AC.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

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