Maraviroc

Celsentri · ATC-Code J05AX09

Auch bekannt als: Maravirok

Steckbrief
Wirkstoff
Maraviroc
ATC-Code
J05AX09
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
CELSENTRI 150 mg Filmtabletten / CELSENTRI 300 mg Filmtabletten · CELSENTRI 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen
Zulassungsinhaber
ViiV Healthcare B.V.
Stand der Information
2026-10-28

Das Wichtigste in Kürze

Maraviroc (Celsentri) ist ein CCR5-Korezeptor-Antagonist, der mit anderen antiretroviralen Mitteln bei vorbehandelten Patienten mit ausschließlich CCR5-tropem HIV-1 eingesetzt wird.

Anwendung

  • Celsentri Filmtabletten: in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln bei vorbehandelten Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 30 kg mit ausschließlich CCR5-tropem HIV-1.
  • Celsentri 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen: dieselbe Anwendung bei vorbehandelten Patienten ab 2 Jahren und mindestens 10 kg.
  • Vor Behandlungsbeginn muss mit einem validierten Test an einer frisch entnommenen Blutprobe bestätigt werden, dass nur CCR5-tropes Virus nachweisbar ist.

Dosierung

  • Erwachsene (Tabletten oder Lösung), je nach Begleitmedikation: 150 mg zweimal täglich mit einem starken CYP3A-Hemmer (mit oder ohne Induktor), 300 mg zweimal täglich ohne starke CYP3A-Hemmer oder -Induktoren, 600 mg zweimal täglich mit einem starken CYP3A-Induktor ohne Hemmer.
  • Kinder und Jugendliche: Dosis nach Körpergewicht und Begleitmedikation, höchstens die Erwachsenendosis; Gewichtstabellen siehe vollständiger Text.
  • Erwachsene mit Kreatinin-Clearance <80 ml/min unter starken CYP3A4-Hemmern: 150 mg einmal täglich; Vorsicht bei schwerer Nierenfunktionsstörung (CLcr <30 ml/min).
  • Begrenzte Daten bei Leberfunktionsstörung; siehe vollständiger Text.

Gegenanzeigen

  • Celsentri Filmtabletten: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Erdnuss oder Soja oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Celsentri Lösung zum Einnehmen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Wichtige Warnhinweise

  • Hepatotoxizität und Leberversagen mit allergischen Merkmalen wurden berichtet; bei Zeichen einer akuten Hepatitis, vor allem bei Verdacht auf Überempfindlichkeit, ist ein Absetzen ernsthaft zu erwägen.
  • Schwere, potenziell lebensbedrohliche Haut- und Überempfindlichkeitsreaktionen; bei Auftreten sofort absetzen.
  • Symptomatische orthostatische Hypotonie, vor allem bei höheren Dosen, mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln oder bei schwerer Niereninsuffizienz.
  • Koronare Ereignisse waren bei vorbehandelten Patienten unter Maraviroc häufiger als unter Placebo; Vorsicht bei schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Nebenwirkungen

  • Häufig: Übelkeit, Durchfall, Müdigkeit und Kopfschmerzen (die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen).
  • Schwerwiegend: Hepatotoxizität, schwere Haut- und Überempfindlichkeitsreaktionen, orthostatische Hypotonie.

Wechselwirkungen

  • Abbau über CYP3A4 und CYP3A5; CYP3A4-Induktoren senken, Hemmer erhöhen die Maraviroc-Spiegel, daher wird die Dosis angepasst.
  • Starke CYP3A4-Hemmer sind u. a. ritonavir-geboosterte Proteasehemmer (außer Tipranavir/Ritonavir), Cobicistat, Itraconazol, Voriconazol, Clarithromycin und Telithromycin.
  • Johanniskraut wird nicht empfohlen (kann Maraviroc-Spiegel und Ansprechen vermindern).

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Begrenzte Daten bei Schwangeren; Maraviroc soll in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen das mögliche Risiko für den Fetus rechtfertigt.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

Vollständige Fachinformation im Wortlaut →

Häufige Fragen – direkt an Medelix

Für Patientinnen und Patienten

Packungsbeilage (Gebrauchsinformation) im Wortlaut

Für dieses Präparat gibt es keine eigene US-Patienteninformation.

Zulassung und Handelsnamen nach Land

Arzneimittel mit genau dieser Wirkstoffzusammensetzung, wie sie die nationalen Register führen – alphabetisch und ohne Wertung. Ob ein Präparat gerade lieferbar ist, steht hier nicht.

EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

  • CelsentriViiV Healthcare B.V. · EMEA/H/C/000811

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Österreich

  • MaravirocWaymade B.V. · 1 Registereintrag

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-29

Deutschland

  • MaravirocWaymade B.V., Amarox Pharma Gmbh · 3 Registereinträge

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-29

Türkei

  • CelsentriGLAXOSMİTHKLİNE İLAÇLARI SAN. VE TİC. A.Ş. · 8 Registereinträge

Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16

Handelsnamen in 8 weiteren europäischen Ländern
Frankreich
Maraviroc
Island
Celsentri
Italien
Maraviroc Waymade
Liechtenstein
Celsentri
Niederlande
Maraviroc
Norwegen
Celsentri
Portugal
Maraviroc
Spanien
Maraviroc Tarbis, Maraviroc Waymade

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

Medelix erhält kein Geld von Arzneimittelherstellern. Handelsnamen sind alphabetisch und ohne Wertung aufgeführt.

Weitere Wirkstoffe derselben Gruppe

Noch eine Frage zu diesem Wirkstoff?

Medelix beantwortet klinische Fragen aus Leitlinien, Studien und Produktinformationen – jede Aussage mit Quelle.

Quellen

  1. European Medicines Agency. Celsentri – EPAR, Product Information. 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/celsentri-epar-product-information_de.pdf
  2. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  3. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  4. TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-28 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.