Zidovudin

Retrovir · ATC-Code J05AF01

Auch bekannt als: Zidovudine

Steckbrief
Wirkstoff
Zidovudin (INN: zidovudine)
ATC-Code
J05AF01
Zulassung
national zugelassen; in der EU keine zentrale Zulassung
Stand der Information
2026-10-27

Wichtigster Warnhinweis (Boxed Warning)

Zidovudin-Kapseln wurden mit hämatologischer Toxizität in Verbindung gebracht, einschließlich Neutropenie und schwerer Anämie, insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-1-Erkrankung [siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen (5.1)].
Die längerfristige Anwendung von Zidovudin wurde mit symptomatischer Myopathie in Verbindung gebracht [siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen (5.2)].

Laktatazidose und schwere Hepatomegalie mit Steatose, einschließlich Fällen mit tödlichem Ausgang, wurden bei der Anwendung von Nukleosidanaloga allein oder in Kombination berichtet, einschließlich Zidovudin und anderer antiretroviraler Arzneimittel. Die Behandlung unterbrechen, wenn klinische oder Laborbefunde auftreten, die auf eine Laktatazidose oder eine ausgeprägte Hepatotoxizität hindeuten [siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen (5.3)].

Englisches Original anzeigen

Zidovudine capsules have been associated with hematologic toxicity including neutropenia and severe anemia, particularly in patients with advanced HIV-1 disease [see Warnings and Precautions (5.1)].
Prolonged use of zidovudine has been associated with symptomatic myopathy [see Warnings and Precautions (5.2)].

Lactic acidosis and severe hepatomegaly with steatosis, including fatal cases, have been reported with the use of nucleoside analogues alone or in combination, including zidovudine and other antiretrovirals. Suspend treatment if clinical or laboratory findings suggestive of lactic acidosis or pronounced hepatotoxicity occur [see Warnings and Precautions (5.3)].

Das Wichtigste in Kürze

Zidovudin ist ein nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Hemmer. Laut US-Fachinformation wird es in Kombination mit anderen antiretroviralen Mitteln gegen HIV-1 und zur Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV-1 eingesetzt.

Anwendung

  • Behandlung der HIV-1-Infektion in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen
  • Prävention der maternofetalen HIV-1-Übertragung (Therapie vor und während der Geburt sowie beim exponierten Neugeborenen), meist kombiniert mit anderen antiretroviralen Mitteln

Dosierung

  • Erwachsene (HIV-1-Therapie): 300 mg zweimal täglich, kombiniert mit anderen antiretroviralen Mitteln
  • Kinder ab 4 Wochen bis unter 18 Jahre: Dosis nach Körpergewicht oder Körperoberfläche gemäß Tabelle der Fachinformation, nicht über der Erwachsenendosis
  • Schwangere (nach der 14. Woche): 100 mg oral 5-mal täglich bis Wehenbeginn, unter der Geburt intravenös bis zum Abnabeln
  • Neugeborene: Beginn innerhalb von 12 Stunden nach Geburt bis zum Alter von 6 Wochen, oral 2 mg/kg alle 6 Stunden oder intravenös
  • Dialyse oder CrCl unter 15 ml/min: 100 mg alle 6 bis 8 Stunden
  • Bei schwerer Anämie oder Neutropenie ggf. Therapieunterbrechung

Gegenanzeigen

  • Potenziell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktion (z. B. Anaphylaxie, Stevens-Johnson-Syndrom) auf Bestandteile des Präparats

Wichtige Warnhinweise

  • Boxed Warning: hämatologische Toxizität mit Neutropenie und schwerer Anämie, besonders bei fortgeschrittener HIV-1-Erkrankung; Blutbildkontrollen
  • Boxed Warning: symptomatische Myopathie bei längerer Anwendung
  • Boxed Warning: Laktatazidose und schwere Hepatomegalie mit Steatose, auch tödlich; bei Verdacht Behandlung unterbrechen
  • Mit Interferon und Ribavirin bei HIV/HCV-Koinfektion: Verschlechterung der Anämie und hepatische Dekompensation; Kombination mit Ribavirin nicht empfohlen
  • Immunrekonstitutionssyndrom
  • Lipoatrophie (Verlust von Unterhautfett), abhängig von der kumulativen Exposition

Nebenwirkungen

  • Häufig in Studien: Kopfschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Asthenie
  • Weitere: Bauchschmerzen, Myalgie, Arthralgie, Schlaflosigkeit, Neuropathie, Müdigkeit
  • Schwerwiegend: Anämie, Neutropenie, Myopathie, Laktatazidose, Hepatomegalie mit Steatose

Wechselwirkungen

  • Stavudin und Doxorubicin: vermeiden (antagonistisch in vitro)
  • Ribavirin und andere Nukleosidanaloga mit Wirkung auf die DNA-Replikation: vermeiden
  • Ganciclovir, Interferon alfa, Ribavirin und andere knochenmarksuppressive oder zytotoxische Mittel: verstärkte hämatologische Toxizität möglich

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Schwangerschaft: Registerdaten zeigen kein erhöhtes Gesamtrisiko für Geburtsfehler gegenüber der Hintergrundrate
  • Stillzeit: Zidovudin geht in die Muttermilch über; Mütter unter Zidovudin sollen nicht stillen

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI (Claude, Anthropic) am 2026-10-28. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

Vollständige Fachinformation im Wortlaut →

Häufige Fragen – direkt an Medelix

Für Patientinnen und Patienten

Patienteninformation (USA, englisch)

Für dieses Präparat gibt es keine eigene US-Patienteninformation.

Zulassung und Handelsnamen nach Land

Arzneimittel mit genau dieser Wirkstoffzusammensetzung, wie sie die nationalen Register führen – alphabetisch und ohne Wertung. Ob ein Präparat gerade lieferbar ist, steht hier nicht.

Österreich

  • RetrovirViiv Healthcare B.V. · 1 Registereintrag

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-28

Deutschland

  • RetrovirViiv Healthcare B.V. · 3 Registereinträge
  • Zidovudin AurobindoPuren Pharma Gmbh & Co. Kg · 1 Registereintrag

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-28

Türkei

  • RetrovirGLAXOSMİTHKLİNE İLAÇLARI SAN. VE TİC. A.Ş. · 3 Registereinträge

Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16

Handelsnamen in 17 weiteren europäischen Ländern
Belgien
Retrovir
Bulgarien
Ретровир
Dänemark
Retrovir
Estland
Retrovir
Finnland
Retrovir
Frankreich
Retrovir
Griechenland
Retrovir
Irland
Retrovir
Italien
Retrovir
Luxemburg
Retrovir
Niederlande
Retrovir
Polen
Retrovir
Portugal
Retrovir, Zidovudina Aurobindo
Rumänien
Retrovir
Schweden
Retrovir
Spanien
Retrovir, Zidovudina Accord, Zidovudina Altan
Tschechien
Retrovir

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28

Medelix erhält kein Geld von Arzneimittelherstellern. Handelsnamen sind alphabetisch und ohne Wertung aufgeführt.

Weitere Wirkstoffe derselben Gruppe

Noch eine Frage zu diesem Wirkstoff?

Medelix beantwortet klinische Fragen aus Leitlinien, Studien und Produktinformationen – jede Aussage mit Quelle.

Quellen

  1. U.S. Food and Drug Administration. Zidovudine (Aurobindo Pharma Limited) – Prescribing Information, 2025-02-10. DailyMed (NLM), 2026-10-27. https://dailymed.nlm.nih.gov/dailymed/lookup.cfm?setid=9907acb2-e4a0-46f9-93c0-a8d7b7ce98cf
  2. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  3. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  4. TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-27 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: U.S. Food and Drug Administration (FDA), Prescribing Information, über DailyMed (NLM); gemeinfrei. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.