Lopinavir/Ritonavir

Kaletra · ATC-Code J05AR10

Auch bekannt als: Lopinavir / Ritonavir

Steckbrief
Wirkstoff
Lopinavir/Ritonavir (INN: lopinavir / ritonavir)
ATC-Code
J05AR10
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Kaletra (80 mg + 20 mg) / ml Lösung zum Einnehmen · Kaletra 200 mg/50 mg Filmtabletten · Kaletra 100 mg/25 mg Filmtabletten
Zulassungsinhaber
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Stand der Information
2026-10-29

Das Wichtigste in Kürze

Lopinavir/Ritonavir (Kaletra) ist eine Fixkombination aus einem HIV-Proteasehemmer und Ritonavir als pharmakokinetischem Verstärker, die mit anderen antiretroviralen Mitteln zur Behandlung der HIV-1-Infektion eingesetzt wird.

Anwendung

  • Kaletra Lösung zum Einnehmen: in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln bei HIV-1-infizierten Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 14 Tagen.
  • Kaletra 200 mg/50 mg Filmtabletten: in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln bei HIV-1-infizierten Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über 2 Jahren.
  • Bei proteasehemmer-vorbehandelten Patienten soll die Wahl auf Resistenztests und der Therapievorgeschichte beruhen.

Dosierung

  • Kaletra Tabletten, Erwachsene und Jugendliche: 400/100 mg (zwei 200/50-mg-Tabletten) zweimal täglich mit oder ohne Nahrung; bei ausgewählten Erwachsenen mit sehr wenigen PI-Mutationen 800/200 mg einmal täglich. Tabletten unzerkaut schlucken.
  • Kaletra Lösung, Erwachsene und Jugendliche: 5 ml (400/100 mg) zweimal täglich mit einer Mahlzeit.
  • Kaletra Lösung, Kinder von 2 Wochen bis 6 Monaten: 16/4 mg/kg (0,2 ml/kg) oder 300/75 mg/m2 zweimal täglich mit einer Mahlzeit; ältere Kinder werden nach Körpergewicht oder Körperoberfläche dosiert (siehe vollständiger Text).
  • Kinder ab 40 kg oder mit einer KOF über 1,4 m2 können die Erwachsenendosis als Tabletten erhalten; bei Kindern keine einmal tägliche Gabe.
  • Bei Kombination mit Efavirenz oder Nevirapin ändert sich die Dosierung; siehe vollständiger Text.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile; schwere Leberinsuffizienz.
  • Gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, deren Clearance stark von CYP3A abhängt, z. B. Alfuzosin, Ranolazin, Amiodaron, Dronedaron, Astemizol, Terfenadin, Lurasidon, Pimozid, Quetiapin, Mutterkornalkaloide, Cisaprid, Elbasvir/Grazoprevir, Lovastatin, Simvastatin, Lomitapid, Avanafil, Sildenafil bei pulmonaler arterieller Hypertonie; vollständige Liste siehe vollständiger Text.
  • Johanniskraut darf nicht kombiniert werden.

Wichtige Warnhinweise

  • Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C oder vorbestehender Leberfunktionsstörung haben ein erhöhtes Risiko schwerer hepatischer Reaktionen; Laborkontrollen vor und engmaschige Überwachung während der Behandlung.
  • Pankreatitis wurde berichtet, auch bei Hypertriglyceridämie; bei Diagnose einer Pankreatitis wird die Therapie ausgesetzt.
  • Leichte Verlängerung des PR-Intervalls; selten AV-Block 2. oder 3. Grades bei struktureller Herzerkrankung oder PR-verlängernden Arzneimitteln.
  • Verstärkte Blutungen bei Hämophilie; Immunrekonstitutionssyndrom; Anstieg von Gewicht, Blutfetten und Blutzucker.
  • Bei Säuglingen ist die Gesamtmenge an Alkohol und Propylenglykol aus allen Arzneimitteln zu berücksichtigen (Lösung zum Einnehmen).

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Hypertriglyceridämie und Hypercholesterinämie.
  • Magen-Darm-Beschwerden können früh, Lipiderhöhungen später auftreten.
  • Pankreatitis und seltene PR-Verlängerungen wurden berichtet.

Wechselwirkungen

  • Lopinavir und Ritonavir hemmen CYP3A und können die Spiegel von CYP3A-abhängigen Arzneimitteln erhöhen.
  • Kaletra kann auch einige Enzyme induzieren (CYP2C9, CYP2C19, Glucuronidierung) und so Spiegel anderer Arzneimittel senken.
  • Die gleichzeitige Gabe mit Simeprevir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir wird nicht empfohlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Lopinavir/Ritonavir wurde bei über 3000 Schwangeren untersucht, davon über 1000 im ersten Trimenon; Tierdaten und klinische Erfahrung sind zu berücksichtigen.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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Zulassung und Handelsnamen nach Land

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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Türkei

  • Kaletra YumuşakABBVİE TIBBİ İLAÇLAR SAN. VE TİC. LTD. ŞTİ. · 1 Registereintrag
  • OrvicalWORLD MEDICINE İLAÇ SAN. VE TİC. A.Ş. · 1 Registereintrag

Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16

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Lopinavir/Ritonavir Ranbaxy, Lopinavir/Ritonavir Sun
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Liechtenstein
Kaletra, Lopinavir/Ritonavir Viatris
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Lopinavir/Ritonavir Accord
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Lopinavir / Ritonavir Accord

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

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Quellen

  1. European Medicines Agency. Kaletra – EPAR, Product Information. 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/kaletra-epar-product-information_de.pdf
  2. TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.