Acamprosat
Campral · ATC-Code N07BB03
Auch bekannt als: Acamprosate, Akamprosat
- Steckbrief
- Wirkstoff
- Acamprosat (INN: acamprosate)
- ATC-Code
- N07BB03
- Zulassung
- national zugelassen; in der EU keine zentrale Zulassung
- Stand der Information
- 2026-10-29
Das Wichtigste in Kürze
Acamprosat (als Acamprosat-Calcium) wird laut US-Fachinformation zur Aufrechterhaltung der Alkoholabstinenz bei alkoholabhängigen Patienten eingesetzt, die zu Behandlungsbeginn abstinent sind.
Anwendung
- Aufrechterhaltung der Abstinenz von Alkohol bei Patienten mit Alkoholabhängigkeit, die bei Therapiebeginn abstinent sind.
- Die Behandlung soll Teil eines umfassenden Programms mit psychosozialer Unterstützung sein.
- Bei Patienten ohne vorherige Entgiftung und Abstinenz wurde keine Wirksamkeit gezeigt; bei Mehrfachabhängigkeit ist die Wirksamkeit nicht ausreichend untersucht.
Dosierung
- Übliche Dosis: zwei magensaftresistente Tabletten zu 333 mg (insgesamt 666 mg pro Dosis) dreimal täglich; bei manchen Patienten kann eine niedrigere Dosis wirksam sein.
- Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten möglich; bei Patienten mit drei regelmäßigen Mahlzeiten wird die Einnahme zu den Mahlzeiten empfohlen.
- Beginn so bald wie möglich nach dem Alkoholentzug, sobald Abstinenz erreicht ist; bei einem Rückfall soll die Behandlung fortgeführt werden.
- Mittelschwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30 bis 50 ml/min): Anfangsdosis eine Tablette zu 333 mg dreimal täglich.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Acamprosat-Calcium oder einen der Bestandteile.
- Schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance ≤30 ml/min).
Wichtige Warnhinweise
- Nierenfunktionsstörung: bei mittelschwerer Einschränkung ist eine Dosisreduktion erforderlich; bei älteren Patienten kann eine Überwachung der Nierenfunktion sinnvoll sein.
- Suizidalität und Depression: suizidale Ereignisse waren insgesamt selten, traten unter Acamprosat aber häufiger auf als unter Placebo (1,4 % vs. 0,5 % in Studien bis zu 6 Monaten; 2,4 % vs. 0,8 % in einjährigen Studien); Patienten und Angehörige sollen auf Depressionen und Suizidgedanken achten.
- Acamprosat beseitigt oder lindert Entzugssymptome nicht.
Nebenwirkungen
- Häufigste Nebenwirkung in kontrollierten Studien: Durchfall (16 % in der gepoolten Acamprosat-Gruppe vs. 10 % unter Placebo).
- Weitere häufige Ereignisse: Asthenie, Blähungen, Übelkeit, Angst, Depression, Schwindel, Schlaflosigkeit, Juckreiz.
- Schwerwiegend: Suizidalität und Depression sowie akutes Nierenversagen (nach Markteinführung berichtet).
Wechselwirkungen
- Acamprosat beeinflusst die Pharmakokinetik von Alkohol nicht; die Pharmakokinetik von Acamprosat wird durch Alkohol, Diazepam oder Disulfiram nicht beeinflusst.
- Zwischen Naltrexon und Acamprosat wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen beobachtet.
- Bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva wurden häufiger sowohl Gewichtszunahme als auch Gewichtsabnahme berichtet.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Acamprosat war bei Ratten und Kaninchen teratogen; ob es beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt – siehe Volltext.
Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.
Vollständige Fachinformation im Wortlaut →
Häufige Fragen – direkt an Medelix
Für Patientinnen und Patienten
Patienteninformation (USA, englisch)
Für dieses Präparat gibt es keine eigene US-Patienteninformation.
Zulassung und Handelsnamen nach Land
Arzneimittel mit genau dieser Wirkstoffzusammensetzung, wie sie die nationalen Register führen – alphabetisch und ohne Wertung. Ob ein Präparat gerade lieferbar ist, steht hier nicht.
Deutschland
- CampralKohlpharma Gmbh · 1 Registereintrag
Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-29
Türkei
- CampralMERCK İLAÇ ECZA VE KİMYA TİC. A.Ş. · 1 Registereintrag
Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16
Handelsnamen in 2 weiteren europäischen Ländern
- Polen
- Campral
- Spanien
- Campral
EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29
Medelix erhält kein Geld von Arzneimittelherstellern. Handelsnamen sind alphabetisch und ohne Wertung aufgeführt.
Weitere Wirkstoffe derselben Gruppe
Noch eine Frage zu diesem Wirkstoff?
Medelix beantwortet klinische Fragen aus Leitlinien, Studien und Produktinformationen – jede Aussage mit Quelle.
Quellen
- U.S. Food and Drug Administration. ACAMPROSATE CALCIUM (Somerset Therapeutics, LLC) – Prescribing Information, 2026-07-14. DailyMed (NLM), 2026-10-29. https://dailymed.nlm.nih.gov/dailymed/lookup.cfm?setid=1cfe4675-766f-4f1a-b1a8-96bbdacfcfa5
- EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
- TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85
Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden
Quelle: U.S. Food and Drug Administration (FDA), Prescribing Information, über DailyMed (NLM); gemeinfrei. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.