WFNS-Klassifikation (Subarachnoidalblutung)

GCS-basierte klinische Graduierung der Subarachnoidalblutung

Quellen zuletzt geprüft: 2026-10-13

WFNS-Klassifikation (Subarachnoidalblutung)

GCS-basierte klinische Graduierung der Subarachnoidalblutung

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Die Tabelle von 1988 definiert GCS 15 mit fokalem motorischem Defizit nicht; dieser Rechner stuft jeden GCS 15 als Grad I ein. Nach Stabilisierung graduieren (z. B. nach Liquordrainage bei Hydrozephalus, nach Ende eines Anfalls) — ein früher schlechter Grad kann sich bessern.

Quelle: Drake CG et al. Report of World Federation of Neurological Surgeons Committee on a Universal Subarachnoid Hemorrhage Grading Scale. J Neurosurg 1988;68(6):985-986.Öffnen

Interpretation

Grad IGCS 15.
Grad IIGCS 13–14, kein fokales motorisches Defizit.
Grad IIIGCS 13–14 mit fokalem motorischem Defizit.
Grad IVGCS 7–12. Schlechter Grad (IV–V).
Grad VGCS 3–6. Schlechter Grad (IV–V).

Was ist der WFNS-Klassifikation (Subarachnoidalblutung)?

Die WFNS-Klassifikation teilt die Subarachnoidalblutung anhand der Glasgow Coma Scale und eines fokalen motorischen Defizits in fünf Grade ein. Ein Komitee der World Federation of Neurosurgical Societies unter Vorsitz von Drake schlug sie 1988 als universelle Graduierung vor. Sie ist das in europäischen neurovaskulären Zentren und SAB-Studien am häufigsten verwendete System.

Wann wird er eingesetzt?

  • Klinische Graduierung jeder gesicherten SAB bei Aufnahme.
  • Prognostische Einordnung und Studieneinschluss.
  • Standardisierte Übergabe zwischen Notaufnahme, Neurochirurgie und Intensivstation.

Wann nicht?

  • Bei sedierten oder intubierten Patienten ohne GCS vor Sedierung — die Graduierung hängt von einer korrekten GCS ab.
  • Als alleiniges Prognoseinstrument; Alter, Aneurysmamerkmale und Bildgebungsgrad sind ebenfalls relevant.

So wird berechnet

Grad I: GCS 15 · Grad II: GCS 13–14 ohne fokales motorisches Defizit · Grad III: GCS 13–14 mit fokalem motorischem Defizit · Grad IV: GCS 7–12 · Grad V: GCS 3–6.

Praxistipps und Grenzen

  • Die Tabelle von 1988 definiert GCS 15 mit fokalem motorischem Defizit nicht; dieser Rechner stuft jeden GCS 15 als Grad I ein. Nach Stabilisierung graduieren (z. B. nach Liquordrainage bei Hydrozephalus, nach Ende eines Anfalls) — ein früher schlechter Grad kann sich bessern.
  • Das fokale motorische Defizit zählt nur bei GCS 13–14 und trennt dort Grad II von III.
  • Die Tabelle von 1988 definiert GCS 15 mit motorischem Defizit nicht; dieser Rechner wertet dies als Grad I — das Defizit gesondert dokumentieren.
  • Ein initial schlechter Grad (IV–V) kann sich nach externer Ventrikeldrainage bessern; nach Stabilisierung erneut graduieren.
  • Eine modifizierte WFNS (Sano 2015) unterscheidet Grad II und III allein nach GCS 14 bzw. 13; Versionen nicht mischen.

Häufige Fragen

Wie bestimmt man den WFNS-Grad?

Nach der GCS: 15 entspricht Grad I, 13–14 Grad II ohne bzw. Grad III mit fokalem motorischem Defizit, 7–12 Grad IV und 3–6 Grad V.

Was ist besser, WFNS oder Hunt & Hess?

WFNS ist wegen der GCS-Basis besser reproduzierbar; beide korrelieren mit dem Outcome. Viele Zentren dokumentieren beide.

Was ist die modifizierte WFNS-Skala?

Eine japanische Modifikation von 2015, die das motorische Defizit streicht und GCS 14 als Grad II, GCS 13 als Grad III einstuft.

Evidenz und Leitlinien

  1. Primärquelle: Drake CG et al. Report of World Federation of Neurological Surgeons Committee on a Universal Subarachnoid Hemorrhage Grading Scale. J Neurosurg 1988;68(6):985-986.
  2. Rosen DS, Macdonald RL. Subarachnoid hemorrhage grading scales: a systematic review. Neurocrit Care 2005;2(2):110-118.
  3. Sano H et al. Modified World Federation of Neurosurgical Societies subarachnoid hemorrhage grading system. Surg Neurol Int 2016;7(Suppl 18):S502-S503.
  4. Steiner T et al. European Stroke Organization guidelines for the management of intracranial aneurysms and subarachnoid haemorrhage. Cerebrovasc Dis 2013;35(2):93-112.

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