Light-Kriterien (Pleuraerguss)

Einordnung eines Pleuraergusses als Exsudat oder Transsudat

Quellen zuletzt geprüft: 2026-10-13

Light-Kriterien (Pleuraerguss)

Einordnung eines Pleuraergusses als Exsudat oder Transsudat

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Sehr sensitiv für Exsudate, ordnet aber etwa jedes vierte Transsudat als Exsudat ein, besonders bei Herzinsuffizienz unter Diuretika. Ein Serum-minus-Pleura-Albumingradient > 12 g/l (1,2 g/dl) spricht dann für ein Transsudat.

Quelle: Light RW, Macgregor MI, Luchsinger PC, Ball WC Jr. Pleural effusions: the diagnostic separation of transudates and exudates. Ann Intern Med 1972;77(4):507-513.Öffnen

Interpretation

TranssudatKein Kriterium erfüllt. Transsudate haben typischerweise systemische Ursachen (Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, nephrotisches Syndrom, Hypalbuminämie).
ExsudatMindestens ein Kriterium erfüllt. Exsudate haben typischerweise lokale Pleuraursachen (parapneumonisch, maligne, tuberkulös, nach Lungenembolie, entzündlich). Bei Herzinsuffizienz unter Diuretika können die Kriterien ein Transsudat als Exsudat einordnen; der Serum-Pleura-Albumingradient hilft bei der Unterscheidung (siehe Hinweis).

Was ist der Light-Kriterien (Pleuraerguss)?

Nach den Light-Kriterien ist ein Pleuraerguss ein Exsudat, wenn mindestens eine von drei Bedingungen erfüllt ist: Eiweißquotient Pleura/Serum > 0,5, LDH-Quotient Pleura/Serum > 0,6 oder Pleura-LDH über zwei Dritteln der oberen Normgrenze der Serum-LDH. Light und Mitarbeiter beschrieben sie 1972; sie sind bis heute der Referenzstandard zur Unterscheidung von Exsudat und Transsudat.

Wann wird er eingesetzt?

  • Bei jeder diagnostischen Pleurapunktion mit unklarer Ursache
  • Zur Entscheidung, ob eine weitere lokale Abklärung nötig ist (Zytologie, Mikrobiologie, Pleurabiopsie)
  • In der Lehre als erster Schritt der Punktatdiagnostik

Wann nicht?

  • Wenn Serumeiweiß und Serum-LDH nicht zeitnah zur Punktion bestimmt wurden
  • Bei eindeutigem Empyem oder Hämatothorax, wo die Einteilung wenig beiträgt
  • Als alleiniger Test bei vermutetem kardialem Erguss unter Diuretika — dort ist der Albumingradient aussagekräftiger

So wird berechnet

Exsudat, wenn MINDESTENS EINES zutrifft: • Eiweißquotient Pleura/Serum > 0,5 • LDH-Quotient Pleura/Serum > 0,6 • Pleura-LDH > 2/3 der oberen Normgrenze der Serum-LDH Transsudat, wenn keines zutrifft.

Praxistipps und Grenzen

  • Sehr sensitiv für Exsudate, ordnet aber etwa jedes vierte Transsudat als Exsudat ein, besonders bei Herzinsuffizienz unter Diuretika. Ein Serum-minus-Pleura-Albumingradient > 12 g/l (1,2 g/dl) spricht dann für ein Transsudat.
  • Die Kriterien sind bewusst sensitiv (≈ 98 % für Exsudate) und ordnen dafür etwa ein Viertel der Transsudate falsch ein.
  • Diuretika konzentrieren Eiweiß und LDH im Erguss; kardiale Ergüsse wirken dann oft exsudativ.
  • Ein Albumingradient Serum minus Pleura > 12 g/l (1,2 g/dl) spricht in dieser Situation für ein Transsudat.
  • Eiweiß kann in g/l oder g/dl eingegeben werden, solange Punktat und Serum dieselbe Einheit haben, da nur der Quotient zählt.

Häufige Fragen

Was sind die Light-Kriterien?

Exsudat bei Eiweißquotient Pleura/Serum > 0,5, LDH-Quotient > 0,6 oder Pleura-LDH > 2/3 der oberen Normgrenze der Serum-LDH. Ist keines erfüllt, liegt ein Transsudat vor.

Warum ordnen die Light-Kriterien Transsudate falsch ein?

Sie wurden so gewählt, dass möglichst wenige Exsudate übersehen werden. Besonders eine Diuretikatherapie bei Herzinsuffizienz hebt Eiweiß und LDH im Erguss in den exsudativen Bereich.

Gibt es einen Test ohne Serumprobe?

Eine reine Punktatkombination (Eiweiß > 30 g/l, LDH über zwei Dritteln der Normgrenze oder Cholesterin > 55 mg/dl) war in einer großen spanischen Kohorte den Light-Kriterien ebenbürtig.

Welche obere Normgrenze der LDH verwende ich?

Die des eigenen Labors für Serum-LDH, da sich LDH-Methoden und Referenzbereiche zwischen Laboren unterscheiden.

Evidenz und Leitlinien

  1. Primärquelle: Light RW, Macgregor MI, Luchsinger PC, Ball WC Jr. Pleural effusions: the diagnostic separation of transudates and exudates. Ann Intern Med 1972;77(4):507-513.
  2. Porcel JM, Porcel L, Palma R, Bielsa S. Revisiting Light's criteria: a validated blood-free triple combination matches diagnostic accuracy in over 7000 patients. ERJ Open Res 2026;12(2):00821-2025.

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