Henderson-Hasselbalch-pH-Kontrolle
pH aus HCO₃⁻ und pCO₂ berechnen, um eine Blutgasanalyse auf Plausibilität zu prüfen
Quellen zuletzt geprüft: 2026-10-13
Henderson-Hasselbalch-pH-Kontrolle
pH aus HCO₃⁻ und pCO₂ berechnen, um eine Blutgasanalyse auf Plausibilität zu prüfen
Die meisten Blutgasgeräte berechnen HCO₃⁻ mit genau dieser Gleichung aus gemessenem pH und pCO₂; eine Abweichung spricht daher meist für einen Übertragungsfehler oder für ein HCO₃⁻ aus einer separaten venösen Probe. Mit dem gemessenen pH vergleichen; Differenzen über etwa 0,03 nochmals prüfen.
Interpretation
| < 7,35 — Azidämie | Berechneter pH unter dem Normbereich von 7,35–7,45. |
|---|---|
| 7,35–7,45 — Normbereich | Berechneter pH im Normbereich. |
| > 7,45 — Alkalämie | Berechneter pH über dem Normbereich von 7,35–7,45. |
Was ist der Henderson-Hasselbalch-pH-Kontrolle?
Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung verknüpft den pH mit dem Verhältnis von Bikarbonat zu gelöstem CO₂, mit einem pK von 6,1 und einem CO₂-Löslichkeitskoeffizienten von 0,03 mmol/l pro mmHg. Da pH, pCO₂ und HCO₃⁻ über diese Gleichung fest zusammenhängen, enthält jede BGA, deren drei Werte nicht zusammenpassen, irgendwo einen Fehler.
Wann wird er eingesetzt?
- Plausibilitätskontrolle einer BGA vor der Interpretation
- Wenn HCO₃⁻ aus der venösen Laborchemie und pH/pCO₂ aus einer arteriellen Probe stammen
- Lehre: Der pH hängt vom Verhältnis HCO₃⁻/pCO₂ ab, nicht von einem Wert allein
Wann nicht?
- Als Ersatz für den gemessenen pH bei klinischen Entscheidungen
- Extreme Temperaturen oder sehr ungewöhnliche Plasmazusammensetzung, bei denen der pK von 6,1 ungenauer wird
So wird berechnet
pH = 6,1 + log₁₀ ( HCO₃⁻ / (0,03 × pCO₂) ) HCO₃⁻ in mmol/l, pCO₂ in mmHg; 0,03 = CO₂-Löslichkeit (mmol/l pro mmHg)
Praxistipps und Grenzen
- Die meisten Blutgasgeräte berechnen HCO₃⁻ mit genau dieser Gleichung aus gemessenem pH und pCO₂; eine Abweichung spricht daher meist für einen Übertragungsfehler oder für ein HCO₃⁻ aus einer separaten venösen Probe. Mit dem gemessenen pH vergleichen; Differenzen über etwa 0,03 nochmals prüfen.
- Blutgasgeräte berechnen HCO₃⁻ aus pH und pCO₂, ihre eigene Ausgabe passt also immer – eine Abweichung entsteht meist durch Übertragungsfehler oder gemischte Proben.
- Die einfachere Henderson-Form H⁺ (nmol/l) = 24 × pCO₂ (mmHg) / HCO₃⁻ eignet sich zum Kopfrechnen: H⁺ 40 nmol/l ≈ pH 7,40.
- pCO₂ in kPa zuerst mit 7,50 multiplizieren, um mmHg zu erhalten.
Häufige Fragen
Wie lautet die Henderson-Hasselbalch-Gleichung für Blut?
pH = 6,1 + log₁₀(HCO₃⁻ / (0,03 × pCO₂)), mit HCO₃⁻ in mmol/l und pCO₂ in mmHg.
Warum weicht mein berechneter pH vom gemessenen ab?
Meist stammt das HCO₃⁻ aus einer anderen Probe oder von einem anderen Zeitpunkt, oder ein Wert wurde falsch übertragen. Abweichungen über etwa 0,03 prüfen.
Wofür steht 0,03 in der Gleichung?
Für den Löslichkeitskoeffizienten von CO₂ im Plasma (mmol/l pro mmHg), der den pCO₂ in die Konzentration gelösten CO₂ umrechnet.
Evidenz und Leitlinien
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