Ocrelizumab

Ocrevus · ATC-Code L04AG08

Steckbrief
Wirkstoff
Ocrelizumab
Wirkstoffgruppe
Immunsuppressivum
ATC-Code
L04AG08
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Ocrevus 300 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung · Ocrevus 920 mg Injektionslösung
Zulassungsinhaber
Roche Registration GmbH
Stand der Information
2026-10-27

Das Wichtigste in Kürze

Ocrelizumab ist ein monoklonaler Anti-CD20-Antikörper (Ocrevus), der B-Zellen depletiert. Es wird bei schubförmiger und früher primär progredienter multipler Sklerose angewendet, als Infusion oder subkutane Injektion.

Anwendung

  • Schubförmige MS (RMS) mit aktiver Erkrankung: Infusion bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren, Injektion bei Erwachsenen
  • Frühe primär progrediente MS (PPMS) mit entzündlicher Aktivität in der Bildgebung bei Erwachsenen

Dosierung

  • Infusion, Erwachsene: Anfangsdosis 600 mg als zwei Infusionen zu je 300 mg im Abstand von 2 Wochen, danach 600 mg alle 6 Monate
  • Infusion, Kinder ab 10 Jahren unter 35 kg: zweimal 150 mg, danach 300 mg alle 6 Monate; ab 35 kg wie Erwachsene
  • Subkutane Injektion (920 mg): 920 mg alle 6 Monate, ohne Aufteilung der Anfangsdosis
  • Mindestabstand von 5 Monaten zwischen den Dosen
  • Vor jeder Infusion Prämedikation mit Methylprednisolon i.v. und Antihistaminikum, ggf. Antipyretikum

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Aktive Infektion
  • Schwer immungeschwächter Zustand
  • Bekannte aktive Malignome

Wichtige Warnhinweise

  • Infusions- bzw. Injektionsreaktionen, vor allem bei der ersten Gabe, bis zu 24 Stunden danach
  • Hypotonie während der Infusion; Pausieren von Antihypertensiva erwägen
  • Hepatitis-B-Reaktivierung: HBV-Screening vor Therapiebeginn
  • Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML): bei Bestätigung dauerhaft absetzen
  • Impfungen mit Lebendimpfstoffen: Sicherheit nicht untersucht

Nebenwirkungen

  • Infusionsreaktionen (34,3 % bei RMS, 40,1 % bei PPMS)
  • Infektionen (58,5 % bei RMS, 72,2 % bei PPMS), u. a. obere Atemwegsinfektionen, Nasopharyngitis, Grippe
  • COVID-19 (16,0 % bei PPMS)
  • Verminderte Immunglobulin-M-Spiegel

Wechselwirkungen

  • Keine Interaktionen über CYP450 oder Transporter erwartet
  • Andere Immunsuppressiva nicht gleichzeitig empfohlen, außer Kortikosteroiden bei Schüben

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Verhütung während der Behandlung und für 4 Monate nach der letzten Dosis
  • IgG passiert die Plazenta; bei exponierten Neugeborenen Lebendimpfungen ggf. verschieben

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI (Claude, Anthropic) am 2026-10-28. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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Zulassung und Handelsnamen nach Land

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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

  • OcrevusRoche Registration GmbH · EMEA/H/C/004043

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Türkei

  • OcrevusROCHE MÜSTAHZARLARI SAN.A.Ş. · 2 Registereinträge

Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16

Handelsnamen in 3 weiteren europäischen Ländern
Island
Ocrevus
Liechtenstein
Ocrevus
Norwegen
Ocrevus

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28

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Quellen

  1. European Medicines Agency. Ocrevus – EPAR, Product Information (Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf d). 2026-10-27. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/ocrevus-epar-product-information_de.pdf
  2. TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85
  3. Wikidata (CC0): ATC L04AG.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-27 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.