Nevirapin

Viramune · ATC-Code J05AG01

Auch bekannt als: nevirapine · Handelsnamen: Viramune, Nevirapin Viatris, Nevirapin Abdi, Nevirapin Aurobindo, Nevirapin Axiromed, Nevirapin Heumann, Nevirapin Hexal, Nevirapin Hormosan, Nevirapin Mylan, Nevirapin Ratiopharm

Steckbrief
Wirkstoff
Nevirapin (INN: nevirapine)
ATC-Code
J05AG01
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Viramune 200 mg Tabletten · Viramune 50 mg / 5 ml Suspension zum Einnehmen · Viramune 400 mg Retardtabletten
Zulassungsinhaber
Boehringer Ingelheim International GmbH
Stand der Information
2026-10-28

Das Wichtigste in Kürze

Nevirapin (Viramune) ist ein nicht-nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI). Es wird in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung der HIV-1-Infektion eingesetzt.

Anwendung

  • Viramune 200 mg Tabletten und Suspension zum Einnehmen: HIV-1-Infektion bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern jeden Alters, in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln.
  • Viramune 400 mg Retardtabletten: Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab drei Jahren, die Tabletten schlucken können; nicht für die 14-tägige Einleitungsphase geeignet.

Dosierung

  • 200 mg Tabletten (ab 16 Jahren): 200 mg einmal täglich in den ersten 14 Tagen (Einleitungsphase senkt die Häufigkeit von Ausschlag), danach 200 mg zweimal täglich, mit mindestens zwei weiteren antiretroviralen Wirkstoffen.
  • Suspension (ab 16 Jahren): 20 mL (200 mg) einmal täglich für 14 Tage, dann zweimal täglich; Kinder nach Körperoberfläche 150 mg/m2 einmal täglich für zwei Wochen, dann 150 mg/m2 zweimal täglich (Tagesdosis höchstens 400 mg).
  • 400 mg Retardtabletten: nach 14 Tagen Einleitung mit 200 mg schnell freisetzenden Tabletten einmal täglich 400 mg.
  • Bei Ausschlag in der Einleitungsphase Dosis erst nach Abklingen erhöhen; Einleitungsdosis nicht länger als 28 Tage. Nach Unterbrechung über 7 Tage mit Einleitungsphase neu beginnen.
  • Dialysepatienten: zusätzlich 200 mg nach jeder Dialyse; nicht bei schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C).

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Erneute Gabe nach Absetzen wegen schweren Ausschlags, Überempfindlichkeit oder klinischer Hepatitis durch Nevirapin.
  • Schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) oder ASAT/ALAT > 5 ULN vor Behandlung bis zur Stabilisierung.
  • Gleichzeitige Einnahme von Johanniskraut-Zubereitungen.

Wichtige Warnhinweise

  • Schwere, teils lebensbedrohliche Haut- und Leberreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, TEN, Hepatitis/Leberversagen); höchstes Risiko in den ersten 6 Wochen, engmaschige Überwachung in den ersten 18 Wochen.
  • Höheres Lebertoxizitätsrisiko bei Frauen mit CD4+ > 250/mm3 und Männern mit CD4+ > 400/mm3 bei nachweisbarer Viruslast.
  • Bei Zeichen von Hepatitis, schwerer Hautreaktion oder Überempfindlichkeit sofort absetzen und nicht wieder beginnen.
  • Nicht als einziges antiretrovirales Mittel anwenden (Resistenzentwicklung).

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten: Ausschlag, allergische Reaktionen, Hepatitis, abnorme Leberwerte, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Fieber, Kopfschmerzen, Myalgie.
  • Schwerste Nebenwirkungen: Stevens-Johnson-Syndrom/toxische epidermale Nekrolyse, schwere Hepatitis/Leberversagen und DRESS.
  • Häufig: Granulozytopenie; gelegentlich: Anämie.

Wechselwirkungen

  • Nevirapin induziert CYP3A (und möglicherweise CYP2B6) und kann die Spiegel vieler Arzneimittel senken.
  • Nicht empfohlen mit Rifampicin, Efavirenz, Ketoconazol, Etravirin, Rilpivirin, Atazanavir/Ritonavir, Fosamprenavir sowie Elvitegravir/Cobicistat.
  • Johanniskraut ist kontraindiziert; orale Kontrazeptiva nicht als einzige Verhütungsmethode verwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Daten zeigen keine Fehlbildungen; Vorsicht in der Schwangerschaft, besonders bei CD4+ über 250 Zellen/mm3 mit nachweisbarer Viruslast.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

Vollständige Fachinformation im Wortlaut →

Häufige Fragen – direkt an Medelix

Für Patientinnen und Patienten

Packungsbeilage (Gebrauchsinformation) im Wortlaut

Für dieses Präparat gibt es keine eigene US-Patienteninformation.

Zulassung und Handelsnamen nach Land

Arzneimittel mit genau dieser Wirkstoffzusammensetzung, wie sie die nationalen Register führen – alphabetisch und ohne Wertung. Ob ein Präparat gerade lieferbar ist, steht hier nicht.

EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

  • ViramuneBoehringer Ingelheim International GmbH · EMEA/H/C/000183

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Österreich

  • Nevirapin ViatrisViatris Limited · 1 Registereintrag

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-29

Deutschland

  • Nevirapin AbdiAbdi Farma Gmbh · 1 Registereintrag
  • Nevirapin AurobindoPuren Pharma Gmbh & Co. Kg · 1 Registereintrag
  • Nevirapin AxiromedMedical Valley Invest Ab · 1 Registereintrag
  • Nevirapin HeumannHeumann Pharma Gmbh & Co. Generica Kg · 1 Registereintrag
  • Nevirapin HexalHexal Ag · 1 Registereintrag
  • Nevirapin HormosanHormosan Pharma Gmbh · 1 Registereintrag
  • Nevirapin MylanViatris Germany Gmbh · 1 Registereintrag
  • Nevirapin RatiopharmRatiopharm Gmbh · 1 Registereintrag

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-29

Handelsnamen in 15 weiteren europäischen Ländern
Belgien
Nevirapine Viatris
Dänemark
Nevirapine Medical Valley, Nevirapine Viatris
Finnland
Nevirapine Viatris
Frankreich
Nevirapine Arrow Lab, Nevirapine Cristers, Nevirapine Lp Accord, Nevirapine Lp Arrow, Nevirapine Lp Sandoz, Nevirapine Sandoz, Nevirapine Teva Lp
Griechenland
Nevirapine Vocate
Island
Viramune
Italien
Nevirapina Aurobindo, Nevirapina Mylan
Liechtenstein
Viramune
Luxemburg
Nevirapine Viatris
Niederlande
Nevirapine Accord, Nevirapine Amarox, Nevirapine Aurobindo, Nevirapine Sandoz, Nevirapine Viatris, Nevirapine Vocate
Norwegen
Viramune
Portugal
Nevirapina Accord, Nevirapina Aurovitas, Nevirapina Farmoz, Nevirapina Generis, Nevirapina Mylan
Rumänien
Nevirapina Accord, Nevirapină Accord
Schweden
Nevirapine Medical Valley
Spanien
Nevirapina Aurovitas, Nevirapina Kern Pharma, Nevirapina Normon, Nevirapina Tarbis Farma, Nevirapina Teva

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

Medelix erhält kein Geld von Arzneimittelherstellern. Handelsnamen sind alphabetisch und ohne Wertung aufgeführt.

Weitere Wirkstoffe derselben Gruppe

Noch eine Frage zu diesem Wirkstoff?

Medelix beantwortet klinische Fragen aus Leitlinien, Studien und Produktinformationen – jede Aussage mit Quelle.

Quellen

  1. European Medicines Agency. Viramune – EPAR, Product Information. 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/viramune-epar-product-information_de.pdf
  2. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  3. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-28 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.