Methadon

Methadon G.L., Methasan, Misyo · ATC-Code N07BC02

Auch bekannt als: Methadone, Metadon · Handelsnamen: Methadon G.L., Methasan, Misyo, Methaddict, Methadon G.L. Pharma, Methadon Neuraxpharm, Methaliq, Diskets, Methadose, Methadose Dispersible, Methadose Sugar-Free

Steckbrief
Wirkstoff
Methadon (INN: methadone)
ATC-Code
N07BC02
Zulassung
national zugelassen; in der EU keine zentrale Zulassung
Stand der Information
2026-10-29

Das Wichtigste in Kürze

Methadon ist laut US-Fachinformation ein lang wirksames Opioid zur Behandlung starker anhaltender Schmerzen sowie zur Entgiftung und Erhaltungstherapie bei Opioidabhängigkeit.

Anwendung

  • Starke, anhaltende Schmerzen, die ein Opioid erfordern und mit Alternativen (einschließlich schnell freisetzender Opioide) nicht ausreichend behandelbar sind; nicht zur Einnahme bei Bedarf.
  • Entgiftungsbehandlung der Opioidabhängigkeit (Heroin oder andere morphinähnliche Substanzen).
  • Erhaltungstherapie der Opioidabhängigkeit zusammen mit sozialen und medizinischen Hilfen; in den USA nur über zertifizierte Behandlungsprogramme.

Dosierung

  • Schmerzen: individuelle Einstellung durch erfahrene Ärzte; die Umrechnung von anderen Opioiden ist nicht linear und erfordert eine eigene Tabelle – siehe Volltext; die volle Wirkung wird erst nach mindestens 3 bis 5 Tagen auf einer Dosis erreicht.
  • Opioidabhängigkeit: Anfangsdosis 20 bis 30 mg unter Aufsicht, höchstens 30 mg; nach 2 bis 4 Stunden ggf. weitere 5 bis 10 mg; am ersten Tag in der Regel nicht mehr als 40 mg insgesamt.
  • Erhaltung: klinische Stabilität meist bei 80 bis 120 mg/Tag.
  • Ausschleichen: Dosisreduktionen in der Regel unter 10 % mit 10- bis 14-tägigen Abständen; nicht abrupt absetzen.
  • Schwangerschaft: die Clearance kann steigen, sodass eine höhere Dosis oder ein kürzeres Dosisintervall nötig sein kann.

Gegenanzeigen

  • Ausgeprägte Atemdepression.
  • Akutes oder schweres Asthma bronchiale ohne Überwachung oder Reanimationsausrüstung.
  • Bekannte oder vermutete Magen-Darm-Obstruktion einschließlich paralytischem Ileus.
  • Überempfindlichkeit (z. B. Anaphylaxie) gegen Methadon.

Wichtige Warnhinweise

  • Boxed Warning: Abhängigkeit, Missbrauch und Fehlgebrauch mit Risiko von Überdosis und Tod; lebensbedrohliche Atemdepression, besonders zu Beginn und nach Dosiserhöhung; schon eine versehentlich eingenommene Dosis kann bei Kindern tödlich sein; Kombination mit Benzodiazepinen oder anderen ZNS-dämpfenden Mitteln.
  • Lebensbedrohliche QT-Verlängerung und Torsade de pointes, vor allem bei höheren Dosen (> 200 mg/Tag).
  • Die maximale atemdepressive Wirkung tritt später ein und hält länger an als die schmerzstillende Wirkung; Methadon reichert sich bei wiederholter Gabe an.
  • Neonatales Opioidentzugssyndrom nach längerer Anwendung in der Schwangerschaft.
  • Wechselwirkungen mit CYP-Hemmern und -Induktoren, Serotonin-Syndrom, Nebenniereninsuffizienz, schwere Hypotonie, Hypoglykämie, Krampfanfälle.

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten: Benommenheit, Schwindel, Sedierung, Übelkeit, Erbrechen und Schwitzen, ausgeprägter bei ambulanten Patienten ohne starke Schmerzen.
  • Hauptgefahren: Atemdepression und in geringerem Maß systemische Hypotonie; Atemstillstand, Schock, Herzstillstand und Todesfälle sind aufgetreten.
  • Weitere u. a.: Schwäche, Ödeme, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Bradykardie; bei längerer Anwendung auf anhaltende Verstopfung achten.

Wechselwirkungen

  • Hemmer von CYP3A4, CYP2B6, CYP2C19, CYP2C9 oder CYP2D6 können die Methadon-Spiegel erhöhen (bis zur tödlichen Überdosis); Absetzen von Induktoren wirkt ebenso.
  • Benzodiazepine, Alkohol und andere ZNS-dämpfende Mittel: tiefe Sedierung, Atemdepression, Koma, Tod.
  • Serotonerge Arzneimittel: Serotonin-Syndrom; gemischte Agonisten/Antagonisten (z. B. Pentazocin, Buprenorphin) können Entzug auslösen.
  • Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern oder Elektrolytstörungen verursachen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Längere Anwendung in der Schwangerschaft kann ein neonatales Opioidentzugssyndrom verursachen, das unbehandelt lebensbedrohlich sein kann.
  • Methadon geht in geringen Mengen in die Muttermilch über; selten wurden Sedierung und Atemdepression beim gestillten Säugling berichtet.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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Für Patientinnen und Patienten

Patienteninformation (USA, englisch)

Für dieses Präparat gibt es keine eigene US-Patienteninformation.

Zulassung und Handelsnamen nach Land

Arzneimittel mit genau dieser Wirkstoffzusammensetzung, wie sie die nationalen Register führen – alphabetisch und ohne Wertung. Ob ein Präparat gerade lieferbar ist, steht hier nicht.

Österreich

  • Methadon G.L.G.L. Pharma Gmbh · 1 Registereintrag
  • MethasanG.L. Pharma Gmbh · 1 Registereintrag
  • MisyoInn-Farm D.O.O. · 1 Registereintrag

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-29

Deutschland

  • MethaddictHexal Ag · 1 Registereintrag
  • Methadon G.L. PharmaG.L. Pharma Gmbh · 1 Registereintrag
  • Methadon NeuraxpharmNeuraxpharm Arzneimittel Gmbh · 1 Registereintrag
  • MethaliqHexal Ag · 1 Registereintrag
  • MethasanG.L. Pharma Gmbh · 1 Registereintrag
  • MisyoInn-Farm D.O.O. · 1 Registereintrag

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-29

USA

  • DisketsHikma Pharmaceuticals USA Inc. · 1 Registereintrag
  • MethadoseSpecGx LLC · 1 Registereintrag
  • Methadose DispersibleSpecGx LLC · 1 Registereintrag
  • Methadose Sugar-FreeSpecGx LLC · 1 Registereintrag

Quelle: U.S. FDA – Drug labels (openFDA/DailyMed), Stand 2026-10-29

Handelsnamen in 25 weiteren europäischen Ländern
Belgien
Mephenon
Bulgarien
Метадон Алкалоид, Метадон Софарма, Метазан
Dänemark
Marlodon, Metadon, Methadon Martindale Pharma
Estland
Metadon Dak
Finnland
Dolmed, Metadon, Methadone Martindale Pharma
Frankreich
Methadone Ap-Hp, Zoryon
Griechenland
Methadone Ι.Φ.Ε.Τ.
Irland
Methadone Hydrochloride Alkaloid-Int, Methadone Hydrochloride Ascot Laboratories (Ireland), Methadone Hydrochloride Sugar Free Taw Pharma (Ireland), Methadone Mixture Dtf (Sugar Free) Ethypharm, Phymet Dtf, Pinadone
Island
Metadon
Italien
Eptadone, Metadone Cloridrato Molteni, Omtisa
Kroatien
Heptanon, Metadon Alkaloid
Litauen
Metadon Dak
Luxemburg
Mephenon, Methasan
Malta
Methadone Alkaloid, Pinadone
Niederlande
Eptadone Suikervrij, Methadon Hci Sandoz, Methadon Hcl Expharma, Methadon Hcl Sandoz, Methadon Hcl Tiofarma, Methadon Hydrochloride Aurobindo
Norwegen
Metadon Abcur, Metadon Dne, Metadon Martindale Pharma, Metadon Navamedic, Metadon Nordic Drugs
Polen
Methadone Hydrochloride Inn-Farm, Methadone Hydrochloride Molteni, Misyo, Sublana
Portugal
Misyo
Rumänien
Metadon Bioeel, Methasan, Misyo, Sintalgon
Schweden
Metadon, Methadone Martindale Pharma
Slowakei
Metagla, Misyo
Slowenien
Metadonijev Klorid Alkaloid-Int
Spanien
Eptadone, Metasedin, Misyo
Tschechien
Misyo, Sublana
Ungarn
Metadon, Methasan, Misyo

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

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Quellen

  1. U.S. Food and Drug Administration. METHADONE HYDROCHLORIDE (SpecGx LLC) – Prescribing Information, 2026-04-27. DailyMed (NLM), 2026-10-29. https://dailymed.nlm.nih.gov/dailymed/lookup.cfm?setid=eddf7077-02fb-4771-9823-31984f4ff2bb
  2. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  3. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  4. U.S. FDA – Drug labels (openFDA/DailyMed), 2026-10-29. https://dailymed.nlm.nih.gov/dailymed/

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: U.S. Food and Drug Administration (FDA), Prescribing Information, über DailyMed (NLM); gemeinfrei. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.