Cholic Acid
Orphacol · ATC-Code A05AA03
Auch bekannt als: Kolik asit
- Steckbrief
- Wirkstoff
- Cholic Acid
- ATC-Code
- A05AA03
- Zulassung
- EU-weit zentral zugelassen (EMA)
- Darreichungsformen
- Orphacol 50 mg Hartkapseln / Orphacol 250 mg Hartkapseln
- Zulassungsinhaber
- Theravia
- Stand der Information
- 2026-10-28
Das Wichtigste in Kürze
Cholsäure ist eine primäre Gallensäure, die fehlende körpereigene Gallensäuren ersetzt. Sie wird bei angeborenen Störungen der primären Gallensäuresynthese ab einem Alter von 1 Monat eingesetzt.
Anwendung
- Behandlung angeborener Störungen der primären Gallensäuresynthese aufgrund eines 3β-Hydroxy-Δ5-C27-Steroid-Oxidoreduktase-Mangels oder eines Δ4-3-Oxosteroid-5β-Reduktase-Mangels bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen von 1 Monat bis 18 Jahren sowie bei Erwachsenen.
Dosierung
- Orphacol (Hartkapseln): Tagesdosis 5 bis 15 mg/kg in allen Altersgruppen; Mindestdosis 50 mg, Anpassung in 50-mg-Schritten; bei Erwachsenen höchstens 500 mg pro Tag.
- Die Dosis wird in einer spezialisierten Einrichtung anhand der Gallensäureprofile in Blut und/oder Urin individuell angepasst; gewählt wird die niedrigste wirksame Dosis.
- Die Tagesdosis kann aufgeteilt werden; Einnahme mit Nahrung etwa zur gleichen Tageszeit. Für Kinder, die keine Kapseln schlucken können, kann der Inhalt mit Säuglingsnahrung oder Saft gegeben werden.
- Bei familiärer Hypertriglyceridämie kann eine höhere Dosis, auch über 500 mg täglich bei Erwachsenen, erforderlich sein.
- Kontrollen: im ersten Jahr alle 3 Monate, in den folgenden drei Jahren alle 6 Monate, danach jährlich.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Gleichzeitige Anwendung von Phenobarbital oder Primidon.
Wichtige Warnhinweise
- Schwere Lebertoxizität, auch mit tödlichem Ausgang, wurde berichtet; bei vorbestehender Leberfunktionsstörung engmaschige Überwachung.
- Die Behandlung ist zu beenden, wenn sich die Leberfunktion (Prothrombinzeit) nicht innerhalb von 3 Monaten bessert, bei klaren Zeichen eines schweren Leberversagens früher.
- Gleichzeitiger Anstieg von GGT, ALT und/oder Serumgallensäuren kann auf eine Überdosierung hinweisen; Leberwerte regelmäßig kontrollieren.
- Enthält Lactose.
Nebenwirkungen
- Häufigkeit nicht bekannt: Durchfall, erhöhte Transaminasen, Juckreiz und Gallensteine.
- Durchfall, Juckreiz und Transaminasenanstieg traten bei Überdosierung auf und verschwanden nach Dosisreduktion; Gallensteine nach Langzeitbehandlung bei sehr wenigen Patienten.
Wechselwirkungen
- Phenobarbital und Primidon wirken der Cholsäure entgegen (kontraindiziert).
- Ciclosporin verändert Pharmakokinetik und Wirkung; gleichzeitige Gabe vermeiden, sonst Gallensäurespiegel engmaschig überwachen.
- Gallensäurebinder (Colestyramin, Colestipol, Colesevelam) und bestimmte Antazida (z. B. Aluminiumhydroxid): 5 Stunden Abstand zur Cholsäure-Dosis; auch Ursodeoxycholsäure beeinflusst die Wirkung.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Keine Verhütung erforderlich. Begrenzte Daten zeigten keine Nebenwirkungen in der Schwangerschaft; die Therapie sollte unter engmaschiger Überwachung fortgesetzt werden.
- Kann in der Stillzeit angewendet werden.
Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.
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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)
- OrphacolTheravia · EMEA/H/C/001250
Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation
Handelsnamen in 3 weiteren europäischen Ländern
- Island
- Orphacol
- Liechtenstein
- Orphacol
- Norwegen
- Orphacol
EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29
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Quellen
- European Medicines Agency. Orphacol – EPAR, Product Information. 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/orphacol-epar-product-information_de.pdf
Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-28 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden
Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.