Korrigiertes Kalzium
Für Albumin korrigiertes Gesamtkalzium
- Payne formula (UK, 1973)
Quellen zuletzt geprüft: 2026-10-13
Korrigiertes Kalzium
Für Albumin korrigiertes Gesamtkalzium
Verwendet Paynes publizierte Steigung (1 mg/dL Kalzium pro 1 g/dL Albumin). Die verbreitete 0,8-Variante und laborspezifische Formeln ergeben niedrigere Werte; bei kritisch Kranken und fortgeschrittener CKD ist die Korrektur unzuverlässig, ionisiertes Kalzium ist dort das verlässlichere Maß.
Interpretation
| Niedrig | < 8,5 mg/dL (≈ 2,12 mmol/L). |
|---|---|
| Üblicher Referenzbereich | 8,5–10,5 mg/dL (≈ 2,12–2,62 mmol/L); Laborreferenzbereiche unterscheiden sich. |
| Erhöht | > 10,5 bis < 12,0 mg/dL (< 3,0 mmol/L) — leichte Hyperkalzämie, oft asymptomatisch. |
| Mittelschwere Hyperkalzämie | 12,0–14,0 mg/dL (3,0–3,5 mmol/L) — nach der SfE-Empfehlung ist bei Symptomen meist eine zügige Behandlung angezeigt. |
| Schwere Hyperkalzämie | > 14,0 mg/dL (> 3,5 mmol/L) — die SfE ordnet dies als schwere Hyperkalzämie mit dringendem Korrekturbedarf ein. |
Was ist der Korrigiertes Kalzium?
Das korrigierte (albuminadjustierte) Kalzium schätzt, wie hoch das Gesamtkalzium bei normalem Albumin wäre, da etwa 40 % des Kalziums proteingebunden sind. Payne und Kollegen leiteten 1973 die klassische Korrektur an 200 Proben eines britischen Labors ab: korrigiertes Kalzium = Kalzium − Albumin + 4,0 (mg/dL und g/dL). Die Schweregrade der Hyperkalzämie folgen der Notfallempfehlung der Society for Endocrinology.
Wann wird er eingesetzt?
- Interpretation des Gesamtkalziums bei niedrigem oder hohem Albumin (Lebererkrankung, Mangelernährung, nephrotisches Syndrom, akute Erkrankung).
- Einschätzung einer vermuteten Hyper- oder Hypokalzämie, bevor ionisiertes Kalzium vorliegt.
- Verlaufsbeurteilung bei Patienten mit sich änderndem Albumin.
Wann nicht?
- Kritische Erkrankung, fortgeschrittene CKD oder Säure-Basen-Störungen — die Korrektur ist dort unzuverlässig; ionisiertes Kalzium ist die direkte Messung.
- Wenn ionisiertes Kalzium bereits vorliegt — es ist der physiologisch relevante Wert.
- Bei Paraproteinämie, da Kalzium an das Paraprotein binden kann.
So wird berechnet
Korrigiertes Ca (mg/dL) = gemessenes Ca (mg/dL) − Albumin (g/dL) + 4,0 SI-Äquivalent: korrigiertes Ca (mmol/L) ≈ Ca + 0,025 × (40 − Albumin in g/L) 1 mmol/L = 4,008 mg/dL
Praxistipps und Grenzen
- Verwendet Paynes publizierte Steigung (1 mg/dL Kalzium pro 1 g/dL Albumin). Die verbreitete 0,8-Variante und laborspezifische Formeln ergeben niedrigere Werte; bei kritisch Kranken und fortgeschrittener CKD ist die Korrektur unzuverlässig, ionisiertes Kalzium ist dort das verlässlichere Maß.
- SI-Einheiten: 1 mmol/L Kalzium = 4,008 mg/dL; Paynes Steigung entspricht etwa 0,025 mmol/L pro g/L Albumin.
- Viele Labore berichten ein eigenes albuminadjustiertes Kalzium mit lokal abgeleiteter Formel — dieser Laborwert spiegelt dann die lokale Kalibrierung wider.
- Die verbreitete Variante mit 0,8 mg/dL pro g/dL korrigiert weniger stark als Paynes publizierte Formel; wissen, womit man vergleicht.
- Blutentnahme mit möglichst kurzer Stauung — langes Stauen erhöht Albumin und Gesamtkalzium.
- Bei Hyperkalzämie trennt das PTH die Hauptursachen: hohes/normales PTH spricht für Hyperparathyreoidismus, supprimiertes PTH für Malignom oder andere PTH-unabhängige Ursachen.
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für das korrigierte Kalzium?
Payne 1973: korrigiertes Kalzium (mg/dL) = gemessenes Kalzium (mg/dL) − Albumin (g/dL) + 4,0. In SI-Einheiten etwa Kalzium (mmol/L) + 0,025 × (40 − Albumin in g/L). Viele Labore und Websites verwenden stattdessen 0,8 pro g/dL (0,02 pro g/L).
Korrigiertes oder ionisiertes Kalzium?
Ionisiertes Kalzium ist die biologisch aktive Fraktion und bei kritisch Kranken, CKD und Säure-Basen-Störungen vorzuziehen, da die Albuminkorrektur dort häufig falsch klassifiziert.
Ab wann ist eine Hyperkalzämie gefährlich?
Die Society for Endocrinology stuft korrigiertes Kalzium < 3,0 mmol/L (12 mg/dL) als meist asymptomatisch ein, 3,0–3,5 mmol/L als häufig zügig behandlungsbedürftig und > 3,5 mmol/L (14 mg/dL) als dringend zu korrigieren.
Evidenz und Leitlinien
- Primärquelle: Payne RB, Little AJ, Williams RB, Milner JR. Interpretation of serum calcium in patients with abnormal serum proteins. BMJ 1973;4(5893):643-646.
- Walsh J, Gittoes N, Selby P. Society for Endocrinology endocrine emergency guidance: emergency management of acute hypercalcaemia in adult patients. Endocr Connect 2016;5(5):G9-G11 (severity bands 3.0 and 3.5 mmol/L).
- Payne RB, Carver ME, Morgan DB. Interpretation of serum total calcium: effects of adjustment for albumin concentration. J Clin Pathol 1979;32(1):56-60.
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