HOMA-IR (Insulinresistenz)

Homeostasis Model Assessment der Insulinresistenz aus Nüchternglukose und Nüchterninsulin

Quellen zuletzt geprüft: 2026-10-27

HOMA-IR (Insulinresistenz)

Homeostasis Model Assessment der Insulinresistenz aus Nüchternglukose und Nüchterninsulin

Einheit der Glukose
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Es gibt keinen allgemeingültigen Grenzwert: Matthews skalierte das Modell so, dass normalgewichtige junge Erwachsene im Mittel etwa 1 erreichen; publizierte Grenzwerte variieren mit Ethnie, Alter und Insulin-Assay. Nicht verwertbar unter Insulintherapie oder bei stark eingeschränkter Betazellfunktion.

Quelle: Matthews DR, Hosker JP, Rudenski AS, Naylor BA, Treacher DF, Turner RC. Homeostasis model assessment: insulin resistance and β-cell function from fasting plasma glucose and insulin concentrations in man. Diabetologia 1985;28(7):412-419.Öffnen

HOMA-IR (Insulinresistenz): Was ist das?

HOMA-IR ist das Homeostasis Model Assessment der Insulinresistenz, 1985 von Matthews und Kollegen in Oxford veröffentlicht. Es schätzt die Insulinresistenz aus einem einzigen Nüchternwert für Glukose und Insulin; die Konstante 22,5 (bzw. 405 bei Glukose in mg/dl) skaliert das Ergebnis so, dass gesunde, normalgewichtige junge Erwachsene im Mittel etwa 1 erreichen.

Wann einsetzen?

  • Forschung und Epidemiologie zur Insulinresistenz
  • Verlaufsbeobachtung derselben Person mit demselben Insulin-Assay
  • Einordnung bei metabolischem Syndrom, PCOS oder MASLD, wenn ein Nüchterninsulin ohnehin vorliegt

Wann nicht?

  • Patienten unter Insulintherapie oder mit stark eingeschränkter Betazellfunktion (z. B. langjähriger Typ-2- oder Typ-1-Diabetes)
  • Als Diagnosetest für Diabetes — dieser beruht auf Glukose- und HbA1c-Kriterien
  • Nicht nüchtern abgenommene Proben

So wird berechnet

HOMA-IR = Nüchternglukose (mmol/l) × Nüchterninsulin (µU/ml) / 22,5 HOMA-IR = Nüchternglukose (mg/dl) × Nüchterninsulin (µU/ml) / 405

Praxistipps und Grenzen

  • Es gibt keinen allgemeingültigen Grenzwert: Matthews skalierte das Modell so, dass normalgewichtige junge Erwachsene im Mittel etwa 1 erreichen; publizierte Grenzwerte variieren mit Ethnie, Alter und Insulin-Assay. Nicht verwertbar unter Insulintherapie oder bei stark eingeschränkter Betazellfunktion.
  • Es gibt keinen einheitlich validierten Grenzwert; publizierte Schwellen reichen je nach Population und Assay etwa von 1,7 bis 3,0.
  • Insulin-Assays unterscheiden sich zwischen Laboren erheblich, daher sind Werte verschiedener Labore nicht direkt vergleichbar.
  • Das aktualisierte Computermodell HOMA2 liefert andere (nichtlineare) Werte; dieser Rechner verwendet die ursprüngliche lineare Näherung.
  • Insulin pmol/l ÷ 6 ≈ µU/ml (manche Labore verwenden 6,945).

Häufige Fragen

Was ist ein normaler HOMA-Index?

Konstruktionsbedingt etwa 1 bei gesunden, normalgewichtigen jungen Erwachsenen. Werte über etwa 2–3 werden oft als Insulinresistenz bezeichnet, die Schwelle hängt aber von Population und Assay ab.

Wie lautet die HOMA-IR-Formel mit mg/dl?

Nüchternglukose (mg/dl) × Nüchterninsulin (µU/ml) / 405.

Ist HOMA-IR bei Diabetes aussagekräftig?

Nur mit Vorsicht bei frühem, nicht mit Insulin behandeltem Typ-2-Diabetes; unter Insulintherapie ist er nicht verwertbar.

Evidenz und Leitlinien

  1. Primärquelle: Matthews DR, Hosker JP, Rudenski AS, Naylor BA, Treacher DF, Turner RC. Homeostasis model assessment: insulin resistance and β-cell function from fasting plasma glucose and insulin concentrations in man. Diabetologia 1985;28(7):412-419.

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