Boey-Score (perforiertes Ulkus)
Operatives Letalitätsrisiko bei perforiertem peptischem Ulkus
Quellen zuletzt geprüft: 2026-10-13
Boey-Score (perforiertes Ulkus)
Operatives Letalitätsrisiko bei perforiertem peptischem Ulkus
Letalität 0 % in der prospektiven Validierung (n = 259).
Abgeleitet an einer Serie perforierter Duodenalulzera aus Hongkong in den 1980er-Jahren, als definitive Ulkuschirurgie üblich war. Aktuelle Serien zeigen niedrigere Letalität je Klasse; der PULP-Score ist eine Alternative.
Interpretation
| 0 Faktoren | Letalität 0 % in der prospektiven Validierung (n = 259). |
|---|---|
| 1 Faktor | Letalität 10 %. |
| 2 Faktoren | Letalität 45,5 %. |
| 3 Faktoren | Letalität 100 % in der Originalserie. |
Was ist der Boey-Score (perforiertes Ulkus)?
Der Boey-Score sagt die operative Letalität beim perforierten peptischen Ulkus anhand von drei Faktoren vorher: schwere Begleiterkrankung, präoperativer Schock und Perforation seit mehr als 24 Stunden. Boey und Mitarbeiter validierten ihn 1987 prospektiv an 259 Patienten mit perforiertem Duodenalulkus in Hongkong. Die Letalität betrug 0 %, 10 %, 45,5 % und 100 % bei keinem, einem, zwei oder drei Faktoren.
Wann wird er eingesetzt?
- Präoperative Risikoeinschätzung beim perforierten Magen- oder Duodenalulkus
- Prognosegespräch mit Patienten und Angehörigen
- Auswahl von Patienten für konservative oder minimal-invasive Strategien in Studien
Wann nicht?
- Andere Perforationsursachen (Kolon, Dünndarm) — dafür Peritonitis-Scores verwenden
- Als alleiniger Grund, auf eine Operation zu verzichten
So wird berechnet
| Kriterium | Punkte |
|---|---|
| Schwere Begleiterkrankung (z. B. relevante kardiopulmonale, renale, hepatische Erkrankung, Diabetes, Malignom) | +1 |
| Präoperativer Schock (systolischer RR < 100 mmHg) | +1 |
| Perforation seit mehr als 24 Stunden | +1 |
Praxistipps und Grenzen
- Abgeleitet an einer Serie perforierter Duodenalulzera aus Hongkong in den 1980er-Jahren, als definitive Ulkuschirurgie üblich war. Aktuelle Serien zeigen niedrigere Letalität je Klasse; der PULP-Score ist eine Alternative.
- Schock ist als systolischer Blutdruck unter 100 mmHg vor der Operation definiert.
- Der Perforationszeitpunkt ist oft unsicher; als Beginn gilt der plötzliche heftige Schmerz.
- In aktuellen Serien ist die absolute Letalität je Klasse niedriger; der relative Gradient bleibt nützlich.
Häufige Fragen
Welche drei Risikofaktoren hat der Boey-Score?
Schwere Begleiterkrankung, präoperativer Schock (systolischer RR < 100 mmHg) und Perforation seit mehr als 24 Stunden.
Wie hoch ist die Letalität bei Boey-Score 2?
45,5 % in der Originalserie von 1987.
Ist Boey besser als PULP?
Beide trennen brauchbar; PULP umfasst mehr Variablen. Boey ist am Krankenbett schneller anzuwenden.
Evidenz und Leitlinien
- Primärquelle: Boey J, Choi SK, Poon A, Alagaratnam TT. Risk stratification in perforated duodenal ulcers. A prospective validation of predictive factors. Ann Surg 1987;205(1):22-26 (mortality 0 %, 10 %, 45.5 %, 100 % from the abstract).
- Tarasconi A et al. Perforated and bleeding peptic ulcer: WSES guidelines. World J Emerg Surg 2020;15:3.
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