4AT (Delir-Screening)

Schnelles Screening auf Delir und kognitive Beeinträchtigung bei Erwachsenen in der Akutversorgung

Quellen zuletzt geprüft: 2026-10-13

4AT (Delir-Screening)

Schnelles Screening auf Delir und kognitive Beeinträchtigung bei Erwachsenen in der Akutversorgung

1. Wachheit
2. AMT4: Alter, Geburtsdatum, Ort, aktuelles Jahr
3. Aufmerksamkeit: Monate rückwärts aufzählen
4. Akute Veränderung oder fluktuierender Verlauf
Alle Felder ausfüllen, um das Ergebnis zu sehen.

4AT © 2011–2014 Alasdair MacLullich, Tracy Ryan und Helen Cash, CC BY 4.0; die Itemtexte sind hier gekürzt, die deutschen Bezeichnungen sind eine Medelix-Übersetzung, keine offizielle 4AT-Übersetzung — Originalversion unter the4at.com. Ein Screening, keine Diagnose. Auf der Intensivstation werden stattdessen CAM-ICU oder ICDSC empfohlen.

Quelle: 4AT version 1.2 © 2011–2014 Alasdair MacLullich, Tracy Ryan and Helen Cash, licensed under CC BY 4.0. Validation: Bellelli G et al. Validation of the 4AT, a new instrument for rapid delirium screening: a study in 234 hospitalised older people. Age Ageing 2014;43(4):496-502.Öffnen

Interpretation

0 — Delir oder schwere kognitive Beeinträchtigung unwahrscheinlichEin Delir bleibt möglich, wenn die Angaben zu Item 4 unvollständig sind.
1–3 — mögliche kognitive BeeinträchtigungEin Delir ist weniger wahrscheinlich; das Ergebnis weist auf eine mögliche kognitive Beeinträchtigung hin.
≥ 4 — mögliches Delir ± kognitive BeeinträchtigungKeine Diagnose: positives Screening auf ein mögliches Delir; Diagnose und Ursachen werden klinisch geklärt.

Was ist der 4AT (Delir-Screening)?

Der 4AT ist ein Screening-Test auf Delir und kognitive Beeinträchtigung mit vier Items, der weniger als zwei Minuten dauert und keine spezielle Schulung erfordert. Er wurde von Alasdair MacLullich und Kollegen in Edinburgh entwickelt (Version 1.2, 2014) und an älteren Krankenhauspatienten validiert (Bellelli, Age Ageing 2014). Er ist unter CC-BY-4.0-Lizenz frei nutzbar und wird von SIGN 157 und der AWMF-S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter 2025 empfohlen.

Wann wird er eingesetzt?

  • Ältere Patienten bei Aufnahme in der Notaufnahme oder auf internistischen und chirurgischen Stationen.
  • Patienten mit V. a. akute Verwirrtheit, auch wenn sie schläfrig oder agitiert sind.
  • Wiederholtes Screening nach Operationen oder bei Zustandsänderung.

Wann nicht?

  • Intensivpatienten — dort werden CAM-ICU oder ICDSC empfohlen.
  • Kinder und Jugendliche — nicht validiert.
  • Als Ersatz für eine vollständige Diagnostik nach DSM/ICD-Kriterien.

So wird berechnet

KriteriumPunkte
1. Wachheit
Normal (voll wach, nicht agitiert) oder leichte Schläfrigkeit < 10 s nach dem Erwachen0
Deutlich auffällig (stark schläfrig oder agitiert/hyperaktiv)4
2. AMT4: Alter, Geburtsdatum, Ort, aktuelles Jahr
Keine Fehler0
1 Fehler1
2 oder mehr Fehler oder nicht testbar2
3. Aufmerksamkeit: Monate rückwärts aufzählen
7 oder mehr Monate korrekt0
Beginnt, aber < 7 Monate korrekt, oder verweigert1
Nicht testbar (kann nicht beginnen: krank, schläfrig, unaufmerksam)2
4. Akute Veränderung oder fluktuierender Verlauf
Nein0
Ja4

Praxistipps und Grenzen

  • 4AT © 2011–2014 Alasdair MacLullich, Tracy Ryan und Helen Cash, CC BY 4.0; die Itemtexte sind hier gekürzt, die deutschen Bezeichnungen sind eine Medelix-Übersetzung, keine offizielle 4AT-Übersetzung — Originalversion unter the4at.com. Ein Screening, keine Diagnose. Auf der Intensivstation werden stattdessen CAM-ICU oder ICDSC empfohlen.
  • Nicht testbare Patienten erhalten bei Item 2 und 3 'nicht testbar' — sehr schläfrige Patienten werden so trotzdem positiv gescreent.
  • Für Item 4 braucht es eine Fremdanamnese — von Angehörigen, Pflegenden, aus der Akte oder vom Team.
  • In einer Metaanalyse von 2021 lagen gepoolte Sensitivität und Spezifität bei je etwa 88 %.
  • 1–3 Punkte sprechen eher für eine kognitive Beeinträchtigung als für ein Delir, schließen es aber nicht aus.

Häufige Fragen

Ist der 4AT kostenlos nutzbar?

Ja. Er steht unter CC BY 4.0; Erlaubnis, Gebühr oder Registrierung sind nicht nötig, sofern Autoren und Lizenz genannt werden.

Ab welchem 4AT-Wert besteht Delirverdacht?

Ab 4 Punkten besteht der Verdacht auf ein Delir mit oder ohne kognitive Beeinträchtigung; es handelt sich um ein Screening-Ergebnis, keine Diagnose.

Wofür stehen die vier 'A'?

Alertness (Wachheit), AMT4 (Orientierungsfragen), Attention (Monate rückwärts) und Acute change (akute Veränderung oder fluktuierender Verlauf).

Kann der 4AT bei Demenz eingesetzt werden?

Ja, er wurde bei älteren Krankenhauspatienten einschließlich Menschen mit Demenz validiert; ein positives Ergebnis unterscheidet aber allein nicht zwischen Delir und Demenz, da sich beide überlagern.

Evidenz und Leitlinien

  1. Primärquelle: 4AT version 1.2 © 2011–2014 Alasdair MacLullich, Tracy Ryan and Helen Cash, licensed under CC BY 4.0. Validation: Bellelli G et al. Validation of the 4AT, a new instrument for rapid delirium screening: a study in 234 hospitalised older people. Age Ageing 2014;43(4):496-502.
  2. Bellelli G et al. Age Ageing 2014;43(4):496-502.
  3. Tieges Z et al. Diagnostic accuracy of the 4AT for delirium detection in older adults: systematic review and meta-analysis. Age Ageing 2021;50(3):733-743.
  4. SIGN 157. Risk reduction and management of delirium, 2019 — '4AT should be used … in emergency department and acute hospital settings'.
  5. S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter (AWMF-Register 109-001), 2025 — Empfehlungen 2.7–2.9.
  6. Creative Commons Attribution 4.0 International licence.

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