Voriconazol: Fachinformation – Dosierung, Gegenanzeigen, Wechselwirkungen, Nebenwirkungen

Für Fachkreise

4.1 Anwendungsgebiete

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten · VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung · VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

VFEND ist ein Breitspektrum-Triazol-Antimykotikum für folgende Anwendungsgebiete bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren:

Behandlung der invasiven Aspergillose

Behandlung der Candidämie bei nicht neutropenischen Patienten

Behandlung von Fluconazol-resistenten, schweren invasiven Candida-Infektionen (einschließlich durch C. krusei)

Behandlung schwerer Pilzinfektionen, hervorgerufen durch Scedosporium spp. und Fusarium spp.

VFEND sollte in erster Linie bei Patienten mit progressiven, möglicherweise lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden.

Prophylaxe invasiver Pilzinfektionen bei Hochrisikopatienten mit allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT)

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten

Dosierung
Vor und während einer Behandlung mit Voriconazol müssen Störungen des Elektrolythaushalts, wie z. B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypokalzämie, kontrolliert und ggf. ausgeglichen werden (siehe Abschnitt 4.4).

VFEND ist auch als 200-mg-Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung und 40-mg/ml-Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen erhältlich.

Behandlung
Erwachsene

Die Behandlung muss intravenös oder oral mit der unten angegebenen Anfangsdosis von VFEND begonnen werden, damit am 1. Behandlungstag Plasmaspiegel wie im Steady State erreicht werden.

Aufgrund der hohen oralen Bioverfügbarkeit (96 %, siehe Abschnitt 5.2) ist ein Wechsel zwischen intravenöser und oraler Darreichungsform angebracht, sofern dies klinisch indiziert ist.

Die folgende Tabelle enthält detaillierte Angaben zu den Dosierungsempfehlungen:

Intravenös
Oral

Patienten ab 40 kg

KG*

Patienten unter 40 kg

KG*

Anfangsdosis

(innerhalb der ersten

24 Stunden)

6 mg/kg KG alle

12 Stunden

400 mg alle

12 Stunden

200 mg alle 12 Stunden

Erhaltungsdosis

(nach den ersten

24 Stunden)

4 mg/kg KG zweimal täglich

200 mg zweimal täglich

100 mg zweimal täglich

* Dies gilt auch für Patienten im Alter von 15 Jahren und darüber.

Dauer der Behandlung
Abhängig vom klinischen und mykologischen Ansprechen des Patienten sollte die

Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein. Die langfristige Exposition gegenüber Voriconazol, die 180 Tage (6 Monate) überschreitet, erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko- Bewertung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Dosisanpassung (Erwachsene)
Bei unzureichendem Ansprechen des Patienten auf die Therapie kann die Erhaltungsdosis bei oraler Anwendung auf 300 mg zweimal täglich erhöht werden. Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg kann die orale Dosis auf 150 mg zweimal täglich erhöht werden.

Sollte der Patient die Behandlung mit einer höheren Dosis nicht vertragen, muss die orale Erhaltungsdosis in 50-mg-Schritten auf 200 mg zweimal täglich (bzw. 100 mg zweimal täglich bei Patienten unter 40 kg Körpergewicht) verringert werden.

Anwendung zur Prophylaxe: siehe unten.

Kinder (2 bis < 12 Jahre) und junge Jugendliche mit niedrigem Körpergewicht (12 bis 14 Jahre und < 50 kg) Voriconazol sollte wie bei Kindern dosiert werden, da diese jungen Jugendlichen Voriconazol eher wie Kinder als wie Erwachsene metabolisieren dürften.

Die empfohlene Dosierung beträgt:

Intravenös
Oral

Anfangsdosis

(innerhalb der ersten

24 Stunden)

9 mg/kg KG alle 12 Stunden nicht empfohlen

Erhaltungsdosis

(nach den ersten 24 Stunden)

8 mg/kg KG zweimal täglich

9 mg/kg KG zweimal täglich

(Maximaldosis: 350 mg zweimal täglich)

Hinweis: Aufgrund einer pharmakokinetischen Populationsanalyse von 112 immungeschwächten pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren und 26 immungeschwächten Jugendlichen im Alter von 12 bis < 17 Jahren

Es wird empfohlen, die Therapie mit intravenöser Gabe zu beginnen. Eine orale Anschlusstherapie sollte nur dann erwogen werden, wenn eine deutliche klinische Verbesserung eingetreten ist. Es ist zu berücksichtigen, dass eine intravenöse Dosis von 8 mg/kg eine ca. 2-fach höhere Voriconazol- Exposition ergibt als eine orale Dosis von 9 mg/kg.

Die Empfehlungen zur oralen Dosierung in der Pädiatrie ergeben sich aus Studien, in denen Voriconazol als Suspension zum Einnehmen angewendet wurde. Die Bioäquivalenz zwischen der Suspension zum Einnehmen und den Filmtabletten wurde bei Kindern nicht untersucht. Bedenkt man die angenommene limitierte gastrointestinale Transitzeit bei pädiatrischen Patienten, kann die Resorption der Tabletten bei ihnen anders als bei Erwachsenen sein. Für Kinder im Alter von 2 bis < 12 Jahren wird daher die Suspension zum Einnehmen empfohlen.

Alle anderen Jugendlichen (12 bis 14 Jahre und ≥ 50 kg; 15 bis 17 Jahre unabhängig vom Körpergewicht) Voriconazol sollte wie bei Erwachsenen dosiert werden.

Dosisanpassung (Kinder [2 bis < 12 Jahre] und junge Jugendliche mit niedrigem Körpergewicht [12 bis 14 Jahre und < 50 kg]) Bei ungenügendem Ansprechen des Patienten auf die Therapie kann die Dosis in Schritten von 1 mg/kg erhöht werden (oder in 50-mg-Schritten, wenn initial die orale Maximaldosis von 350 mg gegeben wurde). Sollte der Patient die Therapie nicht vertragen, kann die Dosis in Schritten von 1 mg/kg reduziert werden (oder in 50-mg-Schritten, wenn initial die orale Maximaldosis von 350 mg gegeben wurde).

Die Anwendung bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren mit Leber- oder Niereninsuffizienz wurde nicht untersucht (siehe Abschnitte 4.8 und 5.2).

Prophylaxe bei Erwachsenen und Kindern
Die Prophylaxe sollte am Tag der Transplantation eingeleitet und kann für bis zu 100 Tage verabreicht werden. Die Prophylaxe sollte in Abhängigkeit vom Risiko der Entwicklung einer invasiven Pilzinfektion (IFI), definiert durch Neutropenie oder Immunsuppression, so kurz wie möglich sein.

Nur bei fortgesetzter Immunsuppression oder Graft-versus-Host-Disease (GvHD) darf sie für bis zu 180 Tage nach der Transplantation durchgeführt werden (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierung
Das empfohlene Dosierungsschema für die Prophylaxe entspricht demjenigen für die Behandlung der jeweiligen Altersgruppen. Hierzu die oben stehenden Behandlungstabellen beachten.

Dauer der Prophylaxe
Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Anwendung von Voriconazol über mehr als 180 Tage ist nicht ausreichend im Rahmen klinischer Studien untersucht worden.

Die Anwendung von Voriconazol zu Zwecken der Prophylaxe über mehr als 180 Tage
(6 Monate) erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Die folgenden Hinweise gelten sowohl für die Behandlung als auch für die Prophylaxe

Dosisanpassung
Bei Anwendung zu Zwecken der Prophylaxe werden Dosisanpassungen bei Wirkungsverlust oder behandlungsbedingten Nebenwirkungen nicht empfohlen. Bei behandlungsbedingten Nebenwirkungen sollte das Absetzen von Voriconazol und die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe erwogen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8)

Dosisanpassung bei Gabe von Begleitmedikation
Phenytoin kann gleichzeitig mit Voriconazol angewendet werden, wenn die Erhaltungsdosis von Voriconazol von 200 mg auf 400 mg oral zweimal täglich erhöht wird (100 mg auf 200 mg oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg), siehe Abschnitte 4.4 und 4.5.

Die Kombination von Voriconazol mit Rifabutin sollte möglichst vermieden werden. Wenn die Kombination jedoch eindeutig indiziert ist, kann die Erhaltungsdosis von Voriconazol von 200 mg auf 350 mg oral zweimal täglich erhöht werden (100 mg auf 200 mg oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg), siehe Abschnitte 4.4 und 4.5.

Efavirenz kann gleichzeitig mit Voriconazol angewendet werden, wenn die Erhaltungsdosis von Voriconazol auf 400 mg alle 12 Stunden erhöht und die Dosis von Efavirenz um 50 %, d. h. auf 300 mg einmal täglich, verringert wird. Wenn die Therapie mit Voriconazol beendet wird, muss wieder die ursprüngliche Dosis von Efavirenz gegeben werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Ältere Patienten
Eine Dosisanpassung bei älteren Patienten ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Pharmakokinetik von oral angewendetem Voriconazol wird durch eine eingeschränkte Nierenfunktion nicht beeinflusst. Daher ist bei Patienten mit einer leichten bis schweren Einschränkung der Nierenfunktion keine Anpassung der oralen Dosierung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Voriconazol wird mit einer Clearance von 121 ml/min hämodialysiert. In einer 4-stündigen Hämodialyse wird Voriconazol nicht ausreichend eliminiert, um eine Dosisanpassung zu rechtfertigen.

Eingeschränkte Leberfunktion
Es wird empfohlen, bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberzirrhose (Child-Pugh A und B) die angegebene Anfangsdosis von Voriconazol zu verwenden, die Erhaltungsdosis jedoch zu halbieren (siehe Abschnitt 5.2).

Voriconazol wurde bei Patienten mit schwerer chronischer Leberzirrhose (Child-Pugh C) nicht untersucht.

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Sicherheit von VFEND bei Patienten mit erhöhten Leberfunktionswerten (Aspartat-Aminotransferase [AST], Alanin-Aminotransferase [ALT], alkalische Phosphatase [ALP] oder Gesamtbilirubin > 5-Faches des oberen Normwerts) vor.

Voriconazol wurde mit einer Erhöhung von Leberwerten und klinischen Zeichen von Leberschäden, wie beispielsweise Gelbsucht, in Verbindung gebracht und darf bei Patienten mit schweren Leberschäden nur verwendet werden, wenn der Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt. Patienten mit schweren Leberschäden müssen hinsichtlich arzneimittelbedingter Toxizitäten sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).

Kinder und Jugendliche
Die Unbedenklichkeit und die Wirksamkeit von VFEND bei Kindern unter 2 Jahren wurden nicht untersucht. Die derzeit vorliegenden Daten werden in den Abschnitten 4.8 und 5.1 beschrieben, es können jedoch keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Art der Anwendung
VFEND Filmtabletten sollen im Abstand von mindestens 1 Stunde vor oder 1 Stunde nach einer Mahlzeit eingenommen werden.

Gilt für: VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Dosierung
Vor und während einer Behandlung mit Voriconazol müssen Störungen des Elektrolythaushalts, wie z. B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypokalzämie, kontrolliert und ggf. ausgeglichen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Die empfohlene maximale Infusionsgeschwindigkeit von VFEND beträgt 3 mg/kg Körpergewicht pro Stunde für die Dauer von 1 bis 3 Stunden

VFEND ist auch als 50-mg- und 200-mg-Filmtabletten und 40-mg/ml-Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen erhältlich.

Behandlung
Erwachsene

Die Behandlung muss intravenös oder oral mit der unten angegebenen Anfangsdosis von VFEND begonnen werden, damit am 1. Behandlungstag Plasmaspiegel wie im Steady State erreicht werden.

Aufgrund der hohen oralen Bioverfügbarkeit (96 %, siehe Abschnitt 5.2) ist ein Wechsel zwischen intravenöser und oraler Darreichungsform angebracht, sofern dies klinisch indiziert ist.

Die folgende Tabelle enthält detaillierte Angaben zu den Dosierungsempfehlungen:

Intravenös
Oral

Patienten ab 40 kg

KG*

Patienten unter 40 kg

KG*

Anfangsdosis

(innerhalb der ersten

24 Stunden)

6 mg/kg KG alle

12 Stunden

400 mg alle

12 Stunden

200 mg alle 12 Stunden

Erhaltungsdosis

(nach den ersten

24 Stunden)

4 mg/kg KG zweimal täglich

200 mg zweimal täglich

100 mg zweimal täglich

* Dies gilt auch für Patienten im Alter von 15 Jahren und darüber.

Dauer der Behandlung
Abhängig vom klinischen und mykologischen Ansprechen des Patienten sollte die

Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein. Die langfristige Exposition gegenüber Voriconazol, die 180 Tage (6 Monate) überschreitet, erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko- Bewertung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Dosisanpassung (Erwachsene)
Sollte der Patient eine intravenöse Behandlung mit 4 mg/kg KG zweimal täglich nicht vertragen, muss die Dosis auf 3 mg/kg KG zweimal täglich verringert werden.

Bei unzureichendem Ansprechen des Patienten auf die Therapie kann die Erhaltungsdosis bei oraler Anwendung auf 300 mg zweimal täglich erhöht werden. Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg kann die orale Dosis auf 150 mg zweimal täglich erhöht werden.

Sollte der Patient die Behandlung mit einer höheren Dosis nicht vertragen, muss die orale Erhaltungsdosis in 50-mg-Schritten auf 200 mg zweimal täglich (bzw. 100 mg zweimal täglich bei Patienten unter 40 kg Körpergewicht) verringert werden.

Anwendung zur Prophylaxe: siehe unten.

Kinder (2 bis < 12 Jahre) und junge Jugendliche mit niedrigem Körpergewicht (12 bis 14 Jahre und < 50 kg) Voriconazol sollte wie bei Kindern dosiert werden, da diese jungen Jugendlichen Voriconazol eher wie Kinder als wie Erwachsene metabolisieren dürften.

Die empfohlene Dosierung beträgt:

Intravenös
Oral

Anfangsdosis

(innerhalb der ersten

24 Stunden)

9 mg/kg KG alle 12 Stunden nicht empfohlen

Erhaltungsdosis

(nach den ersten 24 Stunden)

8 mg/kg KG zweimal täglich

9 mg/kg KG zweimal täglich

(Maximaldosis: 350 mg zweimal täglich)

Hinweis: Aufgrund einer pharmakokinetischen Populationsanalyse von 112 immungeschwächten pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren und 26 immungeschwächten Jugendlichen im Alter von 12 bis < 17 Jahren

Es wird empfohlen, die Therapie mit intravenöser Gabe zu beginnen. Eine orale Anschlusstherapie sollte nur dann erwogen werden, wenn eine deutliche klinische Verbesserung eingetreten ist. Es ist zu berücksichtigen, dass eine intravenöse Dosis von 8 mg/kg eine ca. 2-fach höhere Voriconazol- Exposition ergibt als eine orale Dosis von 9 mg/kg.

Alle anderen Jugendlichen (12 bis 14 Jahre und ≥ 50 kg; 15 bis 17 Jahre unabhängig vom Körpergewicht) Voriconazol sollte wie bei Erwachsenen dosiert werden.

Dosisanpassung (Kinder [2 bis < 12 Jahre] und junge Jugendliche mit niedrigem Körpergewicht [12 bis 14 Jahre und < 50 kg]) Bei ungenügendem Ansprechen des Patienten auf die Therapie kann die Dosis in Schritten von 1 mg/kg erhöht werden. Sollte der Patient die Therapie nicht vertragen, kann die i.v.-Dosis in Schritten von 1 mg/kg reduziert werden.

Die Anwendung bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren mit Leber- oder Niereninsuffizienz wurde nicht untersucht (siehe Abschnitte 4.8 und 5.2).

Prophylaxe bei Erwachsenen und Kindern
Die Prophylaxe sollte am Tag der Transplantation eingeleitet und kann für bis zu 100 Tage verabreicht werden. Die Prophylaxe sollte in Abhängigkeit vom Risiko der Entwicklung einer invasiven Pilzinfektion (IFI), definiert durch Neutropenie oder Immunsuppression, so kurz wie möglich sein.

Nur bei fortgesetzter Immunsuppression oder Graft-versus-Host-Disease (GvHD) darf sie für bis zu 180 Tage nach der Transplantation durchgeführt werden (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierung
Das empfohlene Dosierungsschema für die Prophylaxe entspricht demjenigen für die Behandlung der jeweiligen Altersgruppen. Hierzu die oben stehenden Behandlungstabellen beachten.

Dauer der Prophylaxe
Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Anwendung von Voriconazol über mehr als 180 Tage ist nicht ausreichend im Rahmen klinischer Studien untersucht worden.

Die Anwendung von Voriconazol zu Zwecken der Prophylaxe über mehr als 180 Tage
(6 Monate) erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Die folgenden Hinweise gelten sowohl für die Behandlung als auch für die Prophylaxe

Dosisanpassung
Bei Anwendung zu Zwecken der Prophylaxe werden Dosisanpassungen bei Wirkungsverlust oder behandlungsbedingten Nebenwirkungen nicht empfohlen. Bei behandlungsbedingten Nebenwirkungen sollte das Absetzen von Voriconazol und die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe erwogen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8)

Dosisanpassung bei Gabe von Begleitmedikation
Rifabutin oder Phenytoin können gleichzeitig mit Voriconazol angewendet werden, wenn die Erhaltungsdosis von Voriconazol auf 5 mg/kg KG intravenös zweimal täglich erhöht wird (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Efavirenz kann gleichzeitig mit Voriconazol angewendet werden, wenn die Erhaltungsdosis von Voriconazol auf 400 mg alle 12 Stunden erhöht und die Dosis von Efavirenz um 50 %, d. h. auf 300 mg einmal täglich, verringert wird. Wenn die Therapie mit Voriconazol beendet wird, muss wieder die ursprüngliche Dosis von Efavirenz gegeben werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Ältere Patienten
Eine Dosisanpassung bei älteren Patienten ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion
Bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <50 ml/min) kommt es zu einer Kumulation des intravenösen Vehikels SBECD. Diese Patienten sollten vorzugsweise mit oralem Voriconazol behandelt werden, es sei denn, dass die Nutzen-Risiko- Bewertung bei einem derartigen Patienten die intravenöse Gabe von Voriconazol begründet. Die Serumkreatininwerte sollten bei diesen Patienten engmaschig überwacht werden und im Falle eines Anstiegs sollte der Wechsel zur oralen Voriconazol-Therapie in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 5.2).

Voriconazol wird mit einer Clearance von 121 ml/min hämodialysiert. In einer 4-stündigen Hämodialyse wird Voriconazol nicht ausreichend eliminiert, um eine Dosisanpassung zu rechtfertigen.

Das intravenöse Vehikel SBECD wird mit einer Clearance von 55 ml / min hämodialysiert.

Eingeschränkte Leberfunktion
Es wird empfohlen, bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberzirrhose (Child-Pugh A und B) die angegebene Anfangsdosis von Voriconazol zu verwenden, die Erhaltungsdosis jedoch zu halbieren (siehe Abschnitt 5.2).

Voriconazol wurde bei Patienten mit schwerer chronischer Leberzirrhose (Child-Pugh C) nicht untersucht.

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Sicherheit von VFEND bei Patienten mit erhöhten Leberfunktionswerten (Aspartat-Aminotransferase [AST], Alanin-Aminotransferase [ALT], alkalische Phosphatase [ALP] oder Gesamtbilirubin > 5-Faches des oberen Normwerts) vor.

Voriconazol wurde mit einer Erhöhung von Leberwerten und klinischen Zeichen von Leberschäden, wie beispielsweise Gelbsucht, in Verbindung gebracht und darf bei Patienten mit schweren Leberschäden nur verwendet werden, wenn der Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt. Patienten mit schweren Leberschäden müssen hinsichtlich arzneimittelbedingter Toxizitäten sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).

Kinder und Jugendliche
Die Unbedenklichkeit und die Wirksamkeit von VFEND bei Kindern unter 2 Jahren wurden nicht untersucht. Die derzeit vorliegenden Daten werden in den Abschnitten 4.8 und 5.1 beschrieben, es können jedoch keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Art der Anwendung
VFEND muss zuerst aufgelöst und dann verdünnt werden (siehe Abschnitt 6.6), bevor es als intravenöse Infusion angewendet wird. Nicht als Bolus injizieren.

Gilt für: VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Dosierung
Vor und während einer Behandlung mit Voriconazol müssen Störungen des Elektrolythaushalts, wie z. B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypokalzämie, kontrolliert und ggf. ausgeglichen werden (siehe Abschnitt 4.4).

VFEND ist auch als 50-mg- und 200-mg-Filmtabletten und 200-mg-Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung erhältlich.

Behandlung
Erwachsene

Die Behandlung muss intravenös oder oral mit der unten angegebenen Anfangsdosis von VFEND begonnen werden, damit am 1. Behandlungstag Plasmaspiegel wie im Steady State erreicht werden.

Aufgrund der hohen oralen Bioverfügbarkeit (96 %, siehe Abschnitt 5.2) ist ein Wechsel zwischen intravenöser und oraler Darreichungsform angebracht, sofern dies klinisch indiziert ist.

Die folgende Tabelle enthält detaillierte Angaben zu den Dosierungsempfehlungen:

Intravenös
Suspension zum Einnehmen

Patienten ab 40 kg

KG*

Patienten unter 40 kg

KG*

Anfangsdosis

(innerhalb der ersten

24 Stunden)

6 mg/kg KG alle

12 Stunden

10 ml (400 mg) alle

12 Stunden

5 ml (200 mg) alle

12 Stunden

Erhaltungsdosis

(nach den ersten

24 Stunden)

4 mg/kg KG zweimal täglich

5 ml (200 mg) zweimal täglich

2,5 ml (100 mg) zweimal täglich

* Dies gilt auch für Patienten im Alter von 15 Jahren und darüber.

Dauer der Behandlung
Abhängig vom klinischen und mykologischen Ansprechen des Patienten sollte die

Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein. Die langfristige Exposition gegenüber Voriconazol, die 180 Tage (6 Monate) überschreitet, erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko- Bewertung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Dosisanpassung (Erwachsene)
Bei unzureichendem Ansprechen des Patienten auf die Therapie kann die Erhaltungsdosis bei oraler Anwendung auf 7,5 ml (300 mg) zweimal täglich erhöht werden. Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg kann die orale Dosis auf 3,75 ml (150 mg) zweimal täglich erhöht werden.

Sollte der Patient die Behandlung mit einer höheren Dosis nicht vertragen, muss die orale Erhaltungsdosis in Schritten von 1,25 ml (50 mg) auf 5 ml (200 mg) zweimal täglich (bzw. 2,5 ml [100 mg] zweimal täglich bei Patienten unter 40 kg Körpergewicht) verringert werden.

Anwendung zur Prophylaxe: siehe unten.

Kinder (2 bis < 12 Jahre) und junge Jugendliche mit niedrigem Körpergewicht (12 bis 14 Jahre und < 50 kg) Voriconazol sollte wie bei Kindern dosiert werden, da diese jungen Jugendlichen Voriconazol eher wie Kinder als wie Erwachsene metabolisieren dürften.

Die empfohlene Dosierung beträgt:

Intravenös
Suspension zum Einnehmen

Anfangsdosis

(innerhalb der ersten

24 Stunden)

9 mg/kg KG alle 12 Stunden nicht empfohlen

Erhaltungsdosis

(nach den ersten 24 Stunden)

8 mg/kg KG zweimal täglich

0,225 ml/kg (9 mg/kg) KG zweimal täglich (Maximaldosis:

8,75 ml [350 mg] zweimal täglich)

Hinweis: Aufgrund einer pharmakokinetischen Populationsanalyse von 112 immungeschwächten pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren und 26 immungeschwächten Jugendlichen im Alter von 12 bis < 17 Jahren

Es wird empfohlen, die Therapie mit intravenöser Gabe zu beginnen. Eine orale Anschlusstherapie sollte nur dann erwogen werden, wenn eine deutliche klinische Verbesserung eingetreten ist. Es ist zu berücksichtigen, dass eine intravenöse Dosis von 8 mg/kg eine ca. 2-fach höhere Voriconazol- Exposition ergibt als eine orale Dosis von 9 mg/kg.

Die Empfehlungen zur oralen Dosierung in der Pädiatrie ergeben sich aus Studien, in denen Voriconazol als Suspension zum Einnehmen angewendet wurde. Die Bioäquivalenz zwischen der Suspension zum Einnehmen und den Filmtabletten wurde bei Kindern nicht untersucht. Bedenkt man die angenommene limitierte gastrointestinale Transitzeit bei pädiatrischen Patienten, kann die Resorption der Tabletten bei ihnen anders als bei Erwachsenen sein. Für Kinder im Alter von 2 bis < 12 Jahren wird daher die Suspension zum Einnehmen empfohlen.

Alle anderen Jugendlichen (12 bis 14 Jahre und ≥ 50 kg; 15 bis 17 Jahre unabhängig vom Körpergewicht) Voriconazol sollte wie bei Erwachsenen dosiert werden.

Dosisanpassung (Kinder [2 bis < 12 Jahre] und junge Jugendliche mit niedrigem Körpergewicht [12 bis 14 Jahre und < 50 kg]) Bei ungenügendem Ansprechen des Patienten auf die Therapie kann die Dosis in Schritten von 0,025 ml/kg (1 mg/kg) erhöht werden (oder in Schritten von 1,25 ml [50 mg], wenn initial die orale Maximaldosis von 8,75 ml [350 mg] gegeben wurde). Sollte der Patient die Therapie nicht vertragen, kann die Dosis in Schritten von 0,025 ml/kg (1 mg/kg) reduziert werden (oder in Schritten von 1,25 ml [50 mg], wenn initial die orale Maximaldosis von 8,75 ml [350 mg] gegeben wurde).

Die Anwendung bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren mit Leber- oder Niereninsuffizienz wurde nicht untersucht (siehe Abschnitte 4.8 und 5.2).

Prophylaxe bei Erwachsenen und Kindern
Die Prophylaxe sollte am Tag der Transplantation eingeleitet und kann für bis zu 100 Tage verabreicht werden. Die Prophylaxe sollte in Abhängigkeit vom Risiko der Entwicklung einer invasiven Pilzinfektion (IFI), definiert durch Neutropenie oder Immunsuppression, so kurz wie möglich sein.

Nur bei fortgesetzter Immunsuppression oder Graft-versus-Host-Disease (GvHD) darf sie für bis zu 180 Tage nach der Transplantation durchgeführt werden (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierung
Das empfohlene Dosierungsschema für die Prophylaxe entspricht demjenigen für die Behandlung der jeweiligen Altersgruppen. Hierzu die oben stehenden Behandlungstabellen beachten.

Dauer der Prophylaxe
Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Anwendung von Voriconazol über mehr als 180 Tage ist nicht ausreichend im Rahmen klinischer Studien untersucht worden.

Die Anwendung von Voriconazol zu Zwecken der Prophylaxe über mehr als 180 Tage
(6 Monate) erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Die folgenden Hinweise gelten sowohl für die Behandlung als auch für die Prophylaxe

Dosisanpassung
Bei Anwendung zu Zwecken der Prophylaxe werden Dosisanpassungen bei Wirkungsverlust oder behandlungsbedingten Nebenwirkungen nicht empfohlen. Bei behandlungsbedingten Nebenwirkungen sollte das Absetzen von Voriconazol und die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe erwogen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8)

Dosisanpassung bei Gabe von Begleitmedikation
Phenytoin kann gleichzeitig mit Voriconazol angewendet werden, wenn die Erhaltungsdosis von Voriconazol von 5 ml (200 mg) auf 10 ml (400 mg) oral zweimal täglich erhöht wird (2,5 ml [100 mg]

auf 5 ml [200 mg] oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg), siehe Abschnitte 4.4 und 4.5.

Die Kombination von Voriconazol mit Rifabutin sollte möglichst vermieden werden. Wenn die Kombination jedoch eindeutig indiziert ist, kann die Erhaltungsdosis von Voriconazol von 5 ml (200 mg) auf 8,75 ml (350 mg) oral zweimal täglich erhöht werden (2,5 ml [100 mg] auf 5 ml [200 mg] oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg), siehe Abschnitte 4.4 und 4.5.

Efavirenz kann gleichzeitig mit Voriconazol angewendet werden, wenn die Erhaltungsdosis von Voriconazol auf 10 ml (400 mg) alle 12 Stunden erhöht und die Dosis von Efavirenz um 50 %, d. h.
auf 300 mg einmal täglich, verringert wird. Wenn die Therapie mit Voriconazol beendet wird, muss wieder die ursprüngliche Dosis von Efavirenz gegeben werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Ältere Patienten
Eine Dosisanpassung bei älteren Patienten ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Pharmakokinetik von oral angewendetem Voriconazol wird durch eine eingeschränkte Nierenfunktion nicht beeinflusst. Daher ist bei Patienten mit einer leichten bis schweren Einschränkung der Nierenfunktion keine Anpassung der oralen Dosierung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Voriconazol wird mit einer Clearance von 121 ml/min hämodialysiert. In einer 4-stündigen Hämodialyse wird Voriconazol nicht ausreichend eliminiert, um eine Dosisanpassung zu rechtfertigen.

Eingeschränkte Leberfunktion
Es wird empfohlen, bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberzirrhose (Child-Pugh A und B) die angegebene Anfangsdosis von Voriconazol zu verwenden, die Erhaltungsdosis jedoch zu halbieren (siehe Abschnitt 5.2).

Voriconazol wurde bei Patienten mit schwerer chronischer Leberzirrhose (Child-Pugh C) nicht untersucht.

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Sicherheit von VFEND bei Patienten mit erhöhten Leberfunktionswerten (Aspartat-Aminotransferase [AST], Alanin-Aminotransferase [ALT], alkalische Phosphatase [ALP] oder Gesamtbilirubin > 5-Faches des oberen Normwerts) vor.

Voriconazol wurde mit einer Erhöhung von Leberwerten und klinischen Zeichen von Leberschäden, wie beispielsweise Gelbsucht, in Verbindung gebracht und darf bei Patienten mit schweren Leberschäden nur verwendet werden, wenn der Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt. Patienten mit schweren Leberschäden müssen hinsichtlich arzneimittelbedingter Toxizitäten sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).

Kinder und Jugendliche
Die Unbedenklichkeit und die Wirksamkeit von VFEND bei Kindern unter 2 Jahren wurden nicht untersucht. Die derzeit vorliegenden Daten werden in den Abschnitten 4.8 und 5.1 beschrieben, es können jedoch keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Art der Anwendung
VFEND Suspension zum Einnehmen soll im Abstand von mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten · VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung · VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Die in diesem Abschnitt und in Abschnitt 4.5 aufgeführten in Wechselwirkung tretenden Arzneimittel dienen als Orientierungshilfe und stellen keine vollständige Liste aller möglichen Arzneimittel dar, die kontraindiziert sein könnten.

Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol ist kontraindiziert bei Arzneimitteln, deren Metabolismus stark von CYP3A4 abhängig ist und bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Reaktionen verbunden sind (siehe Abschnitt 4.5):

  • Terfenadin
  • Astemizol
  • Cisaprid
  • Pimozid
  • Lurasidon
  • Quinidin
  • Ivabradin
  • Ergot-Alkaloide (z. B. Ergotamin, Dihydroergotamin)
  • Sirolimus
  • Naloxegol
  • Tolvaptan
  • Finerenon
  • Eplerenon
  • Voclosporin
  • Venetoclax: Die gleichzeitige Anwendung ist kontraindiziert zu Beginn und während der Titrationsphase der Venetoclax-Dosis.

Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol ist kontraindiziert mit Arzneimitteln, die CYP3A4 induzieren und die Voriconazol-Plasmakonzentrationen signifikant senken:

  • Gleichzeitige Anwendung mit Rifampicin, Carbamazepin, lang wirksamen Barbituraten wie Phenobarbital und Johanniskraut (siehe Abschnitt 4.5).

- Efavirenz:
Gleichzeitige Anwendung von Voriconazol in Standarddosen zusammen mit Efavirenz in einer Dosierung von einmal täglich 400 mg oder höher ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5). Siehe Abschnitt 4.4 für Informationen zur gleichzeitigen Anwendung von Voriconazol und niedrigeren Dosen von Efavirenz.

- Ritonavir:
Gleichzeitige Anwendung mit hoch dosiertem Ritonavir (zweimal täglich 400 mg oder mehr) ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5). Siehe Abschnitt 4.4 für Informationen zur gleichzeitigen Anwendung von Voriconazol und niedrigeren Dosen von Ritonavir.

4.8 Nebenwirkungen

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Das Sicherheitsprofil von Voriconazol bei Erwachsenen wurde anhand zusammengefasster Daten einer Sicherheitsdatenbank mit über 2.000 untersuchten Personen (davon 1.603 erwachsene Patienten in Therapiestudien) und zusätzlich 270 Erwachsenen in Prophylaxestudien bewertet. Es handelt sich hierbei um eine heterogene Population aus Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen, HIV-infizierten Patienten mit ösophagealer Candidose und refraktären Pilzinfektionen, nicht neutropenischen Patienten mit Candidämie oder Aspergillose und gesunden Probanden.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Sehverschlechterung, Fieber, Hautausschlag, Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, periphere Ödeme, abnormale Leberfunktionstests, Atemnot und Bauchschmerzen.

Der Schweregrad der Nebenwirkungen war im Allgemeinen leicht bis mäßig. Bei Analyse der Sicherheitsdaten nach Alter, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede festgestellt.

Nebenwirkungstabelle
Da es sich bei der Mehrzahl der Studien um offene Studien handelte, werden in der folgenden Tabelle alle in Verbindung mit der Behandlung beobachteten Ereignisse und ihre Häufigkeitskategorien bei 1.873 Erwachsenen aus zusammengefassten Therapie- (1.603) und Prophylaxestudien (270) nach Organsystemen aufgelistet.

Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 und < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 und < 1/100), selten (≥ 1/10.000 und < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Berichtete Nebenwirkungen bei Personen, die Voriconazol erhielten:

Systemorgan- klasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Sinusitis pseudomembranöse
Kolitis

Gutartige, bösartige und unspezifische
Neubildungen

(einschl.

Zysten und

Polypen)

Plattenepithelka rzinom
(einschließlich

SCC der Haut in situ oder

Morbus

Bowen)*,**

Erkrankungen des Blutes und des
Lymphsystem s

Agranulozytose1
, Panzytopenie,

Thrombozytope nie2,

Leukopenie,

Anämie

Knochenmarksvers agen,

Lymphadenopathie,

Eosinophilie

Disseminierte intravaskuläre

Gerinnung

Erkrankungen des
Immunsystem s

Überempfindlichke it anaphylaktoid e Reaktion

Endokrine
Erkrankungen

Nebenniereninsuffi zienz,
Hypothyreose

Hyperthyreose

Stoffwechsel- und
Ernährungsstö rungen periphere

Ödeme

Hypoglykämie,

Hypokaliämie,

Hyponatriämie

Psychiatrische
Erkrankungen

Depression,
Halluzination,

Angst,

Schlaflosigkeit,

Systemorgan- klasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Agitiertheit,

Verwirrtheitszus tand

Erkrankungen des

Nervensystem s

Kopfschmerz

Konvulsion,

Synkope,

Tremor, erhöhter

Muskeltonus3,

Parästhesie,

Somnolenz,

Schwindelgefüh l

Hirnödem,

Enzephalopathie4, extrapyramidale

Störung5, periphere

Neuropathie,

Ataxie,

Hypästhesie,

Geschmacksstörun g hepatische

Enzephalopath ie, Guillain-

Barré-

Syndrom,

Nystagmus

Augenerkrank ungen
Sehverschlec hterung6

Netzhautblutung

Erkrankung des

Nervus opticus7,

Papillenödem8,

Blickkrampf,

Doppeltsehen,

Skleritis,

Blepharitis

Optikusatrophi e,

Kornealopazit ät

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Hypakusis, Vertigo,
Tinnitus

Herzerkranku ngen

supraventrikulär e Arrhythmie,
Tachykardie,

Bradykardie

Kammerflimmern, ventrikuläre

Extrasystolen, ventrikuläre

Tachykardie,

Elektrokardiogram m QT verlängert, supraventrikuläre

Tachykardie

Torsade de pointes, atrioventrikulä rer Block komplett,

Schenkelblock

,

Knotenrhythm us

Gefäßerkrank ungen

Hypotonie,
Phlebitis

Thrombophlebitis,

Lymphangitis

Erkrankungen der
Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Atemnot9 akutes respiratorisches

Distress-

Syndrom,

Lungenödem

Erkrankungen des
Gastrointestin altrakts

Diarrhö,

Erbrechen,

Abdominalsc hmerz,

Übelkeit

Cheilitis,

Dyspepsie,

Obstipation,

Gingivitis

Peritonitis,

Pankreatitis, geschwollene

Zunge, Duodenitis,

Gastroenteritis,

Glossitis

Leber- und
Gallenerkrank ungen

Leberfunktio nstest anomal

Gelbsucht,

Gelbsucht cholestatisch,

Hepatitis10

Leberversagen,

Hepatomegalie,

Cholezystitis,

Cholelithiasis

Systemorgan- klasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellg ewebes

Ausschlag

Dermatitis exfoliativa,

Alopezie,

Ausschlag makulo-papulös,

Pruritus,

Erythem,

Phototoxizität**

Stevens-Johnson-

Syndrom8, Purpura,

Urtikaria,

Dermatitis allergisch,

Ausschlag papulös,

Ausschlag makulös, Ekzem toxische epidermale

Nekrolyse8,

Arzneimittelex anthem mit

Eosinophilie und systemischen

Symptomen

(DRESS-

Syndrom)8,

Angioödem,

Keratosis actinica*,

Pseudoporphyr ie, Erythema multiforme,

Psoriasis,

Medikamenten ausschlag

Lupus erythematodes integumentalis*,

Ephelides*,

Lentigo*

Skelettmuskul atur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkra nkungen

Rückenschmerz en
Arthritis,

Periostitis*,**

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nierenversagen akut, Hämaturie
Nierentubulusnekro se, Proteinurie,

Nephritis

Allgemeine
Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichung sort

Fieber

Brustkorbschme rz,

Gesichtsödem11,

Asthenie,

Schüttelfrost

Reaktion an der

Infusionsstelle, grippeähnliche

Erkrankung

Untersuchung en

Kreatinin im
Blut erhöht

Blutharnstoff erhöht, Cholesterin im Blut erhöht

* Nebenwirkung, die nach der Markteinführung identifiziert wurde
** Die Häufigkeitskategorie basiert auf einer Beobachtungsstudie mit Verwendung realer Daten aus sekundären Datenquellen in Schweden.

1 Einschließlich febriler Neutropenie und Neutropenie.
2 Einschließlich immunthrombozytopenischer Purpura.

3 Einschließlich Nackenrigidität und Tetanie.

4 Einschließlich hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie und metabolischer Enzephalopathie.

5 Einschließlich Akathisie und Parkinsonismus.

6 Siehe Absatz „Sehverschlechterungen“ in Abschnitt 4.8.

7 Verlängerte Neuritis optica wurde nach der Markteinführung berichtet. Siehe Abschnitt 4.4.

8 Siehe Abschnitt 4.4.

9 Einschließlich Dyspnoe und Belastungsdyspnoe.

10 Einschließlich arzneimittelbedingten Leberschadens, Hepatitis toxisch, hepatozellulärer Schädigung und Hepatotoxizität.
11 Einschließlich Periorbitalödem, Lippenödem und Ödem des Mundes.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Sehverschlechterungen
In klinischen Studien waren Sehverschlechterungen (einschließlich verschwommenen Sehens, Photophobie, Chloropsie, Chromatopsie, Farbenblindheit, Zyanopsie, Augenerkrankung, Farbsäumen, Nachtblindheit, Oszillopsie, Photopsie, szintillierenden Skotoms, verminderter Sehschärfe, visuellen Leuchtens, Gesichtsfelddefekt, Mouches volantes und Xanthopsie) unter Voriconazol sehr häufig.

Diese Sehverschlechterungen waren vorübergehend und bildeten sich in der Mehrzahl innerhalb von 60 Minuten spontan und vollständig zurück. Es wurden keine lang anhaltenden, klinisch signifikanten Sehstörungen beobachtet. Es gab Hinweise auf eine Abnahme der Häufigkeit bei wiederholter Anwendung von Voriconazol. Die Sehverschlechterungen waren im Allgemeinen leicht, führten selten zu einem Therapieabbruch und waren nicht mit Langzeitfolgen verbunden. Die Sehverschlechterungen stehen möglicherweise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosen in Zusammenhang.

Der Wirkungsmechanismus ist unbekannt, Wirkort ist höchstwahrscheinlich die Netzhaut. In einer Studie mit Probanden, bei der der Einfluss von Voriconazol auf die Funktion der Retina untersucht wurde, führte Voriconazol zu einer Abnahme der Amplitudenhöhe im Elektroretinogramm (ERG).
Das ERG misst elektrische Ströme in der Retina. Die ERG-Veränderungen verstärkten sich während der 29-tägigen Behandlung nicht und bildeten sich nach Absetzen von Voriconazol vollständig zurück.

Nach der Markteinführung wurden Fälle von anhaltenden Nebenwirkungen am Auge berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Hautreaktionen
Bei mit Voriconazol behandelten Patienten kam es in klinischen Studien sehr häufig zu Hautreaktionen, wobei diese Patienten jedoch an schweren Grunderkrankungen litten und gleichzeitig zahlreiche Arzneimittel erhielten. Die Mehrzahl der Ausschläge war leicht bis mäßig. Die Patienten entwickelten schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR), einschließlich Stevens-Johnson- Syndrom (SJS, gelegentlich), toxische epidermale Nekrolyse (TEN, selten), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom, selten) sowie Erythema multiforme (selten), unter der Behandlung mit VFEND (siehe Abschnitt 4.4).

Sollte ein Patient einen Hautausschlag entwickeln, muss er engmaschig überwacht und VFEND muss abgesetzt werden, wenn es zu einer Zunahme der Hautschäden kommt. Besonders bei Langzeitbehandlung wurde von Lichtempfindlichkeit, einschließlich Reaktionen wie Ephelides, Lentigo und Keratosis actinica, berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Patienten, die VFEND über lange Zeiträume erhalten haben, gab es Berichte über Plattenepithelkarzinome der Haut (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen); der Mechanismus ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.4).

Leberfunktionstests
Eine Erhöhung der Transaminasewerte > 3 xULN (nicht notwendigerweise ein unerwünschtes Ereignis) wurde im Rahmen des klinischen Entwicklungsprogramms bei 18,0 % (319/1.768) der erwachsenen und bei 25,8 % (73/283) der pädiatrischen Patienten, die zu therapeutischen oder prophylaktischen Zwecken mit Voriconazol behandelt wurden, beobachtet. Die abnormalen Leberfunktionstests stehen möglicherweise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosen in Zusammenhang. Die meisten Leberwertanomalien bildeten sich während der Therapie ohne Dosisanpassung bzw. nach einer Dosisanpassung oder Absetzen der Therapie zurück.

Bei Patienten mit anderen schweren Grunderkrankungen wurde Voriconazol mit schwerer Lebertoxizität in Zusammenhang gebracht. Dazu gehören Fälle von Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen mit Todesfolge (siehe Abschnitt 4.4).

Prophylaxe
In einer offenen, komparativen, multizentrischen Studie, in der Voriconazol und Itraconazol als Primärprophylaxe bei erwachsenen und jugendlichen allogenen HSZT-Empfängern ohne vorab bestätigte oder wahrscheinliche IFI verglichen wurden, wurde der dauerhafte Abbruch der Anwendung von Voriconazol aufgrund von Nebenwirkungen bei 39,3 % der Probanden im Gegensatz zu 39,6 % der Probanden im Itraconazol-Arm berichtet. Behandlungsbedingte hepatische Nebenwirkungen führten zum dauerhaften Abbruch der Anwendung der Studienmedikation bei 50 Probanden (21,4 %), die mit Voriconazol behandelt wurden, sowie bei 18 Probanden (7,1 %), die mit Itraconazol behandelt wurden.

Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit von Voriconazol wurde in klinischen Studien bei 288 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren (169) und 12 bis < 18 Jahren (119) untersucht. 183 dieser pädiatrischen Patienten wurden prophylaktisch mit Voriconazol behandelt und 105 wurden therapeutisch behandelt.

Die Sicherheit von Voriconazol wurde zudem bei 158 weiteren pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren in Compassionate-Use-Programmen untersucht. Insgesamt war das Sicherheitsprofil von Voriconazol bei Kindern und Jugendlichen ähnlich dem bei Erwachsenen. Jedoch wurde in klinischen Studien bei pädiatrischen Patienten im Vergleich zu Erwachsenen ein Trend zu einer höheren Auftretenshäufigkeit von erhöhten Leberenzymwerten als unerwünschtes Ereignis berichtet (Transaminasen erhöht: 14,2 % bei pädiatrischen Patienten im Vergleich zu 5,3 % bei Erwachsenen).

Die Erfahrungen nach der Markteinführung lassen vermuten, dass Hautreaktionen (besonders Erytheme) bei Kindern häufiger auftreten können als bei Erwachsenen. Bei den 22 Patienten unter 2 Jahren, die Voriconazol in einem Compassionate-Use-Programm erhielten, wurden die folgenden Nebenwirkungen, für die ein Zusammenhang mit Voriconazol nicht ausgeschlossen werden konnte, berichtet: vermehrte Lichtempfindlichkeit der Haut (1), Arrhythmien (1), Pankreatitis (1), Bilirubinspiegel im Blut erhöht (1), Leberenzyme erhöht (1), Hautausschlag (1) und Papillenödem (1).

Nach der Markteinführung wurden Fälle von Pankreatitis bei pädiatrischen Patienten berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

Gilt für: VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Das Sicherheitsprofil von Voriconazol bei Erwachsenen wurde anhand zusammengefasster Daten einer Sicherheitsdatenbank mit über 2.000 untersuchten Personen (davon 1.603 erwachsene Patienten in Therapiestudien) und zusätzlich 270 Erwachsenen in Prophylaxestudien bewertet. Es handelt sich hierbei um eine heterogene Population aus Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen, HIV-infizierten Patienten mit ösophagealer Candidose und refraktären Pilzinfektionen, nicht neutropenischen Patienten mit Candidämie oder Aspergillose und gesunden Probanden.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Sehverschlechterung, Fieber, Hautausschlag, Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, periphere Ödeme, abnormale Leberfunktionstests, Atemnot und Bauchschmerzen.

Der Schweregrad der Nebenwirkungen war im Allgemeinen leicht bis mäßig. Bei Analyse der Sicherheitsdaten nach Alter, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede festgestellt.

Nebenwirkungstabelle
Da es sich bei der Mehrzahl der Studien um offene Studien handelte, werden in der folgenden Tabelle alle in Verbindung mit der Behandlung beobachteten Ereignisse und ihre Häufigkeitskategorien bei 1.873 Erwachsenen aus zusammengefassten Therapie- (1.603) und Prophylaxestudien (270) nach Organsystemen aufgelistet.

Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 und < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 und < 1/100), selten (≥ 1/10.000 und < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Berichtete Nebenwirkungen bei Personen, die Voriconazol erhielten:

Systemorga nklasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100,

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Infektionen und parasitäre

Erkrankunge n

Sinusitis pseudomembranö se Kolitis

Gutartige, bösartige und unspezifisch e
Neubildunge n (einschl.

Zysten und

Polypen)

Plattenepithel karzinom
(einschließlich

SCC der Haut in situ oder

Morbus

Bowen)*,**

Systemorga nklasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100,

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Erkrankunge n des Blutes und des

Lymphsyste ms

Agranulozytos e1,
Panzytopenie,

Thrombozytop enie2,

Leukopenie,

Anämie

Knochenmarksve rsagen,

Lymphadenopath ie, Eosinophilie

Disseminiert e intravaskulär e Gerinnung

Erkrankunge n des
Immunsyste ms

Überempfindlich keit anaphylaktoi de Reaktion

Endokrine
Erkrankunge n

Nebenniereninsuf fizienz,
Hypothyreose

Hyperthyreo se

Stoffwechsel
- und

Ernährungss törungen periphere

Ödeme

Hypoglykämie

,

Hypokaliämie,

Hyponatriämi e

Psychiatrisc he
Erkrankunge n

Depression,
Halluzination,

Angst,

Schlaflosigkei t, Agitiertheit,

Verwirrtheitsz ustand

Erkrankunge n des
Nervensyste ms

Kopfschme rz

Konvulsion,

Synkope,

Tremor, erhöhter

Muskeltonus3,

Parästhesie,

Somnolenz,

Schwindelgef ühl

Hirnödem,

Enzephalopathie4

, extrapyramidale

Störung5, periphere

Neuropathie,

Ataxie,

Hypästhesie,

Geschmacksstöru ng hepatische

Enzephalopa thie,

Guillain-

Barré-

Syndrom,

Nystagmus

Augenerkran kungen
Sehverschle chterung6

Netzhautblutu ng

Erkrankung des

Nervus opticus7,

Papillenödem8,

Blickkrampf,

Doppeltsehen,

Skleritis,

Blepharitis

Optikusatrop hie,

Kornealopazi tät

Erkrankunge n des Ohrs und des
Labyrinths

Hypakusis,
Vertigo, Tinnitus

Systemorga nklasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100,

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Herzerkrank ungen

supraventrikul äre
Arrhythmie,

Tachykardie,

Bradykardie

Kammerflimmer n, ventrikuläre

Extrasystolen, ventrikuläre

Tachykardie,

Elektrokardiogra mm QT verlängert, supraventrikuläre

Tachykardie

Torsade de pointes, atrioventriku lärer Block komplett,

Schenkelblo ck,

Knotenrhyth mus

Gefäßerkran kungen

Hypotonie,
Phlebitis

Thrombophlebiti s, Lymphangitis

Erkrankunge n der
Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinu ms

Atemnot9 akutes respiratorische s Distress-

Syndrom,

Lungenödem

Erkrankunge n des
Gastrointesti naltrakts

Diarrhö,

Erbrechen,

Abdominals chmerz,

Übelkeit

Cheilitis,

Dyspepsie,

Obstipation,

Gingivitis

Peritonitis,

Pankreatitis, geschwollene

Zunge,

Duodenitis,

Gastroenteritis,

Glossitis

Leber- und
Gallenerkran kungen

Leberfunkti onstest anomal

Gelbsucht,

Gelbsucht cholestatisch,

Hepatitis10

Leberversagen,

Hepatomegalie,

Cholezystitis,

Cholelithiasis

Erkrankunge n der Haut und des
Unterhautzel lgewebes

Ausschlag

Dermatitis exfoliativa,

Alopezie,

Ausschlag makulo- papulös,

Pruritus,

Erythem,

Phototoxizität

**

Stevens-Johnson-

Syndrom8,

Purpura,

Urtikaria,

Dermatitis allergisch,

Ausschlag papulös,

Ausschlag makulös, Ekzem toxische epidermale

Nekrolyse8,

Arzneimittel exanthem mit

Eosinophilie und systemischen

Symptomen

(DRESS-

Syndrom)8,

Angioödem,

Keratosis actinica*,

Pseudoporph yrie,

Erythema multiforme,

Psoriasis,

Lupus erythematodes integumentalis*

, Ephelides*,

Lentigo*

Systemorga nklasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100,

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Medikament enausschlag

Skelettmusk ulatur-,

Bindegeweb s- und

Knochenerkr ankungen

Rückenschmer zen
Arthritis,

Periostitis*,**

Erkrankunge n der Nieren und
Harnwege

Nierenversage n akut,
Hämaturie

Nierentubulusnek rose, Proteinurie,

Nephritis

Allgemeine
Erkrankunge n und

Beschwerde n am

Verabreichu ngsort

Fieber

Brustkorbsch merz,

Gesichtsödem

11, Asthenie,

Schüttelfrost

Reaktion an der

Infusionsstelle, grippeähnliche

Erkrankung

Untersuchun gen

Kreatinin im
Blut erhöht

Blutharnstoff erhöht,

Cholesterin im

Blut erhöht

* Nebenwirkung, die nach der Markteinführung identifiziert wurde
** Die Häufigkeitskategorie basiert auf einer Beobachtungsstudie mit Verwendung realer Daten aus sekundären Datenquellen in Schweden.

1 Einschließlich febriler Neutropenie und Neutropenie.
2 Einschließlich immunthrombozytopenischer Purpura.

3 Einschließlich Nackenrigidität und Tetanie.

4 Einschließlich hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie und metabolischer Enzephalopathie.

5 Einschließlich Akathisie und Parkinsonismus.

6 Siehe Absatz „Sehverschlechterungen“ in Abschnitt 4.8.

7 Verlängerte Neuritis optica wurde nach der Markteinführung berichtet. Siehe Abschnitt 4.4.

8 Siehe Abschnitt 4.4.

9 Einschließlich Dyspnoe und Belastungsdyspnoe.

10 Einschließlich arzneimittelbedingten Leberschadens, Hepatitis toxisch, hepatozellulärer Schädigung und Hepatotoxizität.

11 Einschließlich Periorbitalödem, Lippenödem und Ödem des Mundes.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Sehverschlechterungen
In klinischen Studien waren Sehverschlechterungen (einschließlich verschwommenen Sehens, Photophobie, Chloropsie, Chromatopsie, Farbenblindheit, Zyanopsie, Augenerkrankung, Farbsäumen, Nachtblindheit, Oszillopsie, Photopsie, szintillierenden Skotoms, verminderter Sehschärfe, visuellen Leuchtens, Gesichtsfelddefekt, Mouches volantes und Xanthopsie) unter Voriconazol sehr häufig.

Diese Sehverschlechterungen waren vorübergehend und bildeten sich in der Mehrzahl innerhalb von 60 Minuten spontan und vollständig zurück. Es wurden keine lang anhaltenden, klinisch signifikanten Sehstörungen beobachtet. Es gab Hinweise auf eine Abnahme der Häufigkeit bei wiederholter Anwendung von Voriconazol. Die Sehverschlechterungen waren im Allgemeinen leicht, führten selten zu einem Therapieabbruch und waren nicht mit Langzeitfolgen verbunden. Die Sehverschlechterungen stehen möglicherweise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosen in Zusammenhang.

Der Wirkungsmechanismus ist unbekannt, Wirkort ist höchstwahrscheinlich die Netzhaut. In einer Studie mit Probanden, bei der der Einfluss von Voriconazol auf die Funktion der Retina untersucht wurde, führte Voriconazol zu einer Abnahme der Amplitudenhöhe im Elektroretinogramm (ERG).
Das ERG misst elektrische Ströme in der Retina. Die ERG-Veränderungen verstärkten sich während der 29-tägigen Behandlung nicht und bildeten sich nach Absetzen von Voriconazol vollständig zurück.

Nach der Markteinführung wurden Fälle von anhaltenden Nebenwirkungen am Auge berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Hautreaktionen
Bei mit Voriconazol behandelten Patienten kam es in klinischen Studien sehr häufig zu Hautreaktionen, wobei diese Patienten jedoch an schweren Grunderkrankungen litten und gleichzeitig zahlreiche Arzneimittel erhielten. Die Mehrzahl der Ausschläge war leicht bis mäßig. Die Patienten entwickelten schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR), einschließlich Stevens-Johnson- Syndrom (SJS, gelegentlich), toxische epidermale Nekrolyse (TEN, selten), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom, selten) sowie Erythema multiforme (selten), unter der Behandlung mit VFEND (siehe Abschnitt 4.4).

Sollte ein Patient einen Hautausschlag entwickeln, muss er engmaschig überwacht und VFEND muss abgesetzt werden, wenn es zu einer Zunahme der Hautschäden kommt. Besonders bei Langzeitbehandlung wurde von Lichtempfindlichkeit, einschließlich Reaktionen wie Ephelides, Lentigo und Keratosis actinica, berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Patienten, die VFEND über lange Zeiträume erhalten haben, gab es Berichte über Plattenepithelkarzinome der Haut (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen); der Mechanismus ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.4).

Leberfunktionstests
Eine Erhöhung der Transaminasewerte > 3 xULN (nicht notwendigerweise ein unerwünschtes Ereignis) wurde im Rahmen des klinischen Entwicklungsprogramms bei 18,0 % (319/1.768) der erwachsenen und bei 25,8 % (73/283) der pädiatrischen Patienten, die zu therapeutischen oder prophylaktischen Zwecken mit Voriconazol behandelt wurden, beobachtet. Die abnormalen Leberfunktionstests stehen möglicherweise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosen in Zusammenhang. Die meisten Leberwertanomalien bildeten sich während der Therapie ohne Dosisanpassung bzw. nach einer Dosisanpassung oder Absetzen der Therapie zurück.

Bei Patienten mit anderen schweren Grunderkrankungen wurde Voriconazol mit schwerer Lebertoxizität in Zusammenhang gebracht. Dazu gehören Fälle von Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen mit Todesfolge (siehe Abschnitt 4.4).

Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion
Bei der Infusion von intravenösem Voriconazol kam es bei gesunden Probanden zu anaphylaktoiden Reaktionen wie Flush, Fieber, Schwitzen, Tachykardie, Engegefühl im Brustkorb, Atemnot,

Schwächegefühl, Übelkeit, Juckreiz und Hautausschlag. Die Symptome traten unmittelbar nach Beginn der Infusion auf (siehe Abschnitt 4.4).

Prophylaxe
In einer offenen, komparativen, multizentrischen Studie, in der Voriconazol und Itraconazol als Primärprophylaxe bei erwachsenen und jugendlichen allogenen HSZT-Empfängern ohne vorab bestätigte oder wahrscheinliche IFI verglichen wurden, wurde der dauerhafte Abbruch der Anwendung von Voriconazol aufgrund von Nebenwirkungen bei 39,3 % der Probanden im Gegensatz zu 39,6 % der Probanden im Itraconazol-Arm berichtet. Behandlungsbedingte hepatische Nebenwirkungen führten zum dauerhaften Abbruch der Anwendung der Studienmedikation bei 50 Probanden (21,4 %), die mit Voriconazol behandelt wurden, sowie bei 18 Probanden (7,1 %), die mit Itraconazol behandelt wurden.

Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit von Voriconazol wurde in klinischen Studien bei 288 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren (169) und 12 bis < 18 Jahren (119) untersucht. 183 dieser pädiatrischen Patienten wurden prophylaktisch mit Voriconazol behandelt und 105 wurden therapeutisch behandelt.

Die Sicherheit von Voriconazol wurde zudem bei 158 weiteren pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren in Compassionate-Use-Programmen untersucht. Insgesamt war das Sicherheitsprofil von Voriconazol bei Kindern und Jugendlichen ähnlich dem bei Erwachsenen. Jedoch wurde in klinischen Studien bei pädiatrischen Patienten im Vergleich zu Erwachsenen ein Trend zu einer höheren Auftretenshäufigkeit von erhöhten Leberenzymwerten als unerwünschtes Ereignis berichtet (Transaminasen erhöht: 14,2 % bei pädiatrischen Patienten im Vergleich zu 5,3 % bei Erwachsenen).

Die Erfahrungen nach der Markteinführung lassen vermuten, dass Hautreaktionen (besonders Erytheme) bei Kindern häufiger auftreten können als bei Erwachsenen. Bei den 22 Patienten unter 2 Jahren, die Voriconazol in einem Compassionate-Use-Programm erhielten, wurden die folgenden Nebenwirkungen, für die ein Zusammenhang mit Voriconazol nicht ausgeschlossen werden konnte, berichtet: vermehrte Lichtempfindlichkeit der Haut (1), Arrhythmien (1), Pankreatitis (1), Bilirubinspiegel im Blut erhöht (1), Leberenzyme erhöht (1), Hautausschlag (1) und Papillenödem (1).

Nach der Markteinführung wurden Fälle von Pankreatitis bei pädiatrischen Patienten berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

Gilt für: VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Das Sicherheitsprofil von Voriconazol bei Erwachsenen wurde anhand zusammengefasster Daten einer Sicherheitsdatenbank mit über 2.000 untersuchten Personen (davon 1.603 erwachsene Patienten in Therapiestudien) und zusätzlich 270 Erwachsenen in Prophylaxestudien bewertet. Es handelt sich hierbei um eine heterogene Population aus Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen, HIV-infizierten Patienten mit ösophagealer Candidose und refraktären Pilzinfektionen, nicht neutropenischen Patienten mit Candidämie oder Aspergillose und gesunden Probanden.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Sehverschlechterung, Fieber, Hautausschlag, Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, periphere Ödeme, abnormale Leberfunktionstests, Atemnot und Bauchschmerzen.

Der Schweregrad der Nebenwirkungen war im Allgemeinen leicht bis mäßig. Bei Analyse der Sicherheitsdaten nach Alter, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede festgestellt.

Nebenwirkungstabelle
Da es sich bei der Mehrzahl der Studien um offene Studien handelte, werden in der folgenden Tabelle alle in Verbindung mit der Behandlung beobachteten Ereignisse und ihre Häufigkeitskategorien bei 1.873 Erwachsenen aus zusammengefassten Therapie- (1.603) und Prophylaxestudien (270) nach Organsystemen aufgelistet.

Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 und < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 und < 1/100), selten (≥ 1/10.000 und < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Berichtete Nebenwirkungen bei Personen, die Voriconazol erhielten:

Systemorga nklasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100,

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Infektionen und parasitäre

Erkrankunge n

Sinusitis pseudomembranö se Kolitis

Gutartige, bösartige und unspezifisch e
Neubildunge n (einschl.

Zysten und

Polypen)

Plattenepithel karzinom
(einschließlich

SCC der Haut in situ oder

Morbus

Bowen)*,**

Erkrankunge n des Blutes und des
Lymphsyste ms

Agranulozytos e1,
Panzytopenie,

Thrombozytop enie2,

Leukopenie,

Anämie

Knochenmarksve rsagen,

Lymphadenopath ie, Eosinophilie

Disseminiert e intravaskulär e Gerinnung

Erkrankunge n des
Immunsyste ms

Überempfindlich keit anaphylaktoi de Reaktion

Endokrine
Erkrankunge n

Nebenniereninsuf fizienz,
Hypothyreose

Hyperthyreo se

Stoffwechsel
- und periphere

Ödeme

Hypoglykämie

,

Hypokaliämie,

Systemorga nklasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100,

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Ernährungss törungen

Hyponatriämi e

Psychiatrisc he

Erkrankunge n

Depression,
Halluzination,

Angst,

Schlaflosigkei t, Agitiertheit,

Verwirrtheitsz ustand

Erkrankunge n des
Nervensyste ms

Kopfschme rz

Konvulsion,

Synkope,

Tremor, erhöhter

Muskeltonus3,

Parästhesie,

Somnolenz,

Schwindelgef ühl

Hirnödem,

Enzephalopathie4

, extrapyramidale

Störung5, periphere

Neuropathie,

Ataxie,

Hypästhesie,

Geschmacksstöru ng hepatische

Enzephalopa thie,

Guillain-

Barré-

Syndrom,

Nystagmus

Augenerkran kungen
Sehverschle chterung6

Netzhautblutu ng

Erkrankung des

Nervus opticus7,

Papillenödem8,

Blickkrampf,

Doppeltsehen,

Skleritis,

Blepharitis

Optikusatrop hie,

Kornealopazi tät

Erkrankunge n des Ohrs und des
Labyrinths

Hypakusis,
Vertigo, Tinnitus

Herzerkrank ungen

supraventrikul äre
Arrhythmie,

Tachykardie,

Bradykardie

Kammerflimmer n, ventrikuläre

Extrasystolen, ventrikuläre

Tachykardie,

Elektrokardiogra mm QT verlängert, supraventrikuläre

Tachykardie

Torsade de pointes, atrioventriku lärer Block komplett,

Schenkelblo ck,

Knotenrhyth mus

Gefäßerkran kungen

Hypotonie,
Phlebitis

Thrombophlebiti s, Lymphangitis

Erkrankunge n der
Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinu ms

Atemnot9 akutes respiratorische s Distress-

Syndrom,

Lungenödem

Systemorga nklasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100,

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Erkrankunge n des

Gastrointesti naltrakts

Diarrhö,

Erbrechen,

Abdominals chmerz,

Übelkeit

Cheilitis,

Dyspepsie,

Obstipation,

Gingivitis

Peritonitis,

Pankreatitis, geschwollene

Zunge,

Duodenitis,

Gastroenteritis,

Glossitis

Leber- und
Gallenerkran kungen

Leberfunkti onstest anomal

Gelbsucht,

Gelbsucht cholestatisch,

Hepatitis10

Leberversagen,

Hepatomegalie,

Cholezystitis,

Cholelithiasis

Erkrankunge n der Haut und des
Unterhautzel lgewebes

Ausschlag

Dermatitis exfoliativa,

Alopezie,

Ausschlag makulo- papulös,

Pruritus,

Erythem,

Phototoxizität

**

Stevens-Johnson-

Syndrom8,

Purpura,

Urtikaria,

Dermatitis allergisch,

Ausschlag papulös,

Ausschlag makulös, Ekzem toxische epidermale

Nekrolyse8,

Arzneimittel exanthem mit

Eosinophilie und systemischen

Symptomen

(DRESS-

Syndrom)8,

Angioödem,

Keratosis actinica*,

Pseudoporph yrie,

Erythema multiforme,

Psoriasis,

Medikament enausschlag

Lupus erythematodes integumentalis*

, Ephelides*,

Lentigo*

Skelettmusk ulatur-,

Bindegeweb s- und

Knochenerkr ankungen

Rückenschmer zen
Arthritis,

Periostitis*,**

Erkrankunge n der Nieren und
Harnwege

Nierenversage n akut,
Hämaturie

Nierentubulusnek rose, Proteinurie,

Nephritis

Allgemeine
Erkrankunge n und

Beschwerde n am

Verabreichu ngsort

Fieber

Brustkorbsch merz,

Gesichtsödem

11, Asthenie,

Schüttelfrost

Reaktion an der

Infusionsstelle, grippeähnliche

Erkrankung

Systemorga nklasse
Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100,

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

≥ 1/10.000,

< 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar)

Untersuchun gen

Kreatinin im
Blut erhöht

Blutharnstoff erhöht,

Cholesterin im

Blut erhöht

* Nebenwirkung, die nach der Markteinführung identifiziert wurde
** Die Häufigkeitskategorie basiert auf einer Beobachtungsstudie mit Verwendung realer Daten aus sekundären Datenquellen in Schweden.

1 Einschließlich febriler Neutropenie und Neutropenie.
2 Einschließlich immunthrombozytopenischer Purpura.

3 Einschließlich Nackenrigidität und Tetanie.

4 Einschließlich hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie und metabolischer Enzephalopathie.

5 Einschließlich Akathisie und Parkinsonismus.

6 Siehe Absatz „Sehverschlechterungen“ in Abschnitt 4.8.

7 Verlängerte Neuritis optica wurde nach der Markteinführung berichtet. Siehe Abschnitt 4.4.

8 Siehe Abschnitt 4.4.

9 Einschließlich Dyspnoe und Belastungsdyspnoe.

10 Einschließlich arzneimittelbedingten Leberschadens, Hepatitis toxisch, hepatozellulärer Schädigung und Hepatotoxizität.

11 Einschließlich Periorbitalödem, Lippenödem und Ödem des Mundes.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Geschmacksveränderungen
In den zusammengefassten Daten von 3 Bioäquivalenzstudien mit der Pulver-Form kam es in 12 Fällen (14 %) zu therapiebedingten Geschmacksveränderungen.

Sehverschlechterungen
In klinischen Studien waren Sehverschlechterungen (einschließlich verschwommenen Sehens, Photophobie, Chloropsie, Chromatopsie, Farbenblindheit, Zyanopsie, Augenerkrankung, Farbsäumen, Nachtblindheit, Oszillopsie, Photopsie, szintillierenden Skotoms, verminderter Sehschärfe, visuellen Leuchtens, Gesichtsfelddefekt, Mouches volantes und Xanthopsie) unter Voriconazol sehr häufig.

Diese Sehverschlechterungen waren vorübergehend und bildeten sich in der Mehrzahl innerhalb von 60 Minuten spontan und vollständig zurück. Es wurden keine lang anhaltenden, klinisch signifikanten Sehstörungen beobachtet. Es gab Hinweise auf eine Abnahme der Häufigkeit bei wiederholter Anwendung von Voriconazol. Die Sehverschlechterungen waren im Allgemeinen leicht, führten selten zu einem Therapieabbruch und waren nicht mit Langzeitfolgen verbunden. Die Sehverschlechterungen stehen möglicherweise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosen in Zusammenhang.

Der Wirkungsmechanismus ist unbekannt, Wirkort ist höchstwahrscheinlich die Netzhaut. In einer Studie mit Probanden, bei der der Einfluss von Voriconazol auf die Funktion der Retina untersucht wurde, führte Voriconazol zu einer Abnahme der Amplitudenhöhe im Elektroretinogramm (ERG).
Das ERG misst elektrische Ströme in der Retina. Die ERG-Veränderungen verstärkten sich während der 29-tägigen Behandlung nicht und bildeten sich nach Absetzen von Voriconazol vollständig zurück.

Nach der Markteinführung wurden Fälle von anhaltenden Nebenwirkungen am Auge berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Hautreaktionen
Bei mit Voriconazol behandelten Patienten kam es in klinischen Studien sehr häufig zu Hautreaktionen, wobei diese Patienten jedoch an schweren Grunderkrankungen litten und gleichzeitig zahlreiche Arzneimittel erhielten. Die Mehrzahl der Ausschläge war leicht bis mäßig. Die Patienten

entwickelten schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR), einschließlich Stevens-Johnson- Syndrom (SJS, gelegentlich), toxische epidermale Nekrolyse (TEN, selten), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom, selten) sowie Erythema multiforme (selten), unter der Behandlung mit VFEND (siehe Abschnitt 4.4).

Sollte ein Patient einen Hautausschlag entwickeln, muss er engmaschig überwacht und VFEND muss abgesetzt werden, wenn es zu einer Zunahme der Hautschäden kommt. Besonders bei Langzeitbehandlung wurde von Lichtempfindlichkeit, einschließlich Reaktionen wie Ephelides, Lentigo und Keratosis actinica, berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Patienten, die VFEND über lange Zeiträume erhalten haben, gab es Berichte über Plattenepithelkarzinome der Haut (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen); der Mechanismus ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.4).

Leberfunktionstests
Eine Erhöhung der Transaminasewerte > 3 xULN (nicht notwendigerweise ein unerwünschtes Ereignis) wurde im Rahmen des klinischen Entwicklungsprogramms bei 18,0 % (319/1.768) der erwachsenen und bei 25,8 % (73/283) der pädiatrischen Patienten, die zu therapeutischen oder prophylaktischen Zwecken mit Voriconazol behandelt wurden, beobachtet. Die abnormalen Leberfunktionstests stehen möglicherweise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosen in Zusammenhang. Die meisten Leberwertanomalien bildeten sich während der Therapie ohne Dosisanpassung bzw. nach einer Dosisanpassung oder Absetzen der Therapie zurück.

Bei Patienten mit anderen schweren Grunderkrankungen wurde Voriconazol mit schwerer Lebertoxizität in Zusammenhang gebracht. Dazu gehören Fälle von Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen mit Todesfolge (siehe Abschnitt 4.4).

Prophylaxe
In einer offenen, komparativen, multizentrischen Studie, in der Voriconazol und Itraconazol als Primärprophylaxe bei erwachsenen und jugendlichen allogenen HSZT-Empfängern ohne vorab bestätigte oder wahrscheinliche IFI verglichen wurden, wurde der dauerhafte Abbruch der Anwendung von Voriconazol aufgrund von Nebenwirkungen bei 39,3 % der Probanden im Gegensatz zu 39,6 % der Probanden im Itraconazol-Arm berichtet. Behandlungsbedingte hepatische Nebenwirkungen führten zum dauerhaften Abbruch der Anwendung der Studienmedikation bei 50 Probanden (21,4 %), die mit Voriconazol behandelt wurden, sowie bei 18 Probanden (7,1 %), die mit Itraconazol behandelt wurden.

Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit von Voriconazol wurde in klinischen Studien bei 288 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren (169) und 12 bis < 18 Jahren (119) untersucht. 183 dieser pädiatrischen Patienten wurden prophylaktisch mit Voriconazol behandelt und 105 wurden therapeutisch behandelt.

Die Sicherheit von Voriconazol wurde zudem bei 158 weiteren pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 12 Jahren in Compassionate-Use-Programmen untersucht. Insgesamt war das Sicherheitsprofil von Voriconazol bei Kindern und Jugendlichen ähnlich dem bei Erwachsenen. Jedoch wurde in klinischen Studien bei pädiatrischen Patienten im Vergleich zu Erwachsenen ein Trend zu einer höheren Auftretenshäufigkeit von erhöhten Leberenzymwerten als unerwünschtes Ereignis berichtet (Transaminasen erhöht: 14,2 % bei pädiatrischen Patienten im Vergleich zu 5,3 % bei Erwachsenen).

Die Erfahrungen nach der Markteinführung lassen vermuten, dass Hautreaktionen (besonders Erytheme) bei Kindern häufiger auftreten können als bei Erwachsenen. Bei den 22 Patienten unter 2 Jahren, die Voriconazol in einem Compassionate-Use-Programm erhielten, wurden die folgenden Nebenwirkungen, für die ein Zusammenhang mit Voriconazol nicht ausgeschlossen werden konnte, berichtet: vermehrte Lichtempfindlichkeit der Haut (1), Arrhythmien (1), Pankreatitis (1), Bilirubinspiegel im Blut erhöht (1), Leberenzyme erhöht (1), Hautausschlag (1) und Papillenödem (1).

Nach der Markteinführung wurden Fälle von Pankreatitis bei pädiatrischen Patienten berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten

Überempfindlichkeit
VFEND darf bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen andere Azole nur mit Vorsicht angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.8).

Herz-Kreislauf-System
Voriconazol wurde mit einer Verlängerung des QTc-Intervalls in Verbindung gebracht. Bei Patienten mit Risikofaktoren, wie beispielsweise nach kardiotoxischer Chemotherapie, mit Kardiomyopathie, Hypokaliämie und Begleitmedikation, die ebenfalls dazu beigetragen haben könnte, kam es unter Voriconazol in seltenen Fällen zu Torsade de pointes. Bei Patienten mit einer Prädisposition für Herzrhythmusstörungen muss Voriconazol mit Vorsicht eingesetzt werden, z. B. bei:

- kongenitaler oder erworbener QTc-Verlängerung
- Kardiomyopathie, speziell bei bestehender Herzinsuffizienz

- Sinusbradykardie

- bestehenden symptomatischen Arrhythmien

- Komedikation, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängert. Vor Beginn und während einer Behandlung mit Voriconazol müssen Störungen des Elektrolythaushalts, wie z. B.

Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypokalzämie, kontrolliert und ggf. ausgeglichen werden (siehe Abschnitt 4.2). In einer Studie an gesunden Probanden wurden die Auswirkungen einer Einmalgabe von bis zum 4-Fachen der üblichen Voriconazol-Tagesdosis auf das QTc-Intervall untersucht. Bei keinem der Probanden wurde die möglicherweise klinisch relevante Verlängerung des QTc-Intervalls von 500 msec überschritten (siehe Abschnitt 5.1).

Lebertoxizität
In klinischen Studien mit Voriconazol kam es zu Fällen schwerer Leberfunktionsstörungen (einschließlich Hepatitis, Cholestase und fulminanten Leberversagens, auch mit tödlichem Ausgang).

Fälle von Leberfunktionsstörungen wurden vor allem bei Patienten mit schweren Grunderkrankungen (vorwiegend bei malignen hämatologischen Erkrankungen) beobachtet. Vorübergehende Leberfunktionsstörungen, einschließlich Hepatitis und Gelbsucht, traten bei Patienten ohne sonstige erkennbare Risikofaktoren auf. Mit Absetzen der Therapie waren die Leberfunktionsstörungen in der Regel reversibel (siehe Abschnitt 4.8).

Kontrolle der Leberfunktionsparameter
Patienten, die mit VFEND behandelt werden, müssen sorgfältig auf Lebertoxizität überwacht werden.

Dazu sollten Laboruntersuchungen der Leberfunktionswerte (insbesondere AST und ALT) zu Beginn der VFEND-Therapie und mindestens einmal wöchentlich im 1. Behandlungsmonat gehören. Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein. Sollte nach erfolgter Nutzen-Risiko-Bewertung jedoch die Therapie fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2), kann die Häufigkeit der Kontrollen auf einmal monatlich reduziert werden, wenn sich keine Änderungen der Leberfunktionswerte ergeben.

Wenn die Leberfunktionswerte deutlich ansteigen, sollte die Therapie mit VFEND abgebrochen werden, es sei denn, die medizinische Nutzen-Risiko-Abwägung für den Patienten rechtfertigt eine Weiterführung.

Die Kontrolle der Leberfunktionsparameter sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt werden.

Schwere Nebenwirkungen der Haut

- Phototoxizität
Unter VFEND kam es darüber hinaus zu Phototoxizität, einschließlich Reaktionen wie Ephelides, Lentigo und Keratosis actinica, und Pseudoporphyrie. Es besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Hautreaktionen/ -toxizitäten bei gleichzeitiger Anwendung von Substanzen, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen (z.B. Methotrexat, usw.). Es wird empfohlen, dass alle Patienten, einschließlich Kinder, während einer Behandlung mit VFEND

Sonnenlichtexposition vermeiden und Schutzmaßnahmen wie entsprechende Bekleidung und ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) anwenden.

- Plattenepithelkarzinome der Haut (SCC)
Plattenepithelkarzinome der Haut (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen) wurden bei Patienten beobachtet, von denen einige über frühere phototoxische Reaktionen berichtet haben. Beim Auftreten phototoxischer Reaktionen sollte eine multidisziplinäre Konsultation erwogen und der Patient an einen Dermatologen überwiesen werden. Ein Absetzen von VFEND sowie die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe sollten erwogen werden. Wird die Therapie mit VFEND trotz vorliegender phototoxisch bedingter Läsionen fortgesetzt, sollte systematisch und regelmäßig eine dermatologische Bewertung durchgeführt werden, um prämaligne Läsionen frühzeitig erkennen und Maßnahmen ergreifen zu können. Falls prämaligne Hautläsionen oder Plattenepithelkarzinome festgestellt werden, sollte VFEND abgesetzt werden (siehe unten in diesem Abschnitt unter „Langzeittherapie“).

- Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen
Unter Anwendung von Voriconazol wurden schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR) einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS- Syndrom) berichtet, die lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen können. Falls ein Patient einen Hautausschlag entwickelt, muss er engmaschig überwacht und VFEND muss abgesetzt werden, wenn die Schädigung fortschreitet.

Nebenwirkungen der Nebennieren
Reversible Fälle von Nebenniereninsuffizienz wurden bei Patienten berichtet, die Azole, einschließlich Voriconazol, erhielten. Bei Patienten, die Azole mit oder ohne begleitenden Kortikosteroiden erhielten, wurde über Nebenniereninsuffizienz berichtet. Bei Patienten, die Azole ohne Kortikosteroide erhalten, ist die Nebenniereninsuffizienz auf die direkte Hemmung der Steroidgenese durch Azole zurückzuführen. Bei Patienten, die Kortikosteroide einnehmen, kann die durch Voriconazol verursachte Hemmung ihres CYP3A4-Stoffwechsels zu einem Kortikosteroidüberschuss und einer Nebennierensuppression führen (siehe Abschnitt 4.5). Ein Cushing-Syndrom mit und ohne nachfolgende Nebenniereninsuffizienz wurde auch bei Patienten berichtet, die Voriconazol gleichzeitig mit Kortikosteroiden erhielten.

Patienten unter Langzeittherapie mit Voriconazol und Kortikosteroiden (einschließlich inhalativer Kortikosteroide, z. B. Budesonid und intranasale Kortikosteroide) sollten sowohl während der Behandlung als auch nach dem Absetzen von Voriconazol sorgfältig auf Funktionsstörungen der Nebennierenrinde überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5). Die Patienten sollten angewiesen werden, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie Anzeichen und Symptome eines Cushing- Syndroms oder einer Nebenniereninsuffizienz entwickeln.

Langzeittherapie
Eine langfristige Exposition (Behandlung oder Prophylaxe), die 180 Tage (6 Monate) überschreitet, erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung. Der Arzt sollte daher die Notwendigkeit einer Begrenzung der VFEND-Exposition erwägen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

Plattenepithelkarzinome der Haut (SSC) (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen) wurden im Zusammenhang mit einer Langzeittherapie mit VFEND berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Über eine nicht infektiöse Periostitis mit erhöhten Fluorid- und Alkalische-Phosphatase-Spiegeln wurde bei transplantierten Patienten berichtet. Wenn der Patient Schmerzen im Bewegungsapparat entwickelt und radiologische Befunde eine Periostitis vermuten lassen, sollte ein Absetzen von VFEND nach multidisziplinärer Konsultation erwogen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Nebenwirkungen am Auge
Es wurde über anhaltende Nebenwirkungen am Auge, einschließlich verschwommenen Sehens, Optikusneuritis und Papillenödem, berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Nebenwirkungen an den Nieren
Bei schwerkranken Patienten wurde unter VFEND-Therapie akutes Nierenversagen beobachtet.

Patienten, die Voriconazol erhalten, erhalten häufig gleichzeitig nephrotoxische Arzneimittel und leiden an Begleiterkrankungen, die zu einer Einschränkung der Nierenfunktion führen können (siehe Abschnitt 4.8).

Kontrolle der Nierenfunktionsparameter
Die Patienten müssen im Hinblick auf das Auftreten von Nierenfunktionsstörungen überwacht werden.

Dies sollte Laboruntersuchungen, vor allem Serumkreatinin, einschließen.

Überwachung der Pankreasfunktion
Patienten, speziell Kinder, mit Risikofaktoren für eine akute Pankreatitis (z. B. aufgrund vorangegangener Chemotherapie oder hämatopoetischer Stammzelltransplantation) müssen während einer Behandlung mit VFEND engmaschig überwacht werden. Hierbei kann eine Kontrolle der Serumamylase oder -lipase in Erwägung gezogen werden.

Kinder und Jugendliche
Die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit bei Kindern unter 2 Jahren wurden bisher nicht untersucht (siehe auch Abschnitte 4.8 und 5.1). Voriconazol kann bei Kindern ab 2 Jahren eingesetzt werden. Bei Kindern und Jugendlichen wurden häufiger erhöhte Leberenzyme beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Eine Kontrolle der Leberfunktionsparameter sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt werden. Die orale Bioverfügbarkeit kann bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 12 Jahren mit Malabsorption und für ihr Alter sehr niedrigem Körpergewicht eingeschränkt sein. In diesem Fall wird die intravenöse Gabe von Voriconazol empfohlen.

- Schwere Nebenwirkungen der Haut (einschließlich SSC)
Die Häufigkeit von phototoxischen Reaktionen ist bei Kindern und Jugendlichen höher. Da eine Entwicklung hin zu SCC berichtet wurde, sind bei dieser Patientenpopulation strengste Lichtschutzmaßnahmen angezeigt. Bei Kindern mit Photoaging-Verletzungen, wie Lentigines oder Ephelides, werden das Meiden von Sonnenlicht sowie eine dermatologische Nachsorge selbst nach Abbruch der Behandlung empfohlen.

Prophylaxe
Im Fall von behandlungsbedingten Nebenwirkungen (Lebertoxizität, schwere Hautreaktionen, einschließlich Phototoxizität und SCC, schwere oder langanhaltende Sehstörungen und Periostitis), müssen der Abbruch der Behandlung mit Voriconazol und die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe erwogen werden.

Phenytoin (CYP2C9-Substrat und ausgeprägter CYP450-Induktor)
Wenn Phenytoin zusammen mit Voriconazol gegeben wird, wird eine sorgfältige Überwachung der Phenytoin-Spiegel empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Phenytoin muss vermieden werden, es sei denn, der therapeutische Nutzen überwiegt das mögliche Risiko (siehe Abschnitt 4.5).

Efavirenz (CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und -Substrat)
Wenn Voriconazol zusammen mit Efavirenz gegeben wird, muss die Dosis von Voriconazol auf 400 mg alle 12 Stunden erhöht und die Dosis von Efavirenz auf 300 mg alle 24 Stunden verringert werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.5).

Glasdegib (CYP3A4-Substrat)
Es ist davon auszugehen, dass die gleichzeitige Gabe von Voriconazol die Plasmakonzentration von Glasdegib und das Risiko einer Verlängerung des QTc-Intervalls erhöht (siehe Abschnitt 4.5). Wenn die gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine engmaschige EKG- Überwachung empfohlen.

Tyrosinkinasehemmer (CYP3A4-Substrat)
Es ist davon auszugehen, dass die gleichzeitige Gabe von Voriconazol mit Tyrosinkinasehemmern, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, die Plasmakonzentration der Tyrosinkinasehemmer und das Risiko für Nebenwirkungen erhöht. Wenn die gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, werden eine Dosisreduktion des Tyrosinkinasehemmers und eine engmaschige klinische Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Rifabutin (ausgeprägter CYP450-Induktor)
Wenn Rifabutin zusammen mit Voriconazol gegeben wird, wird eine sorgfältige Überwachung des Blutbilds und der Nebenwirkungen von Rifabutin (z. B. Uveitis) empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Rifabutin muss vermieden werden, es sei denn, der therapeutische Nutzen überwiegt das mögliche Risiko (siehe Abschnitt 4.5).

Ritonavir (ausgeprägter CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und -Substrat)
Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und niedrig dosiertem Ritonavir (zweimal täglich 100 mg) muss vermieden werden, es sei denn, die Nutzen-Risiko-Abwägung für den Patienten rechtfertigt die Anwendung von Voriconazol (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Everolimus (CYP3A4-Substrat; P-gp-Substrat)
Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und Everolimus wird nicht empfohlen, da erwartet wird, dass Voriconazol die Konzentration von Everolimus signifikant erhöht. Derzeit liegen unzureichende Daten für eine Dosierungsempfehlung in dieser Situation vor (siehe Abschnitt 4.5).

Methadon (CYP3A4-Substrat)
Da die Methadon-Spiegel bei gleichzeitiger Gabe von Voriconazol anstiegen, wird während einer Komedikation mit Voriconazol eine häufige Kontrolle hinsichtlich Nebenwirkungen und Toxizität von Methadon, einschließlich einer QTc-Verlängerung, empfohlen. Eine Dosisreduktion von Methadon kann notwendig werden (siehe Abschnitt 4.5).

Kurz wirksame Opiate (CYP3A4-Substrate)
Bei gleichzeitiger Anwendung von Voriconazol muss eine Dosisreduktion von Alfentanil, Fentanyl und anderen mit Alfentanil strukturverwandten und über CYP3A4 metabolisierten, kurz wirksamen Opiaten (z. B. Sufentanil) erwogen werden (siehe Abschnitt 4.5). Da die Halbwertszeit von Alfentanil, wenn es zusammen mit Voriconazol gegeben wird, um das 4-Fache verlängert wird und in einer unabhängigen publizierten Studie die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol zusammen mit Fentanyl zu einer Erhöhung der durchschnittlichen AUC0-∞ von Fentanyl führte, kann eine häufige Kontrolle bezüglich Opiat-assoziierter Nebenwirkungen (einschließlich einer längeren Überwachung der Atmung) notwendig werden.

Lang wirksame Opiate (CYP3A4-Substrate)
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Voriconazol sollte eine Dosisreduktion von Oxycodon und anderen durch CYP3A4 metabolisierten lang wirksamen Opiaten (z. B. Hydrocodon) erwogen werden. Eine häufige Kontrolle bezüglich Opiat-assoziierter Nebenwirkungen kann dann notwendig werden (siehe Abschnitt 4.5).

Fluconazol (CYP2C9-, CYP2C19- und CYP3A4-Hemmer)
Bei gesunden Personen führte die gleichzeitige Gabe von oralem Voriconazol und oralem Fluconazol zu einem signifikanten Anstieg der Cmax und AUCτ von Voriconazol. Die zur Aufhebung dieses Effekts relevante Reduktion der Dosis und/ oder der Applikationsfrequenz von Voriconazol und Fluconazol wurden nicht untersucht. Wenn Voriconazol sequenziell nach Fluconazol angewendet wird, wird eine Kontrolle hinsichtlich Voriconazol-assoziierter Nebenwirkungen empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Sonstige Bestandteile

Lactose
Dieses Arzneimittel enthält Lactose und sollte von Patienten mit der seltenen hereditären Galactose- Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder einer Glucose-Galactose-Malabsorption nicht eingenommen werden.

Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette. Patienten unter einer natriumarmen Diät, sollten informiert werden, dass dieses Arzneimittel nahezu „natriumfrei“ ist.

Gilt für: VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Überempfindlichkeit
VFEND darf bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen andere Azole nur mit Vorsicht angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.8).

Behandlungsdauer
Bei der intravenösen Darreichungsform darf die Behandlungsdauer 6 Monate nicht überschreiten (siehe Abschnitt 5.3).

Herz-Kreislauf-System
Voriconazol wurde mit einer Verlängerung des QTc-Intervalls in Verbindung gebracht. Bei Patienten mit Risikofaktoren, wie beispielsweise nach kardiotoxischer Chemotherapie, mit Kardiomyopathie, Hypokaliämie und Begleitmedikation, die ebenfalls dazu beigetragen haben könnte, kam es unter Voriconazol in seltenen Fällen zu Torsade de pointes. Bei Patienten mit einer Prädisposition für Herzrhythmusstörungen muss Voriconazol mit Vorsicht eingesetzt werden, z. B. bei:

  • kongenitaler oder erworbener QTc-Verlängerung
  • Kardiomyopathie, speziell bei bestehender Herzinsuffizienz
  • Sinusbradykardie
  • bestehenden symptomatischen Arrhythmien

- Komedikation, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängert. Vor Beginn und während einer Behandlung mit Voriconazol müssen Störungen des Elektrolythaushalts, wie z. B.
Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypokalzämie, kontrolliert und ggf. ausgeglichen werden (siehe Abschnitt 4.2). In einer Studie an gesunden Probanden wurden die Auswirkungen einer Einmalgabe von bis zum 4-Fachen der üblichen Voriconazol-Tagesdosis auf das QTc-Intervall untersucht. Bei keinem der Probanden wurde die möglicherweise klinisch relevante Verlängerung des QTc-Intervalls von 500 msec überschritten (siehe Abschnitt 5.1).

Infusionsbedingte Reaktionen
Bei Anwendung der intravenösen Form von Voriconazol wurden infusionsbedingte Reaktionen - vor allem Flush und Übelkeit - beobachtet. Je nach Schwere der Symptome muss ein Therapieabbruch in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Lebertoxizität
In klinischen Studien mit Voriconazol kam es zu Fällen schwerer Leberfunktionsstörungen (einschließlich Hepatitis, Cholestase und fulminanten Leberversagens, auch mit tödlichem Ausgang).

Fälle von Leberfunktionsstörungen wurden vor allem bei Patienten mit schweren Grunderkrankungen (vorwiegend bei malignen hämatologischen Erkrankungen) beobachtet. Vorübergehende Leberfunktionsstörungen, einschließlich Hepatitis und Gelbsucht, traten bei Patienten ohne sonstige erkennbare Risikofaktoren auf. Mit Absetzen der Therapie waren die Leberfunktionsstörungen in der Regel reversibel (siehe Abschnitt 4.8).

Kontrolle der Leberfunktionsparameter
Patienten, die mit VFEND behandelt werden, müssen sorgfältig auf Lebertoxizität überwacht werden.

Dazu sollten Laboruntersuchungen der Leberfunktionswerte (insbesondere AST und ALT) zu Beginn der VFEND-Therapie und mindestens einmal wöchentlich im 1. Behandlungsmonat gehören. Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein. Sollte nach erfolgter Nutzen-Risiko-Bewertung jedoch die Therapie fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2), kann die Häufigkeit der Kontrollen auf einmal monatlich reduziert werden, wenn sich keine Änderungen der Leberfunktionswerte ergeben.

Wenn die Leberfunktionswerte deutlich ansteigen, sollte die Therapie mit VFEND abgebrochen werden, es sei denn, die medizinische Nutzen-Risiko-Abwägung für den Patienten rechtfertigt eine Weiterführung.

Die Kontrolle der Leberfunktionsparameter sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt werden.

Schwere Nebenwirkungen der Haut

- Phototoxizität
Unter VFEND kam es darüber hinaus zu Phototoxizität, einschließlich Reaktionen wie Ephelides, Lentigo und Keratosis actinica, und Pseudoporphyrie. Es besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Hautreaktionen/ -toxizitäten bei gleichzeitiger Anwendung von Substanzen, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen (z.B. Methotrexat, usw.). Es wird empfohlen, dass alle Patienten, einschließlich Kinder, während einer Behandlung mit VFEND Sonnenlichtexposition vermeiden und Schutzmaßnahmen wie entsprechende Bekleidung und ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) anwenden.

- Plattenepithelkarzinome der Haut (SCC)
Plattenepithelkarzinome der Haut (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen) wurden bei Patienten beobachtet, von denen einige über frühere phototoxische Reaktionen berichtet haben. Beim Auftreten phototoxischer Reaktionen sollte eine multidisziplinäre Konsultation erwogen und der Patient an einen Dermatologen überwiesen werden. Ein Absetzen von VFEND sowie die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe sollten erwogen werden. Wird die Therapie mit VFEND trotz vorliegender phototoxisch bedingter Läsionen fortgesetzt, sollte systematisch und regelmäßig eine dermatologische Bewertung durchgeführt werden, um prämaligne Läsionen frühzeitig erkennen und Maßnahmen ergreifen

zu können. Falls prämaligne Hautläsionen oder Plattenepithelkarzinome festgestellt werden, sollte VFEND abgesetzt werden (siehe unten in diesem Abschnitt unter „Langzeittherapie“).

- Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen
Unter Anwendung von Voriconazol wurden schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR) einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS- Syndrom) berichtet, die lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen können. Falls ein Patient einen Hautausschlag entwickelt, muss er engmaschig überwacht und VFEND muss abgesetzt werden, wenn die Schädigung fortschreitet.

Nebenwirkungen der Nebennieren
Reversible Fälle von Nebenniereninsuffizienz wurden bei Patienten berichtet, die Azole, einschließlich Voriconazol, erhielten. Bei Patienten, die Azole mit oder ohne begleitenden Kortikosteroiden erhielten, wurde über Nebenniereninsuffizienz berichtet. Bei Patienten, die Azole ohne Kortikosteroide erhalten, ist die Nebenniereninsuffizienz auf die direkte Hemmung der Steroidgenese durch Azole zurückzuführen. Bei Patienten, die Kortikosteroide einnehmen, kann die durch Voriconazol verursachte Hemmung ihres CYP3A4-Stoffwechsels zu einem Kortikosteroidüberschuss und einer Nebennierensuppression führen (siehe Abschnitt 4.5). Ein Cushing-Syndrom mit und ohne nachfolgende Nebenniereninsuffizienz wurde auch bei Patienten berichtet, die Voriconazol gleichzeitig mit Kortikosteroiden erhielten.

Patienten unter Langzeittherapie mit Voriconazol und Kortikosteroiden (einschließlich inhalativer Kortikosteroide, z. B. Budesonid und intranasale Kortikosteroide) sollten sowohl während der Behandlung als auch nach dem Absetzen von Voriconazol sorgfältig auf Funktionsstörungen der Nebennierenrinde überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5). Die Patienten sollten angewiesen werden, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie Anzeichen und Symptome eines Cushing- Syndroms oder einer Nebenniereninsuffizienz entwickeln.

Langzeittherapie
Eine langfristige Exposition (Behandlung oder Prophylaxe), die 180 Tage (6 Monate) überschreitet, erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung. Der Arzt sollte daher die Notwendigkeit einer Begrenzung der VFEND-Exposition erwägen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

Plattenepithelkarzinome der Haut (SSC) (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen) wurden im Zusammenhang mit einer Langzeittherapie mit VFEND berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Über eine nicht infektiöse Periostitis mit erhöhten Fluorid- und Alkalische-Phosphatase-Spiegeln wurde bei transplantierten Patienten berichtet. Wenn der Patient Schmerzen im Bewegungsapparat entwickelt und radiologische Befunde eine Periostitis vermuten lassen, sollte ein Absetzen von VFEND nach multidisziplinärer Konsultation erwogen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Nebenwirkungen am Auge
Es wurde über anhaltende Nebenwirkungen am Auge, einschließlich verschwommenen Sehens, Optikusneuritis und Papillenödem, berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Nebenwirkungen an den Nieren
Bei schwerkranken Patienten wurde unter VFEND-Therapie akutes Nierenversagen beobachtet.

Patienten, die Voriconazol erhalten, erhalten häufig gleichzeitig nephrotoxische Arzneimittel und leiden an Begleiterkrankungen, die zu einer Einschränkung der Nierenfunktion führen können (siehe Abschnitt 4.8).

Kontrolle der Nierenfunktionsparameter
Die Patienten müssen im Hinblick auf das Auftreten von Nierenfunktionsstörungen überwacht werden.

Dies sollte Laboruntersuchungen, vor allem Serumkreatinin, einschließen.

Überwachung der Pankreasfunktion

Patienten, speziell Kinder, mit Risikofaktoren für eine akute Pankreatitis (z. B. aufgrund vorangegangener Chemotherapie oder hämatopoetischer Stammzelltransplantation) müssen während einer Behandlung mit VFEND engmaschig überwacht werden. Hierbei kann eine Kontrolle der Serumamylase oder -lipase in Erwägung gezogen werden.

Kinder und Jugendliche
Die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit bei Kindern unter 2 Jahren wurden bisher nicht untersucht (siehe auch Abschnitte 4.8 und 5.1). Voriconazol kann bei Kindern ab 2 Jahren eingesetzt werden. Bei Kindern und Jugendlichen wurden häufiger erhöhte Leberenzyme beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Eine Kontrolle der Leberfunktionsparameter sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt werden. Die orale Bioverfügbarkeit kann bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 12 Jahren mit Malabsorption und für ihr Alter sehr niedrigem Körpergewicht eingeschränkt sein. In diesem Fall wird die intravenöse Gabe von Voriconazol empfohlen.

- Schwere Nebenwirkungen der Haut (einschließlich SSC)
Die Häufigkeit von phototoxischen Reaktionen ist bei Kindern und Jugendlichen höher. Da eine Entwicklung hin zu SCC berichtet wurde, sind bei dieser Patientenpopulation strengste Lichtschutzmaßnahmen angezeigt. Bei Kindern mit Photoaging-Verletzungen, wie Lentigines oder Ephelides, werden das Meiden von Sonnenlicht sowie eine dermatologische Nachsorge selbst nach Abbruch der Behandlung empfohlen.

Prophylaxe
Im Fall von behandlungsbedingten Nebenwirkungen (Lebertoxizität, schwere Hautreaktionen, einschließlich Phototoxizität und SCC, schwere oder langanhaltende Sehstörungen und Periostitis), müssen der Abbruch der Behandlung mit Voriconazol und die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe erwogen werden.

Phenytoin (CYP2C9-Substrat und ausgeprägter CYP450-Induktor)
Wenn Phenytoin zusammen mit Voriconazol gegeben wird, wird eine sorgfältige Überwachung der Phenytoin-Spiegel empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Phenytoin muss vermieden werden, es sei denn, der therapeutische Nutzen überwiegt das mögliche Risiko (siehe Abschnitt 4.5).

Efavirenz (CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und -Substrat)
Wenn Voriconazol zusammen mit Efavirenz gegeben wird, muss die Dosis von Voriconazol auf 400 mg alle 12 Stunden erhöht und die Dosis von Efavirenz auf 300 mg alle 24 Stunden verringert werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.5).

Glasdegib (CYP3A4-Substrat)
Es ist davon auszugehen, dass die gleichzeitige Gabe von Voriconazol die Plasmakonzentrationen von Glasdegib und das Risiko einer Verlängerung des QTc-Intervalls erhöht (siehe Abschnitt 4.5). Wenn die gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine engmaschige EKG- Überwachung empfohlen.

Tyrosinkinasehemmer (CYP3A4-Substrat)
Es ist davon auszugehen, dass die gleichzeitige Gabe von Voriconazol mit Tyrosinkinasehemmern, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, die Plasmakonzentration der Tyrosinkinasehemmer und das Risiko für Nebenwirkungen erhöht. Wenn die gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, werden eine Dosisreduktion des Tyrosinkinasehemmers und eine engmaschige klinische Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Rifabutin (ausgeprägter CYP450-Induktor)
Wenn Rifabutin zusammen mit Voriconazol gegeben wird, wird eine sorgfältige Überwachung des Blutbilds und der Nebenwirkungen von Rifabutin (z. B. Uveitis) empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Rifabutin muss vermieden werden, es sei denn, der therapeutische Nutzen überwiegt das mögliche Risiko (siehe Abschnitt 4.5).

Ritonavir (ausgeprägter CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und -Substrat)
Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und niedrig dosiertem Ritonavir (zweimal täglich 100 mg) muss vermieden werden, es sei denn, die Nutzen-Risiko-Abwägung für den Patienten rechtfertigt die Anwendung von Voriconazol (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Everolimus (CYP3A4-Substrat; P-gp-Substrat)
Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und Everolimus wird nicht empfohlen, da erwartet wird, dass Voriconazol die Konzentration von Everolimus signifikant erhöht. Derzeit liegen unzureichende Daten für eine Dosierungsempfehlung in dieser Situation vor (siehe Abschnitt 4.5).

Methadon (CYP3A4-Substrat)
Da die Methadon-Spiegel bei gleichzeitiger Gabe von Voriconazol anstiegen, wird während einer Komedikation mit Voriconazol eine häufige Kontrolle hinsichtlich Nebenwirkungen und Toxizität von Methadon, einschließlich einer QTc-Verlängerung, empfohlen. Eine Dosisreduktion von Methadon kann notwendig werden (siehe Abschnitt 4.5).

Kurz wirksame Opiate (CYP3A4-Substrate)
Bei gleichzeitiger Anwendung von Voriconazol muss eine Dosisreduktion von Alfentanil, Fentanyl und anderen mit Alfentanil strukturverwandten und über CYP3A4 metabolisierten, kurz wirksamen Opiaten (z. B. Sufentanil) erwogen werden (siehe Abschnitt 4.5). Da die Halbwertszeit von Alfentanil, wenn es zusammen mit Voriconazol gegeben wird, um das 4-Fache verlängert wird und in einer unabhängigen publizierten Studie die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol zusammen mit Fentanyl zu einer Erhöhung der durchschnittlichen AUC0-∞ von Fentanyl führte, kann eine häufige Kontrolle bezüglich Opiat-assoziierter Nebenwirkungen (einschließlich einer längeren Überwachung der Atmung) notwendig werden.

Lang wirksame Opiate (CYP3A4-Substrate)
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Voriconazol sollte eine Dosisreduktion von Oxycodon und anderen durch CYP3A4 metabolisierten lang wirksamen Opiaten (z. B. Hydrocodon) erwogen werden. Eine häufige Kontrolle bezüglich Opiat-assoziierter Nebenwirkungen kann dann notwendig werden (siehe Abschnitt 4.5).

Fluconazol (CYP2C9-, CYP2C19- und CYP3A4-Hemmer)
Bei gesunden Personen führte die gleichzeitige Gabe von oralem Voriconazol und oralem Fluconazol zu einem signifikanten Anstieg der Cmax und AUCτ von Voriconazol. Die zur Aufhebung dieses Effekts relevante Reduktion der Dosis und/ oder der Applikationsfrequenz von Voriconazol und Fluconazol wurden nicht untersucht. Wenn Voriconazol sequenziell nach Fluconazol angewendet wird, wird eine Kontrolle hinsichtlich Voriconazol-assoziierter Nebenwirkungen empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Sonstige Bestandteile

Natrium
Dieses Arzneimittel enthält 221 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 11 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme von 2 g.

Cyclodextrine
Das Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung enthält Cyclodextrine (3.200 mg Cyclodextrine pro Durchstechflasche, entsprechend 160 mg/ml nach Rekonstitution in 20 ml, siehe Abschnitte 2 und 6.1), welche die Eigenschaften des Wirkstoffs und anderer Arzneimittel beeinflussen können (z. B.

Toxizität). Sicherheitsaspekte der Cyclodextrine wurden während der Entwicklung und der Sicherheitsbeurteilung des Arzneimittels geprüft.

Cyclodextrine werden renal ausgeschieden, daher kann es zu einer Akkumulation von Cyclodextrinen bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Nierenfunktionsstörung kommen.

Gilt für: VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Überempfindlichkeit
VFEND darf bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen andere Azole nur mit Vorsicht angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.8).

Herz-Kreislauf-System
Voriconazol wurde mit einer Verlängerung des QTc-Intervalls in Verbindung gebracht. Bei Patienten mit Risikofaktoren, wie beispielsweise nach kardiotoxischer Chemotherapie, mit Kardiomyopathie, Hypokaliämie und Begleitmedikation, die ebenfalls dazu beigetragen haben könnte, kam es unter Voriconazol in seltenen Fällen zu Torsade de pointes. Bei Patienten mit einer Prädisposition für Herzrhythmusstörungen muss Voriconazol mit Vorsicht eingesetzt werden, z. B. bei:

  • kongenitaler oder erworbener QTc-Verlängerung

- Kardiomyopathie, speziell bei bestehender Herzinsuffizienz
- Sinusbradykardie

- bestehenden symptomatischen Arrhythmien

- Komedikation, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängert. Vor Beginn und während einer Behandlung mit Voriconazol müssen Störungen des Elektrolythaushalts, wie z. B.

Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypokalzämie, kontrolliert und ggf. ausgeglichen werden (siehe Abschnitt 4.2). In einer Studie an gesunden Probanden wurden die Auswirkungen einer Einmalgabe von bis zum 4-Fachen der üblichen Voriconazol-Tagesdosis auf das QTc-Intervall untersucht. Bei keinem der Probanden wurde die möglicherweise klinisch relevante Verlängerung des QTc-Intervalls von 500 msec überschritten (siehe Abschnitt 5.1).

Lebertoxizität
In klinischen Studien mit Voriconazol kam es zu Fällen schwerer Leberfunktionsstörungen (einschließlich Hepatitis, Cholestase und fulminanten Leberversagens, auch mit tödlichem Ausgang).

Fälle von Leberfunktionsstörungen wurden vor allem bei Patienten mit schweren Grunderkrankungen (vorwiegend bei malignen hämatologischen Erkrankungen) beobachtet. Vorübergehende Leberfunktionsstörungen, einschließlich Hepatitis und Gelbsucht, traten bei Patienten ohne sonstige erkennbare Risikofaktoren auf. Mit Absetzen der Therapie waren die Leberfunktionsstörungen in der Regel reversibel (siehe Abschnitt 4.8).

Kontrolle der Leberfunktionsparameter
Patienten, die mit VFEND behandelt werden, müssen sorgfältig auf Lebertoxizität überwacht werden.

Dazu sollten Laboruntersuchungen der Leberfunktionswerte (insbesondere AST und ALT) zu Beginn der VFEND-Therapie und mindestens einmal wöchentlich im 1. Behandlungsmonat gehören. Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein. Sollte nach erfolgter Nutzen-Risiko-Bewertung jedoch die Therapie fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2), kann die Häufigkeit der Kontrollen auf einmal monatlich reduziert werden, wenn sich keine Änderungen der Leberfunktionswerte ergeben.

Wenn die Leberfunktionswerte deutlich ansteigen, sollte die Therapie mit VFEND abgebrochen werden, es sei denn, die medizinische Nutzen-Risiko-Abwägung für den Patienten rechtfertigt eine Weiterführung.

Die Kontrolle der Leberfunktionsparameter sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt werden.

Schwere Nebenwirkungen der Haut

- Phototoxizität
Unter VFEND kam es darüber hinaus zu Phototoxizität, einschließlich Reaktionen wie Ephelides, Lentigo und Keratosis actinica, und Pseudoporphyrie. Es besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Hautreaktionen/ -toxizitäten bei gleichzeitiger Anwendung von Substanzen, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen (z.B. Methotrexat, usw.). Es wird empfohlen, dass alle Patienten, einschließlich Kinder, während einer Behandlung mit VFEND Sonnenlichtexposition vermeiden und Schutzmaßnahmen wie entsprechende Bekleidung und ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) anwenden.

- Plattenepithelkarzinome der Haut (SCC)
Plattenepithelkarzinome der Haut (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen) wurden bei Patienten beobachtet, von denen einige über frühere phototoxische Reaktionen berichtet haben. Beim Auftreten phototoxischer Reaktionen sollte eine multidisziplinäre Konsultation erwogen und der Patient an einen Dermatologen überwiesen werden. Ein Absetzen von VFEND sowie die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe sollten erwogen werden. Wird die Therapie mit VFEND trotz vorliegender phototoxisch bedingter Läsionen fortgesetzt, sollte systematisch und regelmäßig eine dermatologische Bewertung durchgeführt werden, um prämaligne Läsionen frühzeitig erkennen und Maßnahmen ergreifen zu können. Falls prämaligne Hautläsionen oder Plattenepithelkarzinome festgestellt werden, sollte VFEND abgesetzt werden (siehe unten in diesem Abschnitt unter „Langzeittherapie“).

- Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen
Unter Anwendung von Voriconazol wurden schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR) einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS- Syndrom) berichtet, die lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen können. Falls ein Patient einen Hautausschlag entwickelt, muss er engmaschig überwacht und VFEND muss abgesetzt werden, wenn die Schädigung fortschreitet.

Nebenwirkungen der Nebennieren
Reversible Fälle von Nebenniereninsuffizienz wurden bei Patienten berichtet, die Azole, einschließlich Voriconazol, erhielten. Bei Patienten, die Azole mit oder ohne begleitenden Kortikosteroiden erhielten, wurde über Nebenniereninsuffizienz berichtet. Bei Patienten, die Azole ohne Kortikosteroide erhalten, ist die Nebenniereninsuffizienz auf die direkte Hemmung der Steroidgenese durch Azole zurückzuführen. Bei Patienten, die Kortikosteroide einnehmen, kann die durch Voriconazol verursachte Hemmung ihres CYP3A4-Stoffwechsels zu einem Kortikosteroidüberschuss und einer Nebennierensuppression führen (siehe Abschnitt 4.5). Ein Cushing-Syndrom mit und ohne nachfolgende Nebenniereninsuffizienz wurde auch bei Patienten berichtet, die Voriconazol gleichzeitig mit Kortikosteroiden erhielten.

Patienten unter Langzeittherapie mit Voriconazol und Kortikosteroiden (einschließlich inhalativer Kortikosteroide, z. B. Budesonid, und intranasaler Kortikosteroide) sollten sowohl während der Behandlung als auch nach dem Absetzen von Voriconazol sorgfältig auf Funktionsstörungen der Nebennierenrinde überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5). Die Patienten sollten angewiesen werden, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie Anzeichen und Symptome eines Cushing- Syndroms oder einer Nebenniereninsuffizienz entwickeln.

Langzeittherapie
Eine langfristige Exposition (Behandlung oder Prophylaxe), die 180 Tage (6 Monate) überschreitet, erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung. Der Arzt sollte daher die Notwendigkeit einer Begrenzung der VFEND-Exposition erwägen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

Plattenepithelkarzinome der Haut (SSC) (einschließlich SCC der Haut in situ oder Morbus Bowen) wurden im Zusammenhang mit einer Langzeittherapie mit VFEND berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Über eine nicht infektiöse Periostitis mit erhöhten Fluorid- und Alkalische-Phosphatase-Spiegeln wurde bei transplantierten Patienten berichtet. Wenn der Patient Schmerzen im Bewegungsapparat entwickelt und radiologische Befunde eine Periostitis vermuten lassen, sollte ein Absetzen von VFEND nach multidisziplinärer Konsultation erwogen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Nebenwirkungen am Auge
Es wurde über anhaltende Nebenwirkungen am Auge, einschließlich verschwommenen Sehens, Optikusneuritis und Papillenödem, berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Nebenwirkungen an den Nieren
Bei schwerkranken Patienten wurde unter VFEND-Therapie akutes Nierenversagen beobachtet.

Patienten, die Voriconazol erhalten, erhalten häufig gleichzeitig nephrotoxische Arzneimittel und leiden an Begleiterkrankungen, die zu einer Einschränkung der Nierenfunktion führen können (siehe Abschnitt 4.8).

Kontrolle der Nierenfunktionsparameter
Die Patienten müssen im Hinblick auf das Auftreten von Nierenfunktionsstörungen überwacht werden.

Dies sollte Laboruntersuchungen, vor allem Serumkreatinin, einschließen.

Überwachung der Pankreasfunktion
Patienten, speziell Kinder, mit Risikofaktoren für eine akute Pankreatitis (z. B. aufgrund vorangegangener Chemotherapie oder hämatopoetischer Stammzelltransplantation) müssen während

einer Behandlung mit VFEND engmaschig überwacht werden. Hierbei kann eine Kontrolle der Serumamylase oder -lipase in Erwägung gezogen werden.

Kinder und Jugendliche
Die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit bei Kindern unter 2 Jahren wurden bisher nicht untersucht (siehe auch Abschnitte 4.8 und 5.1). Voriconazol kann bei Kindern ab 2 Jahren eingesetzt werden. Bei Kindern und Jugendlichen wurden häufiger erhöhte Leberenzyme beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Eine Kontrolle der Leberfunktionsparameter sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt werden. Die orale Bioverfügbarkeit kann bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 12 Jahren mit Malabsorption und für ihr Alter sehr niedrigem Körpergewicht eingeschränkt sein. In diesem Fall wird die intravenöse Gabe von Voriconazol empfohlen.

- Schwere Nebenwirkungen der Haut (einschließlich SSC)
Die Häufigkeit von phototoxischen Reaktionen ist bei Kindern und Jugendlichen höher. Da eine Entwicklung hin zu SCC berichtet wurde, sind bei dieser Patientenpopulation strengste Lichtschutzmaßnahmen angezeigt. Bei Kindern mit Photoaging-Verletzungen, wie Lentigines oder Ephelides, werden das Meiden von Sonnenlicht sowie eine dermatologische Nachsorge selbst nach Abbruch der Behandlung empfohlen.

Prophylaxe
Im Fall von behandlungsbedingten Nebenwirkungen (Lebertoxizität, schwere Hautreaktionen, einschließlich Phototoxizität und SCC, schwere oder langanhaltende Sehstörungen und Periostitis), müssen der Abbruch der Behandlung mit Voriconazol und die Anwendung alternativer antifungaler Wirkstoffe erwogen werden.

Phenytoin (CYP2C9-Substrat und ausgeprägter CYP450-Induktor)
Wenn Phenytoin zusammen mit Voriconazol gegeben wird, wird eine sorgfältige Überwachung der Phenytoin-Spiegel empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Phenytoin muss vermieden werden, es sei denn, der therapeutische Nutzen überwiegt das mögliche Risiko (siehe Abschnitt 4.5).

Efavirenz (CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und -Substrat)
Wenn Voriconazol zusammen mit Efavirenz gegeben wird, muss die Dosis von Voriconazol auf 400 mg alle 12 Stunden erhöht und die Dosis von Efavirenz auf 300 mg alle 24 Stunden verringert werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.5).

Glasdegib (CYP3A4-Substrat)
Es ist davon auszugehen, dass die gleichzeitige Gabe von Voriconazol die Plasmakonzentrationen von Glasdegib und das Risiko einer Verlängerung des QTc-Intervalls erhöht (siehe Abschnitt 4.5). Wenn die gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine engmaschige EKG- Überwachung empfohlen.

Tyrosinkinasehemmer (CYP3A4-Substrat)
Es ist davon auszugehen, dass die gleichzeitige Gabe von Voriconazol mit Tyrosinkinasehemmern, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, die Plasmakonzentration der Tyrosinkinasehemmer und das Risiko für Nebenwirkungen erhöht. Wenn die gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, werden eine Dosisreduktion des Tyrosinkinasehemmers und eine engmaschige klinische Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Rifabutin (ausgeprägter CYP450-Induktor)
Wenn Rifabutin zusammen mit Voriconazol gegeben wird, wird eine sorgfältige Überwachung des Blutbilds und der Nebenwirkungen von Rifabutin (z. B. Uveitis) empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Rifabutin muss vermieden werden, es sei denn, der therapeutische Nutzen überwiegt das mögliche Risiko (siehe Abschnitt 4.5).

Ritonavir (ausgeprägter CYP450-Induktor; CYP3A4-Hemmer und -Substrat)
Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und niedrig dosiertem Ritonavir (zweimal täglich 100 mg) muss vermieden werden, es sei denn, die Nutzen-Risiko-Abwägung für den Patienten rechtfertigt die Anwendung von Voriconazol (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Everolimus (CYP3A4-Substrat; P-gp-Substrat)
Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol und Everolimus wird nicht empfohlen, da erwartet wird, dass Voriconazol die Konzentration von Everolimus signifikant erhöht. Derzeit liegen unzureichende Daten für eine Dosierungsempfehlung in dieser Situation vor (siehe Abschnitt 4.5).

Methadon (CYP3A4-Substrat)
Da die Methadon-Spiegel bei gleichzeitiger Gabe von Voriconazol anstiegen, wird während einer Komedikation mit Voriconazol eine häufige Kontrolle hinsichtlich Nebenwirkungen und Toxizität von Methadon, einschließlich einer QTc-Verlängerung, empfohlen. Eine Dosisreduktion von Methadon kann notwendig werden (siehe Abschnitt 4.5).

Kurz wirksame Opiate (CYP3A4-Substrate)
Bei gleichzeitiger Anwendung von Voriconazol muss eine Dosisreduktion von Alfentanil, Fentanyl und anderen mit Alfentanil strukturverwandten und über CYP3A4 metabolisierten, kurz wirksamen Opiaten (z. B. Sufentanil) erwogen werden (siehe Abschnitt 4.5). Da die Halbwertszeit von Alfentanil, wenn es zusammen mit Voriconazol gegeben wird, um das 4-Fache verlängert wird und in einer unabhängigen publizierten Studie die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol zusammen mit Fentanyl zu einer Erhöhung der durchschnittlichen AUC0-∞ von Fentanyl führte, kann eine häufige Kontrolle bezüglich Opiat-assoziierter Nebenwirkungen (einschließlich einer längeren Überwachung der Atmung) notwendig werden.

Lang wirksame Opiate (CYP3A4-Substrate)
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Voriconazol sollte eine Dosisreduktion von Oxycodon und anderen durch CYP3A4 metabolisierten lang wirksamen Opiaten (z. B. Hydrocodon) erwogen werden. Eine häufige Kontrolle bezüglich Opiat-assoziierter Nebenwirkungen kann dann notwendig werden (siehe Abschnitt 4.5).

Fluconazol (CYP2C9-, CYP2C19- und CYP3A4-Hemmer)
Bei gesunden Personen führte die gleichzeitige Gabe von oralem Voriconazol und oralem Fluconazol zu einem signifikanten Anstieg der Cmax und AUCτ von Voriconazol. Die zur Aufhebung dieses Effekts relevante Reduktion der Dosis und/ oder der Applikationsfrequenz von Voriconazol und Fluconazol wurden nicht untersucht. Wenn Voriconazol sequenziell nach Fluconazol angewendet wird, wird eine Kontrolle hinsichtlich Voriconazol-assoziierter Nebenwirkungen empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Sonstige Bestandteile

Sucrose
Dieses Arzneimittel enthält 0,54 g Sucrose pro ml. Dies ist bei Patienten mit Diabetes mellitus zu berücksichtigen. Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose- Malabsorption oder Sucrase-Isomaltase-Mangel sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.. Kann schädlich für die Zähne sein.

Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 5 ml Suspension. Patienten unter einer natriumarmen Diät, sollten informiert werden, dass dieses Arzneimittel nahezu „natriumfrei“ ist.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten

Voriconazol wird durch die Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP2C19, CYP2C9 und CYP3A4 metabolisiert und hemmt gleichzeitig deren Aktivität. Hemmer bzw. Induktoren dieser Isoenzyme könnten die Plasmakonzentrationen von Voriconazol jeweils erhöhen bzw. erniedrigen und Voriconazol kann möglicherweise die Plasmakonzentrationen von Substanzen erhöhen, die durch diese CYP450-Isoenzyme metabolisiert werden. Dies gilt insbesondere für Substanzen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, da Voriconazol ein starker CYP3A4-Inhibitor ist, wobei der Anstieg der AUC substratabhängig ist (siehe untenstehende Tabelle).

Sofern nicht anders angegeben, wurden Interaktionsstudien mit gesunden männlichen Erwachsenen bei oraler Mehrfachgabe von 200 mg Voriconazol zweimal täglich bis zum Erreichen des Steady State durchgeführt. Diese Ergebnisse gelten auch für andere Populationen und Arten der Anwendung.

Bei Patienten mit einer Begleitmedikation, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängert, muss Voriconazol mit Vorsicht angewendet werden. Wenn darüber hinaus die Möglichkeit besteht, dass Voriconazol die Plasmaspiegel von Substanzen, die über das Isoenzym CYP3A4 metabolisiert werden (bestimmte Antihistaminika, Chinidin, Cisaprid, Pimozid und Ivabradin), erhöht, ist eine gleichzeitige Gabe kontraindiziert (siehe nachfolgenden Text und Abschnitt 4.3).

Wechselwirkungstabelle
In der nachfolgenden Tabelle werden die Interaktionen zwischen Voriconazol und anderen Arzneimitteln nach therapeutischen Klassen geordnet aufgeführt. Die Richtung des Pfeils bei den pharmakokinetischen Parametern bezieht sich auf das 90 %ige Konfidenzintervall des geometrischen Mittelwerts und bedeutet im (↔), unter (↓) oder über (↑) dem Bereich von 80 bis 125 %. Der Stern (*) weist auf eine wechselseitige Interaktion hin. AUC, AUCt und AUC0- stehen für die Fläche unter der Kurve für ein Dosierungsintervall, vom Zeitpunkt 0 bis zur Nachweisgrenze bzw. vom Zeitpunkt 0 bis unendlich.

Die in der Tabelle aufgeführten Arzneimittel dienen als Orientierungshilfe und stellen keine vollständige Liste aller möglichen Arzneimittel dar, die kontraindiziert sind oder Wechselwirkungen mit Voriconazol haben können.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Antazida

Cimetidin (400 mg zweimal täglich)

[unspezifischer CYP450-

Hemmer und erhöht den pH-

Wert im Magen]

Voriconazol Cmax  18 %

Voriconazol AUC  23 %

Keine Dosisanpassung

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Omeprazol (40 mg einmal täglich)*

[CYP2C19-Hemmer;

CYP2C19- und CYP3A4-

Substrat]

Omeprazol Cmax  116 %

Omeprazol AUC  280 %

Voriconazol Cmax  15 %

Voriconazol AUC  41 %

Andere
Protonenpumpenhemmer, die

CYP2C19-Substrate sind, könnten ebenfalls durch

Voriconazol gehemmt werden, was zu erhöhten

Plasmakonzentrationen dieser

Arzneimittel führen könnte.

Es wird keine Dosisanpassung von Voriconazol empfohlen.

Wenn eine Voriconazol-Therapie bei Patienten begonnen wird, die bereits 40 mg Omeprazol oder mehr erhalten, wird empfohlen, die Omeprazol-Dosis zu halbieren.
Ranitidin (150 mg zweimal täglich)

[erhöht den pH-Wert im

Magen]

Voriconazol Cmax und AUC ↔

Keine Dosisanpassung

Antiarrhythmika

Digoxin (0,25 mg einmal täglich)

[P-gp-Substrat]

Digoxin Cmax ↔

Digoxin AUC ↔

Keine Dosisanpassung

Chinidin

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plasmakonzentration von Chinidin zu QTc- Verlängerung und in seltenen Fällen zu Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Antibiotika

Flucloxacillin

[CYP450-Induktor]

Es gab Berichte über signifikant verringerte Plasmakonzentrationen von Voriconazol.

Wenn die gleichzeitige

Anwendung von Voriconazol und

Flucloxacillin nicht vermieden werden kann, ist der Patient auf einen potenziellen Verlust der Voriconazol-Wirksamkeit zu überwachen (z. B. durch therapeutisches Drug Monitoring); eine Erhöhung der Voriconazol-Dosis kann erforderlich sein.

Makrolid-Antibiotika

Azithromycin (500 mg einmal täglich)

Erythromycin (1 g zweimal täglich)
[CYP3A4-Inhibitor]

Voriconazol Cmax und AUC ↔

Voriconazol Cmax und AUC ↔

Der Einfluss von Voriconazol auf
Erythromycin oder Azithromycin ist unbekannt.

Keine Dosisanpassung

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Rifabutin

[starker CYP450-Induktor]

300 mg einmal täglich

300 mg einmal täglich
(zusammen mit Voriconazol

350 mg zweimal täglich)*

300 mg einmal täglich
(zusammen mit Voriconazol

400 mg zweimal täglich)*

Voriconazol Cmax  69 %
Voriconazol AUC  78 %

Im Vergleich zu Voriconazol
200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  4 %

Voriconazol AUC  32 %

Rifabutin Cmax  195 %
Rifabutin AUC  331 %

Im Vergleich zu Voriconazol

200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  104 %

Voriconazol AUC  87 %

Eine gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Rifabutin sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko.

Die Erhaltungsdosis von

Voriconazol kann auf 5 mg/kg i.v. zweimal täglich oder von

200 mg auf 350 mg oral zweimal täglich (von 100 mg auf 200 mg oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhöht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Wenn Rifabutin zusammen mit

Voriconazol gegeben wird, werden eine engmaschige

Kontrolle des großen Blutbilds und eine Überwachung der

Nebenwirkungen von Rifabutin

(z. B. Uveitis) empfohlen.

Rifampicin (600 mg einmal täglich)

[starker CYP450-Induktor]

Voriconazol Cmax  93 %

Voriconazol AUC  96 %

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Anti-Krebs-Arzneimittel

Glasdegib

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Glasdegib und des Risikos einer

Verlängerung des QTc-Intervalls.

Wenn eine gleichzeitige

Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine engmaschige EKG-Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Tretinoin

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, könnte

Voriconazol die

Plasmakonzentration von

Tretinoin und das Risiko für

Nebenwirkungen (Pseudotumor cerebri, Hyperkalzämie) erhöhen.

Eine Dosisanpassung von

Tretinoin wird während der

Behandlung mit Voriconazol und nach dessen Absetzen empfohlen.

Tyrosinkinasehemmer

(einschließlich unter anderem:

Axitinib, Bosutinib,

Cabozantinib, Ceritinib,

Cobimetinib, Dabrafenib,

Dasatinib, Nilotinib, Sunitinib,

Ibrutinib, Ribociclib)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, könnte

Voriconazol die

Plasmakonzentration von

Tyrosinkinasehemmern, die durch

CYP3A4 metabolisiert werden, erhöhen.

Wenn eine gleichzeitige

Anwendung nicht vermieden werden kann, werden eine

Dosisreduktion des

Tyrosinkinasehemmers und eine engmaschige klinische

Überwachung empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4).

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Venetoclax

[CYP3A-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Venetoclax.

Die gleichzeitige Gabe von

Voriconazol zu Beginn und während der Dosistitrationsphase von Venetoclax ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die Venetoclax- Dosis ist gemäß den Anweisungen in der Fachinformation von Venetoclax während der Phase mit gleichbleibender täglicher Dosis zu reduzieren. Es wird eine engmaschige Überwachung auf Anzeichen von Toxizität empfohlen.

Vinca-Alkaloide

(einschließlich unter anderem:

Vincristin und Vinblastin)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von Vinca-

Alkaloiden und zu Neurotoxizität.

Eine Dosisreduktion der Vinca-

Alkaloide sollte erwogen werden.

Antikoagulanzien

Warfarin (30 mg als

Einzeldosis zusammen mit

300 mg Voriconazol zweimal täglich)

[CYP2C9-Substrat]

Andere orale
Coumarinpräparate

(einschließlich unter anderem:

Phenprocoumon,

Acenocoumarol)

[CYP2C9- und CYP3A4

Substrate]

Die Prothrombinzeit war maximal um etwa das 2-Fache verlängert.

Obwohl nicht untersucht, könnte
Voriconazol die

Plasmakonzentration von

Coumarinen erhöhen, was die

Prothrombinzeit verlängern kann.

Es werden eine engmaschige

Überwachung der

Prothrombinzeit oder andere geeignete Blutgerinnungstests empfohlen, und die Dosis der Antikoagulanzien sollte entsprechend angepasst werden.

Antikonvulsiva

Carbamazepin und lang wirksame Barbiturate

(einschließlich unter anderem:

Phenobarbital, Mephobarbital)

[starke CYP450‑Induktoren]

Obwohl nicht untersucht, führen

Carbamazepin und lang wirksame

Barbiturate wahrscheinlich zu einer signifikanten Verringerung der Plasmakonzentration von Voriconazol.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Phenytoin

[CYP2C9-Substrat und starker

CYP450-Induktor]

300 mg einmal täglich

300 mg einmal täglich
(zusammen mit Voriconazol

400 mg zweimal täglich)*

Voriconazol Cmax  49 %
Voriconazol AUC  69 %

Phenytoin Cmax  67 %
Phenytoin AUC  81 %

Im Vergleich zu Voriconazol

200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  34 %

Voriconazol AUC  39 %

Eine gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Phenytoin sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko. Es wird eine sorgfältige Kontrolle des Plasmaspiegels von Phenytoin empfohlen.

Phenytoin kann zusammen mit
Voriconazol gegeben werden, wenn die Erhaltungsdosis von

Voriconazol auf 5 mg/kg i.v.

zweimal täglich oder von 200 mg auf 400 mg oral zweimal täglich

(von 100 mg auf 200 mg oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhöht wird (siehe Abschnitt 4.2).

Antidiabetika

Sulfonylharnstoffpräparate

(einschließlich unter anderem:

Tolbutamid, Glipizid,

Glyburid)

[CYP2C9-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Sulfonylharnstoffen und zu einer

Hypoglykämie.

Es wird eine sorgfältige Kontrolle der Glucosewerte im Blut empfohlen. Eine Dosisreduktion der Sulfonylharnstoffe sollte erwogen werden.

Antimykotika

Fluconazol (200 mg einmal täglich)
[CYP2C9-, CYP2C19- und

CYP3A4-Hemmer]

Voriconazol Cmax  57 %

Voriconazol AUC  79 %

Fluconazol Cmax nicht bestimmt

Fluconazol AUC nicht bestimmt

Die zur Verhinderung dieses

Effekts notwendige

Dosisreduktion und/oder

Verminderung der

Applikationshäufigkeit von

Voriconazol und Fluconazol wurden nicht bestimmt. Wenn

Voriconazol sequenziell nach

Fluconazol angewendet wird, wird eine Überwachung auf durch Voriconazol ausgelöste Nebenwirkungen empfohlen.

Antihistaminika

Astemizol

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plasmakonzentration von Astemizol zu QTc- Verlängerung und in seltenen Fällen zu Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Terfenadin

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plasmakonzentration von Terfenadin zu QTc- Verlängerung und in seltenen Fällen zu Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Anti-HIV-Arzneimittel

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Indinavir (800 mg dreimal täglich)

[CYP3A4-Hemmer und -

Substrat]

Indinavir Cmax ↔

Indinavir AUC ↔

Voriconazol Cmax ↔

Voriconazol AUC ↔

Keine Dosisanpassung

Ritonavir (Protease-Inhibitor)

[starker CYP450-Induktor;

CYP3A4-Hemmer und -Substrat]

Hoch dosiert (400 mg zweimal täglich)

Niedrig dosiert (100 mg zweimal täglich)*

Ritonavir Cmax und AUC ↔
Voriconazol Cmax  66 %

Voriconazol AUC  82 %

Ritonavir Cmax  25 %
Ritonavir AUC 13 %

Voriconazol Cmax  24 %

Voriconazol AUC  39 %

Die gleichzeitige Gabe von
Voriconazol und hoch dosiertem

Ritonavir (400 mg zweimal täglich oder mehr) ist kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Die gleichzeitige Gabe von
Voriconazol und niedrig dosiertem Ritonavir (100 mg zweimal täglich) sollte vermieden werden, es sei denn, eine Nutzen- Risiko-Abschätzung für den Patienten rechtfertigt die Anwendung von Voriconazol.

Andere HIV-Protease-Hemmer

(einschließlich unter anderem:

Saquinavir, Amprenavir und

Nelfinavir)*

[CYP3A4-Substrate und -Hemmer]

Nicht klinisch untersucht. In vitro-

Studien zeigen, dass Voriconazol den Metabolismus von HIV-

Protease-Hemmern hemmen kann und HIV-Protease-Hemmer genauso den Metabolismus von Voriconazol hemmen können.

Eine sorgfältige Kontrolle im

Hinblick auf Arzneimitteltoxizität und/oder mangelnde Wirksamkeit sowie eine Dosisanpassung können notwendig sein.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Efavirenz (ein nicht- nukleosidischer Reverse-

Transkriptase-Hemmer,

NNRTI) [CYP450-Induktor;

CYP3A4-Hemmer und -Substrat]

Efavirenz 400 mg einmal täglich zusammen mit
Voriconazol 200 mg zweimal täglich*

Efavirenz 300 mg einmal täglich zusammen mit
Voriconazol 400 mg zweimal täglich*

Efavirenz Cmax  38 %
Efavirenz AUC  44 %

Voriconazol Cmax  61 %

Voriconazol AUC  77 %

Im Vergleich zu Efavirenz 600 mg einmal täglich,
Efavirenz Cmax ↔

Efavirenz AUC  17 %

Im Vergleich zu Voriconazol
200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  23 %

Voriconazol AUC  7 %

Die Verwendung von
Standarddosen von Voriconazol zusammen mit Efavirenz-Dosen von 400 mg einmal täglich oder höher ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Voriconazol kann zusammen mit
Efavirenz gegeben werden, wenn die Erhaltungsdosis von

Voriconazol auf 400 mg zweimal täglich erhöht und die Dosis von

Efavirenz auf 300 mg einmal täglich reduziert wird. Bei

Beendigung der Voriconazol-

Behandlung sollte die ursprüngliche Dosis von

Efavirenz wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitte 4.2 und

4.4).

Andere nicht-nukleosidische

Reverse-Transkriptase-

Hemmer (NNRTI)

(einschließlich unter anderem:

Delavirdin, Nevirapin)*

[CYP3A4-Substrate, -Hemmer oder CYP450-Induktoren]

Nicht klinisch untersucht. In-vitro-

Studien zeigen, dass NNRTI den

Metabolismus von Voriconazol hemmen können und Voriconazol den Metabolismus von NNRTI hemmen kann.

Die Erkenntnisse über den

Einfluss von Efavirenz auf

Voriconazol lassen vermuten, dass der Metabolismus von

Voriconazol durch einen NNRTI induziert werden kann.

Eine sorgfältige Kontrolle im

Hinblick auf Arzneimitteltoxizität und/oder mangelnde Wirksamkeit sowie eine Dosisanpassung können notwendig sein.

Antipsychotika

Luradison

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Lurasidon.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Pimozid

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plasmakonzentration von Pimozid zu QTc- Verlängerung und in seltenen Fällen zu Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Antivirale Wirkstoffe

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Letermovir

[CYP2C9- und CYP2C19-

Induktor]

Voriconazol Cmax ↓ 39 %

Voriconazol AUC0-12 ↓ 44 %

Voriconazol C12 ↓ 51 %

Wenn die gleichzeitige

Anwendung von Voriconazol und

Letermovir nicht vermieden werden kann, ist der Patient auf einen potenziellen Verlust der Voriconazol-Wirksamkeit zu überwachen.

Benzodiazepine

[CYP3A4-Substrate]

Midazolam (0,05 mg/kg i.v. als

Einzeldosis)

Midazolam (7,5 mg peroral als
Einzeldosis)

Andere Benzodiazepine
(einschließlich unter anderem:

Triazolam, Alprazolam)

In einer unabhängigen publizierten
Studie:

Midazolam AUC0-  3,7-fach

In einer unabhängigen publizierten
Studie:

Midazolam Cmax  3,8-fach

Midazolam AUC0-  10,3-fach

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration anderer

Benzodiazepine, die durch

CYP3A4 metabolisiert werden, und zu einem verlängerten sedativen Effekt.

Es sollte eine Dosisreduktion der

Benzodiazepine erwogen werden.

Herzmittel

Ivabradin

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plasmakonzentration von Ivabradin zu QTc- Verlängerung und in seltenen Fällen zu Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Mavacamten

[CYP2C19-, CYP3A4- und

CYP2C9-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Mavacamten, mit einem erhöhten

Risiko für Herzinsuffizienz.

Weitere Informationen sind in der

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels von

Mavacamten zu finden.

Potentiatoren des Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulators (CFTR)

Ivacaftor

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Ivacaftor, mit einem erhöhten

Risiko für Nebenwirkungen.

Eine Dosisreduktion von

Ivacaftor wird empfohlen.

Ergotaminderivate

Ergot-Alkaloide

(einschließlich unter anderem:

Ergotamin und

Dihydroergotamin)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von Ergot-

Alkaloiden und zu Ergotismus.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

GI-motilitätsmodifizierende Pharmaka

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Cisaprid

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte Plasmakonzentration von Cisaprid zu QTc- Verlängerung und in seltenen Fällen zu Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Pflanzliche Arzneimittel

Johanniskraut

[CYP450-Induktor; P-gp-

Induktor]

300 mg dreimal täglich

(zusammen mit Voriconazol

400 mg als Einzeldosis)

In einer unabhängigen publizierten

Studie:

Voriconazol AUC0-  59 %

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Immunsuppressiva

[CYP3A4-Substrate]

Ciclosporin (bei stabilen
Patienten mit

Nierentransplantation unter

Dauertherapie mit Ciclosporin)

Everolimus
[auch ein P-gp-Substrat]

Sirolimus (2 mg als
Einzeldosis)

Tacrolimus (0,1 mg/kg als
Einzeldosis)

Ciclosporin Cmax  13 %
Ciclosporin AUC  70 %

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Everolimus.

In einer unabhängigen publizierten
Studie: Sirolimus Cmax  6,6-fach

Sirolimus AUC0-  11-fach

Tacrolimus Cmax  117 %
Tacrolimus AUCt  221 %

Bei Beginn einer Voriconazol-
Therapie bei Patienten, die bereits Ciclosporin erhalten, wird empfohlen, die Ciclosporin-Dosis zu halbieren und die Ciclosporin- Spiegel sorgfältig zu überwachen.

Erhöhte Ciclosporin-Spiegel werden mit Nephrotoxizität in

Verbindung gebracht. Beim

Absetzen von Voriconazol müssen die Ciclosporin-Spiegel sorgfältig überwacht und die Dosis bei Bedarf erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Everolimus wird nicht empfohlen, da erwartet wird, dass Voriconazol die Everolimus-Konzentration signifikant erhöht (siehe Abschnitt 4.4).

Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Sirolimus ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Beginn einer Voriconazol-
Therapie bei Patienten, die bereits Tacrolimus erhalten, wird empfohlen, die Tacrolimus-Dosis auf ein Drittel der Ausgangsdosis zu reduzieren und die Tacrolimus-Spiegel sorgfältig zu überwachen. Erhöhte Tacrolimus-Spiegel werden mit Nephrotoxizität in Verbindung gebracht. Beim Absetzen von

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Voclosporin

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Voclosporin.

Voriconazol müssen die

Tacrolimus-Spiegel sorgfältig überwacht und die Dosis bei

Bedarf erhöht werden.

Kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3)

Mycophenolsäure (1 g als

Einzeldosis)

[UDP-Glucuronyltransferase-

Substrat]

Mycophenolsäure Cmax ↔

Mycophenolsäure AUCt ↔

Keine Dosisanpassung

Lipidsenkende Arzneimittel/HMG-CoA-Reduktase-Hemmer

Statine (z. B. Lovastatin)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von Statinen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, und könnte zu einer Rhabdomyolyse führen.

Wenn eine gleichzeitige

Anwendung von Voriconazol mit

Statinen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, nicht vermieden werden kann, sollte eine Dosisreduktion des Statins erwogen werden.

Nichtsteroidale selektive Antagonisten des Mineralokortikoid-Rezeptors (MR)

Finerenon

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Finerenon.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Eplerenon

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Eplerenon.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR)

[CYP2C9-Substrate]

Ibuprofen (400 mg als
Einzeldosis)

Diclofenac (50 mg als
Einzeldosis)

S-Ibuprofen Cmax  20 %
S-Ibuprofen AUC0-  100 %

Diclofenac Cmax  114 %
Diclofenac AUC0-  78 %

Es wird eine häufige Kontrolle bezüglich Nebenwirkungen und

Toxizität der NSAR empfohlen.

Eine Dosisreduktion der NSAR kann notwendig werden.

Opioide

Lang wirksame Opiate

[CYP3A4-Substrate]

Oxycodon (10 mg als
Einzeldosis)

In einer unabhängigen publizierten

Studie:

Oxycodon Cmax  1,7-fach

Oxycodon AUC0-  3,6-fach

Bei Oxycodon und anderen lang wirksamen Opiaten, die durch

CYP3A4 metabolisiert werden

(z. B. Hydrocodon), sollte eine

Dosisreduktion erwogen werden.

Es können häufige Kontrollen auf

Opiat-assoziierte

Nebenwirkungen notwendig werden.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Methadon (32 mg bis 100 mg einmal täglich)

[CYP3A4-Substrat]

R-Methadon (aktiv) Cmax  31 %

R-Methadon (aktiv) AUC  47 %

S-Methadon Cmax  65 %

S-Methadon AUC  103 %

Es wird eine häufige Kontrolle bezüglich Nebenwirkungen und

Toxizität von Methadon, einschließlich QTc-

Verlängerung, empfohlen. Eine

Dosisreduktion von Methadon kann notwendig werden.

Kurz wirksame Opiate

[CYP3A4-Substrate]

Alfentanil (20 μg/kg als
Einzeldosis, zusammen mit

Naloxon)

Fentanyl (5 g/kg als
Einzeldosis)

In einer unabhängigen publizierten
Studie:

Alfentanil AUC0-  6-fach

In einer unabhängigen publizierten
Studie:

Fentanyl AUC0-  1,34-fach

Eine Dosisreduktion von

Alfentanil, Fentanyl und anderen kurz wirksamen Opiaten, die eine vergleichbare Struktur wie Alfentanil haben und durch CYP3A4 metabolisiert werden (z. B. Sufentanil), sollte erwogen werden. Es wird eine langfristige und häufige Kontrolle hinsichtlich Atemdepression und anderer Opiat-assoziierter Nebenwirkungen empfohlen.

Opioid-Rezeptorantagonisten

Naloxegol

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Naloxegol.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Orale Kontrazeptiva

Orale Kontrazeptiva*

[CYP3A4-Substrate,

CYP2C19-Hemmer]

Norethisteron/Ethinylestradiol

(1 mg/0,035 mg einmal täglich)

Ethinylestradiol Cmax  36 %

Ethinylestradiol AUC  61 %

Norethisteron Cmax  15 %

Norethisteron AUC  53 %

Voriconazol Cmax  14 %

Voriconazol AUC  46 %

Es wird empfohlen, zusätzlich zur Kontrolle möglicher

Nebenwirkungen von

Voriconazol, auf

Nebenwirkungen der oralen

Kontrazeptiva zu achten.

Steroide

Kortikosteroide

Prednisolon (60 mg als
Einzeldosis)

[CYP3A4-Substrat]

Prednisolon Cmax  11 %
Prednisolon AUC0-  34 %

Keine Dosisanpassung

Patienten unter Langzeittherapie mit Voriconazol und
Kortikosteroiden (einschließlich inhalativer Kortikosteroide, z. B.

Budesonid, und intranasaler

Kortikosteroide) sollten sowohl während der Behandlung als auch nach dem Absetzen von Voriconazol sorgfältig auf Funktionsstörungen der Nebennierenrinde überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Tolvaptan

[CYP3A-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Tolvaptan.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Gilt für: VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Voriconazol wird durch die Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP2C19, CYP2C9 und CYP3A4 metabolisiert und hemmt gleichzeitig deren Aktivität. Hemmer bzw. Induktoren dieser Isoenzyme könnten die Plasmakonzentrationen von Voriconazol jeweils erhöhen bzw. erniedrigen und Voriconazol kann möglicherweise die Plasmakonzentrationen von Substanzen erhöhen, die durch diese CYP450-Isoenzyme metabolisiert werden. Dies gilt insbesondere für Substanzen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, da Voriconazol ein starker CYP3A4-Inhibitor ist, wobei der Anstieg der AUC substratabhängig ist (siehe untenstehende Tabelle).

Sofern nicht anders angegeben, wurden Interaktionsstudien mit gesunden männlichen Erwachsenen bei oraler Mehrfachgabe von 200 mg Voriconazol zweimal täglich bis zum Erreichen des Steady State durchgeführt. Diese Ergebnisse gelten auch für andere Populationen und Arten der Anwendung.

Bei Patienten mit einer Begleitmedikation, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängert, muss Voriconazol mit Vorsicht angewendet werden. Wenn darüber hinaus die Möglichkeit besteht, dass Voriconazol die Plasmaspiegel von Substanzen, die über das Isoenzym CYP3A4 metabolisiert werden (bestimmte Antihistaminika, Chinidin, Cisaprid, Pimozid und Ivabradin), erhöht, ist eine gleichzeitige Gabe kontraindiziert (siehe nachfolgenden Text und Abschnitt 4.3).

Wechselwirkungstabelle
In der nachfolgenden Tabelle werden die Interaktionen zwischen Voriconazol und anderen Arzneimitteln nach therapeutischen Klassen geordnet aufgeführt. Die Richtung des Pfeils bei den pharmakokinetischen Parametern bezieht sich auf das 90%ige Konfidenzintervall des geometrischen Mittelwerts und bedeutet im (↔), unter (↓) oder über (↑) dem Bereich von 80 bis 125 %. Der Stern (*) weist auf eine wechselseitige Interaktion hin. AUC, AUCt und AUC0- stehen für die Fläche unter der Kurve für ein Dosierungsintervall, vom Zeitpunkt 0 bis zur Nachweisgrenze bzw. vom Zeitpunkt 0 bis unendlich.

Die in der Tabelle aufgeführten Arzneimittel dienen als Orientierungshilfe und stellen keine vollständige Liste aller möglichen Arzneimittel dar, die kontraindiziert sind oder Wechselwirkungen mit Voriconazol haben können.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Antazida

Cimetidin (400 mg zweimal täglich)

[unspezifischer CYP450-Hemmer und erhöht den pH-Wert im

Magen]

Voriconazol Cmax  18 %

Voriconazol AUC  23 %

Keine Dosisanpassung

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Omeprazol (40 mg einmal täglich)*

[CYP2C19-Hemmer; CYP2C19- und CYP3A4-Substrat]

Omeprazol Cmax  116 %

Omeprazol AUC  280 %

Voriconazol Cmax  15 %

Voriconazol AUC  41 %

Andere
Protonenpumpenhemmer, die CYP2C19-Substrate sind, könnten ebenfalls durch Voriconazol gehemmt werden, was zu erhöhten Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel führen könnte.

Es wird keine Dosisanpassung von

Voriconazol empfohlen.

Wenn eine Voriconazol-Therapie bei Patienten begonnen wird, die bereits 40 mg Omeprazol oder mehr erhalten, wird empfohlen, die Omeprazol-Dosis zu halbieren.
Ranitidin (150 mg zweimal täglich)

[erhöht den pH-Wert im Magen]

Voriconazol Cmax und AUC ↔ Keine Dosisanpassung

Antiarrhythmika

Digoxin (0,25 mg einmal täglich)

[P-gp-Substrat]

Digoxin Cmax ↔

Digoxin AUC ↔

Keine Dosisanpassung

Chinidin

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Chinidin zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu

Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Antibiotika

Flucloxacillin

[CYP450-Induktor]

Es gab Berichte über signifikant verringerte

Plasmakonzentrationen von

Voriconazol.

Wenn die gleichzeitige

Anwendung von Voriconazol und

Flucloxacillin nicht vermieden werden kann, ist der Patient auf einen potenziellen Verlust der Voriconazol-Wirksamkeit zu überwachen (z. B. durch therapeutisches Drug Monitoring);

eine Erhöhung der Voriconazol-

Dosis kann erforderlich sein.

Makrolid-Antibiotika

Azithromycin (500 mg einmal täglich)

Erythromycin (1 g zweimal täglich)
[CYP3A4-Inhibitor]

Voriconazol Cmax und AUC ↔

Voriconazol Cmax und AUC ↔

Der Einfluss von Voriconazol auf Erythromycin oder
Azithromycin ist unbekannt.

Keine Dosisanpassung

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Rifabutin

[starker CYP450-Induktor]

300 mg einmal täglich

300 mg einmal täglich
(zusammen mit Voriconazol

350 mg zweimal täglich)*

300 mg einmal täglich
(zusammen mit Voriconazol

400 mg zweimal täglich)*

Voriconazol Cmax  69 %
Voriconazol AUC  78 %

Im Vergleich zu Voriconazol
200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  4 %

Voriconazol AUC  32 %

Rifabutin Cmax  195 %
Rifabutin AUC  331 %

Im Vergleich zu Voriconazol

200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  104 %

Voriconazol AUC  87 %

Eine gleichzeitige Anwendung von

Voriconazol und Rifabutin sollte vermieden werden, es sei denn, der

Nutzen überwiegt das Risiko.

Die Erhaltungsdosis von

Voriconazol kann auf 5 mg/kg i.v.

zweimal täglich oder von 200 mg auf 350 mg oral zweimal täglich

(von 100 mg auf 200 mg oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhöht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Wenn Rifabutin zusammen mit

Voriconazol gegeben wird, werden eine engmaschige Kontrolle des großen Blutbilds und eine Überwachung der Nebenwirkungen von Rifabutin (z. B. Uveitis) empfohlen.

Rifampicin (600 mg einmal täglich)

[starker CYP450-Induktor]

Voriconazol Cmax  93 %

Voriconazol AUC  96 %

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Anti-Krebs-Arzneimittel

Glasdegib

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Glasdegib und des Risikos einer Verlängerung des QTc-

Intervalls.

Wenn eine gleichzeitige

Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine engmaschige EKG-Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Tretinoin

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, könnte Voriconazol die

Plasmakonzentration von

Tretinoin und das Risiko für

Nebenwirkungen

(Pseudotumor cerebri,

Hyperkalzämie) erhöhen.

Eine Dosisanpassung von

Tretinoin wird während der

Behandlung mit Voriconazol und nach dessen Absetzen empfohlen.

Tyrosinkinasehemmer

(einschließlich unter anderem:

Axitinib, Bosutinib,

Cabozantinib, Ceritinib,

Cobimetinib, Dabrafenib,

Dasatinib, Nilotinib, Sunitinib,

Ibrutinib, Ribociclib)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, könnte Voriconazol die

Plasmakonzentration von

Tyrosinkinasehemmern, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, erhöhen.

Wenn eine gleichzeitige

Anwendung nicht vermieden werden kann, werden eine

Dosisreduktion des

Tyrosinkinasehemmers und eine engmaschige klinische

Überwachung empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4).

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Venetoclax

[CYP3A-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Venetoclax.

Die gleichzeitige Gabe von

Voriconazol zu Beginn und während der Dosistitrationsphase von Venetoclax ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die Venetoclax- Dosis ist gemäß den Anweisungen in der Fachinformation von Venetoclax während der Phase mit gleichbleibender täglicher Dosis zu reduzieren. Es wird eine engmaschige Überwachung auf Anzeichen von Toxizität empfohlen.

Vinca-Alkaloide (einschließlich unter anderem: Vincristin und

Vinblastin)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Vinca-Alkaloiden und zu

Neurotoxizität.

Eine Dosisreduktion der Vinca-

Alkaloide sollte erwogen werden.

Antikoagulanzien

Warfarin (30 mg als Einzeldosis zusammen mit 300 mg

Voriconazol zweimal täglich)

[CYP2C9-Substrat]

Andere orale Coumarinpräparate
(einschließlich unter anderem:

Phenprocoumon,

Acenocoumarol)

[CYP2C9- und CYP3A4

Substrate]

Die Prothrombinzeit war maximal um etwa das 2-Fache verlängert.

Obwohl nicht untersucht, könnte Voriconazol die
Plasmakonzentration von

Coumarinen erhöhen, was die

Prothrombinzeit verlängern kann.

Es werden eine engmaschige

Überwachung der Prothrombinzeit oder andere geeignete

Blutgerinnungstests empfohlen, und die Dosis der

Antikoagulanzien sollte entsprechend angepasst werden.

Antikonvulsiva

Carbamazepin und lang wirksame

Barbiturate (einschließlich unter anderem: Phenobarbital,

Mephobarbital)

[starke CYP450‑Induktoren]

Obwohl nicht untersucht, führen Carbamazepin und lang wirksame Barbiturate wahrscheinlich zu einer signifikanten Verringerung der Plasmakonzentration von Voriconazol.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Phenytoin

[CYP2C9-Substrat und starker

CYP450-Induktor]

300 mg einmal täglich

300 mg einmal täglich
(zusammen mit Voriconazol

400 mg zweimal täglich)*

Voriconazol Cmax  49 %
Voriconazol AUC  69 %

Phenytoin Cmax  67 %
Phenytoin AUC  81 %

Im Vergleich zu Voriconazol

200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  34 %

Voriconazol AUC  39 %

Eine gleichzeitige Anwendung von

Voriconazol und Phenytoin sollte vermieden werden, es sei denn, der

Nutzen überwiegt das Risiko. Es wird eine sorgfältige Kontrolle des

Plasmaspiegels von Phenytoin empfohlen.

Phenytoin kann zusammen mit
Voriconazol gegeben werden, wenn die Erhaltungsdosis von

Voriconazol auf 5 mg/kg i.v.

zweimal täglich oder von 200 mg auf 400 mg oral zweimal täglich

(von 100 mg auf 200 mg oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhöht wird (siehe Abschnitt 4.2).

Antidiabetika

Sulfonylharnstoffpräparate

(einschließlich unter anderem:

Tolbutamid, Glipizid, Glyburid)

[CYP2C9-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Sulfonylharnstoffen und zu einer Hypoglykämie.

Es wird eine sorgfältige Kontrolle der Glucosewerte im Blut empfohlen. Eine Dosisreduktion der Sulfonylharnstoffe sollte erwogen werden.

Antimykotika

Fluconazol (200 mg einmal täglich)
[CYP2C9-, CYP2C19- und

CYP3A4-Hemmer]

Voriconazol Cmax  57 %

Voriconazol AUC  79 %

Fluconazol Cmax nicht bestimmt

Fluconazol AUC nicht bestimmt

Die zur Verhinderung dieses

Effekts notwendige Dosisreduktion und/oder Verminderung der

Applikationshäufigkeit von

Voriconazol und Fluconazol wurden nicht bestimmt. Wenn

Voriconazol sequenziell nach

Fluconazol angewendet wird, wird eine Überwachung auf durch

Voriconazol ausgelöste

Nebenwirkungen empfohlen.

Antihistaminika

Astemizol

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Astemizol zu QTc-

Verlängerung und in seltenen

Fällen zu Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Terfenadin

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Terfenadin zu QTc-

Verlängerung und in seltenen

Fällen zu Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Anti-HIV-Arzneimittel

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Indinavir (800 mg dreimal täglich)

[CYP3A4-Hemmer und -Substrat]

Indinavir Cmax ↔

Indinavir AUC ↔

Voriconazol Cmax ↔

Voriconazol AUC ↔

Keine Dosisanpassung

Ritonavir (Protease-Inhibitor)

[starker CYP450-Induktor;

CYP3A4-Hemmer und -Substrat]

Hoch dosiert (400 mg zweimal täglich)

Niedrig dosiert (100 mg zweimal täglich)*

Ritonavir Cmax und AUC ↔
Voriconazol Cmax  66 %

Voriconazol AUC  82 %

Ritonavir Cmax  25 %
Ritonavir AUC 13 %

Voriconazol Cmax  24 %

Voriconazol AUC  39 %

Die gleichzeitige Gabe von
Voriconazol und hoch dosiertem

Ritonavir (400 mg zweimal täglich oder mehr) ist kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3).

Die gleichzeitige Gabe von
Voriconazol und niedrig dosiertem

Ritonavir (100 mg zweimal täglich) sollte vermieden werden, es sei denn, eine Nutzen-Risiko- Abschätzung für den Patienten rechtfertigt die Anwendung von Voriconazol.

Andere HIV-Protease-Hemmer

(einschließlich unter anderem:

Saquinavir, Amprenavir und

Nelfinavir)*

[CYP3A4-Substrate und -

Hemmer]

Nicht klinisch untersucht. In vitro-Studien zeigen, dass

Voriconazol den Metabolismus von HIV-Protease-Hemmern hemmen kann und HIV-

Protease-Hemmer genauso den

Metabolismus von Voriconazol hemmen können.

Eine sorgfältige Kontrolle im

Hinblick auf Arzneimitteltoxizität und/oder mangelnde Wirksamkeit sowie eine Dosisanpassung können notwendig sein.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Efavirenz (ein nicht- nukleosidischer Reverse-

Transkriptase-Hemmer, NNRTI)

[CYP450-Induktor; CYP3A4-

Hemmer und -Substrat]

Efavirenz 400 mg einmal täglich zusammen mit Voriconazol
200 mg zweimal täglich*

Efavirenz 300 mg einmal täglich zusammen mit Voriconazol
400 mg zweimal täglich*

Efavirenz Cmax  38 %
Efavirenz AUC  44 %

Voriconazol Cmax  61 %

Voriconazol AUC  77 %

Im Vergleich zu Efavirenz
600 mg einmal täglich,

Efavirenz Cmax ↔

Efavirenz AUC  17 %

Im Vergleich zu Voriconazol
200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  23 %

Voriconazol AUC  7 %

Die Verwendung von
Standarddosen von Voriconazol zusammen mit Efavirenz-Dosen von 400 mg einmal täglich oder höher ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Voriconazol kann zusammen mit
Efavirenz gegeben werden, wenn die Erhaltungsdosis von

Voriconazol auf 400 mg zweimal täglich erhöht und die Dosis von

Efavirenz auf 300 mg einmal täglich reduziert wird. Bei

Beendigung der Voriconazol-

Behandlung sollte die ursprüngliche Dosis von Efavirenz wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Andere nicht-nukleosidische

Reverse-Transkriptase-Hemmer

(NNRTI) (einschließlich unter anderem: Delavirdin, Nevirapin)*

[CYP3A4-Substrate, -Hemmer oder CYP450-Induktoren]

Nicht klinisch untersucht. In- vitro-Studien zeigen, dass

NNRTI den Metabolismus von

Voriconazol hemmen können und Voriconazol den

Metabolismus von NNRTI hemmen kann.

Die Erkenntnisse über den

Einfluss von Efavirenz auf

Voriconazol lassen vermuten, dass der Metabolismus von

Voriconazol durch einen

NNRTI induziert werden kann.

Eine sorgfältige Kontrolle im

Hinblick auf Arzneimitteltoxizität und/oder mangelnde Wirksamkeit sowie eine Dosisanpassung können notwendig sein.

Antipsychotika

Luradison

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Lurasidon.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Pimozid

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Pimozid zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu

Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Antivirale Wirkstoffe

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Letermovir

[CYP2C9- und CYP2C19-

Induktor]

Voriconazol Cmax ↓ 39 %

Voriconazol AUC0-12 ↓ 44 %

Voriconazol C12 ↓ 51 %

Wenn die gleichzeitige

Anwendung von Voriconazol und

Letermovir nicht vermieden werden kann, ist der Patient auf einen potenziellen Verlust der Voriconazol-Wirksamkeit zu überwachen.

Benzodiazepine

[CYP3A4-Substrate]

Midazolam (0,05 mg/kg i.v. als

Einzeldosis)

Midazolam (7,5 mg peroral als
Einzeldosis)

Andere Benzodiazepine
(einschließlich unter anderem:

Triazolam, Alprazolam)

In einer unabhängigen publizierten Studie:
Midazolam AUC0-  3,7-fach

In einer unabhängigen publizierten Studie:
Midazolam Cmax  3,8-fach

Midazolam AUC0-  10,3- fach

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration anderer

Benzodiazepine, die durch

CYP3A4 metabolisiert werden, und zu einem verlängerten sedativen Effekt.

Es sollte eine Dosisreduktion der

Benzodiazepine erwogen werden.

Herzmittel

Ivabradin

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Ivabradin zu QTc-

Verlängerung und in seltenen

Fällen zu Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Mavacamten

[CYP2C19-, CYP3A4- und

CYP2C9-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Mavacamten, mit einem erhöhten Risiko für

Herzinsuffizienz.

Weitere Informationen sind in der

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels von

Mavacamten zu finden.

Potentiatoren des Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulators (CFTR)

Ivacaftor

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Ivacaftor, mit einem erhöhten

Risiko für Nebenwirkungen.

Eine Dosisreduktion von Ivacaftor wird empfohlen.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Ergotaminderivate

Ergot-Alkaloide (einschließlich unter anderem: Ergotamin und

Dihydroergotamin)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Ergot-Alkaloiden und zu

Ergotismus.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

GI-motilitätsmodifizierende Pharmaka

Cisaprid

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Cisaprid zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu

Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Pflanzliche Arzneimittel

Johanniskraut

[CYP450-Induktor; P-gp-

Induktor]

300 mg dreimal täglich

(zusammen mit Voriconazol

400 mg als Einzeldosis)

In einer unabhängigen publizierten Studie:

Voriconazol AUC0-  59 %

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Immunsuppressiva

[CYP3A4-Substrate]

Ciclosporin (bei stabilen
Patienten mit

Nierentransplantation unter

Dauertherapie mit Ciclosporin)

Everolimus
[auch ein P-gp-Substrat]

Sirolimus (2 mg als Einzeldosis)

Tacrolimus (0,1 mg/kg als
Einzeldosis)

Ciclosporin Cmax  13 %
Ciclosporin AUC  70 %

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Everolimus.

In einer unabhängigen publizierten Studie: Sirolimus
Cmax  6,6-fach

Sirolimus AUC0-  11-fach

Tacrolimus Cmax  117 %
Tacrolimus AUCt  221 %

Bei Beginn einer Voriconazol-
Therapie bei Patienten, die bereits

Ciclosporin erhalten, wird empfohlen, die Ciclosporin-Dosis zu halbieren und die Ciclosporin- Spiegel sorgfältig zu überwachen.

Erhöhte Ciclosporin-Spiegel werden mit Nephrotoxizität in

Verbindung gebracht. Beim

Absetzen von Voriconazol müssen die Ciclosporin-Spiegel sorgfältig überwacht und die Dosis bei Bedarf erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von
Voriconazol und Everolimus wird nicht empfohlen, da erwartet wird, dass Voriconazol die Everolimus- Konzentration signifikant erhöht (siehe Abschnitt 4.4).

Die gleichzeitige Anwendung von
Voriconazol und Sirolimus ist kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Bei Beginn einer Voriconazol-
Therapie bei Patienten, die bereits

Tacrolimus erhalten, wird empfohlen, die Tacrolimus-Dosis

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Voclosporin

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Voclosporin.

auf ein Drittel der Ausgangsdosis zu reduzieren und die Tacrolimus-
Spiegel sorgfältig zu überwachen.

Erhöhte Tacrolimus-Spiegel werden mit Nephrotoxizität in

Verbindung gebracht. Beim

Absetzen von Voriconazol müssen die Tacrolimus-Spiegel sorgfältig überwacht und die Dosis bei Bedarf erhöht werden.

Kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3)

Mycophenolsäure (1 g als

Einzeldosis)

[UDP-Glucuronyltransferase-

Substrat]

Mycophenolsäure Cmax ↔

Mycophenolsäure AUCt ↔

Keine Dosisanpassung

Lipidsenkende Arzneimittel/HMG-CoA-Reduktase-Hemmer

Statine (z. B. Lovastatin)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Statinen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, und könnte zu einer

Rhabdomyolyse führen.

Wenn eine gleichzeitige

Anwendung von Voriconazol mit

Statinen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, nicht vermieden werden kann, sollte eine Dosisreduktion des Statins erwogen werden.

Nichtsteroidale selektive Antagonisten des Mineralokortikoid-Rezeptors (MR)

Finerenon

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Finerenon.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Eplerenon

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Eplerenon.

Kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3)

Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR)

[CYP2C9-Substrate]

Ibuprofen (400 mg als
Einzeldosis)

Diclofenac (50 mg als
Einzeldosis)

S-Ibuprofen Cmax  20 %
S-Ibuprofen AUC0-  100 %

Diclofenac Cmax  114 %
Diclofenac AUC0-  78 %

Es wird eine häufige Kontrolle bezüglich Nebenwirkungen und

Toxizität der NSAR empfohlen.

Eine Dosisreduktion der NSAR kann notwendig werden.

Opioide

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Lang wirksame Opiate

[CYP3A4-Substrate]

Oxycodon (10 mg als
Einzeldosis)

In einer unabhängigen publizierten Studie:

Oxycodon Cmax  1,7-fach

Oxycodon AUC0-  3,6-fach

Bei Oxycodon und anderen lang wirksamen Opiaten, die durch

CYP3A4 metabolisiert werden

(z. B. Hydrocodon), sollte eine

Dosisreduktion erwogen werden.

Es können häufige Kontrollen auf

Opiat-assoziierte Nebenwirkungen notwendig werden.

Methadon (32 mg bis 100 mg einmal täglich)

[CYP3A4-Substrat]

R-Methadon (aktiv) Cmax 

31 %

R-Methadon (aktiv) AUC 

47 %

S-Methadon Cmax  65 %

S-Methadon AUC  103 %

Es wird eine häufige Kontrolle bezüglich Nebenwirkungen und

Toxizität von Methadon, einschließlich QTc-Verlängerung, empfohlen. Eine Dosisreduktion von Methadon kann notwendig werden.

Kurz wirksame Opiate

[CYP3A4-Substrate]

Alfentanil (20 μg/kg als
Einzeldosis, zusammen mit

Naloxon)

Fentanyl (5 g/kg als Einzeldosis)

In einer unabhängigen publizierten Studie:
Alfentanil AUC0-  6-fach

In einer unabhängigen publizierten Studie:
Fentanyl AUC0-  1,34-fach

Eine Dosisreduktion von

Alfentanil, Fentanyl und anderen kurz wirksamen Opiaten, die eine vergleichbare Struktur wie Alfentanil haben und durch CYP3A4 metabolisiert werden (z. B. Sufentanil), sollte erwogen werden. Es wird eine langfristige und häufige Kontrolle hinsichtlich Atemdepression und anderer Opiat-assoziierter Nebenwirkungen empfohlen.

Opioid-Rezeptorantagonisten

Naloxegol

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Naloxegol.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Orale Kontrazeptiva

Orale Kontrazeptiva*

[CYP3A4-Substrate, CYP2C19-

Hemmer]

Norethisteron/Ethinylestradiol

(1 mg/0,035 mg einmal täglich)

Ethinylestradiol Cmax  36 %

Ethinylestradiol AUC  61 %

Norethisteron Cmax  15 %

Norethisteron AUC  53 %

Voriconazol Cmax  14 %

Voriconazol AUC  46 %

Es wird empfohlen, zusätzlich zur

Kontrolle möglicher

Nebenwirkungen von Voriconazol, auf Nebenwirkungen der oralen

Kontrazeptiva zu achten.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Steroide

Kortikosteroide

Prednisolon (60 mg als
Einzeldosis)

[CYP3A4-Substrat]

Prednisolon Cmax  11 %
Prednisolon AUC0-  34 %

Keine Dosisanpassung

Patienten unter Langzeittherapie mit Voriconazol und
Kortikosteroiden (einschließlich inhalativer Kortikosteroide, z. B.

Budesonid, und intranasaler

Kortikosteroide) sollten sowohl während der Behandlung als auch nach dem Absetzen von Voriconazol sorgfältig auf Funktionsstörungen der Nebennierenrinde überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten

Tolvaptan

[CYP3A-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Tolvaptan.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Gilt für: VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Voriconazol wird durch die Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP2C19, CYP2C9 und CYP3A4 metabolisiert und hemmt gleichzeitig deren Aktivität. Hemmer bzw. Induktoren dieser Isoenzyme könnten die Plasmakonzentrationen von Voriconazol jeweils erhöhen bzw. erniedrigen und

Voriconazol kann möglicherweise die Plasmakonzentrationen von Substanzen erhöhen, die durch diese CYP450-Isoenzyme metabolisiert werden. Dies gilt insbesondere für Substanzen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, da Voriconazol ein starker CYP3A4-Inhibitor ist, wobei der Anstieg der AUC substratabhängig ist (siehe untenstehende Tabelle).

Sofern nicht anders angegeben, wurden Interaktionsstudien mit gesunden männlichen Erwachsenen bei oraler Mehrfachgabe von 200 mg Voriconazol zweimal täglich bis zum Erreichen des Steady State durchgeführt. Diese Ergebnisse gelten auch für andere Populationen und Arten der Anwendung.

Bei Patienten mit einer Begleitmedikation, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängert, muss Voriconazol mit Vorsicht angewendet werden. Wenn darüber hinaus die Möglichkeit besteht, dass Voriconazol die Plasmaspiegel von Substanzen, die über das Isoenzym CYP3A4 metabolisiert werden (bestimmte Antihistaminika, Chinidin, Cisaprid, Pimozid und Ivabradin), erhöht, ist eine gleichzeitige Gabe kontraindiziert (siehe nachfolgenden Text und Abschnitt 4.3).

Wechselwirkungstabelle
In der nachfolgenden Tabelle werden die Interaktionen zwischen Voriconazol und anderen Arzneimitteln nach therapeutischen Klassen geordnet aufgeführt. Die Richtung des Pfeils bei den pharmakokinetischen Parametern bezieht sich auf das 90%ige Konfidenzintervall des geometrischen Mittelwerts und bedeutet im (↔), unter (↓) oder über (↑) dem Bereich von 80 bis 125 %. Der Stern (*) weist auf eine wechselseitige Interaktion hin. AUC, AUCt und AUC0- stehen für die Fläche unter der Kurve für ein Dosierungsintervall, vom Zeitpunkt 0 bis zur Nachweisgrenze bzw. vom Zeitpunkt 0 bis unendlich.

Die in der Tabelle aufgeführten Arzneimittel dienen als Orientierungshilfe und stellen keine vollständige Liste aller möglichen Arzneimittel dar, die kontraindiziert sind oder Wechselwirkungen mit Voriconazol haben können.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Antazida

Cimetidin (400 mg zweimal täglich)

[unspezifischer CYP450-

Hemmer und erhöht den pH-

Wert im Magen]

Voriconazol Cmax  18 %

Voriconazol AUC  23 %

Keine Dosisanpassung

Omeprazol (40 mg einmal täglich)*

[CYP2C19-Hemmer;

CYP2C19- und CYP3A4-

Substrat]

Omeprazol Cmax  116 %

Omeprazol AUC  280 %

Voriconazol Cmax  15 %

Voriconazol AUC  41 %

Andere
Protonenpumpenhemmer, die

CYP2C19-Substrate sind, könnten ebenfalls durch

Voriconazol gehemmt werden, was zu erhöhten

Plasmakonzentrationen dieser

Arzneimittel führen könnte.

Es wird keine Dosisanpassung von

Voriconazol empfohlen.

Wenn eine Voriconazol-Therapie bei Patienten begonnen wird, die bereits 40 mg Omeprazol oder mehr erhalten, wird empfohlen, die Omeprazol-Dosis zu halbieren.
Ranitidin (150 mg zweimal täglich)

[erhöht den pH-Wert im

Magen]

Voriconazol Cmax und AUC ↔

Keine Dosisanpassung

Antiarrhythmika

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Digoxin (0,25 mg einmal täglich)

[P-gp-Substrat]

Digoxin Cmax ↔

Digoxin AUC ↔

Keine Dosisanpassung

Chinidin

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Chinidin zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu

Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Antibiotika

Flucloxacillin

[CYP450-Induktor]

Es gab Berichte über signifikant verringerte

Plasmakonzentrationen von

Voriconazol.

Wenn die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Flucloxacillin nicht vermieden werden kann, ist der Patient auf einen potenziellen Verlust der Voriconazol- Wirksamkeit zu überwachen (z. B.

durch therapeutisches Drug

Monitoring); eine Erhöhung der

Voriconazol-Dosis kann erforderlich sein.

Makrolid-Antibiotika

Azithromycin (500 mg einmal täglich)

Erythromycin (1 g zweimal täglich)
[CYP3A4-Inhibitor]

Voriconazol Cmax und AUC ↔

Voriconazol Cmax und AUC ↔

Der Einfluss von Voriconazol auf Erythromycin oder
Azithromycin ist unbekannt.

Keine Dosisanpassung

Rifabutin
[starker CYP450-Induktor]

300 mg einmal täglich

300 mg einmal täglich
(zusammen mit Voriconazol

350 mg zweimal täglich)*

300 mg einmal täglich
(zusammen mit Voriconazol

400 mg zweimal täglich)*

Voriconazol Cmax  69 %
Voriconazol AUC  78 %

Im Vergleich zu Voriconazol
200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  4 %

Voriconazol AUC  32 %

Rifabutin Cmax  195 %
Rifabutin AUC  331 %

Im Vergleich zu Voriconazol

200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  104 %

Voriconazol AUC  87 %

Eine gleichzeitige Anwendung von
Voriconazol und Rifabutin sollte vermieden werden, es sei denn, der

Nutzen überwiegt das Risiko.

Die Erhaltungsdosis von

Voriconazol kann auf 5 mg/kg i.v.

zweimal täglich oder von 200 mg auf 350 mg oral zweimal täglich

(von 100 mg auf 200 mg oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhöht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Wenn Rifabutin zusammen mit

Voriconazol gegeben wird, werden eine engmaschige Kontrolle des großen Blutbilds und eine Überwachung der Nebenwirkungen von Rifabutin (z. B. Uveitis) empfohlen.

Rifampicin (600 mg einmal täglich)

[starker CYP450-Induktor]

Voriconazol Cmax  93 %

Voriconazol AUC  96 %

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Anti-Krebs-Arzneimittel

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Glasdegib

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Glasdegib und des Risikos einer

Verlängerung des QTc-Intervalls.

Wenn eine gleichzeitige

Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine engmaschige EKG-Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Tretinoin

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, könnte

Voriconazol die

Plasmakonzentration von

Tretinoin und das Risiko für

Nebenwirkungen (Pseudotumor cerebri, Hyperkalzämie) erhöhen.

Eine Dosisanpassung von Tretinoin wird während der Behandlung mit

Voriconazol und nach dessen

Absetzen empfohlen.

Tyrosinkinasehemmer

(einschließlich unter anderem:

Axitinib, Bosutinib,

Cabozantinib, Ceritinib,

Cobimetinib, Dabrafenib,

Dasatinib, Nilotinib, Sunitinib,

Ibrutinib, Ribociclib)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, könnte

Voriconazol die

Plasmakonzentration von

Tyrosinkinasehemmern, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, erhöhen.

Wenn eine gleichzeitige

Anwendung nicht vermieden werden kann, werden eine

Dosisreduktion des

Tyrosinkinasehemmers und eine engmaschige klinische

Überwachung empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4).

Venetoclax

[CYP3A-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Venetoclax.

Die gleichzeitige Gabe von

Voriconazol zu Beginn und während der Dosistitrationsphase von Venetoclax ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die Venetoclax-Dosis ist gemäß den Anweisungen in der Fachinformation von Venetoclax während der Phase mit gleichbleibender täglicher Dosis zu reduzieren. Es wird eine engmaschige Überwachung auf Anzeichen von Toxizität empfohlen.

Vinca-Alkaloide

(einschließlich unter anderem:

Vincristin und Vinblastin)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von Vinca-

Alkaloiden und zu

Neurotoxizität.

Eine Dosisreduktion der Vinca-

Alkaloide sollte erwogen werden.

Antikoagulanzien

Warfarin (30 mg als

Einzeldosis zusammen mit

300 mg Voriconazol zweimal täglich)

[CYP2C9-Substrat]

Andere orale
Coumarinpräparate

(einschließlich unter anderem:

Phenprocoumon,

Acenocoumarol)

[CYP2C9- und CYP3A4

Substrate]

Die Prothrombinzeit war maximal um etwa das 2-Fache verlängert.

Obwohl nicht untersucht, könnte
Voriconazol die

Plasmakonzentration von

Coumarinen erhöhen, was die

Prothrombinzeit verlängern kann.

Es werden eine engmaschige

Überwachung der Prothrombinzeit oder andere geeignete

Blutgerinnungstests empfohlen, und die Dosis der Antikoagulanzien sollte entsprechend angepasst werden.

Antikonvulsiva

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Carbamazepin und lang wirksame Barbiturate

(einschließlich unter anderem:

Phenobarbital, Mephobarbital)

[starke CYP450‑Induktoren]

Obwohl nicht untersucht, führen

Carbamazepin und lang wirksame Barbiturate wahrscheinlich zu einer signifikanten Verringerung der Plasmakonzentration von Voriconazol.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Phenytoin

[CYP2C9-Substrat und starker

CYP450-Induktor]

300 mg einmal täglich

300 mg einmal täglich
(zusammen mit Voriconazol

400 mg zweimal täglich)*

Voriconazol Cmax  49 %
Voriconazol AUC  69 %

Phenytoin Cmax  67 %
Phenytoin AUC  81 %

Im Vergleich zu Voriconazol

200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  34 %

Voriconazol AUC  39 %

Eine gleichzeitige Anwendung von

Voriconazol und Phenytoin sollte vermieden werden, es sei denn, der

Nutzen überwiegt das Risiko. Es wird eine sorgfältige Kontrolle des

Plasmaspiegels von Phenytoin empfohlen.

Phenytoin kann zusammen mit
Voriconazol gegeben werden, wenn die Erhaltungsdosis von

Voriconazol auf 5 mg/kg i.v.

zweimal täglich oder von 200 mg auf 400 mg oral zweimal täglich

(von 100 mg auf 200 mg oral zweimal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhöht wird (siehe Abschnitt 4.2).

Antidiabetika

Sulfonylharnstoffpräparate

(einschließlich unter anderem:

Tolbutamid, Glipizid,

Glyburid)

[CYP2C9-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Sulfonylharnstoffen und zu einer

Hypoglykämie.

Es wird eine sorgfältige Kontrolle der Glucosewerte im Blut empfohlen. Eine Dosisreduktion der Sulfonylharnstoffe sollte erwogen werden.

Antimykotika

Fluconazol (200 mg einmal täglich)
[CYP2C9-, CYP2C19- und

CYP3A4-Hemmer]

Voriconazol Cmax  57 %

Voriconazol AUC  79 %

Fluconazol Cmax nicht bestimmt

Fluconazol AUC nicht bestimmt

Die zur Verhinderung dieses Effekts notwendige Dosisreduktion und/oder Verminderung der Applikationshäufigkeit von Voriconazol und Fluconazol wurden nicht bestimmt. Wenn Voriconazol sequenziell nach Fluconazol angewendet wird, wird eine Überwachung auf durch Voriconazol ausgelöste Nebenwirkungen empfohlen.

Antihistaminika

Astemizol

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Astemizol zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu

Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Terfenadin

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Terfenadin zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu

Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Anti-HIV-Arzneimittel

Indinavir (800 mg dreimal täglich)

[CYP3A4-Hemmer und -

Substrat]

Indinavir Cmax ↔

Indinavir AUC ↔

Voriconazol Cmax ↔

Voriconazol AUC ↔

Keine Dosisanpassung

Ritonavir (Protease-Inhibitor)

[starker CYP450-Induktor;

CYP3A4-Hemmer und -Substrat]

Hoch dosiert (400 mg zweimal täglich)

Niedrig dosiert (100 mg zweimal täglich)*

Ritonavir Cmax und AUC ↔
Voriconazol Cmax  66 %

Voriconazol AUC  82 %

Ritonavir Cmax  25 %
Ritonavir AUC 13 %

Voriconazol Cmax  24 %

Voriconazol AUC  39 %

Die gleichzeitige Gabe von
Voriconazol und hoch dosiertem

Ritonavir (400 mg zweimal täglich oder mehr) ist kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3).

Die gleichzeitige Gabe von
Voriconazol und niedrig dosiertem

Ritonavir (100 mg zweimal täglich) sollte vermieden werden, es sei denn, eine Nutzen-Risiko- Abschätzung für den Patienten rechtfertigt die Anwendung von Voriconazol.

Andere HIV-Protease-

Hemmer (einschließlich unter anderem: Saquinavir,

Amprenavir und Nelfinavir)*

[CYP3A4-Substrate und -

Hemmer]

Nicht klinisch untersucht. In vitro-Studien zeigen, dass

Voriconazol den Metabolismus von HIV-Protease-Hemmern hemmen kann und HIV-Protease- Hemmer genauso den Metabolismus von Voriconazol hemmen können.

Eine sorgfältige Kontrolle im

Hinblick auf Arzneimitteltoxizität und/oder mangelnde Wirksamkeit sowie eine Dosisanpassung können notwendig sein.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Efavirenz (ein nicht- nukleosidischer Reverse-

Transkriptase-Hemmer,

NNRTI) [CYP450-Induktor;

CYP3A4-Hemmer und -Substrat]

Efavirenz 400 mg einmal täglich zusammen mit
Voriconazol 200 mg zweimal täglich*

Efavirenz 300 mg einmal täglich zusammen mit
Voriconazol 400 mg zweimal täglich*

Efavirenz Cmax  38 %
Efavirenz AUC  44 %

Voriconazol Cmax  61 %

Voriconazol AUC  77 %

Im Vergleich zu Efavirenz
600 mg einmal täglich,

Efavirenz Cmax ↔

Efavirenz AUC  17 %

Im Vergleich zu Voriconazol
200 mg zweimal täglich,

Voriconazol Cmax  23 %

Voriconazol AUC  7 %

Die Verwendung von
Standarddosen von Voriconazol zusammen mit Efavirenz-Dosen von

400 mg einmal täglich oder höher ist kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Voriconazol kann zusammen mit
Efavirenz gegeben werden, wenn die Erhaltungsdosis von

Voriconazol auf 400 mg zweimal täglich erhöht und die Dosis von

Efavirenz auf 300 mg einmal täglich reduziert wird. Bei Beendigung der

Voriconazol-Behandlung sollte die ursprüngliche Dosis von Efavirenz wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Andere nicht-nukleosidische

Reverse-Transkriptase-

Hemmer (NNRTI)

(einschließlich unter anderem:

Delavirdin, Nevirapin)*

[CYP3A4-Substrate, -Hemmer oder CYP450-Induktoren]

Nicht klinisch untersucht. In- vitro-Studien zeigen, dass

NNRTI den Metabolismus von

Voriconazol hemmen können und Voriconazol den

Metabolismus von NNRTI hemmen kann.

Die Erkenntnisse über den

Einfluss von Efavirenz auf

Voriconazol lassen vermuten, dass der Metabolismus von

Voriconazol durch einen NNRTI induziert werden kann.

Eine sorgfältige Kontrolle im

Hinblick auf Arzneimitteltoxizität und/oder mangelnde Wirksamkeit sowie eine Dosisanpassung können notwendig sein.

Antipsychotika

Luradison

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Lurasidon.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Pimozid

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Pimozid zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu

Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Antivirale Wirkstoffe

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Letermovir

[CYP2C9- und CYP2C19-

Induktor]

Voriconazol Cmax ↓ 39 %

Voriconazol AUC0-12 ↓ 44 %

Voriconazol C12 ↓ 51 %

Wenn die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Letermovir nicht vermieden werden kann, ist der Patient auf einen potenziellen Verlust der Voriconazol- Wirksamkeit zu überwachen.

Benzodiazepine

[CYP3A4-Substrate]

Midazolam (0,05 mg/kg i.v.

als Einzeldosis)

Midazolam (7,5 mg peroral als
Einzeldosis)

Andere Benzodiazepine
(einschließlich unter anderem:

Triazolam, Alprazolam)

In einer unabhängigen publizierten Studie:
Midazolam AUC0-  3,7-fach

In einer unabhängigen publizierten Studie:
Midazolam Cmax  3,8-fach

Midazolam AUC0-  10,3-fach

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration anderer

Benzodiazepine, die durch

CYP3A4 metabolisiert werden, und zu einem verlängerten sedativen Effekt.

Es sollte eine Dosisreduktion der

Benzodiazepine erwogen werden.

Herzmittel

Ivabradin

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Ivabradin zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu

Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Mavacamten

[CYP2C19-, CYP3A4- und

CYP2C9-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Mavacamten, mit einem erhöhten

Risiko für Herzinsuffizienz.

Weitere Informationen sind in der

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels von Mavacamten zu finden.

Potentiatoren des Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulators (CFTR)

Ivacaftor

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Ivacaftor, mit einem erhöhten

Risiko für Nebenwirkungen.

Eine Dosisreduktion von Ivacaftor wird empfohlen.

Ergotaminderivate

Ergot-Alkaloide

(einschließlich unter anderem:

Ergotamin und

Dihydroergotamin)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von Ergot-

Alkaloiden und zu Ergotismus.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

GI-motilitätsmodifizierende Pharmaka

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Cisaprid

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, kann eine erhöhte

Plasmakonzentration von

Cisaprid zu QTc-Verlängerung und in seltenen Fällen zu

Torsades de pointes führen.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Pflanzliche Arzneimittel

Johanniskraut

[CYP450-Induktor; P-gp-

Induktor]

300 mg dreimal täglich

(zusammen mit Voriconazol

400 mg als Einzeldosis)

In einer unabhängigen publizierten Studie:

Voriconazol AUC0-  59 %

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Immunsuppressiva

[CYP3A4-Substrate]

Ciclosporin (bei stabilen
Patienten mit

Nierentransplantation unter

Dauertherapie mit

Ciclosporin)

Everolimus
[auch ein P-gp-Substrat]

Sirolimus (2 mg als
Einzeldosis)

Tacrolimus (0,1 mg/kg als
Einzeldosis)

Ciclosporin Cmax  13 %
Ciclosporin AUC  70 %

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Everolimus.

In einer unabhängigen publizierten Studie: Sirolimus
Cmax  6,6-fach

Sirolimus AUC0-  11-fach

Tacrolimus Cmax  117 %
Tacrolimus AUCt  221 %

Bei Beginn einer Voriconazol-
Therapie bei Patienten, die bereits

Ciclosporin erhalten, wird empfohlen, die Ciclosporin-Dosis zu halbieren und die Ciclosporin- Spiegel sorgfältig zu überwachen.

Erhöhte Ciclosporin-Spiegel werden mit Nephrotoxizität in Verbindung gebracht. Beim Absetzen von Voriconazol müssen die Ciclosporin-Spiegel sorgfältig überwacht und die Dosis bei Bedarf erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von
Voriconazol und Everolimus wird nicht empfohlen, da erwartet wird, dass Voriconazol die Everolimus- Konzentration signifikant erhöht (siehe Abschnitt 4.4).

Die gleichzeitige Anwendung von
Voriconazol und Sirolimus ist kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Bei Beginn einer Voriconazol-
Therapie bei Patienten, die bereits

Tacrolimus erhalten, wird empfohlen, die Tacrolimus-Dosis auf ein Drittel der Ausgangsdosis zu reduzieren und die Tacrolimus- Spiegel sorgfältig zu überwachen.

Erhöhte Tacrolimus-Spiegel werden mit Nephrotoxizität in Verbindung gebracht. Beim Absetzen von Voriconazol müssen die Tacrolimus-Spiegel sorgfältig

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Voclosporin

Obwohl nicht untersucht, führt
Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Voclosporin.

überwacht und die Dosis bei Bedarf erhöht werden.

Kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3)

Mycophenolsäure (1 g als

Einzeldosis)

[UDP-Glucuronyltransferase-

Substrat]

Mycophenolsäure Cmax ↔

Mycophenolsäure AUCt ↔

Keine Dosisanpassung

Lipidsenkende Arzneimittel/HMG-CoA-Reduktase-Hemmer

Statine (z. B. Lovastatin)

[CYP3A4-Substrate]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Statinen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, und könnte zu einer Rhabdomyolyse führen.

Wenn eine gleichzeitige

Anwendung von Voriconazol mit

Statinen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, nicht vermieden werden kann, sollte eine Dosisreduktion des Statins erwogen werden.

Nichtsteroidale selektive Antagonisten des Mineralokortikoid-Rezeptors (MR)

Finerenon

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Finerenon.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Eplerenon

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Eplerenon.

Kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3)

Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR)

[CYP2C9-Substrate]

Ibuprofen (400 mg als
Einzeldosis)

Diclofenac (50 mg als
Einzeldosis)

S-Ibuprofen Cmax  20 %
S-Ibuprofen AUC0-  100 %

Diclofenac Cmax  114 %
Diclofenac AUC0-  78 %

Es wird eine häufige Kontrolle bezüglich Nebenwirkungen und

Toxizität der NSAR empfohlen.

Eine Dosisreduktion der NSAR kann notwendig werden.

Opioide

Lang wirksame Opiate

[CYP3A4-Substrate]

Oxycodon (10 mg als
Einzeldosis)

In einer unabhängigen publizierten Studie:

Oxycodon Cmax  1,7-fach

Oxycodon AUC0-  3,6-fach

Bei Oxycodon und anderen lang wirksamen Opiaten, die durch

CYP3A4 metabolisiert werden

(z. B. Hydrocodon), sollte eine

Dosisreduktion erwogen werden. Es können häufige Kontrollen auf

Opiat-assoziierte Nebenwirkungen notwendig werden.

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Methadon (32 mg bis 100 mg einmal täglich)

[CYP3A4-Substrat]

R-Methadon (aktiv) Cmax  31 %

R-Methadon (aktiv) AUC 

47 %

S-Methadon Cmax  65 %

S-Methadon AUC  103 %

Es wird eine häufige Kontrolle bezüglich Nebenwirkungen und

Toxizität von Methadon, einschließlich QTc-Verlängerung, empfohlen. Eine Dosisreduktion von Methadon kann notwendig werden.

Kurz wirksame Opiate

[CYP3A4-Substrate]

Alfentanil (20 μg/kg als
Einzeldosis, zusammen mit

Naloxon)

Fentanyl (5 g/kg als
Einzeldosis)

In einer unabhängigen publizierten Studie:
Alfentanil AUC0-  6-fach

In einer unabhängigen publizierten Studie:
Fentanyl AUC0-  1,34-fach

Eine Dosisreduktion von Alfentanil,

Fentanyl und anderen kurz wirksamen Opiaten, die eine vergleichbare Struktur wie Alfentanil haben und durch CYP3A4 metabolisiert werden (z. B. Sufentanil), sollte erwogen werden. Es wird eine langfristige und häufige Kontrolle hinsichtlich Atemdepression und anderer Opiat-assoziierter Nebenwirkungen empfohlen.

Opioid-Rezeptorantagonisten

Naloxegol

[CYP3A4-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Naloxegol.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

Orale Kontrazeptiva

Orale Kontrazeptiva*

[CYP3A4-Substrate,

CYP2C19-Hemmer]

Norethisteron/Ethinylestradiol

(1 mg/0,035 mg einmal täglich)

Ethinylestradiol Cmax  36 %

Ethinylestradiol AUC  61 %

Norethisteron Cmax  15 %

Norethisteron AUC  53 %

Voriconazol Cmax  14 %

Voriconazol AUC  46 %

Es wird empfohlen, zusätzlich zur

Kontrolle möglicher

Nebenwirkungen von Voriconazol, auf Nebenwirkungen der oralen

Kontrazeptiva zu achten.

Steroide

Kortikosteroide

Prednisolon (60 mg als
Einzeldosis)

[CYP3A4-Substrat]

Prednisolon Cmax  11 %
Prednisolon AUC0-  34 %

Keine Dosisanpassung

Patienten unter Langzeittherapie mit
Voriconazol und Kortikosteroiden

(einschließlich inhalativer

Kortikosteroide, z. B. Budesonid, und intranasaler Kortikosteroide) sollten sowohl während der Behandlung als auch nach dem Absetzen von Voriconazol sorgfältig auf Funktionsstörungen der Nebennierenrinde überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten

Arzneimittel
Wechselwirkung

Geometrisches Mittel der

Veränderung (%)

Empfehlungen zur gleichzeitigen Gabe

Tolvaptan

[CYP3A-Substrat]

Obwohl nicht untersucht, führt

Voriconazol wahrscheinlich zu einer signifikanten Erhöhung der

Plasmakonzentration von

Tolvaptan.

Kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3)

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten · VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung · VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Schwangerschaft
Es sind keine hinreichenden Daten über die Verwendung von VFEND bei Schwangeren verfügbar.

Tierexperimentelle Studien weisen auf eine Reproduktionstoxizität hin (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

VFEND darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter überwiegt eindeutig das potenzielle Risiko für den Fötus.

Frauen im gebärfähigen Alter
Während der Behandlung mit VFEND müssen Frauen im gebärfähigen Alter immer wirksame Verhütungsmaßnahmen ergreifen.

Stillzeit
Der Übergang von Voriconazol in die Muttermilch wurde nicht untersucht. Bei Beginn einer Behandlung mit VFEND muss abgestillt werden.

Fertilität
In einer tierexperimentellen Studie wurde bei männlichen und weiblichen Ratten keine Beeinträchtigung der Fertilität festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten · VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung · VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Maschinen

VFEND hat leichte Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Es kann zu vorübergehenden und reversiblen Veränderungen der Sehfähigkeit (einschließlich verschwommenen Sehens, geänderter/ verstärkter visueller Wahrnehmung und/ oder Photophobie) führen. Patienten müssen bei Auftreten dieser Symptome potenziell gefährliche Tätigkeiten wie das Lenken von Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen meiden.

4.9 Überdosierung

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten · VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

In klinischen Studien kam es in 3 Fällen zu einer unbeabsichtigten Überdosierung. Alle Patienten waren Kinder, die bis zum 5-Fachen der empfohlenen intravenösen Voriconazol-Dosis erhielten. Als einzige Nebenwirkung wurde eine 10-minütige Photophobie beobachtet.

Ein Antidot gegen Voriconazol ist nicht bekannt.

Voriconazol wird mit einer Clearance von 121 ml/min hämodialysiert. Bei einer Überdosis könnte eine Hämodialyse bei der Elimination von Voriconazol unterstützend wirken.

5.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Gilt für: VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

In klinischen Studien kam es in 3 Fällen zu einer unbeabsichtigten Überdosierung. Alle Patienten waren Kinder, die bis zum 5-Fachen der empfohlenen intravenösen Voriconazol-Dosis erhielten. Als einzige Nebenwirkung wurde eine 10-minütige Photophobie beobachtet.

Ein Antidot gegen Voriconazol ist nicht bekannt.

Voriconazol wird mit einer Clearance von 121 ml/min hämodialysiert. Das intravenöse Vehikel, SBECD, wird mit einer Clearance von 55 ml/min hämodialysiert. Bei einer Überdosis könnte eine Hämodialyse bei der Elimination von Voriconazol und SBECD unterstützend wirken.

5.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten · VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung · VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimykotika zur systemischen Anwendung, Triazol-Derivate ATC-Code: J02AC03

Wirkungsweise
Voriconazol ist ein Triazol-Antimykotikum. Sein primärer Wirkmechanismus beruht auf einer Hemmung der Cytochrom-P450-abhängigen 14-Sterol-Demethylierung der Pilze, einem essenziellen

Schritt in der Ergosterol-Biosynthese. Die Anhäufung von 14-Methyl-Sterol korreliert mit einem nachfolgenden Verlust an Ergosterol in der Zellmembran von Pilzen und ist möglicherweise für die antimykotische Wirkung von Voriconazol verantwortlich. Es hat sich gezeigt, dass Voriconazol eine erhöhte Selektivität für Cytochrom-P450-Enzyme von Pilzen als für verschiedene Cytochrom-P450- Enzymsysteme von Säugetieren aufweist.

Pharmakokinetische/ pharmakodynamische Zusammenhänge
In 10 Therapiestudien ergab sich ein Median der durchschnittlichen und maximalen Plasmaspiegel von 2.425 ng/ml (Interquartilsbereich von 1.193 bis 4.380 ng/ml) bzw. von 3.742 ng/ml (Interquartilsbereich von 2.027 bis 6.302 ng/ml). Eine positive Korrelation zwischen mittleren, maximalen oder minimalen Plasmaspiegeln und klinischer Wirksamkeit wurde in Therapiestudien nicht beobachtet. In Prophylaxestudien wurde dieser Zusammenhang nicht untersucht.

Die Pharmakokinetik-/ Pharmakodynamik-Analysen der Daten aus klinischen Studien ergaben eine positive Korrelation zwischen den Voriconazol-Plasmaspiegeln und Abweichungen der Leberwerte bzw. Sehstörungen. Dosisanpassungen wurden in Prophylaxestudien nicht untersucht.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Voriconazol weist in vitro ein breites antimykotisches Wirkspektrum mit antimyzetischem Potenzial gegen Candida-Spezies (einschließlich Fluconazol-resistenter C. krusei und resistenter Stämme von C. glabrata und C. albicans) auf sowie eine fungizide Aktivität gegen alle getesteten Aspergillus- Spezies. Zusätzlich zeigt Voriconazol in vitro eine fungizide Aktivität gegen neu auftretende Pilzpathogene, einschließlich solcher wie Scedosporium oder Fusarium, die gegenüber zur Verfügung stehenden Antimykotika nur bedingt empfindlich sind.

Die klinische Wirksamkeit (definiert als partielle oder vollständige Remission) wurde nachgewiesen bei Infektionen durch Aspergillus spp., einschließlich A. flavus, A. fumigatus, A. terreus, A. niger, A. nidulans, Candida spp., einschließlich C. albicans, C. glabrata, C. krusei, C. parapsilosis, C. tropicalis, und bei einer beschränkten Anzahl von Infektionen mit C. dubliniensis, C. inconspicua und C. guilliermondii, Scedosporium spp. einschließlich S. apiospermum, S. prolificans und Fusarium spp.

Auszug – vollständiger Text im Originaldokument. Originaldokument (PDF, EMA)

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Gilt für: VFEND 50 mg Filmtabletten / VFEND 200 mg Filmtabletten · VFEND 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Allgemeine pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik von Voriconazol wurde bei gesunden Probanden, speziellen Populationen und Patienten bestimmt. Bei zweimal täglicher Gabe von 200 mg oder 300 mg Voriconazol über 14 Tage bei Patienten mit Aspergillose-Risiko (überwiegend Patienten mit malignen lymphatischen oder hämatopoetischen Neoplasien) entsprachen die pharmakokinetischen Parameter, wie schnelle und vollständige Resorption, Kumulation und nicht lineare Pharmakokinetik, jenen bei gesunden Probanden.

Die Pharmakokinetik von Voriconazol ist infolge seiner Sättigungskinetik des Metabolismus nicht linear. Bei höheren Dosen wurden überproportionale Plasmaspiegel gemessen. Es wird geschätzt, dass die Erhöhung der oralen Gabe von Voriconazol von 200 mg zweimal täglich auf 300 mg zweimal täglich durchschnittlich zu einer 2,5-fachen Zunahme der AUC führt. Mit einer oralen Erhaltungsdosis von 200 mg (oder 100 mg bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhält man eine Voriconazol-Exposition, die mit 3 mg/kg i.v. vergleichbar ist. Mit einer oralen Erhaltungsdosis von 300 mg (oder 150 mg bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhält

man eine Voriconazol-Exposition, die mit 4 mg/kg i.v. vergleichbar ist. Bei intravenöser oder oraler Gabe der empfohlenen Anfangsdosen werden annähernde Steady-State-Plasmaspiegel innerhalb der ersten 24 Stunden erreicht. Ohne die Anfangsdosis wurden beim Großteil der Patienten mit den zweimal täglichen Erhaltungsdosen am 6. Behandlungstag Steady-State-Plasmaspiegel erreicht.

Resorption
Voriconazol wird nach oraler Einnahme schnell und fast vollständig resorbiert, wobei nach 1 bis 2 Stunden maximale Plasmakonzentrationen (Cmax) erreicht werden. Die absolute Bioverfügbarkeit von Voriconazol nach oraler Gabe beträgt etwa 96 %. Bei Mehrfachgaben von Voriconazol in Verbindung mit sehr fettreichen Mahlzeiten reduzierten sich die Cmax und AUC um 34 % bzw. 24 %.

Auszug – vollständiger Text im Originaldokument. Originaldokument (PDF, EMA)

Gilt für: VFEND 40 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Allgemeine pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik von Voriconazol wurde bei gesunden Probanden, speziellen Populationen und Patienten bestimmt. Bei zweimal täglicher Gabe von 200 mg oder 300 mg Voriconazol über 14 Tage bei Patienten mit Aspergillose-Risiko (überwiegend Patienten mit malignen lymphatischen oder hämatopoetischen Neoplasien) entsprachen die pharmakokinetischen Parameter, wie schnelle und vollständige Resorption, Kumulation und nicht lineare Pharmakokinetik, jenen bei gesunden Probanden.

Die Pharmakokinetik von Voriconazol ist infolge seiner Sättigungskinetik des Metabolismus nicht linear. Bei höheren Dosen wurden überproportionale Plasmaspiegel gemessen. Es wird geschätzt, dass die Erhöhung der oralen Gabe von Voriconazol von 200 mg zweimal täglich auf 300 mg zweimal täglich durchschnittlich zu einer 2,5-fachen Zunahme der AUC führt. Mit einer oralen Erhaltungsdosis von 200 mg (oder 100 mg bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhält man eine Voriconazol-Exposition, die mit 3 mg/kg i.v. vergleichbar ist. Mit einer oralen Erhaltungsdosis von 300 mg (oder 150 mg bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg) erhält man eine Voriconazol-Exposition, die mit 4 mg/kg i.v. vergleichbar ist. Bei intravenöser oder oraler Gabe der empfohlenen Anfangsdosen werden annähernde Steady-State-Plasmaspiegel innerhalb der ersten 24 Stunden erreicht. Ohne die Anfangsdosis wurden beim Großteil der Patienten mit den zweimal täglichen Erhaltungsdosen am 6. Behandlungstag Steady-State-Plasmaspiegel erreicht.

Resorption

Auszug – vollständiger Text im Originaldokument. Originaldokument (PDF, EMA)

Stand der Information: Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der Website der Europäischen Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.