Mefloquin
Lariam · ATC-Code P01BC02
Auch bekannt als: Mefloquine, Meflokin
- Steckbrief
- Wirkstoff
- Mefloquin (INN: mefloquine)
- Wirkstoffgruppe
- Antiprotozoikum
- ATC-Code
- P01BC02
- Zulassung
- national zugelassen; in der EU keine zentrale Zulassung
- Stand der Information
- 2026-10-29
Das Wichtigste in Kürze
Mefloquin ist ein Antimalariamittel. Laut US-Fachinformation wird es zur Behandlung der leichten bis mittelschweren akuten Malaria durch empfindliche P. falciparum oder P. vivax sowie zur Prophylaxe der Falciparum- und Vivax-Malaria eingesetzt.
Anwendung
- Leichte bis mittelschwere akute Malaria durch mefloquinempfindliche P. falciparum (chloroquinempfindlich oder -resistent) oder P. vivax; bei P. vivax ist zur Rückfallverhütung eine Nachbehandlung mit einem 8-Aminochinolin (z. B. Primaquin) nötig
- Prophylaxe der Malaria durch P. falciparum und P. vivax, einschließlich chloroquinresistenter P. falciparum
- Schwere Malaria zunächst mit einem intravenösen Antimalariamittel behandeln
Dosierung
- Behandlung, Erwachsene: fünf Tabletten (1250 mg) als orale Einzeldosis, nicht auf nüchternen Magen, mit mindestens 240 mL Wasser; ohne Besserung innerhalb von 48 bis 72 Stunden Alternative wählen
- Prophylaxe, Erwachsene: eine 250-mg-Tablette einmal wöchentlich am selben Wochentag, möglichst nach der Hauptmahlzeit; Beginn 1 Woche vor Ankunft, Fortsetzung 4 Wochen nach Verlassen des Endemiegebiets
- Behandlung, Kinder: 20 bis 25 mg/kg; Aufteilung in 2 Dosen im Abstand von 6 bis 8 Stunden kann Nebenwirkungen verringern; Prophylaxe etwa 5 mg/kg einmal wöchentlich – siehe Volltext
- Leberfunktionsstörung: Elimination kann verlängert sein, mit höherem Nebenwirkungsrisiko
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Mefloquin oder verwandte Substanzen (z. B. Chinin, Chinidin) oder einen sonstigen Bestandteil
- Zur Prophylaxe: aktive oder kürzlich zurückliegende Depression, generalisierte Angststörung, Psychose, Schizophrenie oder andere schwere psychiatrische Erkrankungen sowie Krampfanfälle in der Vorgeschichte
Wichtige Warnhinweise
- Neuropsychiatrische Reaktionen: Angst, Paranoia, Depression, Halluzinationen, psychotisches Verhalten, Suizidgedanken; können Monate bis Jahre nach Absetzen anhalten
- Neurologische Reaktionen: Schwindel oder Vertigo, Tinnitus und Gleichgewichtsverlust, teils dauerhaft; Prophylaxe dann abbrechen; Vorsicht beim Autofahren und ähnlichen Tätigkeiten
- Möglicherweise tödliche QTc-Verlängerung mit Halofantrin oder Ketoconazol (nicht innerhalb von 15 Wochen nach der letzten Mefloquin-Dosis); EKG-Veränderungen mit Chinin oder Chinidin
- Langzeitanwendung: regelmäßige Leberwerte, neuropsychiatrische und augenärztliche Kontrollen
Nebenwirkungen
- Prophylaxe: Erbrechen (3 %) am häufigsten; Schwindel, Synkope, Extrasystolen
- Behandlung: Schwindel, Myalgie, Übelkeit, Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schüttelfrost, Durchfall, Hautausschlag, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Tinnitus
- Schwerwiegend: psychiatrische Reaktionen, Krampfanfälle, Enzephalopathie, Herz-Kreislauf-Stillstand (mit Propranolol)
Wechselwirkungen
- Halofantrin, Ketoconazol: wegen QTc-Verlängerung nicht kombinieren
- Andere Arzneimittel mit Einfluss auf die Erregungsleitung (Antiarrhythmika, Betablocker, Calciumkanalblocker, Antihistaminika, trizyklische Antidepressiva, Phenothiazine) können zur QTc-Verlängerung beitragen
- Antikonvulsiva (Valproinsäure, Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin): schlechtere Anfallskontrolle – Spiegel überwachen
- Oraler Typhus-Lebendimpfstoff: Impfung mindestens 3 Tage vor der ersten Dosis abschließen; Rifampicin senkt den Mefloquinspiegel
Schwangerschaft und Stillzeit
- Veröffentlichte Studien zeigen kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder ungünstige Schwangerschaftsverläufe; in der Schwangerschaft nur bei eindeutigem Bedarf anwenden
Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.
Vollständige Fachinformation im Wortlaut →
Häufige Fragen – direkt an Medelix
Für Patientinnen und Patienten
Patienteninformation (USA, englisch)
Für dieses Präparat gibt es keine eigene US-Patienteninformation.
Zulassung und Handelsnamen nach Land
Arzneimittel mit genau dieser Wirkstoffzusammensetzung, wie sie die nationalen Register führen – alphabetisch und ohne Wertung. Ob ein Präparat gerade lieferbar ist, steht hier nicht.
Österreich
- LariamCheplapharm Arzneimittel Gmbh · 1 Registereintrag
Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-29
Handelsnamen in 10 weiteren europäischen Ländern
- Belgien
- Lariam
- Finnland
- Lariam
- Frankreich
- Lariam
- Italien
- Lariam
- Luxemburg
- Lariam
- Niederlande
- Lariam
- Norwegen
- Lariam
- Portugal
- Mephaquin Lactab
- Schweden
- Lariam
- Zypern
- Eloquine
EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29
Medelix erhält kein Geld von Arzneimittelherstellern. Handelsnamen sind alphabetisch und ohne Wertung aufgeführt.
Weitere Wirkstoffe derselben Gruppe
Noch eine Frage zu diesem Wirkstoff?
Medelix beantwortet klinische Fragen aus Leitlinien, Studien und Produktinformationen – jede Aussage mit Quelle.
Quellen
- U.S. Food and Drug Administration. Mefloquine Hydrochloride (Teva Pharmaceuticals USA, Inc.) – Prescribing Information, 2025-09-26. DailyMed (NLM), 2026-10-29. https://dailymed.nlm.nih.gov/dailymed/lookup.cfm?setid=09716a24-d7da-42b2-af29-c03a1b6670bd
- EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
- Wikidata (CC0): ATC P01BC.
Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden
Quelle: U.S. Food and Drug Administration (FDA), Prescribing Information, über DailyMed (NLM); gemeinfrei. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.