Dostarlimab: Fachinformation – Dosierung, Gegenanzeigen, Wechselwirkungen, Nebenwirkungen

Für Fachkreise

4.1 Anwendungsgebiete

JEMPERLI ist in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patientinnen mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom (endometrial cancer, EC) angezeigt, für die eine systemische Therapie infrage kommt.

JEMPERLI ist als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit rezidivierendem oder fortgeschrittenem EC mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR)/hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) angezeigt, das während oder nach einer vorherigen Behandlung mit einer Platin-basierten Therapie progredient ist.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Therapie sollte von Fachärzten mit Erfahrung in der Behandlung von Krebs eingeleitet und überwacht werden.

Der dMMR/MSI-H-Tumorstatus sollte anhand einer validierten Untersuchungsmethode wie IHC, PCR oder NGS* bestimmt werden (siehe Abschnitt 5.1 für Informationen zu den in den Studien verwendeten Assays).
*IHC = Immunhistochemie; PCR = Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction);

NGS = next-generation sequencing.

Dosierung

JEMPERLI in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel

Wenn JEMPERLI in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel angewendet wird, wird auch auf die Produktinformation der kombinierten Arzneimittel verwiesen (siehe auch Abschnitt 5.1).

In Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel beträgt die empfohlene Dosis 500 mg Dostarlimab alle 3 Wochen für 6 Zyklen, gefolgt von 1 000 mg Dostarlimab als Monotherapie alle 6 Wochen für alle nachfolgenden Zyklen.

Das Dosierungsschema für die Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel ist in Tabelle 1 aufgeführt.

Tabelle 1: Dosierungsschema für JEMPERLI in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel

Die Anwendung von Dostarlimab sollte gemäß dem empfohlenen Schema bis zur
Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität oder bis zu einer Dauer von 3 Jahren fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 5.1).

JEMPERLI Monotherapie

In der Monotherapie beträgt die empfohlene Dosis 500 mg Dostarlimab alle 3 Wochen für 4 Zyklen, gefolgt von 1 000 mg alle 6 Wochen für alle nachfolgenden Zyklen.

Das Dosierungsschema für die Monotherapie ist in Tabelle 2 aufgeführt.

Tabelle 2: Dosierungsschema für JEMPERLI in der Monotherapie

Die Anwendung von Dostarlimab sollte gemäß dem empfohlenen Schema bis zur
Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierungsanpassungen
Eine Dosisreduktion wird nicht empfohlen. Ein Aufschub oder ein Abbruch der Behandlung kann, je nach individueller Sicherheit und Verträglichkeit, notwendig sein. Die für das Nebenwirkungsmanagement empfohlenen Anpassungen der Behandlung sind in Tabelle 3 aufgeführt.

In Abschnitt 4.4 werden detaillierte Empfehlungen zur Behandlung von immunvermittelten Nebenwirkungen und Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion gegeben.

Tabelle 3: Empfohlene Anpassungen der Behandlung mit JEMPERLI

Immunvermittelte
Nebenwirkungen

Schweregrada
Anpassung der Behandlung

Kolitis

2 oder 3

Behandlung unterbrechen.
Behandlung wieder aufnehmen, wenn die Toxizität auf Grad 0 oder 1 zurückgeht.

Dauerhaft beenden.

Hepatitis

Grad 2 mit ASTb oder

ALTc > 3 und bis zu 5 × ULNd oder

Gesamtbilirubin > 1,5 und bis zu 3 × ULN

Behandlung unterbrechen.

Behandlung wieder aufnehmen, wenn die Toxizität auf Grad 0 oder 1 zurückgeht.

Grad ≥ 3 mit AST oder

ALT > 5 × ULN oder

Gesamtbilirubin

> 3 × ULN

Dauerhaft beenden (siehe Ausnahme unten)e.

Diabetes mellitus Typ 1

(T1DM)

3 oder 4 (Hyperglykämie)

Behandlung unterbrechen.
Behandlung bei angemessen behandelten, klinisch und metabolisch stabilen Patientinnen wieder aufnehmen.

Immunvermittelte
Nebenwirkungen

Schweregrada
Anpassung der Behandlung

Hypophysitis oder

Nebenniereninsuffizienz

2, 3 oder 4

Behandlung unterbrechen.
Behandlung wieder aufnehmen, wenn die Toxizität auf Grad 0 oder 1 zurückgeht.

Im Falle eines Wiederauftretens oder einer Verschlechterung während einer adäquaten Hormontherapie, die Behandlung dauerhaft beenden.

Hypothyreose oder

Hyperthyreose

3 oder 4
Behandlung unterbrechen.

Behandlung wieder aufnehmen, wenn die Toxizität auf Grad 0 oder 1 zurückgeht.

Pneumonitis

Behandlung unterbrechen.

Behandlung wieder aufnehmen, wenn die Toxizität auf Grad 0 oder 1 zurückgeht. Falls Grad 2 erneut auftritt, die Behandlung dauerhaft beenden.

3 oder 4

Dauerhaft beenden.

Nephritis

Behandlung unterbrechen.

Behandlung wieder aufnehmen, wenn die Toxizität auf Grad 0 oder 1 zurückgeht.

3 oder 4

Dauerhaft beenden.

Exfoliative dermatologische

Erkrankungen (z. B. SJSf,

TENg, DRESSh) vermutet

Behandlung bei jedem Schweregrad unterbrechen. Behandlung wieder aufnehmen, wenn nicht bestätigt oder die Toxizität auf Grad 0 oder 1 zurückgeht.

bestätigt

Dauerhaft beenden.

Myokarditis

2, 3 oder 4

Dauerhaft beenden.

Schwere neurologische

Toxizitäten

(Myastheniesyndrom/

Myasthenia gravis, Guillain-

Barré-Syndrom, Enzephalitis, transverse Myelitis)

2, 3 oder 4

Dauerhaft beenden.

Andere immunvermittelte

Nebenwirkungen

(einschließlich, aber nicht begrenzt auf Myositis,

Sarkoidose, autoimmunhämolytische

Anämie, Pankreatitis,

Iridozyklitis, Uveitis, diabetische Ketoazidose,

Arthralgie, Abstoßung eines soliden Organtransplantats,

Graft-versus-Host-Syndrom)

Behandlung unterbrechen.

Behandlung wieder aufnehmen, wenn die Toxizität auf Grad 0 oder 1 zurückgeht.

Dauerhaft beenden.

Immunvermittelte
Nebenwirkungen

Schweregrada
Anpassung der Behandlung

Wiederauftreten von immunvermittelten

Nebenwirkungen nach dem

Abklingen zu ≤ Grad 1 (außer bei Pneumonitis, siehe oben)

3 oder 4
Dauerhaft beenden.

Andere Nebenwirkungen

Schweregrada
Anpassung der Behandlung

Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion

Behandlung unterbrechen. Bei
Abklingen innerhalb von 1 Stunde nach Beendigung kann die Infusion bei 50 % der anfänglichen Infusionsrate erneut begonnen werden. Ein erneuter Beginn der Infusion ist auch möglich, wenn die Symptome mit Prämedikation abklingen. Falls Grad 2 mit adäquater Prämedikation erneut auftritt, die Behandlung dauerhaft beenden.

3 oder 4

Dauerhaft beenden.

a

Die Toxizität wird auf Basis der Allgemeinen Terminologiekriterien von unerwünschten Ereignissen (Common Terminology Criteria for Adverse Events, CTCAE) des US National Cancer Institute Version 5.0 klassifiziert.

b

AST = Aspartataminotransferase c

ALT = Alaninaminotransferase d

ULN = upper limit of normal (obere Normgrenze) e

Bei Patientinnen mit Lebermetastasen, die die Behandlung mit einer Grad-2-Erhöhung der AST oder ALT beginnen, sollte die Behandlung abgebrochen werden, wenn AST oder ALT mindestens 1 Woche um ≥ 50 % im Vergleich zur Baseline erhöht ist.

f

SJS = Stevens-Johnson-Syndrom g

TEN = toxische epidermale Nekrolyse h

DRESS = Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

Patientenkarte

Alle Ärzte, die JEMPERLI verschreiben, müssen die Patientinnen über die Patientenkarte informieren und erklären, was im Falle von Symptomen immunvermittelter Nebenwirkungen zu tun ist. Der Arzt stellt jeder Patientin eine Patientenkarte zur Verfügung.

Besondere Patientengruppen

Ältere Menschen
Für Patientinnen im Alter von 65 Jahren oder älter wird keine Dosierungsanpassung empfohlen.

Über die Anwendung von JEMPERLI bei Patientinnen im Alter über 75 Jahren liegen nur begrenzte klinische Daten vor (siehe Abschnitt 5.1).

Eingeschränkte Nierenfunktion
Bei Patientinnen mit leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion wird keine Dosierungsanpassung empfohlen. Für Patientinnen mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion oder terminaler Niereninsuffizienz, die eine Dialyse erhalten, liegen nur begrenzte Daten vor (siehe Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patientinnen mit leichter Einschränkung der Leberfunktion wird keine Dosierungsanpassung empfohlen. Für Patientinnen mit mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion liegen nur begrenzte Daten vor, für Patientinnen mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion liegen keine Daten vor (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von JEMPERLI bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Außerhalb der zugelassenen Indikationen wurde JEMPERLI in Kombination mit Niraparib bei Kindern im Alter von 5 bis unter 18 Jahren mit rezidivierenden oder refraktären soliden Tumoren, einschließlich Osteosarkom und Neuroblastom, untersucht. Die Studiendaten sind jedoch begrenzt und die Ergebnisse der Studie lassen nicht schlussfolgern, dass der Nutzen einer solchen Anwendung die Risiken überwiegt. Die zurzeit vorliegenden Daten werden in den Abschnitten 5.1 und 5.2 beschrieben.

Art der Anwendung

JEMPERLI darf nur als intravenöse Infusion angewendet werden. JEMPERLI sollte als intravenöse Infusion mit einer intravenösen Infusionspumpe über einen Zeitraum von 30 Minuten angewendet werden.

JEMPERLI darf nicht als schnelle intravenöse Infusion oder Bolusinjektion angewendet werden.

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Dostarlimab ist am häufigsten mit immunvermittelten Nebenwirkungen assoziiert. Die meisten dieser Nebenwirkungen, einschließlich schwerwiegender Reaktionen, klangen nach Einleitung einer angemessenen medizinischen Behandlung oder Beendigung der Dostarlimab-Therapie ab (siehe unten „Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“).

Dostarlimab in der Monotherapie

Die Sicherheit von Dostarlimab wurde bei 605 Patienten und Patientinnen mit EC oder anderen fortgeschrittenen soliden Tumoren beurteilt, die eine Dostarlimab-Monotherapie im Rahmen der GARNET-Studie erhielten, einschließlich 153 Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem dMMR/MSI-H EC. Die Patienten und Patientinnen erhielten 500 mg Dostarlimab alle 3 Wochen für 4 Zyklen, gefolgt von 1 000 mg alle 6 Wochen für alle nachfolgenden Zyklen.

Bei Patienten und Patientinnen mit fortgeschrittenen oder rezidivierenden soliden Tumoren (n = 605) waren die häufigsten Nebenwirkungen (> 10 %) Anämie (28,6 %), Diarrhö (26,0 %), Übelkeit (25,8 %), Erbrechen (19,0 %), Arthralgie (17,0 %), Pruritus (14,2 %), Ausschlag (13,2 %), Fieber

(12,4 %), erhöhte Aspartataminotransferase (11,2 %) und Hypothyreose (11,2 %). JEMPERLI wurde aufgrund von Nebenwirkungen bei 38 (6,3 %) Patienten und Patientinnen dauerhaft abgesetzt. Bei den meisten dieser Nebenwirkungen handelte es sich um immunvermittelte Ereignisse. Die Nebenwirkungen waren bei 11,2 % der Patienten und Patientinnen schwerwiegend. Die meisten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren immunvermittelte Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.4).

Das Sicherheitsprofil hat sich bei Patientinnen mit dMMR/MSI-H EC in der GARNET-Studie (n = 153) nicht von dem in der gesamten Monotherapie-Population (siehe Tabelle 4) unterschieden.

Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel

In der RUBY-Studie wurde die Sicherheit von Dostarlimab bei 241 Patientinnen mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem EC, die Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel erhielten, untersucht. Die Patientinnen erhielten 500 mg Dostarlimab alle 3 Wochen für 6 Zyklen, gefolgt von 1 000 mg alle 6 Wochen für alle nachfolgenden Zyklen.

Bei Patientinnen mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem EC (n = 241) waren die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 10 %) Ausschlag (23,2 %), Ausschlag makulo-papulös (14,5 %), Hypothyreose (14,5 %), Fieber (12,9 %), erhöhte Alaninaminotransferase (12,9 %), erhöhte Aspartataminotransferase (12,0 %) und trockene Haut (10,0 %). JEMPERLI wurde aufgrund von Nebenwirkungen bei 12 (5,0 %) Patientinnen dauerhaft abgesetzt. Bei den meisten dieser Nebenwirkungen handelte es sich um immunvermittelte Ereignisse. Die Nebenwirkungen waren bei 5,8 % der Patientinnen schwerwiegend. Die häufigste (> 1 %) schwerwiegende Nebenwirkung war Fieber (2,9 %). Die häufigste (> 10 %) immunvermittelte Nebenwirkung war Hypothyreose (12,0 %), mit Ausschlag makulo-papulös (1,2 %) als häufigste (> 1 %) immunvermittelte Nebenwirkung, die zum Absetzen der Behandlung geführt hat (siehe Abschnitt 4.4).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die in klinischen Studien mit Dostarlimab als Monotherapie oder in Kombination mit Chemotherapie gemeldeten Nebenwirkungen sind nach Systemorganklasse und nach Häufigkeit in Tabelle 4 aufgelistet. Sofern nicht anders angegeben, basieren die Häufigkeiten der Nebenwirkungen, die in der Spalte „Dostarlimab Monotherapie“ gelistet sind, auf allen unerwünschten Ereignissen, die bei 605 Patienten und Patientinnen mit fortgeschrittenen oder rezidivierenden soliden Tumoren aus der GARNET-Studie ermittelt wurden und die Dostarlimab als Monotherapie über eine mediane Behandlungsdauer von 24 Wochen (Bereich: 1 Woche bis 229 Wochen) erhielten. Sofern nicht anders angegeben, basieren die Häufigkeiten der Nebenwirkungen, die in der Spalte „Dostarlimab in Kombination mit Chemotherapie“ gelistet sind, auf allen unerwünschten Ereignissen, die bei 241 Patientinnen mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem EC aus der RUBY-Studie ermittelt wurden und die Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel für eine mediane Behandlungsdauer von 43 Wochen (Bereich: 3 Wochen bis 193 Wochen) erhielten. Wenn Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel angewendet wird, wird für zusätzliche Sicherheitsinformationen auf die Produktinformation der kombinierten Arzneimittel verwiesen.

Nebenwirkungen, die bei der Anwendung von Dostarlimab als Monotherapie oder bei der alleinigen Anwendung von Carboplatin oder Paclitaxel bekannt sind, können auch bei der Behandlung mit diesen Arzneimitteln in Kombination auftreten, auch wenn diese Nebenwirkungen nicht in den klinischen Studien mit Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel beobachtet wurden.
Die Reaktionen sind nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 4: Nebenwirkungen bei Patienten und Patientinnen, die mit Dostarlimab behandelt wurden

Dostarlimab
Monotherapie

Dostarlimab in

Kombination mit

Chemotherapie

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig

Anämiea

Endokrine Erkrankungen
Sehr häufig

Hypothyreose*b

Hypothyreosee

Häufig

Hyperthyreose*,
Nebenniereninsuffizienz*

Hyperthyreose

Gelegentlich

Thyreoiditis*c,
Hypophysitisd

Thyreoiditis,

Nebenniereninsuffizienz

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich

Diabetes mellitus Typ 1, diabetische Ketoazidose
Diabetes mellitus Typ 1

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich

Enzephalitis, Myasthenia gravis
Myastheniesyndrom†,

Guillain-Barré-

Syndrom†f

Augenerkrankungen

Gelegentlich

Uveitisg
Uveitis

Herzerkrankungen

Gelegentlich

Myokarditis†h
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig

Pneumonitis*i

Pneumonitis

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Diarrhö, Übelkeit,

Erbrechen

Häufig
Kolitis*j, Pankreatitisk,

Gastritis

Kolitis†l, Pankreatitis

Gelegentlich

Ösophagitis immunvermittelte
Gastritis†, gastrointestinale

Vaskulitis†

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig

Hepatitis*m

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Sehr häufig

Ausschlag*n, Pruritus

Ausschlago, trockene

Haut

Gelegentlich

Stevens-Johnson-

Syndrom†

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr häufig

Arthralgie*

Häufig
Myalgie

Gelegentlich

immunvermittelte
Arthritis, Polymyalgia rheumatica, immunvermittelte Myositis immunvermittelte

Arthritis, Myositis†

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich

Nephritis*p

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr häufig

Fieber

Fieber

Häufig

Schüttelfrost

Dostarlimab
Monotherapie

Dostarlimab in

Kombination mit

Chemotherapie

Gelegentlich

systemisches inflammatorisches
Response-Syndrom†

Untersuchungen

Sehr häufig

erhöhte Transaminasenq erhöhte
Alaninaminotransferase, erhöhte

Aspartataminotransferase

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Häufig

Reaktion im
Zusammenhang mit einer

Infusion*r

† umfasst Ereignisse, die in anderen klinischen Studien bei Patienten und Patientinnen mit soliden Tumoren, die Dostarlimab als Monotherapie oder in Kombination mit verschiedenen Antitumortherapien erhalten haben, identifiziert wurden * siehe Abschnitt „Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“ a umfasst Anämie und autoimmunhämolytische Anämie b umfasst Hypothyreose und autoimmune Hypothyreose c umfasst Thyreoiditis und Immunthyreoiditis d umfasst Hypophysitis und lymphozytäre Hypophysitis e umfasst Hypothyreose und immunvermittelte Hypothyreose f umfasst Guillain-Barré-Syndrom und demyelinisierende Polyneuropathie g umfasst Uveitis und Iridozyklitis h umfasst Myokarditis und immunvermittelte Myokarditis i umfasst Pneumonitis, interstitielle Lungenerkrankung und immunvermittelte Lungenerkrankung j umfasst Kolitis, Enterokolitis und immunvermittelte Enterokolitis k umfasst Pankreatitis und Pankreatitis akut l umfasst Kolitis und Enteritis m umfasst Hepatitis, autoimmune Hepatitis und hepatische Zytolyse n umfasst Ausschlag, Ausschlag makulo-papulös, Erythem, makulösen Ausschlag, Ausschlag mit Juckreiz, erythematösen Hautausschlag, Ausschlag papulös, Erythema multiforme, Hauttoxizität, Medikamentenausschlag, toxischen Hautausschlag, exfoliativen Hautausschlag und Pemphigoid o umfasst Ausschlag und Ausschlag makulo-papulös p umfasst Nephritis und tubulo-interstitielle Nephritis q umfasst erhöhte Transaminasen, erhöhte Alaninaminotransferasen, erhöhte Aspartataminotransferasen und Hypertransaminasämie r umfasst Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion und Überempfindlichkeit

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Die nachfolgend aufgeführten, ausgewählten Nebenwirkungen basieren auf der Sicherheit von Dostarlimab aus einer kombinierten Monotherapie-Sicherheitsdatenbank mit 605 Patienten und Patientinnen aus der GARNET-Studie mit EC oder anderen fortgeschrittenen soliden Tumoren.
Immunvermittelte Nebenwirkungen wurden definiert als Ereignisse des Grades 2 oder höher. Die nachfolgenden Häufigkeiten umfassen keine Ereignisse des Grades 1. Die Empfehlungen zum Umgang mit diesen Nebenwirkungen sind in Abschnitt 4.2 beschrieben.

Immunvermittelte Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.4)

Immunvermittelte Pneumonitis
Immunvermittelte Pneumonitis trat bei 14 (2,3 %) Patienten und Patientinnen auf, einschließlich Pneumonitis Grad 2 (1,3 %), Grad 3 (0,8 %) und Grad 4 (0,2 %). Pneumonitis führte bei 8 (1,3 %) Patienten und Patientinnen zum Absetzen von Dostarlimab.

Systemische Corticosteroide (Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder ein gleichwertiges Präparat) waren bei 11 (78,6 %) Patienten und Patientinnen mit einer Pneumonitis notwendig. Die Pneumonitis klang bei

11 (78,6 %) der Patienten und Patientinnen ab.

Immunvermittelte Kolitis
Kolitis trat bei 8 (1,3 %) Patienten und Patientinnen auf, einschließlich Kolitis Grad 2 (0,7 %) und Grad 3 (0,7 %). Kolitis führte bei keinem Patienten und keiner Patientin zum Absetzen von Dostarlimab.

Systemische Corticosteroide (Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder ein gleichwertiges Präparat) waren bei 5 (62,5 %) Patienten und Patientinnen notwendig. Die Kolitis klang bei 5 (62,5 %) der Patienten und Patientinnen ab.

Immunvermittelte Hepatitis
Hepatitis trat bei 3 (0,5 %) Patienten und Patientinnen auf. Es handelte sich dabei jeweils um Hepatitis des Grades 3. Systemische Corticosteroide (Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder ein gleichwertiges Präparat) waren bei 2 (66,7 %) Patienten und Patientinnen notwendig. Die Hepatitis führte bei 1 (0,2 %) Patienten bzw. Patientin zum Absetzen von Dostarlimab und klang bei 2 der 3 Patienten und Patientinnen ab.

Immunvermittelte Endokrinopathien
Hypothyreose trat bei 46 (7,6 %) Patienten und Patientinnen auf. Alle Fälle waren Grad 2.

Hypothyreose führte nicht zum Absetzen von Dostarlimab und klang bei 17 (37,0 %) der Patienten und Patientinnen ab.

Hyperthyreose trat bei 14 (2,3 %) Patienten und Patientinnen auf, einschließlich Grad 2 (2,1 %) und Grad 3 (0,2 %). Hyperthyreose führte bei keinem Patienten und keiner Patientin zum Absetzen von Dostarlimab und klang bei 10 (71,4 %) der Patienten und Patientinnen ab.

Thyreoiditis trat bei 3 (0,5 %) Patienten und Patientinnen auf. Alle Fälle waren Grad 2. Kein Fall von Thyreoiditis klang ab. In keinem Fall wurde Dostarlimab aufgrund von Thyreoiditis abgesetzt.

Nebenniereninsuffizienz trat bei 7 (1,2 %) Patienten und Patientinnen auf, einschließlich Grad 2 (0,5 %) und Grad 3 (0,7 %). Nebenniereninsuffizienz führte bei 1 (0,2 %) Patienten bzw. Patientin zum Absetzen von Dostarlimab und klang bei 4 (57,1 %) der Patienten und Patientinnen ab.

Immunvermittelte Nephritis
Nephritis, einschließlich tubulo-interstitielle Nephritis, trat bei 3 (0,5 %) Patienten und Patientinnen auf. Alle Fälle waren Grad 2. Systemische Corticosteroide (Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder ein gleichwertiges Präparat) waren bei 2 (66,7 %) Patienten und Patientinnen mit Nephritis notwendig.

Nephritis führte bei 1 (0,2 %) Patienten bzw. Patientin zum Absetzen von Dostarlimab und klang bei allen 3 Patienten und Patientinnen ab.

Immunvermittelter Ausschlag
Immunvermittelter Ausschlag (Ausschlag, Ausschlag makulo-papulös, makulöser Ausschlag, Ausschlag mit Juckreiz, Pemphigoid, Medikamentenausschlag, Hauttoxizität, toxischer Hautausschlag) trat bei 31 (5,1 %) Patienten und Patientinnen auf, einschließlich Grad 3 bei 9 (1,5 %) Patienten und Patientinnen, die Dostarlimab erhielten. Die mediane Zeit bis zum Einsetzen des Ausschlags betrug 57 Tage (Bereich: 2 Tage bis 1485 Tage). Systemische Corticosteroide (Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder ein gleichwertiges Präparat) waren bei 9 (29,0 %) Patienten und Patientinnen mit Ausschlag notwendig. Ausschlag führte bei 1 (0,2 %) Patienten bzw. Patientin zum Absetzen von Dostarlimab und klang bei 24 (77,4 %) der Patienten und Patientinnen ab.

Immunvermittelte Arthralgie
Immunvermittelte Arthralgie trat bei 34 (5,6 %) Patienten und Patientinnen auf. Eine Grad 3 immunvermittelte Arthralgie wurde bei 5 (0,8 %) Patienten und Patientinnen mit Dostarlimab berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der Arthralgie betrug 94,5 Tage (Bereich: 1 Tag bis 840 Tage). Bei 3 (8,8 %) Patienten und Patientinnen mit Arthralgie war eine Behandlung mit systemischen Corticosteroiden (Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder ein gleichwertiges Präparat)

erforderlich. Arthralgie führte bei 1 (0,2 %) Patienten bzw. Patientin zum Absetzen von Dostarlimab und klang bei 19 (55,9 %) der Patienten und Patientinnen ab.

Infusionsbedingte Reaktionen
Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion, einschließlich Überempfindlichkeit, traten bei 6 (1,0 %) Patienten und Patientinnen auf, einschließlich Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion von Grad 2 (0,3 %) und Grad 3 (0,2 %). Alle Patienten und Patientinnen erholten sich von der Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion.

Klasseneffekte der Immuncheckpoint-Inhibitoren

Es wurden Fälle der folgenden Nebenwirkungen während der Behandlung mit anderen
Immuncheckpoint-Inhibitoren berichtet, die auch während der Behandlung mit Dostarlimab auftreten können: Zöliakie; exokrine Pankreasinsuffizienz.

Immunogenität

Eine Analyse der GARNET-Studie zu Antikörpern gegen den Wirkstoff (anti-drug antibodies, ADA) bei 315 Patienten und Patientinnen, die Dostarlimab erhielten, ergab eine Inzidenz von 2,5 % für das Auftreten von ADA und 1,3 % für das Auftreten neutralisierender Antikörper. Die gleichzeitige Anwendung mit Carboplatin und Paclitaxel beeinflusste die Immunogenität von Dostarlimab nicht. In der RUBY-Studie gab es bei den 225 Patientinnen, die mit Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel behandelt wurden und die auswertbar für das Vorhandensein von ADA waren, keine Inzidenz von Dostarlimab behandlungsbedingten ADA oder behandlungsbedingten neutralisierenden Antikörpern.

Es gab keine Nachweise für eine veränderte Wirksamkeit oder Sicherheit von Dostarlimab bei Patienten und Patientinnen, die ADA entwickelten.

Ältere Patienten und Patientinnen

Von den 605 Patienten und Patientinnen, die mit Dostarlimab als Monotherapie behandelt wurden, waren 51,6 % unter 65 Jahre alt, 36,9 % waren 65 bis unter 75 Jahre alt und 11,5 % waren 75 Jahre oder älter. Von den 241 Patientinnen, die mit Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin-Paclitaxel behandelt wurden, waren 52,3 % unter 65 Jahre alt, 36,5 % waren 65 bis unter 75 Jahre alt, und 11,2 % waren 75 Jahre oder älter. Insgesamt gab es keine Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit zwischen älteren (≥ 65 Jahre) und jüngeren (< 65 Jahre) Patienten und Patientinnen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Immunvermittelte Nebenwirkungen

Immunvermittelte Nebenwirkungen, die schwerwiegend oder tödlich sein können, können bei Patienten und Patientinnen auftreten, die mit programmed cell death protein-1 / programmed cell death-ligand 1 (PD-1/PD-L1)-blockierenden Antikörpern, einschließlich Dostarlimab, behandelt werden. Die immunvermittelten Nebenwirkungen treten meistens während der Behandlung mit Anti- PD-1/PD-L1-Antikörpern auf. Es können allerdings auch Symptome nach Ende der Behandlung auftreten. Immunvermittelte Nebenwirkungen können in jedem Organ oder Gewebe auftreten und mehr als ein Organsystem gleichzeitig betreffen. Die wichtigen immunvermittelten Nebenwirkungen in diesem Abschnitt umfassen nicht alle möglichen schwerwiegenden und tödlichen immunvermittelten Reaktionen.

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von immunvermittelten Nebenwirkungen ist essenziell, um die sichere Anwendung von Anti-PD-1/PD-L1-Antikörpern zu gewährleisten. Die Patientinnen sollten auf Anzeichen und Symptome von immunvermittelten Nebenwirkungen überwacht werden.
Hämatologische und klinische Chemie, einschließlich Leber-, Nieren- und Schilddrüsenfunktionstests, sollten zu Beginn und regelmäßig während der Behandlung beurteilt werden. Im Falle des Verdachts auf immunvermittelte Nebenwirkungen sollte eine adäquate Beurteilung, einschließlich Beratung

durch einen Facharzt, gewährleistet werden.

Basierend auf dem Schweregrad der Nebenwirkung sollte die Behandlung mit Dostarlimab unterbrochen oder dauerhaft beendet werden und Corticosteroide (1 bis 2 mg/kg/Tag Prednison oder ein gleichwertiges Präparat) oder eine andere angemessene Therapie angewendet werden (siehe unten und Abschnitt 4.2). Bei einer Verbesserung auf Grad ≤ 1 sollte das Ausschleichen der Corticosteroide beginnen und für 1 Monat oder länger fortgesetzt werden. Basierend auf begrenzten Daten aus klinischen Studien mit Patienten und Patientinnen, deren immunvermittelte Nebenwirkungen nicht mit der Anwendung von Corticosteroiden kontrolliert werden konnten, kann die Anwendung anderer systemischer Immunsuppressiva in Erwägung gezogen werden. Bei Endokrinopathien sollte eine Hormonersatztherapie eingeleitet werden, wenn dies gerechtfertigt ist.

Die Behandlung mit Dostarlimab sollte dauerhaft abgesetzt werden, wenn eine immunvermittelte Nebenwirkung des Grades 3 erneut oder eine immunvermittelte Nebenwirkung des Grades 4 auftritt, außer für Endokrinopathien, die mit Hormonersatztherapien kontrolliert sind, und wenn in Tabelle 3 nicht anders angegeben.

Immunvermittelte Pneumonitis
Bei Patienten und Patientinnen, die Dostarlimab erhalten, wurde Pneumonitis berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patientinnen sollten auf Anzeichen und Symptome von Pneumonitis überwacht werden. Bei Verdacht einer Pneumonitis sollte die Diagnose durch bildgebende Röntgenverfahren bestätigt und andere Ursachen ausgeschlossen werden. Die Patientinnen sollten durch Anpassungen der Dostarlimab-Therapie und mit Corticosteroiden behandelt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Immunvermittelte Kolitis
Dostarlimab kann immunvermittelte Kolitis verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Die Patientinnen sollten auf Anzeichen und Symptome von Kolitis überwacht werden und durch Anpassungen der Dostarlimab-Therapie, mit Antidiarrhoika und Corticosteroiden behandelt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Immunvermittelte Hepatitis
Dostarlimab kann immunvermittelte Hepatitis verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Die Patientinnen sollten, basierend auf der klinischen Beurteilung, wie angegeben regelmäßig auf Veränderungen der Leberfunktion überwacht werden und durch Anpassungen der Dostarlimab-Therapie und mit Corticosteroiden behandelt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Immunvermittelte Endokrinopathien
Immunvermittelte Endokrinopathien, einschließlich Hypothyreose, Hyperthyreose, Thyreoiditis, Hypophysitis, Diabetes mellitus Typ 1, diabetische Ketoazidose und Nebenniereninsuffizienz wurden bei Patienten und Patientinnen berichtet, die Dostarlimab erhielten (siehe Abschnitt 4.8).

Hypothyreose und Hyperthyreose
Immunvermittelte Hypothyreose und Hyperthyreose (einschließlich Thyreoiditis) traten bei Patienten und Patientinnen auf, die Dostarlimab erhielten. Dabei kann auf eine Hyperthyreose eine Hypothyreose folgen. Die Patientinnen sollten hinsichtlich anomalen Schilddrüsenfunktionstests vor und regelmäßig während der Behandlung sowie bei Bedarf, basierend auf der klinischen Beurteilung, überwacht werden. Immunvermittelte Hypothyreose und Hyperthyreose (einschließlich Thyreoiditis) sollten wie in Abschnitt 4.2 empfohlen behandelt werden.

Nebenniereninsuffizienz
Immunvermittelte Nebenniereninsuffizienz trat bei Patienten und Patientinnen auf, die Dostarlimab erhielten. Die Patientinnen sollten auf klinische Anzeichen und Symptome von Nebenniereninsuffizienz überwacht werden. Im Falle symptomatischer Nebenniereninsuffizienz sollten die Patientinnen wie in Abschnitt 4.2 empfohlen behandelt werden.

Immunvermittelte Nephritis
Dostarlimab kann immunvermittelte Nephritis verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Die Patientinnen

sollten auf Veränderungen der Nierenfunktion überwacht werden und durch Anpassungen der Dostarlimab-Therapie und mit Corticosteroiden behandelt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Immunvermittelte Hautreaktionen
Bei Patienten und Patientinnen, die Dostarlimab erhalten, wurden immunvermittelte Ausschläge, einschließlich Pemphigoid, berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patientinnen sollten auf Anzeichen und Symptome von Ausschlägen überwacht werden. Das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), welches lebensbedrohlich oder tödlich sein kann, wurde im Zusammenhang mit einer Behandlung mit Dostarlimab berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Fälle von toxischer epidermaler Nekrolyse wurden bei Patienten und Patientinnen, die mit PD-1 Inhibitoren behandelt wurden, berichtet. Patientinnen sind über die Anzeichen und Symptome von schweren Hautreaktionen aufzuklären und engmaschig auf Hautreaktionen zu überwachen. Patientinnen sollen aufgefordert werden, bei Auftreten jeglicher Anzeichen oder Symptome umgehend einen Arzt zu konsultieren. Bei Verdacht auf schwere Hautreaktionen sind die Patientinnen zur weiteren Beurteilung und Behandlung an einen Facharzt zu überweisen und wie in Abschnitt 4.2 empfohlen zu behandeln.

Die Anwendung von Dostarlimab sollte nur mit Vorsicht für Patientinnen erwogen werden, die zuvor mit anderen immunstimulierenden Arzneimitteln gegen Krebs eine schwere oder lebensbedrohliche Hautreaktion hatten.

Immunvermittelte Arthralgie
Eine immunvermittelte Arthralgie wurde bei Patienten und Patientinnen berichtet, die Dostarlimab erhielten (siehe Abschnitt 4.8). Die Patientinnen sollten auf Anzeichen und Symptome einer Arthralgie überwacht werden. Der Verdacht auf eine immunvermittelte Arthralgie sollte bestätigt und andere Ursachen ausgeschlossen werden. Die Patientinnen sollten durch Anpassungen der Dostarlimab- Therapie und mit Corticosteroiden behandelt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Andere immunvermittelte Nebenwirkungen
Aufgrund des Wirkmechanismus von Dostarlimab können andere mögliche immunvermittelte Nebenwirkungen auftreten, einschließlich potenziell schwerwiegender Ereignisse (z. B. Myositis, Myokarditis, Enzephalitis, demyelinisierende Neuropathie [einschließlich Guillain-Barré-Syndrom], Sarkoidose). Die bei weniger als 1 % der Patienten und Patientinnen, die in klinischen Studien mit einer Dostarlimab-Monotherapie behandelt wurden, berichteten immunvermittelten Nebenwirkungen mit klinischer Signifikanz umfassen Enzephalitis, autoimmunhämolytische Anämie, Pankreatitis, Iridozyklitis und Uveitis. Die Patientinnen sollten auf Anzeichen und Symptome von immunvermittelten Nebenwirkungen überwacht und wie in Abschnitt 4.2 beschrieben behandelt werden. Die Abstoßung eines soliden Organtransplantats wurde bei Patienten und Patientinnen berichtet, die mit zugelassenen PD-1-Inhibitoren behandelt wurden. Eine Behandlung mit Dostarlimab kann das Risiko der Abstoßung von soliden Organtransplantaten erhöhen. Für diese Patientinnen sollte der Nutzen einer Behandlung mit Dostarlimab gegenüber dem Risiko einer möglichen Organtransplantatabstoßung abgewogen werden.

Tödliche oder andere schwerwiegende Komplikationen können bei Patientinnen auftreten, die vor oder nach der Behandlung mit einem Anti-PD-1/PD-L1-Antikörper eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSZT) erhalten. Komplikationen im Zusammenhang mit der Transplantation umfassen das hyperakute Graft-versus-Host-Syndrom (graft-versus-host disease, GvHD), akute GvHD, chronische GvHD, Lebervenenverschlusskrankheit nach intensitätsreduziertem Schema zur Konditionierung sowie Fiebersyndrom, das eine Steroidbehandlung erfordert (ohne bekannte infektiöse Ursache). Diese Komplikationen können trotz Interventionstherapie zwischen PD- 1/PD-L1-Blockade und allogener HSZT auftreten. Die Patientinnen müssen engmaschig auf Komplikationen im Zusammenhang mit der Transplantation überwacht und sofort behandelt werden.
Das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Behandlung mit einem Anti-PD-1/PD-L1-Antikörper vor oder nach einer allogenen HSZT muss überprüft werden.

Infusionsbedingte Reaktionen
Dostarlimab kann Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion verursachen, die schwerwiegend sein können (siehe Abschnitt 4.8). Bei schwerwiegenden (Grad 3) oder lebensbedrohlichen (Grad 4)

Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion sollte die Infusion abgebrochen und die Behandlung dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Patienten und Patientinnen, die von klinischen Studien ausgeschlossen wurden
Patienten und Patientinnen mit folgendem Status wurden von der GARNET-Studie ausgeschlossen:

Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)-Performance-Status (PS) bei Baseline ≥ 2;

unkontrollierte Metastasen im Zentralnervensystem oder karzinomatöse Meningitis; andere Malignome innerhalb der letzten 2 Jahre; Immundefizienz oder Erhalt einer immunsuppressiven Therapie innerhalb von 7 Tagen; aktive HIV-, Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Infektion; aktive Autoimmunerkrankung, die innerhalb der letzten 2 Jahre eine systemische Therapie, ausgenommen Ersatztherapie, erforderte; interstitielle Lungenerkrankung in der Vorgeschichte; Verabreichung eines Lebendimpfstoffes innerhalb von 14 Tagen.

Patientinnen mit folgendem Status wurden von der RUBY-Studie ausgeschlossen:
begleitende maligne Erkrankung oder frühere nicht-endometriale invasive maligne Erkrankung, bei der die Patientinnen weniger als 3 Jahre krankheitsfrei waren oder bei der sie eine aktive Behandlung gegen das Malignom in den letzten 3 Jahren erhielten; unkontrollierte Metastasen im Zentralnervensystem oder karzinomatöse Meningitis, oder beides; bekannte HIV-, aktive Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Infektion in der Vorgeschichte; Immundefizienz oder Erhalt einer immunsuppressiven Therapie innerhalb von 7 Tagen; Patientinnen mit hohem medizinischen Risiko aufgrund einer schweren, unkontrollierten medizinischen Erkrankung, nicht-maligner systemischen Erkrankung oder einer aktiven Infektion, die eine systemische Therapie benötigt; oder Verabreichung eines Lebendimpfstoffes innerhalb von 30 Tagen vor der ersten Dosis der Studienbehandlung, während der Studienbehandlung und bis zu 180 Tagen nach der letzten Dosis der Studienbehandlung.

Nach sorgfältiger Abwägung des möglicherweise erhöhten Risikos können diese Patientinnen mit Dostarlimab unter angemessener medizinischer Betreuung behandelt werden.

Polysorbat 80

Dieses Arzneimittel enthält Polysorbat 80 (siehe Abschnitt 2), das allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro 500-mg-Dosis, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“. Dieses Arzneimittel kann in 9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchlorid- Infusionslösung verdünnt werden. Dies sollte bei Patientinnen unter salzarmer Diät beachtet werden (siehe Abschnitt 6.6).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Untersuchung von Wechselwirkungen durchgeführt. Bei monoklonalen Antikörpern (monoclonal antibodies, mAb) wie Dostarlimab handelt es sich nicht um Substrate für Cytochrom P450 oder Wirkstoff-Transporter. Dostarlimab ist kein Zytokin und wahrscheinlich kein Zytokin-Modulator. Zudem wird keine pharmakokinetische Interaktion von Dostarlimab mit niedermolekularen Wirkstoffen erwartet. Es gibt keine Nachweise einer Wechselwirkung durch eine nicht-spezifische Clearance des Lysosom-Abbaus für Antikörper.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung

Es besteht ein Risiko im Zusammenhang mit der Anwendung von Dostarlimab an Frauen im gebärfähigen Alter. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Dostarlimab und bis 4 Monate nach der letzten Dostarlimab-Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Dostarlimab bei Schwangeren vor. Basierend auf seinem Wirkmechanismus kann Dostarlimab schädliche pharmakologische Wirkungen beim Fötus hervorrufen, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird.

Es wurden keine Tierstudien zur Reproduktion und Entwicklung mit Dostarlimab durchgeführt. Die Hemmung des PD-1/PD-L1-Signalwegs kann jedoch zu einem erhöhten Risiko für immunvermittelte Abstoßung des sich entwickelnden Fötus und damit zum fetalen Tod führen (siehe Abschnitt 5.3). Es ist bekannt, dass humane Immunglobuline (IgG4) die Plazenta passieren; daher besteht bei Dostarlimab als IgG4 die Möglichkeit, dass es von der Mutter auf den sich entwickelnden Fötus übertragen wird.

Die Anwendung von JEMPERLI während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Empfängnisverhütung anwenden, wird nicht empfohlen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Dostarlimab/die Metaboliten in die Muttermilch übergehen.

Ein Risiko für das Neugeborene/den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden.

JEMPERLI soll während der Stillzeit nicht angewendet werden und das Stillen soll für mindestens 4 Monate nach der letzten Dostarlimab-Dosis vermieden werden.

Fertilität

Es wurden keine Fertilitätsstudien mit Dostarlimab durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

JEMPERLI hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.9 Überdosierung

Bei Verdacht einer Überdosierung müssen die Patientin auf Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen überwacht und angemessen symptomatisch behandelt werden.

5.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, monoklonale Antikörper und Antikörper- Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FF07

Wirkmechanismus

Dostarlimab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper des IgG4-Isotyps, der an PD-1-Rezeptoren bindet und die Interaktion mit seinen Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert. Die Hemmung der durch den PD-1-Signalweg vermittelten Immunantwort führt zur Reaktivierung der T-Zell-Funktion, wie Proliferation, Zytokin-Produktion und zytotoxische Aktivität. Dostarlimab verstärkt T-Zell-Antworten, einschließlich Anti-Tumor-Immunantworten, indem es die Bindung von PD-1 an PD-L1 und PD-L2 blockiert. In syngenen Maus-Tumormodellen führte das Blockieren der PD-1-Aktivität zu einem verminderten Tumorwachstum.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

RUBY: Randomisierte kontrollierte Studie mit Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel bei der Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem EC

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin-Paclitaxel wurde in einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase 3-Studie bei Patientinnen mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem EC untersucht.

Die Patientinnen wurden (im Verhältnis 1:1) auf eine Behandlung mit 500 mg Dostarlimab plus Carboplatin AUC 5 mg/ml/min und Paclitaxel 175 mg/m2 alle 3 Wochen für 6 Zyklen, gefolgt von 1 000 mg Dostarlimab alle 6 Wochen (n = 245) oder Placebo plus Carboplatin AUC 5 mg/ml/min und Paclitaxel 175 mg/m2 alle 3 Wochen für 6 Zyklen, gefolgt von Placebo alle 6 Wochen (n = 249) randomisiert. Die Randomisierung wurde nach dem MMR/MSI-Status, vorheriger externer Beckenbestrahlung und Krankheitsstatus (rezidivierend, primäres Stadium III oder primäres Stadium IV) stratifiziert. Die Behandlung wurde bis zu 3 Jahre oder bis zur inakzeptablen Toxizität, Krankheitsprogression oder bis zur Prüfarztentscheidung fortgeführt. Die Bewertung des Tumorstatus wurde alle 6 Wochen bis Woche 25 durchgeführt. Anschließend erfolgte die Bewertung alle 9 Wochen bis Woche 52 und nachfolgend alle 12 Wochen. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 37 Monaten hatten 27 der 245 Patientinnen, die auf Dostarlimab plus Carboplatin-Paclitaxel randomisiert wurden, eine Behandlung von > 3 Jahren erhalten (Stichtag 22. September 2023).

Auszug – vollständiger Text im Originaldokument. Originaldokument (PDF, EMA)

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von Dostarlimab wurde in der Monotherapie und in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel untersucht.

Dostarlimab wurde in der Monotherapie oder in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel unter Verwendung einer pharmakokinetischen Populationsanalyse von 869 Patienten und Patientinnen mit verschiedenen soliden Tumoren, einschließlich 546 Patientinnen mit EC charakterisiert. Bei einer Dosierung mit der empfohlenen therapeutischen Dosis der Monotherapie (500 mg intravenöse Anwendung alle 3 Wochen für 4 Zyklen, gefolgt von 1 000 mg alle 6 Wochen) oder mit der empfohlenen therapeutischen Dosis bei Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel (500 mg intravenöse Anwendung alle 3 Wochen für 6 Zyklen, gefolgt von 1 000 mg alle 6 Wochen) zeigt Dostarlimab eine etwa zweifache Akkumulation (Cmin), die mit der terminalen Halbwertszeit (t1/2) konsistent ist. Die Dostarlimab-Exposition war bei der Monotherapie und/oder bei der Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel ähnlich.

Resorption

Dostarlimab wird intravenös angewendet. Aus diesem Grund sind Schätzungen zur Resorption nicht anwendbar.

Verteilung

Das mittlere Steady-State-Verteilungsvolumen von Dostarlimab beträgt etwa 5,8 l (CV % von 14,9 %).

Biotransformation

Dostarlimab ist ein therapeutischer monoklonaler Antikörper des IgG4-Isotyps, bei dem zu erwarten ist, dass er durch Lysosomen mittels Flüssigphasen-Endozytose oder rezeptorvermittelter Endozytose in kleine Peptide, Aminosäuren und kleine Kohlenhydrate abgebaut wird. Die Abbauprodukte werden durch renale Exkretion ausgeschieden oder kehren ohne biologische Effekte in den Nährstoffpool zurück.

Elimination

Die mittlere Steady-State-Clearance beträgt 0,007 l/h (CV % von 30,2 %). Die Steady-State-t1/2 beträgt 23,2 Tage (CV % von 20,8 %).

Auszug – vollständiger Text im Originaldokument. Originaldokument (PDF, EMA)

Stand der Information: Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.