Defibrotid
Defitelio · ATC-Code B01AX01
Auch bekannt als: defibrotide
- Steckbrief
- Wirkstoff
- Defibrotid (INN: defibrotide)
- Wirkstoffgruppe
- Antikoagulans
- ATC-Code
- B01AX01
- Zulassung
- EU-weit zentral zugelassen (EMA)
- Darreichungsformen
- Defitelio 80 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
- Zulassungsinhaber
- Gentium S.r.l.
- Stand der Information
- 2026-10-29
Das Wichtigste in Kürze
Defibrotid (Defitelio) ist ein antithrombotisch und profibrinolytisch wirkender Stoff zur Behandlung der schweren hepatischen venookklusiven Erkrankung nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation.
Anwendung
- Behandlung einer schweren hepatischen venookklusiven Erkrankung (VOD), auch sinusoidales Obstruktionssyndrom (SOS) genannt, im Rahmen einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation bei Erwachsenen sowie bei Jugendlichen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat.
Dosierung
- Erwachsene und Kinder von 1 Monat bis 18 Jahren: 6,25 mg/kg Körpergewicht alle 6 Stunden (25 mg/kg/Tag) als intravenöse Infusion über 2 Stunden; Dosen über 25 mg/kg/Tag werden nicht empfohlen.
- Die Behandlung dauert mindestens 21 Tage und wird fortgesetzt, bis die Zeichen und Symptome der schweren VOD abgeklungen sind.
- Vor Gebrauch stets verdünnen (5 % Glucose oder Natriumchloridlösung) auf eine Endkonzentration von 4 mg/ml bis 20 mg/ml.
- Keine Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung oder intermittierender Hämodialyse; bei Leberfunktionsstörung keine Anpassung, aber sorgfältige Überwachung.
- Bei Kindern unter einem Monat nicht empfohlen.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Gleichzeitige thrombolytische Therapie (z. B. t-PA).
Wichtige Warnhinweise
- Arzneimittel, die das Blutungsrisiko erhöhen, werden innerhalb von 24 Stunden nach der Gabe nicht empfohlen (bei unfraktioniertem Heparin innerhalb von 12 Stunden).
- Gleichzeitige systemische Antikoagulanzien erfordern eine sorgfältige Überwachung; Thrombozytenaggregationshemmer wie NSAR nur mit Vorsicht.
- Bei klinisch relevanter akuter Blutung mit Transfusionsbedarf nicht empfohlen bzw. absetzen; vor Operationen oder invasiven Eingriffen mit hohem Blutungsrisiko vorübergehend unterbrechen.
- Bei hämodynamischer Instabilität (mittlerer arterieller Druck mit einem Vasopressor nicht aufrechtzuerhalten) nicht empfohlen.
- Eine Bolusgabe kann Flush oder ein Gefühl allgemeiner Wärme verursachen.
Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Hypotonie.
- Häufig: Blutungen (u. a. gastrointestinale, pulmonale und zerebrale Blutung, Epistaxis, Hämaturie, Blutung an der Katheterstelle), Koagulopathie, Erbrechen, Durchfall, Übelkeit, Hautausschlag, Pruritus, Petechien, Pyrexie.
- Gelegentlich: Überempfindlichkeit, anaphylaktische Reaktion, zerebrales Hämatom, Hämatothorax, Meläna.
Wechselwirkungen
- Rekombinanter t-PA kann das Blutungsrisiko erhöhen; die gleichzeitige Gabe ist kontraindiziert.
- Die Anwendung mit antithrombotischen/fibrinolytischen Arzneimitteln (z. B. niedermolekulare Heparine, Warfarin, Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban) wird nicht empfohlen.
Schwangerschaft und Stillzeit
- In der Schwangerschaft nur anwenden, wenn der Zustand der Frau es erfordert; zuverlässige Verhütung für Patienten und Partner während der Behandlung und eine Woche danach.
- Kann während der Stillzeit angewendet werden.
Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.
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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)
- DefitelioGentium S.r.l. · EMEA/H/C/002393
Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation
Handelsnamen in 3 weiteren europäischen Ländern
- Island
- Defitelio
- Liechtenstein
- Defitelio
- Norwegen
- Defitelio
EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29
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Quellen
- European Medicines Agency. Defitelio – EPAR, Product Information. 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/defitelio-epar-product-information_de.pdf
- Wikidata (CC0): ATC B01AX.
Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden
Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.