Chlorpromazin

Largactil, Largasel · ATC-Code N05AA01

Auch bekannt als: Chlorpromazine, Klorpromazin

Steckbrief
Wirkstoff
Chlorpromazin (INN: chlorpromazine)
Wirkstoffgruppe
Neuroleptikum
ATC-Code
N05AA01
Zulassung
national zugelassen; in der EU keine zentrale Zulassung
Stand der Information
2026-10-27

Wichtigster Warnhinweis (Boxed Warning)

Erhöhte Mortalität bei älteren Patienten mit demenzbedingter Psychose

Ältere Patienten mit demenzbedingter Psychose, die mit Antipsychotika behandelt werden, haben ein erhöhtes Sterberisiko. Analysen von siebzehn placebokontrollierten Studien (modale Dauer von 10 Wochen), überwiegend bei Patienten unter atypischen Antipsychotika, ergaben bei den mit dem Arzneimittel behandelten Patienten ein Sterberisiko, das 1,6- bis 1,7-mal so hoch war wie das Sterberisiko bei den mit Placebo behandelten Patienten. Im Verlauf einer typischen 10-wöchigen kontrollierten Studie lag die Sterberate bei den mit dem Arzneimittel behandelten Patienten bei etwa 4,5 %, verglichen mit einer Rate von etwa 2,6 % in der Placebogruppe. Obwohl die Todesursachen unterschiedlich waren, schienen die meisten Todesfälle entweder kardiovaskulärer (z. B. Herzinsuffizienz, plötzlicher Tod) oder infektiöser (z. B. Pneumonie) Natur zu sein. Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass ähnlich wie bei atypischen Antipsychotika auch die Behandlung mit konventionellen Antipsychotika die Mortalität erhöhen kann. In welchem Ausmaß die Befunde einer erhöhten Mortalität in Beobachtungsstudien auf das Antipsychotikum und nicht auf bestimmte Merkmale der Patienten zurückzuführen sind, ist nicht klar. Chlorpromazinhydrochlorid ist nicht zur Behandlung von Patienten mit demenzbedingter Psychose zugelassen (siehe WARNHINWEISE).

Englisches Original anzeigen

Increased Mortality in Elderly Patients with Dementia-Related Psychosis

Elderly patients with dementia-related psychosis treated with antipsychotic drugs are at an increased risk of death. Analyses of seventeen placebo-controlled trials (modal duration of 10 weeks), largely in patients taking atypical antipsychotic drugs, revealed a risk of death in drug-treated patients of between 1.6 to 1.7 times the risk of death in placebo-treated patients. Over the course of a typical 10-week controlled trial, the rate of death in drug-treated patients was about 4.5%, compared to a rate of about 2.6% in the placebo group. Although the causes of death were varied, most of the deaths appeared to be either cardiovascular (e.g., heart failure, sudden death) or infectious (e.g., pneumonia) in nature. Observational studies suggest that, similar to atypical antipsychotic drugs, treatment with conventional antipsychotic drugs may increase mortality. The extent to which the findings of increased mortality in observational studies may be attributed to the antipsychotic drug as opposed to some characteristic(s) of the patients is not clear. Chlorpromazine hydrochloride is not approved for the treatment of patients with dementia-related psychosis (see WARNINGS).

Das Wichtigste in Kürze

Chlorpromazin ist ein Phenothiazin-Antipsychotikum. Laut US-Fachinformation wird es bei psychotischen Störungen, Übelkeit und Erbrechen, therapieresistentem Schluckauf und weiteren Indikationen eingesetzt.

Anwendung

  • Psychotische Störungen und Schizophrenie
  • Manische Phasen der manisch-depressiven Erkrankung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unruhe und Angst vor Operationen
  • Akute intermittierende Porphyrie; adjuvant bei Tetanus
  • Therapieresistenter Schluckauf
  • Schwere Verhaltensstörungen bei Kindern (1 bis 12 Jahre) sowie kurzfristig bei hyperaktiven Kindern mit Verhaltensstörung

Dosierung

  • Dosis individuell nach Schweregrad; bis zur Symptomkontrolle steigern, dann schrittweise auf die niedrigste wirksame Erhaltungsdosis senken
  • Psychotische Störungen: 200 mg täglich sind nicht ungewöhnlich; stationär meist 500 mg täglich ausreichend
  • Ambulant: 10 mg drei- oder viermal täglich oder 25 mg zwei- oder dreimal täglich
  • Übelkeit und Erbrechen: 10 mg bis 25 mg alle 4 bis 6 Stunden bei Bedarf
  • Schluckauf und Porphyrie: 25 mg bis 50 mg drei- oder viermal täglich
  • Ältere, geschwächte oder abgemagerte Patienten: niedrigere Dosen und langsamere Steigerung; weitere Schemata in der Fachinformation

Gegenanzeigen

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Phenothiazine
  • Komatöse Zustände oder größere Mengen zentral dämpfender Substanzen (Alkohol, Barbiturate, Opioide)

Wichtige Warnhinweise

  • Boxed Warning: erhöhte Mortalität bei älteren Patienten mit demenzbedingter Psychose; nicht für diese Anwendung zugelassen
  • Spätdyskinesien, möglicherweise irreversibel
  • Extrapyramidale Symptome können Zeichen eines Reye-Syndroms oder einer Enzephalopathie überdecken; bei Verdacht auf Reye-Syndrom bei Kindern vermeiden
  • Vorsicht bei Lebererkrankung; schwere Hypotonie bei Mitralinsuffizienz oder Phäochromozytom berichtet

Nebenwirkungen

  • Schläfrigkeit, meist leicht bis mäßig, vor allem in den ersten Wochen
  • Ikterus (Überempfindlichkeitsreaktion), meist reversibel nach Absetzen
  • Hypotonie und neuromuskuläre (extrapyramidale) Reaktionen, besonders bei Älteren
  • Spätdyskinesien

Wechselwirkungen

  • Verstärkte Wirkung zentral dämpfender Substanzen (Alkohol, Barbiturate, Opioide); bei großen Mengen kontraindiziert

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI (Claude, Anthropic) am 2026-10-28. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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Für Patientinnen und Patienten

Patienteninformation (USA, englisch)

Für dieses Präparat gibt es keine eigene US-Patienteninformation.

Zulassung und Handelsnamen nach Land

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Türkei

  • LargactilLİLYUM İLAÇ VE KİMYA SAN. TİC. A.Ş. · 2 Registereinträge
  • LargaselHAVER FARMA İLAÇ A.Ş. · 1 Registereintrag

Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16

Handelsnamen in 9 weiteren europäischen Ländern
Frankreich
Largactil
Griechenland
Solidon, Zuledine
Irland
Chloropromazine Pinewood Laboratories, Clonactil
Italien
Largactil
Malta
Chlorpromazine Remedica
Polen
Fenactil
Portugal
Largactil
Spanien
Largactil
Zypern
Chlorpromazine Remedica

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28

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Quellen

  1. U.S. Food and Drug Administration. Chlorpromazine hydrochloride (Northstar Rx LLC) – Prescribing Information, 2026-08-26. DailyMed (NLM), 2026-10-27. https://dailymed.nlm.nih.gov/dailymed/lookup.cfm?setid=2bd42d3a-bf89-4d74-a252-9b914106a570
  2. TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85
  3. Wikidata (CC0): ATC N05AA.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-27 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: U.S. Food and Drug Administration (FDA), Prescribing Information, über DailyMed (NLM); gemeinfrei. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.