Cabotegravir

Apretude, Vocabria · ATC-Code J05AJ04

Auch bekannt als: Kabotegravir

Steckbrief
Wirkstoff
Cabotegravir
ATC-Code
J05AJ04
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Apretude 600 mg Depot-Injektionssuspension · Apretude 30 mg Filmtabletten · 400 mg / Vocabria 400 mg Depot-Injektionssuspension / 600 mg · Vocabria 30 mg Filmtabletten
Zulassungsinhaber
ViiV Healthcare B.V.
Stand der Information
2026-10-28

Das Wichtigste in Kürze

Cabotegravir ist ein Integrase-Hemmer gegen HIV-1; als Apretude dient es der Präexpositionsprophylaxe (PrEP), als Vocabria in Kombination mit Rilpivirin der Behandlung der HIV-1-Infektion.

Anwendung

  • Apretude (Injektion 600 mg; Tabletten 30 mg): zusammen mit Safer-Sex-Praktiken zur PrEP, um das Risiko einer sexuell erworbenen HIV-1-Infektion bei Erwachsenen und Jugendlichen mit hohem Risiko und mindestens 35 kg zu senken; Tabletten kurzfristig als orale Einleitung oder als Überbrückung ausgelassener Injektionen.
  • Vocabria (Injektion; Tabletten 30 mg): in Kombination mit Rilpivirin zur Behandlung der HIV-1-Infektion bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren, mindestens 35 kg), die virologisch supprimiert sind (HIV-1-RNA <50 Kopien/ml) und keine Resistenz gegen NNRTI oder Integrase-Hemmer bzw. kein virologisches Versagen mit diesen Klassen hatten.

Dosierung

  • Apretude-Injektion: 600 mg intramuskulär, einen Monat später erneut 600 mg, danach 600 mg alle 2 Monate (jeweils bis 7 Tage vor oder nach dem Termin möglich); vor jeder Injektion HIV-1-Test (Antigen/Antikörper und HIV-RNA) negativ.
  • Apretude-Tabletten: zur oralen Einleitung 30 mg einmal täglich für etwa einen Monat (mindestens 28 Tage), mit oder ohne Nahrung.
  • Vocabria-Injektion, monatlich: Initiierung 600 mg, danach 400 mg einmal monatlich; alle 2 Monate: 600 mg, einen Monat später 600 mg, danach 600 mg alle 2 Monate; jeweils zusammen mit Rilpivirin-Injektion an getrennten Stellen im Gesäßmuskel.
  • Vocabria-Tabletten: orale Einleitung mit 30 mg Cabotegravir plus 25 mg Rilpivirin einmal täglich für etwa einen Monat (mindestens 28 Tage), zusammen mit einer Mahlzeit.
  • Nach Absetzen der Vocabria-Injektionen spätestens einen Monat (monatliche Gabe) bzw. zwei Monate (Gabe alle 2 Monate) nach der letzten Injektion auf ein anderes vollständig supprimierendes Regime umstellen. Weitere Einzelheiten: siehe Volltext.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Gleichzeitige Anwendung von Rifampicin, Rifapentin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenytoin oder Phenobarbital.
  • Apretude: Personen mit unbekanntem oder positivem HIV-1-Status.

Wichtige Warnhinweise

  • Apretude schützt nicht immer vor HIV-1 und soll Teil einer umfassenden Präventionsstrategie sein (z. B. Kondome, Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen).
  • Resistenzrisiko gegen Cabotegravir, wenn vor, während oder nach Apretude eine HIV-1-Infektion erworben wird; nach Diagnose sofort antiretrovirale Therapie beginnen.
  • Cabotegravir kann nach einer Injektion 12 Monate oder länger im Körper verbleiben.
  • Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) und Überempfindlichkeitsreaktionen: sofort absetzen, nach schwerer Reaktion nie wieder beginnen.
  • Vocabria: bestimmte Ausgangsfaktoren (Rilpivirin-Resistenzmutationen, HIV-1-Subtyp A6/A1, BMI ≥ 30 kg/m²) können mit virologischem Versagen verbunden sein.

Nebenwirkungen

  • Apretude-Injektion: in HPTN 083 am häufigsten Reaktionen an der Injektionsstelle (82%), Kopfschmerzen (17%) und Durchfall (14%); in HPTN 084 Reaktionen an der Injektionsstelle (38%), Kopfschmerzen (23%) und erhöhte Transaminasen (19%).
  • Vocabria plus Rilpivirin: am häufigsten Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Fieber.
  • Häufig: Depression, Angst, abnorme Träume, Schlaflosigkeit, Schwindel, Übelkeit, Hautausschlag; gelegentlich Hepatotoxizität, Suizidgedanken; sehr selten Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse.

Wechselwirkungen

  • Starke Induktoren von UGT1A1 oder UGT1A9 senken die Cabotegravir-Spiegel und können zum Wirkverlust führen.
  • Bei Vocabria zusätzlich die Wechselwirkungen von Rilpivirin beachten. Weitere Wechselwirkungen: siehe Volltext.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Apretude-Injektion in der Schwangerschaft nicht empfohlen, außer der Nutzen rechtfertigt das Risiko; Vocabria-Injektion kann bei entsprechendem Nutzen angewendet werden. Mögliche fetale Exposition durch die lange Verweildauer beachten.
  • Stillen nur, wenn der erwartete Nutzen das Risiko für das Kind rechtfertigt (Apretude).

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

  • ApretudeViiV Healthcare B.V. · EMEA/H/C/005756
  • VocabriaViiV Healthcare B.V. · EMEA/H/C/004976

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Türkei

  • VocabriaGLAXOSMİTHKLİNE İLAÇLARI SAN. VE TİC. A.Ş. · 3 Registereinträge

Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16

Handelsnamen in 3 weiteren europäischen Ländern
Island
Apretude, Vocabria
Liechtenstein
Apretude, Vocabria
Norwegen
Apretude, Vocabria

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

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Quellen

  1. European Medicines Agency. Apretude – EPAR, Product Information. 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/apretude-epar-product-information_de.pdf
  2. European Medicines Agency. Vocabria – EPAR, Product Information. 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/vocabria-epar-product-information_de.pdf
  3. TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-28 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.