Korrigiertes Natrium bei Hyperglykämie
Natrium korrigiert um den Verdünnungseffekt hoher Glukose (Hillier-Faktor 2,4)
Quellen zuletzt geprüft: 2026-10-13
Korrigiertes Natrium bei Hyperglykämie
Natrium korrigiert um den Verdünnungseffekt hoher Glukose (Hillier-Faktor 2,4)
Hillier fand einen nicht-linearen Zusammenhang: bis etwa 400 mg/dl (22 mmol/l) passt Katz' Faktor 1,6, darüber ein größerer (≈ 4,0). 2,4 ist der Gesamtmittelwert.
Interpretation
| < 135 – Hyponatriämie | Echte (hypotone) Hyponatriämie bleibt nach Glukosekorrektur bestehen. |
|---|---|
| 135–145 – Normbereich | Das niedrige gemessene Natrium erklärt sich durch die Hyperglykämie. |
| > 145 – Hypernatriämie | Freies-Wasser-Defizit wird durch die Hyperglykämie verdeckt; Natrium steigt mit sinkender Glukose. |
Was ist der Korrigiertes Natrium bei Hyperglykämie?
Bei Hyperglykämie zieht Glukose Wasser aus den Zellen und verdünnt das Serumnatrium. Das korrigierte Natrium schätzt, wie hoch das Natrium bei normaler Glukose wäre. Hillier, Abbott und Barrett (1999) bestimmten den Effekt experimentell und fanden einen mittleren Abfall von 2,4 mmol/l Natrium je 100 mg/dl (5,55 mmol/l) Glukoseanstieg – mehr als Katz' klassischer Faktor 1,6.
Wann wird er eingesetzt?
- Diabetische Ketoazidose und hyperosmolares hyperglykämisches Syndrom
- Interpretation eines niedrigen Natriums bei ausgeprägter Hyperglykämie
- Abschätzung der Natriumänderung unter Glukosesenkung
Wann nicht?
- Pseudohyponatriämie bei Hyperlipidämie oder Paraproteinämie (indirekte ionenselektive Elektroden)
- Hyponatriämie durch andere Osmolyte wie Mannitol
So wird berechnet
Korrigiertes Na = gemessenes Na + 2,4 × (Glukose [mg/dl] − 100) ÷ 100 (keine Korrektur unter 100 mg/dl); Glukose mmol/l × 18,016 = mg/dl.
Praxistipps und Grenzen
- Hillier fand einen nicht-linearen Zusammenhang: bis etwa 400 mg/dl (22 mmol/l) passt Katz' Faktor 1,6, darüber ein größerer (≈ 4,0). 2,4 ist der Gesamtmittelwert.
- Ein normales oder hohes korrigiertes Natrium bei DKA/HHS weist auf ein Defizit an freiem Wasser hin.
- Bis etwa 22 mmol/l Glukose passt der Faktor 1,6; darüber ist der Effekt größer, was der Mittelwert 2,4 teilweise abbildet.
- Unter Glukosesenkung ist ein Anstieg des gemessenen Natriums zu erwarten.
Häufige Fragen
Wie lautet die Hillier-Korrektur für Natrium?
Je 100 mg/dl (5,55 mmol/l) Glukose über 100 mg/dl werden 2,4 mmol/l zum gemessenen Natrium addiert.
Faktor 1,6 oder 2,4?
Hilliers Experiment ergab insgesamt 2,4; bis etwa 400 mg/dl (22 mmol/l) passt 1,6 besser. Leitlinien und Lehrbücher nennen beide.
Wie verwende ich Glukose in mmol/l?
mmol/l auswählen; umgerechnet wird mit × 18,016. Jedes mmol/l Glukose über 5,55 addiert etwa 0,43 mmol/l Natrium.
Evidenz und Leitlinien
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