COPD – Langzeit-Sauerstofftherapie

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Ein 67-jähriger Mann mit COPD (FEV₁ 38 % des Sollwerts) stellt sich zur Kontrolle in der pneumologischen Praxis vor. Er hat vor 2 Jahren das Rauchen beendet und ist unter einer Dreifachtherapie (LAMA/LABA/ICS) seit 3 Monaten exazerbationsfrei. Pulsoxymetrisch SpO₂ 90 % in Ruhe. In zwei arteriellen Blutgasanalysen in Ruhe im Abstand von 3 Wochen: pO₂ 58 bzw. 57 mmHg, pCO₂ 41 bzw. 42 mmHg. Hämatokrit 57 %. Echokardiographisch keine Zeichen eines Cor pulmonale.

Welche Aussage zur Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT) trifft am ehesten zu?

Lösung und Erklärung

Richtige Antwort: C. Eine LTOT ist indiziert, da bei einem pO₂ von 55–60 mmHg zusätzlich eine sekundäre Polyglobulie vorliegt.

Laut NVL COPD soll Patienten mit stabiler COPD und chronischer hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz eine LTOT empfohlen werden, wenn der pO₂ in Ruhe unter adäquater medikamentöser Therapie wiederholt ≤ 55 mmHg beträgt – oder wenn er > 55 und ≤ 60 mmHg liegt und zusätzlich eine sekundäre Polyglobulie (Hämatokrit ≥ 55 %) und/oder ein Cor pulmonale vorliegen. Bei diesem Patienten ist die Erkrankung stabil, die Hypoxämie wiederholt gemessen (57–58 mmHg), und der Hämatokrit beträgt 57 % – die Kriterien sind erfüllt. Die Pulsoxymetrie (SpO₂ ≤ 92 %) dient nur als Anlass, die Indikation zu prüfen; allein reicht sie nicht. Eine Hyperkapnie als Hinweis auf eine ventilatorische Insuffizienz (Typ II), die eine NIV begründen könnte, liegt nicht vor (pCO₂ normal). Die Tabakabstinenz als Voraussetzung ist gegeben.

Die Antwortoptionen im Einzelnen

  • A. Eine LTOT ist nicht indiziert, da der pO₂ in Ruhe über 55 mmHg liegt.Falsch: Bei pO₂ > 55 bis ≤ 60 mmHg ist eine LTOT indiziert, wenn zusätzlich Polyglobulie (Hkt ≥ 55 %) und/oder Cor pulmonale bestehen.
  • B. Die LTOT-Indikation kann allein anhand der Pulsoxymetrie (SpO₂ ≤ 92 %) gestellt werden.Falsch: Eine SpO₂ ≤ 92 % in Ruhe ist Anlass zur Prüfung; die alleinige Oxymetrie reicht zur Indikationsstellung nicht aus.
  • C. Eine LTOT ist indiziert, da bei einem pO₂ von 55–60 mmHg zusätzlich eine sekundäre Polyglobulie vorliegt.Richtig: pO₂ wiederholt 57–58 mmHg plus sekundäre Polyglobulie (Hkt 57 %) bei stabiler COPD erfüllt die LTOT-Kriterien.
  • D. Statt einer LTOT ist eine nächtliche nicht-invasive Beatmung indiziert.Falsch: Die NIV ist Therapie der hyperkapnischen (Typ-II-)Insuffizienz; der pCO₂ ist hier normal.
  • E. Eine LTOT ist erst nach einem Auslassversuch der Inhalationstherapie zu prüfen.Falsch: Die LTOT-Indikation wird unter adäquater medikamentöser Therapie gestellt; ein Absetzen der Inhalativa ist weder vorgesehen noch sinnvoll.

Merke

LTOT bei stabiler COPD: pO₂ in Ruhe wiederholt ≤ 55 mmHg oder 55–60 mmHg plus Polyglobulie (Hkt ≥ 55 %) bzw. Cor pulmonale – Pulsoxymetrie allein reicht nicht.

Aus der Quelle

„einem wiederholt gemessenem pO2 ≤ 55mmHg in Ruhe unter adäquater medikamentöser Therapie, oder einem pO2 > 55 und ≤ 60mmHg, wenn zusätzlich eine sekundäre Polyglobulie (Hämatokrit ≥ 55%) und/oder ein Cor pulmonale mit und ohne Rechtsherzinsuffizienz vorliegen.“

Quellen

  1. BÄK, KBV, AWMF. Nationale VersorgungsLeitlinie COPD – Teilpublikation der Langfassung, 2. Auflage, Version 1, 2021 (AWMF nvl-003).

Originale Übungsfragen, von Medelix auf Grundlage der zitierten Quellen verfasst — keine offiziellen oder ehemaligen Prüfungsfragen (IMPP, MedUni, ÖÄK o. a.). Nur zu Lernzwecken; ersetzt keine ärztliche Beurteilung. So entstehen unsere Prüfungsfragen.