Clostridioides-difficile-Infektion

M2Schwierigkeit: mittelZuletzt aktualisiert:

Eine 78-jährige Frau wird seit 6 Tagen wegen einer ambulant erworbenen Pneumonie stationär mit Ampicillin/Sulbactam i.v. behandelt. Seit gestern hat sie 5–6 wässrige Stühle pro Tag und krampfartige Unterbauchschmerzen. Temperatur 37,8 °C, Kreislauf stabil, Abdomen weich. Labor: Leukozyten 11,4/nl, Kreatinin 0,9 mg/dl, Laktat normal. Die Stuhldiagnostik ist positiv für toxinbildende Clostridioides difficile. Die Pneumonie ist klinisch abgeheilt, die Antibiose wird beendet; die Patientin kann problemlos oral Medikamente einnehmen.

Welche spezifische Therapie ist am ehesten zu wählen?

Lösung und Erklärung

Richtige Antwort: C. Fidaxomicin 2 × 200 mg p.o. für 10 Tage

Es liegt eine nosokomiale, nicht schwere Clostridioides-difficile-Infektion (CDI) nach Antibiotikatherapie vor. Die S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen (DGVS, 2023) empfiehlt als Primärtherapie Fidaxomicin 2 × 200 mg/Tag p.o. oder Vancomycin 4 × 125 mg/Tag p.o. über 10 Tage; bei erhöhtem Rezidivrisiko soll Fidaxomicin eingesetzt werden. Als therapierelevante Risikofaktoren für ein Rezidiv nennt die Leitlinie u. a. Alter > 65 Jahre und eine nosokomial erworbene CDI – beides trifft hier zu. Fidaxomicin ist ähnlich wirksam wie Vancomycin, senkt aber dank seines schmalen Spektrums die Rezidivrate; es wird in dieser Leitlinienversion erstmals als präferierte Erstlinientherapie empfohlen. Parenterales Metronidazol ist nur vorgesehen, wenn keine enterale Therapie möglich ist; Vancomycin wird zur CDI-Therapie oral gegeben, nicht intravenös. Für Probiotika kann keine Empfehlung gegeben werden, und weitere Breitspektrumantibiotika wie Fluorchinolone erhöhen das CDI-Risiko. Zusätzlich sind Kontaktisolierung und Händehygiene (idealerweise ergänzend Händewaschen mit Seife) erforderlich.

Die Antwortoptionen im Einzelnen

  • A. Metronidazol 3 × 500 mg i.v. für 10 TageFalsch: Metronidazol i.v. ist nur eine Option, wenn keine enterale Therapie möglich ist; die Patientin kann oral einnehmen.
  • B. Vancomycin 1 g i.v. 2-mal täglich für 10 TageFalsch: Vancomycin wird bei CDI oral (4 × 125 mg) gegeben; die intravenöse Gabe ist für die CDI-Therapie nicht vorgesehen.
  • C. Fidaxomicin 2 × 200 mg p.o. für 10 TageRichtig: Fidaxomicin ist präferierte Primärtherapie und soll bei erhöhtem Rezidivrisiko (hier Alter > 65 Jahre, nosokomiale CDI) eingesetzt werden.
  • D. Loperamid und ein Probiotikum, keine antiinfektive TherapieFalsch: Eine spezifische Therapie ist indiziert; für Probiotika kann keine Empfehlung gegeben werden.
  • E. Ciprofloxacin 2 × 500 mg p.o. für 7 TageFalsch: Ciprofloxacin ist gegen C. difficile nicht wirksam; Fluorchinolone sind selbst mit einem erhöhten CDI-Risiko assoziiert.

Merke

CDI-Primärtherapie: Fidaxomicin oder Vancomycin oral für 10 Tage – bei erhöhtem Rezidivrisiko (z. B. > 65 Jahre, nosokomial) Fidaxomicin.

Aus der Quelle

„Die Primärtherapie soll mit Fidaxomicin 2 x 200 mg / Tag p. o. oder Vancomycin 4 x 125 mg / Tag p. o. über 10 Tage erfolgen. [starke Empfehlung, starker Konsens] • Bei erhöhtem Rezidivrisiko soll Fidaxomicin eingesetzt werden.“

Quellen

  1. Addo MM, Lohse AW, Stallmach A et al. Aktualisierung S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen der DGVS, Version 2.1, November 2023 (AWMF 021-024). Z Gastroenterol 2024;62:1090–1149. doi:10.1055/a-2240-1428

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