Helicobacter pylori / Ulkuskrankheit
M2Schwierigkeit: mittelZuletzt aktualisiert:
Ein 47-jähriger Mann wird wegen seit Wochen bestehender epigastrischer Nüchternschmerzen gastroskopiert. Es zeigt sich ein 8 mm großes, nicht blutendes Ulcus duodeni. Der Urease-Schnelltest aus Antrum- und Korpusbiopsien ist positiv. Der Patient hat bisher keine Eradikationstherapie erhalten, nimmt keine NSAR ein und hat keine bekannten Arzneimittelallergien. Eine Resistenztestung liegt nicht vor.
Welche Eradikationstherapie ist nach der aktuellen deutschen Leitlinie in der Erstlinie bevorzugt einzusetzen?
Lösung und Erklärung
Richtige Antwort: A. Bismut-haltige Quadrupeltherapie (Protonenpumpenhemmer, Bismut, Tetracyclin, Metronidazol) für mindestens 10 Tage
Ein H.-pylori-positives Ulcus duodeni ist eine klare Indikation zur Eradikation. Wegen der steigenden Clarithromycin-Resistenz in Deutschland (zuletzt ca. 11 %, europaweit teils über 20 %) wird die Clarithromycin-basierte Standard-Tripeltherapie in der Erstlinie ohne dokumentierte lokale Resistenzlage nicht mehr empfohlen; eine primäre Clarithromycin-Resistenz senkt deren Eradikationsrate deutlich. Die S2k-Leitlinie Helicobacter pylori der DGVS (2022/2023) empfiehlt in der Erstlinientherapie bevorzugt eine Bismut-haltige Quadrupeltherapie für mindestens 10 Tage (in Deutschland z. B. als Fixkombination aus Bismut-Kaliumsalz, Metronidazol und Tetracyclin plus Protonenpumpenhemmer). Nach Versagen der Erstlinientherapie soll eine Resistenztestung erfolgen; die Zweitlinie richtet sich danach (Standard-Tripel- oder Fluorchinolon-haltige Tripeltherapie über 14 Tage). Fluorchinolone und Rifabutin sind Reservesubstanzen und gehören nicht in die Erstlinie.
Die Antwortoptionen im Einzelnen
- A. Bismut-haltige Quadrupeltherapie (Protonenpumpenhemmer, Bismut, Tetracyclin, Metronidazol) für mindestens 10 TageRichtig: Die Leitlinie empfiehlt in der Erstlinie bevorzugt eine Bismut-haltige Quadrupeltherapie für mindestens 10 Tage.
- B. Clarithromycin-basierte Tripeltherapie (Protonenpumpenhemmer, Clarithromycin, Amoxicillin) für 7 TageFalsch: Wegen zunehmender Clarithromycin-Resistenz wird die Clarithromycin-basierte Tripeltherapie in der Erstlinie ohne bekannte lokale Resistenzlage nicht mehr empfohlen.
- C. Hochdosierte Protonenpumpenhemmer-Monotherapie für 8 Wochen, Eradikation erst bei UlkusrezidivFalsch: Bei H.-pylori-positivem Ulkus ist die Eradikation indiziert; eine alleinige Säurehemmung lässt die Ursache bestehen und begünstigt Rezidive.
- D. Levofloxacin-haltige Tripeltherapie (Protonenpumpenhemmer, Levofloxacin, Amoxicillin) für 14 TageFalsch: Fluorchinolon-haltige Tripeltherapie ist eine Option der Zweitlinie nach Resistenztestung, nicht der Erstlinie.
- E. Rifabutin-haltige Tripeltherapie (Protonenpumpenhemmer, Rifabutin, Amoxicillin) für 10 TageFalsch: Rifabutin gilt als Reserveantibiotikum für Therapieversager, nicht als Erstlinientherapie.
Merke
Erstlinie der H.-pylori-Eradikation in Deutschland: Bismut-haltige Quadrupeltherapie für mindestens 10 Tage; nach Versagen Resistenztestung.
Aus der Quelle
„In der Erstlinientherapie sollte bevorzugt eine Bismuth-haltige Quadrupeltherapie für mindestens 10 Tage eingesetzt werden.“