Valproinsäure

Convulex · ATC-Code N03AG01

Auch bekannt als: Valproic acid, Valproik asit · Handelsnamen: Convulex, Depakin, Depalex, Epilepkin, Valpomax, Valposim, Valprocan

Steckbrief
Wirkstoff
Valproinsäure (INN: valproic acid)
Wirkstoffgruppe
Antikonvulsivum
ATC-Code
N03AG01
Zulassung
national zugelassen; in der EU keine zentrale Zulassung
Stand der Information
2026-10-27

Wichtigster Warnhinweis (Boxed Warning)

Hepatotoxizität

Allgemeinbevölkerung: Bei Patienten, die Valproat und seine Derivate erhielten, ist Leberversagen mit tödlichem Ausgang aufgetreten. Diese Ereignisse traten in der Regel in den ersten sechs Behandlungsmonaten auf. Einer schwerwiegenden oder tödlichen Hepatotoxizität können unspezifische Symptome wie Unwohlsein, Schwäche, Lethargie, Gesichtsödem, Anorexie und Erbrechen vorausgehen. Bei Patienten mit Epilepsie kann es außerdem zu einem Verlust der Anfallskontrolle kommen. Die Patienten sollten engmaschig auf das Auftreten dieser Symptome überwacht werden. Leberfunktionstests im Serum sollten vor Therapiebeginn und danach in häufigen Abständen durchgeführt werden, insbesondere während der ersten sechs Monate [siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen (5.1)].

Kinder unter zwei Jahren haben ein erheblich erhöhtes Risiko, eine tödliche Hepatotoxizität zu entwickeln, insbesondere solche, die mehrere Antikonvulsiva erhalten, solche mit angeborenen Stoffwechselstörungen, solche mit schweren Anfallsleiden in Verbindung mit geistiger Behinderung und solche mit organischen Hirnerkrankungen. Wenn valproinsäurehaltige Arzneimittel in dieser Patientengruppe angewendet werden, sollten sie mit äußerster Vorsicht und als Monotherapie angewendet werden. Der Nutzen der Therapie sollte gegen die Risiken abgewogen werden. Die Inzidenz tödlicher Hepatotoxizität nimmt in zunehmend älteren Patientengruppen erheblich ab.

Patienten mit mitochondrialer Erkrankung: Bei Patienten mit hereditären neurometabolischen Syndromen, die durch DNA-Mutationen im Gen der mitochondrialen DNA-Polymerase γ (POLG) verursacht werden (z. B. Alpers-Huttenlocher-Syndrom), besteht ein erhöhtes Risiko für valproatinduziertes akutes Leberversagen und daraus resultierende Todesfälle. Valproic acid oral solution ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannten mitochondrialen Erkrankungen, die durch POLG-Mutationen verursacht werden, sowie bei Kindern unter zwei Jahren, bei denen klinisch der Verdacht auf eine mitochondriale Erkrankung besteht [siehe Gegenanzeigen (4)]. Bei Patienten über zwei Jahren, bei denen klinisch der Verdacht auf eine hereditäre mitochondriale Erkrankung besteht, sollte Valproic acid oral solution nur angewendet werden, nachdem andere Antikonvulsiva versagt haben. Diese ältere Patientengruppe sollte während der Behandlung mit Valproic acid oral solution durch regelmäßige klinische Untersuchungen und Leberfunktionstests im Serum engmaschig auf die Entwicklung einer akuten Leberschädigung überwacht werden. Ein Screening auf POLG-Mutationen sollte entsprechend der aktuellen klinischen Praxis durchgeführt werden [siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen (5.1)].

Fetales Risiko

Valproat kann schwere angeborene Fehlbildungen verursachen, insbesondere Neuralrohrdefekte (z. B. Spina bifida). Darüber hinaus kann Valproat nach einer Exposition in utero zu verminderten IQ-Werten und neurologischen Entwicklungsstörungen führen.

Valproat ist daher zur Migräneprophylaxe bei schwangeren Frauen und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Empfängnisverhütung anwenden, kontraindiziert [siehe Gegenanzeigen (4)]. Valproat sollte nicht zur Behandlung von Frauen mit Epilepsie oder bipolarer Störung angewendet werden, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, es sei denn, andere Arzneimittel haben keine ausreichende Symptomkontrolle erbracht oder sind anderweitig nicht akzeptabel.

Valproat sollte einer Frau im gebärfähigen Alter nicht verabreicht werden, es sei denn, andere Arzneimittel haben keine ausreichende Symptomkontrolle erbracht oder sind anderweitig nicht akzeptabel. In solchen Situationen sollte eine wirksame Empfängnisverhütung angewendet werden [siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen (5.2, 5.3, 5.4)].

Für Patienten ist ein Medication Guide verfügbar, der die Risiken von Valproat beschreibt [siehe Informationen zur Patientenberatung (17)].

Pankreatitis

Bei Kindern und Erwachsenen, die Valproat erhielten, wurde über Fälle lebensbedrohlicher Pankreatitis berichtet. Einige der Fälle wurden als hämorrhagisch mit rascher Progression von den ersten Symptomen bis zum Tod beschrieben. Fälle wurden sowohl kurz nach Beginn der Anwendung als auch nach mehrjähriger Anwendung berichtet. Patienten und Erziehungsberechtigte sollten darauf hingewiesen werden, dass Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und/oder Anorexie Symptome einer Pankreatitis sein können, die eine umgehende ärztliche Abklärung erfordern. Wird eine Pankreatitis diagnostiziert, sollte Valproat in der Regel abgesetzt werden. Eine alternative Behandlung der Grunderkrankung sollte entsprechend der klinischen Indikation eingeleitet werden [siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen (5.5)].

Englisches Original anzeigen

Hepatotoxicity

General Population:Hepatic failure resulting in fatalities has occurred in patients receiving valproate and its derivatives. These incidents usually have occurred during the first six months of treatment. Serious or fatal hepatotoxicity may be preceded by non-specific symptoms such as malaise, weakness, lethargy, facial edema, anorexia, and vomiting. In patients with epilepsy, a loss of seizure control may also occur. Patients should be monitored closely for appearance of these symptoms. Serum liver tests should be performed prior to therapy and at frequent intervals thereafter, especially during the first six months [see Warnings and Precautions ( 5.1) ].

Children under the age of two years are at a considerably increased risk of developing fatal hepatotoxicity, especially those on multiple anticonvulsants, those with congenital metabolic disorders, those with severe seizure disorders accompanied by mental retardation, and those with organic brain disease. When valproic acid products are used in this patient group, they should be used with extreme caution and as a sole agent. The benefits of therapy should be weighed against the risks. The incidence of fatal hepatotoxicity decreases considerably in progressively older patient groups.

Patients with Mitochondrial Disease:There is an increased risk of valproate-induced acute liver failure and resultant deaths in patients with hereditary neurometabolic syndromes caused by DNA mutations of the mitochondrial DNA Polymerase γ (POLG) gene (e.g. Alpers Huttenlocher Syndrome). Valproic acid oral solution is contraindicated in patients known to have mitochondrial disorders caused by POLG mutations and children under two years of age who are clinically suspected of having a mitochondrial disorder [see Contraindications ( 4) ]. In patients over two years of age who are clinically suspected of having a hereditary mitochondrial disease, valproic acid oral solution should only be used after other anticonvulsants have failed. This older group of patients should be closely monitored during treatment with valproic acid oral solution for the development of acute liver injury with regular clinical assessments and serum liver testing. POLG mutation screening should be performed in accordance with current clinical practice [see Warnings and Precautions ( 5.1) ].

Fetal Risk

Valproate can cause major congenital malformations, particularly neural tube defects (e.g., spina bifida). In addition, valproate can cause decreased IQ scores and neurodevelopmental disorders following in uteroexposure.

Valproate is therefore contraindicated for prophylaxis of migraine headaches in pregnant women and in women of childbearing potential who are not using effective contraception [ see Contraindications ( 4) ]. Valproate should not be used to treat women with epilepsy or bipolar disorder who are pregnant or plan to become pregnant unless other medications have failed to provide adequate symptom control or are otherwise unacceptable.

Valproate should not be administered to a woman of childbearing potential unless other medications have failed to provide adequate symptom control or are otherwise unacceptable. In such situations, effective contraception should be used [see Warnings and Precautions ( 5.2, 5.3, 5.4) ].

A Medication Guide describing the risks of valproate is available for patients [see Patient Counseling Information ( 17) ].

Pancreatitis

Cases of life-threatening pancreatitis have been reported in both children and adults receiving valproate. Some of the cases have been described as hemorrhagic with a rapid progression from initial symptoms to death. Cases have been reported shortly after initial use as well as after several years of use. Patients and guardians should be warned that abdominal pain, nausea, vomiting, and/or anorexia can be symptoms of pancreatitis that require prompt medical evaluation. If pancreatitis is diagnosed, valproate should ordinarily be discontinued. Alternative treatment for the underlying medical condition should be initiated as clinically indicated [see Warnings and Precautions ( 5.5) ].

Das Wichtigste in Kürze

Valproinsäure ist ein Antiepileptikum. Laut US-Fachinformation (Lösung zum Einnehmen) wird sie bei komplex-partiellen Anfällen und Absencen als Mono- oder Zusatztherapie angewendet.

Anwendung

  • Komplex-partielle Anfälle (Mono- und Zusatztherapie), Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren
  • Einfache und komplexe Absencen (allein oder zusätzlich)
  • Zusatztherapie bei mehreren Anfallsarten einschließlich Absencen

Dosierung

  • Komplex-partielle Anfälle: Beginn 10 bis 15 mg/kg/Tag, wöchentliche Steigerung um 5 bis 10 mg/kg; meist unter 60 mg/kg/Tag
  • Absencen: Beginn 15 mg/kg/Tag, wöchentliche Steigerung um 5 bis 10 mg/kg/Tag, maximal 60 mg/kg/Tag
  • Tagesdosen über 250 mg auf mehrere Gaben verteilen
  • Üblicher therapeutischer Bereich 50 bis 100 mcg/ml; Thrombozytopenierisiko bei höheren Spiegeln
  • Vergessene Dosis bald nachholen, nicht verdoppeln

Gegenanzeigen

  • Lebererkrankung oder erhebliche Leberfunktionsstörung
  • Mitochondriale Erkrankungen durch POLG-Mutationen (z. B. Alpers-Huttenlocher-Syndrom); Kinder unter zwei Jahren mit Verdacht darauf
  • Bekannte Überempfindlichkeit; Harnstoffzyklusstörungen
  • Migräneprophylaxe bei Schwangeren und Frauen ohne wirksame Verhütung

Wichtige Warnhinweise

  • Boxed Warning: Hepatotoxizität mit Todesfällen, meist in den ersten sechs Monaten; Kinder unter zwei Jahren besonders gefährdet; Leberwerte vor und während der Therapie
  • Boxed Warning: fetales Risiko – schwere Fehlbildungen (v. a. Neuralrohrdefekte), verminderter IQ, neurologische Entwicklungsstörungen
  • Boxed Warning: lebensbedrohliche Pankreatitis
  • Hyperammonämische Enzephalopathie, Suizidgedanken, Thrombozytopenie/Blutungen, DRESS, Somnolenz bei Älteren

Nebenwirkungen

  • Schwerwiegend: Leberversagen, Pankreatitis, hyperammonämische Enzephalopathie
  • Blutungen und andere hämatopoetische Störungen, Hypothermie
  • Somnolenz bei älteren Patienten

Wechselwirkungen

  • Phenytoin, Carbamazepin und Phenobarbital (Primidon) können die Valproat-Clearance verdoppeln
  • Carbapeneme können die Valproat-Spiegel deutlich senken
  • Valproat beeinflusst Spiegel von u. a. Lamotrigin, Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Diazepam

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Bei Epilepsie oder bipolarer Störung in der Schwangerschaft nur, wenn andere Mittel versagt haben; bei Migräneprophylaxe kontraindiziert
  • Bei Schwangerschaft nicht abrupt absetzen (Gefahr eines Status epilepticus)

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI (Claude, Anthropic) am 2026-10-28. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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Für Patientinnen und Patienten

Patienteninformation (USA, englisch)

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Zulassung und Handelsnamen nach Land

Arzneimittel mit genau dieser Wirkstoffzusammensetzung, wie sie die nationalen Register führen – alphabetisch und ohne Wertung. Ob ein Präparat gerade lieferbar ist, steht hier nicht.

Österreich

  • ConvulexG.L. Pharma Gmbh · 1 Registereintrag

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-28

Deutschland

  • ConvulexG.L. Pharma Gmbh · 2 Registereinträge

Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-28

Türkei

  • ConvulexLİBA LABORATUARLARI A.Ş. · 4 Registereinträge
  • DepakinSANOFİ SAĞLIK ÜRÜNLERİ LTD. ŞTİ. · 4 Registereinträge
  • DepalexABDİ İBRAHİM İLAÇ SAN. VE TİC. A.Ş. · 4 Registereinträge
  • EpilepkinVEM İLAÇ SAN. VE TİC. A.Ş. · 1 Registereintrag
  • ValpomaxADEKA İLAÇ SAN. VE TİC. A.Ş. · 1 Registereintrag
  • ValposimSİFAR İLAÇLARI TİC. VE SAN. A.Ş. · 2 Registereinträge
  • ValprocanCENTURİON İLAÇ SAN. VE TİC. A.Ş. · 1 Registereintrag

Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16

Handelsnamen in 10 weiteren europäischen Ländern
Bulgarien
Convulex, Конвулекс
Estland
Convulex
Lettland
Convulex
Litauen
Convulex
Polen
Convulex
Portugal
Ácido Valpróico Generis
Rumänien
Convulex
Slowakei
Convulex
Tschechien
Convulex
Ungarn
Convulex

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28

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Quellen

  1. U.S. Food and Drug Administration. Valproic Acid (Chartwell RX, LLC) – Prescribing Information, 2026-04-27. DailyMed (NLM), 2026-10-27. https://dailymed.nlm.nih.gov/dailymed/lookup.cfm?setid=8051ad62-3b6e-461e-8090-60f5c0a904f4
  2. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  3. EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
  4. TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85
  5. Wikidata (CC0): ATC N03AG.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-27 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: U.S. Food and Drug Administration (FDA), Prescribing Information, über DailyMed (NLM); gemeinfrei. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.