Tiratricol

Emcitate · ATC-Code H03AA04

Auch bekannt als: Tiratrikol

Steckbrief
Wirkstoff
Tiratricol
Wirkstoffgruppe
Schilddrüsenhormone
ATC-Code
H03AA04
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Emcitate 350 Mikrogramm Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Zulassungsinhaber
Rare Thyroid Therapeutics International AB
Stand der Information
2026-10-29

Das Wichtigste in Kürze

Tiratricol ist ein schilddrüsenhormonähnlicher (thyreomimetischer) Wirkstoff. Er wird ab der Geburt zur Behandlung der peripheren Thyreotoxikose bei MCT8-Mangel (Allan-Herndon-Dudley-Syndrom) angewendet.

Anwendung

  • Behandlung der peripheren Thyreotoxikose bei Patienten mit Monocarboxylat-Transporter-8-(MCT8-)Mangel (Allan-Herndon-Dudley-Syndrom), ab der Geburt (Emcitate).

Dosierung

  • Emcitate 350 Mikrogramm Tabletten zur Herstellung einer Suspension: Dosis individuell nach Schilddrüsenwerten titrieren, etwa alle zwei Wochen steigern, meist bis das Serum-T3 unter der Mitte des altersentsprechenden Normbereichs liegt.
  • Ab 10 kg: Anfangsdosis 350 Mikrogramm täglich, alle zwei Wochen um 350 Mikrogramm steigern bis zur Erhaltungsdosis.
  • Unter 10 kg: Anfangsdosis 175 Mikrogramm (halbe Tablette) täglich, alle zwei Wochen um 175 Mikrogramm steigern.
  • Tagesdosis auf 1 bis 3 Gaben verteilen. Höchstdosis: nicht mehr als 80 Mikrogramm/kg bei 10–40 kg, 60 Mikrogramm/kg bei 40–60 kg und 50 Mikrogramm/kg über 60 kg.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Hyperthyreose aus anderen Gründen als MCT8-Mangel (z. B. Morbus Basedow).
  • Schwangerschaft.

Wichtige Warnhinweise

  • Zu Beginn oder bei Dosissteigerung hypermetabolische Zeichen (Schwitzen, Reizbarkeit, Angst, Schlaflosigkeit, Tachykardie, Durchfall); bilden sie sich nicht innerhalb von 2 Wochen zurück, Dosis reduzieren.
  • Vorsicht bei Herzerkrankungen und Diabetes.
  • Tiratricol kreuzreagiert in Immunoassays mit T3; zur T3-Messung wird eine LC/MS/MS-Methode empfohlen.
  • Leberfunktionsstörung: siehe Volltext.

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten: vermehrtes Schwitzen (7 %), Durchfall (6 %), Reizbarkeit (2 %), Angst (2 %) und Albträume (2 %), meist zu Beginn oder nach Dosissteigerung und nach wenigen Tagen abklingend.
  • Häufigkeit nicht bekannt: Schlaflosigkeit, Tachykardie, Hyperthermie.

Wechselwirkungen

  • Antazida, Aktivkohle, Calcium, Ionenaustauscher (z. B. Colestyramin), Eisen und Sucralfat können die Aufnahme stören; möglichst mehr als 2 Stunden Abstand.
  • Weitere mögliche Wechselwirkungen (u. a. mit Antidiabetika) siehe Volltext.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • In der Schwangerschaft kontraindiziert; Tiratricol passiert die Plazenta. Frauen im gebärfähigen Alter müssen verhüten.
  • Stillzeit: siehe Volltext.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

  • EmcitateRare Thyroid Therapeutics International AB · EMEA/H/C/005220

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Handelsnamen in 3 weiteren europäischen Ländern
Island
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Liechtenstein
Emcitate
Norwegen
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EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

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Quellen

  1. European Medicines Agency. Emcitate – EPAR, Product Information. 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/emcitate-epar-product-information_de.pdf
  2. Wikidata (CC0): ATC H03AA.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.