Tenecteplase
Metalyse · ATC-Code B01AD11
Auch bekannt als: Tenekteplaz
- Steckbrief
- Wirkstoff
- Tenecteplase
- Wirkstoffgruppe
- Antikoagulans
- ATC-Code
- B01AD11
- Zulassung
- EU-weit zentral zugelassen (EMA)
- Darreichungsformen
- Metalyse 8 000 U (40 mg) Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung / Metalyse 10 000 U (50 mg) Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung · Metalyse 5 000 U (25 mg) Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
- Zulassungsinhaber
- Boehringer Ingelheim International GmbH
- Stand der Information
- 2026-10-28
Das Wichtigste in Kürze
Tenecteplase (Metalyse) ist ein fibrinspezifisches Thrombolytikum (Plasminogenaktivator) zur Behandlung des vermuteten ST-Hebungsinfarkts und des akuten ischämischen Schlaganfalls bei Erwachsenen.
Anwendung
- Metalyse 8 000 Einheiten (40 mg) und 10 000 Einheiten (50 mg): thrombolytische Behandlung Erwachsener bei Verdacht auf Myokardinfarkt mit persistierender ST-Hebung oder frischem Linksschenkelblock innerhalb von 6 Stunden nach Symptombeginn.
- Metalyse 5 000 Einheiten (25 mg): thrombolytische Behandlung Erwachsener beim akuten ischämischen Schlaganfall innerhalb von 4,5 Stunden nach dem letzten bekannten symptomfreien Zeitpunkt und nach Ausschluss einer intrakraniellen Blutung.
Dosierung
- Myokardinfarkt (40-mg-/50-mg-Packungen): einmaliger intravenöser Bolus über etwa 10 Sekunden nach Körpergewicht: < 60 kg 6 000 Einheiten; ≥ 60 bis < 70 kg 7 000 Einheiten; ≥ 70 bis < 80 kg 8 000 Einheiten; ≥ 80 bis < 90 kg 9 000 Einheiten; ≥ 90 kg 10 000 Einheiten (maximal 50 mg). Begleitende antithrombotische Therapie und Acetylsalicylsäure gemäß Leitlinien.
- Akuter ischämischer Schlaganfall (nur 25-mg-Packung): gewichtsbasierte Einzeldosis, maximal 5 000 Einheiten (25 mg), so früh wie möglich; Gewichtstabelle siehe vollständiger Text.
- Die Packung muss zur Indikation passen. Vorsicht bei älteren Patienten (≥ 75 Jahre) mit Myokardinfarkt wegen erhöhten Blutungsrisikos.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, die sonstigen Bestandteile oder Gentamicin.
- Erhebliche Blutungsstörung derzeit oder innerhalb der letzten 6 Monate; bekannte hämorrhagische Diathese; jede Schädigung des Zentralnervensystems in der Vorgeschichte.
- Wirksame Antikoagulation (Myokardinfarkt: Vitamin-K-Antagonisten mit INR > 1,3; Schlaganfall: INR > 1,7).
- Schwere unkontrollierte Hypertonie.
- Zusätzlich beim Schlaganfall: bekannte oder vermutete intrakranielle Blutung, Symptome einer Subarachnoidalblutung, schwerer Schlaganfall (z. B. NIHSS > 25), nicht behindernde Ausfälle oder rasch rückläufige Symptome; vollständige Liste siehe vollständiger Text.
Wichtige Warnhinweise
- Blutungen sind die häufigste Komplikation; Punktionsstellen sorgfältig beachten, intramuskuläre Injektionen und starre Katheter vermeiden.
- Ist eine primäre PCI gemäß Leitlinien geplant, soll Tenecteplase nicht gegeben werden; nach Thrombolyse Verlegung zur Angiographie innerhalb von 6-24 Stunden.
- Reperfusionsarrhythmien können zum Herzstillstand führen; eine antiarrhythmische Therapie soll verfügbar sein.
- Thromboembolierisiko bei bestehenden Thromben (z. B. linksventrikulärer Thrombus).
- Schlaganfall: Blutdrucküberwachung in den ersten 24 Stunden; intravenöse Antihypertensiva bei systolischem Blutdruck > 180 mmHg oder diastolischem Blutdruck > 105 mmHg.
Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Blutungen, überwiegend oberflächlich an der Injektionsstelle.
- Häufig: Ekchymosen.
- Schwerwiegend: Schlaganfall einschließlich intrakranieller Blutung und andere schwere Blutungen, die zu Tod oder bleibender Behinderung führen können.
Wechselwirkungen
- Arzneimittel, die Gerinnung oder Thrombozytenfunktion beeinflussen (z. B. Ticlopidin, Clopidogrel, NMH), können das Blutungsrisiko erhöhen; GPIIb/IIIa-Antagonisten erhöhen das Blutungsrisiko.
- Mit beim Myokardinfarkt üblichen Arzneimitteln wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen beobachtet.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Begrenzte Daten; der Nutzen ist gegen mögliche Risiken abzuwägen.
- Vorsicht in der Stillzeit; es ist zu entscheiden, ob innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Gabe abgestillt werden soll.
Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.
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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)
- MetalyseBoehringer Ingelheim International GmbH · EMEA/H/C/000306
Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation
Türkei
- MetalyseBOEHRİNGER INGELHEİM İLAÇ TİC. A.Ş. · 1 Registereintrag
Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16
Handelsnamen in 3 weiteren europäischen Ländern
- Island
- Metalyse
- Liechtenstein
- Metalyse
- Norwegen
- Metalyse
EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29
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Quellen
- European Medicines Agency. Metalyse – EPAR, Product Information. 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/metalyse-epar-product-information_de.pdf
- TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85
- Wikidata (CC0): ATC B01AD.
Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-28 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden
Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.