Rifampicin
Eremfat, Rifoldin · ATC-Code J04AB02
Auch bekannt als: Rifampisin, rifampin · Handelsnamen: Eremfat, Rifoldin, Rifampicin Eberth, Rafamin, Rifam, Rifcap, Rifex
- Steckbrief
- Wirkstoff
- Rifampicin
- Wirkstoffgruppe
- Antituberkulotikum
- ATC-Code
- J04AB02
- Zulassung
- national zugelassen; in der EU keine zentrale Zulassung
- Stand der Information
- 2026-10-27
Das Wichtigste in Kürze
Rifampicin ist ein Rifamycin-Antibiotikum. Es wird zur Behandlung aller Formen der Tuberkulose und zur Kurzzeitbehandlung asymptomatischer Meningokokken-Träger eingesetzt.
Anwendung
- Alle Formen der Tuberkulose, in Kombination mit anderen Tuberkulosemitteln
- Kurzzeitbehandlung asymptomatischer Meningokokken-Träger (nicht zur Behandlung einer Meningokokken-Erkrankung)
Dosierung
- Tuberkulose, Erwachsene: 10 mg/kg einmal täglich oral, höchstens 600 mg/Tag
- Tuberkulose, Kinder: 10 bis 20 mg/kg, höchstens 600 mg/Tag
- Einnahme 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit mit einem Glas Wasser
- Initial meist Dreifachkombination mit Isoniazid und Pyrazinamid über 2 Monate, danach Rifampicin und Isoniazid mindestens 4 Monate
- Meningokokken-Träger: Erwachsene 600 mg zweimal täglich für zwei Tage; Kinder ab 1 Monat 10 mg/kg alle 12 Stunden für zwei Tage
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Rifampicin, andere Rifamycine oder Bestandteile
- Gleichzeitige Gabe von Ritonavir-geboostertem Saquinavir (schwere Lebertoxizität)
- Gleichzeitige Gabe von Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir, Saquinavir, Tipranavir, Cabotegravir, Fostemsavir oder Lenacapavir
Wichtige Warnhinweise
- Hepatotoxizität bis zum fulminanten Leberversagen und Tod; bei Lebererkrankung nur bei Notwendigkeit und unter engmaschiger Kontrolle
- Rasche Resistenzentwicklung möglich; Kulturen und Empfindlichkeitstests vor und während der Therapie
- Thrombotische Mikroangiopathie wurde berichtet
- Verfärbung von Zähnen, Urin, Schweiß, Sputum und Tränen (gelb, orange, rot, braun)
Nebenwirkungen
- Sodbrennen, Oberbauchbeschwerden, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Pseudomembranöse Kolitis
- Leberwerterhöhungen, Hepatitis, Cholestase
- Mögliche dauerhafte Zahnverfärbung
Wechselwirkungen
- Rifampicin ist ein starker Induktor arzneimittelabbauender Enzyme und Transporter und kann die Spiegel vieler Arzneimittel verändern
- Hormonelle Verhütungsmittel können weniger zuverlässig wirken; alternative Verhütung erwägen
- Mehrere HIV-Medikamente sind kontraindiziert (siehe Gegenanzeigen)
Schwangerschaft und Stillzeit
- Nur anwenden, wenn der Nutzen das Risiko für den Fetus überwiegt
- In den letzten Schwangerschaftswochen können postnatale Blutungen bei Mutter und Kind auftreten; ggf. Vitamin K
Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI (Claude, Anthropic) am 2026-10-28. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.
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Für Patientinnen und Patienten
Patienteninformation (USA, englisch)
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Zulassung und Handelsnamen nach Land
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Österreich
- EremfatEsteve Pharmaceuticals Gmbh · 1 Registereintrag
- RifoldinSanofi-Aventis Gmbh Osterreich · 2 Registereinträge
Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-28
Deutschland
- EremfatEsteve Pharmaceuticals Gmbh · 2 Registereinträge
- Rifampicin EberthDr. Friedrich Eberth Arzneimittel Gmbh · 1 Registereintrag
Quelle: EMA – Article 57 product data (EU/EEA), Stand 2026-10-28
Türkei
- RafaminDEVA HOLDİNG A.Ş. · 1 Registereintrag
- RifamNOBEL İLAÇ SAN. VE TİC. A.Ş. · 9 Registereinträge
- RifcapKOÇAK FARMA İLAÇ VE KİMYA SAN. A.Ş. · 13 Registereinträge
- RifexATABAY İLAÇ FABRİKASI A.Ş. · 11 Registereinträge
Quelle: TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, Stand 2026-10-16
Handelsnamen in 24 weiteren europäischen Ländern
- Belgien
- Rifadine
- Bulgarien
- Тубоцин
- Dänemark
- Rimactan
- Finnland
- Rimapen
- Frankreich
- Rifadine, Rimactan
- Irland
- Rifadin
- Island
- Rimactan
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- Lettland
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- Rifampicyna Tzf
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- Rifadin, Rifampicine Sandoz
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- Rifampicyna Tzf
- Portugal
- Rifadin, Rimactán
- Rumänien
- Rifampicină Arena, Sinerdol
- Schweden
- Rimactan
- Slowakei
- Benemicin
- Spanien
- Rifaldin, Rimactán
- Tschechien
- Benemicin
- Ungarn
- Rifamed
- Zypern
- Rifasynt, Syntoren
EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28
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Quellen
- U.S. Food and Drug Administration. rifampin (Lupin Pharmaceuticals, Inc.) – Prescribing Information, 2026-02-11. DailyMed (NLM), 2026-10-27. https://dailymed.nlm.nih.gov/dailymed/lookup.cfm?setid=b56004f0-f23d-47f6-80c7-39884fccbccc
- EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
- EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-28. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory-overview/post-authorisation/data-medicines-iso-idmp-standards-post-authorisation/public-data-article-57-database
- TİTCK – Ruhsatlı Beşeri Tıbbi Ürünler Listesi, 2026-10-16. https://www.titck.gov.tr/dinamikmodul/85
- Wikidata (CC0): ATC J04AB.
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Quelle: U.S. Food and Drug Administration (FDA), Prescribing Information, über DailyMed (NLM); gemeinfrei. Keine Werbung, keine Therapieempfehlung. Bei Fragen zur eigenen Behandlung: Ärztin, Arzt oder Apotheke.