Pretomanid

Dovprela (previously Pretomanid FGK) · ATC-Code J04

Steckbrief
Wirkstoff
Pretomanid
Wirkstoffgruppe
Anti-Mycobakterielles Medikament
ATC-Code
J04
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Dovprela 200 mg Tablette
Zulassungsinhaber
Viatris Healthcare Limited
Stand der Information
2026-10-29

Das Wichtigste in Kürze

Pretomanid ist ein antibakterieller Wirkstoff aus der Gruppe der Nitroimidazole. Er wird in Kombination mit Bedaquilin und Linezolid (mit oder ohne Moxifloxacin) bei Rifampicin-resistenter Lungentuberkulose bei Erwachsenen angewendet.

Anwendung

  • In Kombination mit Bedaquilin, Linezolid und Moxifloxacin: Erwachsene mit Lungentuberkulose durch Rifampicin-resistente M. tuberculosis, mit oder ohne Isoniazid-Resistenz (Dovprela).
  • In Kombination mit Bedaquilin und Linezolid: Erwachsene mit Lungentuberkulose, die gegen Rifampicin und ein Fluorchinolon resistent ist, mit oder ohne Isoniazid-Resistenz.

Dosierung

  • 200 mg (eine Tablette) einmal täglich über 26 Wochen, mit Nahrung, möglichst als direkt beobachtete Therapie.
  • Nur in Kombination mit Bedaquilin (400 mg einmal täglich über 2 Wochen, danach 200 mg dreimal wöchentlich) und Linezolid (600 mg täglich), mit oder ohne Moxifloxacin (400 mg einmal täglich); bei Fluorchinolon-Resistenz ohne Moxifloxacin.
  • Ohne Moxifloxacin kann die Behandlung in bestimmten Fällen auf insgesamt 39 Wochen verlängert werden.
  • Wird Bedaquilin oder Pretomanid abgesetzt, ist das gesamte Schema zu beenden; vergessene Dosen von Pretomanid, Bedaquilin und Moxifloxacin am Ende nachholen.
  • Bei Nierenfunktionsstörung nicht empfohlen; bei Leberfunktionsstörung Sicherheit nicht belegt.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Nitroimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile.

Wichtige Warnhinweise

  • Nicht in anderen als den empfohlenen Kombinationen anwenden.
  • Hepatotoxizität: Leberwerte vor Beginn, im ersten Monat wöchentlich, im zweiten Monat alle zwei Wochen und danach monatlich kontrollieren; Alkohol und andere lebertoxische Mittel meiden.
  • Myelosuppression, periphere und optische Neuropathie sowie Laktatazidose (bekannte Linezolid-Nebenwirkungen): Blutbild überwachen, bei Sehstörungen augenärztlich abklären.
  • QT-Verlängerung unter dem Kombinationsschema möglich.

Nebenwirkungen

  • Mit Bedaquilin und Linezolid am häufigsten: Übelkeit, Erbrechen, erhöhte Transaminasen; außerdem periphere Neuropathie und Anämie.
  • Mit Bedaquilin, Linezolid und Moxifloxacin am häufigsten: erhöhte Transaminasen und QTc-Verlängerung. Weitere Angaben siehe Volltext.

Wechselwirkungen

  • Mäßige oder starke CYP3A4-Induktoren (z. B. Efavirenz, Rifampicin, Rifabutin, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut) vermeiden; Rifampicin senkte die Pretomanid-AUC um 66 %.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Sehr begrenzte Daten; in der Schwangerschaft nur, wenn der Nutzen das mögliche Risiko für den Fötus überwiegt.
  • Stillzeit: siehe Volltext.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

Handelsnamen in 3 weiteren europäischen Ländern
Island
Dovprela
Liechtenstein
Dovprela
Norwegen
Dovprela

EMA – Article 57 product data (EU/EEA), 2026-10-29

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Quellen

  1. European Medicines Agency. Dovprela (previously Pretomanid FGK) – EPAR, Product Information. 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/dovprela-epar-product-information_de.pdf
  2. Wikidata (CC0): ATC J04.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

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