Cangrelor

Kengrexal · ATC-Code B01

Auch bekannt als: Kangrelor

Steckbrief
Wirkstoff
Cangrelor
Wirkstoffgruppe
Antikoagulans
ATC-Code
B01
Zulassung
EU-weit zentral zugelassen (EMA)
Darreichungsformen
Kengrexal 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung.
Zulassungsinhaber
Chiesi Farmaceutici S.p.A.
Stand der Information
2026-10-29

Das Wichtigste in Kürze

Cangrelor (Kengrexal) ist ein intravenös gegebener P2Y12-Thrombozytenaggregationshemmer zur Verringerung thrombotischer Ereignisse bei perkutaner Koronarintervention (PCI).

Anwendung

  • In Kombination mit Acetylsalicylsäure zur Reduktion thrombotischer kardiovaskulärer Ereignisse bei Erwachsenen mit koronarer Herzkrankheit unter PCI, die vor dem Eingriff keinen oralen P2Y12-Hemmer erhalten haben und bei denen eine orale P2Y12-Therapie nicht möglich oder nicht wünschenswert ist.

Dosierung

  • 30 Mikrogramm/kg als intravenöser Bolus, unmittelbar gefolgt von einer Infusion mit 4 Mikrogramm/kg/min.
  • Bolus und Infusion vor dem Eingriff beginnen und mindestens zwei Stunden oder für die Dauer des Eingriffs fortführen (je nachdem, was länger ist); nach ärztlichem Ermessen insgesamt bis zu vier Stunden.
  • Umstellung auf orale P2Y12-Therapie mit Aufsättigungsdosis: Clopidogrel unmittelbar nach Infusionsende; Prasugrel unmittelbar danach oder bis zu 30 Minuten vor Infusionsende; Ticagrelor jederzeit während oder unmittelbar nach der Infusion.
  • Keine Dosisanpassung bei älteren Menschen sowie bei Nieren- oder Leberfunktionsstörung.
  • Nur durch in Akutkardiologie oder Koronarintervention erfahrene Ärzte im Krankenhaus.

Gegenanzeigen

  • Aktive Blutung oder erhöhtes Blutungsrisiko (gestörte Hämostase, irreversible Gerinnungsstörungen, kürzliche große Operation oder Trauma, unkontrollierte schwere Hypertonie).
  • Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA) in der Vorgeschichte.
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Wichtige Warnhinweise

  • Erhöhtes Blutungsrisiko, meist an der arteriellen Punktionsstelle; ein ungeklärter Abfall von Blutdruck oder Hämatokrit soll an eine Blutung denken lassen und zum Abbruch führen.
  • Mehr intrakranielle Blutungen nach 30 Tagen als unter Clopidogrel (0,07 % vs. 0,02 %).
  • Erhöhtes Risiko für Herzbeuteltamponade.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie und Angioödem; erhöhtes Risiko für Atemnot.
  • Vorsicht bei schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 15–30 ml/min) wegen häufigerer Verschlechterung der Nierenfunktion.
  • Halbwertszeit drei bis sechs Minuten; die Thrombozytenfunktion normalisiert sich innerhalb von 60 Minuten nach Infusionsende.

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten: leichte und mittelschwere Blutungen sowie Atemnot (Dyspnoe).
  • Schwerwiegend: schwere bzw. lebensbedrohliche Blutungen und Überempfindlichkeit.
  • Weitere u. a. Hämatome, Blutergüsse, Herzbeuteltamponade, intrakranielle Blutung, akutes Nierenversagen.

Wechselwirkungen

  • Clopidogrel während der Cangrelor-Infusion erzielt nicht die erwartete Thrombozytenhemmung; 600 mg Clopidogrel unmittelbar nach Infusionsende führen zur vollen Wirkung.
  • Vorsicht bei Arzneimitteln, die das Blutungsrisiko erhöhen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • In der Schwangerschaft nicht empfohlen.
  • In der Stillzeit ist ein Risiko für das Kind nicht auszuschließen.

Zusammenfassung der offiziellen Fachinformation, erstellt mit KI am 2026-10-29. Jede Zahl wurde automatisch gegen den Originaltext geprüft. Nicht ärztlich geprüft – maßgeblich ist die vollständige Fachinformation.

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EU – zentral zugelassen (alle Mitgliedstaaten)

  • KengrexalChiesi Farmaceutici S.p.A. · EMEA/H/C/003773

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Produktinformation

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Quellen

  1. European Medicines Agency. Kengrexal – EPAR, Product Information. 2026-10-29. https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/kengrexal-epar-product-information_de.pdf
  2. Wikidata (CC0): ATC B01.

Redaktion: Medelix Redaktion · zuletzt aktualisiert am 2026-10-29 · Wie diese Seiten entstehen · Fehler melden

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