Osteoporose bei pneumologischen Erkrankungen

ÖGP · 2021 · Österreich

Quelle und Lizenz

Autorinnen und Autoren
Christian Muschitz, Ralf Harun Zwick, Judith Haschka et al.
Titel
Osteoporose bei pneumologischen Erkrankungen
Zeitschrift
Wiener Klinische Wochenschrift, 2021
Lizenz
CC BY 4.0
Änderungen
Auszüge im Originalwortlaut, Formatierung angepasst

Volltext abgerufen am 2026-10-27 aus Europe PMC · PMC8206904

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Zusammenfassung

Asthma und COPD sind die häufigsten obstruktiven Atemwegserkrankungen. Die chronische Inflammation bedingt eine Induktion von proinflammatorischen Zytokinkaskaden. Neben der systemischen Inflammation tragen Hypoxämie, Hyperkapnie, eine katabole Stoffwechsellage, eine gonadale oder eine Schilddrüsendysfunktion, eine muskuloskelettale Dysfunktion und Inaktivität sowie Vitamin D‑Mangel zu einem erhöhten Knochenbruchrisiko bei. Iatrogene Ursachen der Osteoporose sind die zum Teil langjährigen Anwendungen von inhalativen oder systemischen Glukokortikoiden (GC). Die inhalative GC Applikation bei Asthma ist oft schon im Kindes- und Jugendalter indiziert, aber auch interstitielle Lungenerkrankungen wie die chronisch organisierende Pneumonie, die Sarkoidose oder rheumatische Erkrankungen mit Lungenbeteiligung werden mit inhalativen oder oralen GC behandelt. Bei PatientInnen mit zystischer Fibrose kommt es durch die Malabsorption im Rahmen der Pankreasinsuffizienz, durch Hypogonadismus und chronische Inflammation mit erhöhter Knochenresorption zu einer Abnahme der Knochenstruktur. Nach Lungentransplantation ist die Immunsuppression mit GC ein Risikofaktor.

Die pneumologischen Grunderkrankungen führen zu einer Veränderung der trabekulären und kortikalen Mikroarchitektur des Knochens und zu einer Verminderung von osteologischen Formations- und Resorptionsmarkern. Hyperkapnie, Azidose und Vitamin D‑Mangel können diesen Prozess beschleunigen und somit das individuelle Risiko für osteoporotische Fragilitätsfrakturen erhöhen.

Eine Knochendichtemessung mit einem T‑Score < −2,5 ist ein Schwellenwert zur Diagnose der Osteoporose, die überwiegende Mehrzahl aller osteoporotischen Frakturen tritt bei einem T‑Score von > −2,5 auf. Eine niedrig-traumatische Fraktur in der Anamnese indiziert eine osteologische Therapie.

Neben der Optimierung des Vitamin D‑Spiegels sind sämtliche in Österreich zur Behandlung der Osteoporose zugelassenen antiresorptiv oder anabol wirksamen Medikamente auch bei pneumologischen PatientInnen mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko entsprechend der nationalen Erstattungskriterien indiziert.

Inhalt der Originalpublikation

Die Kapitelüberschriften des Originals.

  • Einleitung
  • Pneumologische Erkrankungen und Osteoporose
  • Obstruktive Lungenerkrankungen
  • Interstitielle Lungenerkrankungen
  • Zystische Fibrose
  • Pathophysiologie der Osteoporose bei COPD
  • Effekte von Glukokortikoiden auf den Knochenstoffwechsel
  • Frakturrisiko basierend auf COPD und Nikotinabusus
  • Frakturrisiko bei Lungentransplantation
  • Anamnese und Erhebung von Risikofaktoren bei chronischen pneumologischen Erkrankungen
  • Niedrig-traumatische Frakturen
  • Bildgebende Verfahren
  • DXA Knochendichtemessung
  • Trabecular Bone Score (TBS)
  • Knochenmikroarchitektur bei COPD PatientInnen
  • Radiologische Diagnostik
  • Labordiagnostik
  • Therapieentscheidung und -ziele
  • Vitamin D bei Lungenerkrankungen
  • Therapieoptionen der Osteoporose
  • Basisprophylaxe mit Vitamin D und Kalzium
  • Spezifische Osteoporosetherapie bei pneumologischen Erkrankungen
  • Verlaufskontrollen
  • Rehabilitation nach Fraktur bei pneumologischen Erkrankungen
  • Orthopädisch-traumatologische Aspekte
  • Pneumologische Aspekte
  • Conclusion

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