Diagnostik und Therapie IgA Nephropathie – 2023

ÖGN (Austrian Society of Nephrology) glo… · 2023 · Österreich

Quelle und Lizenz

Autorinnen und Autoren
Judith Schimpf, Andreas Kronbichler, Martin Windpessl et al.
Titel
Diagnostik und Therapie IgA Nephropathie – 2023
Zeitschrift
Wiener Klinische Wochenschrift, 2023
Lizenz
CC BY 4.0
Änderungen
Auszüge im Originalwortlaut, Formatierung angepasst

Volltext abgerufen am 2026-10-27 aus Europe PMC · PMC10511560

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Empfehlungen

Im Originalwortlaut, mit Empfehlungsgrad oder Konsensstärke, soweit angegeben.

Schwangerschaft

  • Wir empfehlen daher: • Optimale Blutdruckkontrolle unter Verwendung der in der Schwangerschaft etablierten Medikamente • Regelmäßige (alle 6 Wochen) Bestimmung von Nierenfunktion (eGFR), Harnbefund inkl. Sediment sowie Bestimmung der Proteinurie • Engmaschige gynäkologische Kontrollen

Zusammenfassung

Die Immunglobulin A Nephropathie (IgAN) ist die häufigste Glomerulonephritis weltweit und führt bei ungefähr einem Drittel der PatientInnen innerhalb von 10 bis 20 Jahren zur terminalen Nierenerkrankung. Die Pathogenese der IgAN ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich kommt es durch eine Dysregulation des mukosalen Immunsystems zu einer Untergalaktosylierung der IgA-Moleküle, Bildung von IgG Auto-Antikörpern und zur Zirkulation von IgG-IgA-Immunkomplexen, welche sich im Mesangium ablagern und schließlich zur Glomerulonephritis führen. Eine IgAN kann gelegentlich durch eine andere Erkrankung ausgelöst werden, deswegen sollten diese sekundären Ursachen einer IgAN identifiziert bzw. ausgeschlossen werden (chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Infektionen, Tumore, rheumatische Erkrankungen). Charakteristische Befunde einer IgAN im variablen Ausmaß sind ein nephritisches Harnsediment (dysmorphe Erythrozyten, Akanthozyten, Erythrozytenzylinder), Proteinurie, eine Einschränkung der Nierenfunktion, eine arterielle Hypertonie, oder auch eine intermittierende schmerzlose Makrohämaturie, vor allem bei Infekten des oberen Respirationstraktes. Die Diagnose einer IgAN kann jedoch ausschließlich durch eine Nierenbiopsie gestellt werden. Dabei sollte eine histologische Klassifizierung (MEST‑C score) durchgeführt werden, um die Prognose abschätzen zu können. Die wichtigste therapeutische Maßnahme besteht in einer Optimierung der supportiven Therapie, das beinhaltet u. a. eine konsequente Kontrolle des Blutdrucks, eine Hemmung des RAS, und die Gabe eines SGLT2-Hemmers. Eine systemische immunsuppressive Therapie mit Kortikosteroiden wird kontroversiell diskutiert, sollte restriktiv gehandhabt und nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung unter bestimmten Bedingungen, die für eine progressive IgAN sprechen, verabreicht werden. Neue vielversprechende Therapeutika sind enterales Budesonid oder der duale Angiotensin-II-Rezeptor- und Endothelin-Rezeptor-Antagonist Sparsentan. Eine rapid-progressive IgAN sollte mit Kortikosteroiden und Cyclophosphamid ähnlich einer ANCA-assoziierten Vaskulitis behandelt werden.

Inhalt der Originalpublikation

Die Kapitelüberschriften des Originals.

  • Einleitung und Epidemiologie
  • Pathogenese
  • Diagnostik und Pathologie
  • Klinik
  • Prognose
  • Therapie
  • Immunsuppression
  • Mögliche zukünftige Therapieansätze
  • Transplantation
  • Schwangerschaft
  • Verlaufskontrollen

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