Diagnose und Management der Osteoporose bei Diabetes mellitus (Update 2026)

ÖDG · 2026 · Österreich

Quelle und Lizenz

Autorinnen und Autoren
Christian Muschitz, Alexandra Kautzky-Willer, Martina Rauner et al.
Titel
Diagnose und Management der Osteoporose bei Diabetes mellitus (Update 2026)
Zeitschrift
Wiener Klinische Wochenschrift, 2026
Lizenz
CC BY 4.0
Änderungen
Auszüge im Originalwortlaut, Formatierung angepasst

Volltext abgerufen am 2026-10-27 aus Europe PMC · PMC13190556

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Zusammenfassung

Diabetes mellitus und Osteoporose zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und kommen deshalb beide häufig in ein und demselben Individuum vor. Da die Prävalenz beider mit steigendem Alter zunimmt, wird in Anbetracht der Altersstruktur unserer Bevölkerung deren Häufigkeit zunehmen. Patienten mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Fragilitätsfrakturen. Die Pathophysiologie ist unklar und vermutlich multifaktoriell. Longitudinale Studien haben den Nachweis erbracht, dass das Fracture Risk Assessment Tool (FRAX) und die Knochendichte (BMD) mittels DXA-(T-Score)-Messungen und einem eventuell vorhandenen Trabecular Bone Score (TBS) das individuelle Frakturrisiko vorhersagen können. Hierfür muss allerdings eine Adjustierung vorgenommen werden, um das Risiko nicht zu unterschätzen. Es gibt derzeit aus osteologischer Sicht noch nicht den optimalen Ansatz, da es keine Studien mit rein diabetischen Patienten und Osteoporose gibt. Patienten mit Diabetes mellitus und einem erhöhten Frakturrisiko sollten genauso wie Patienten ohne Diabetes und einem erhöhten Frakturrisiko behandelt werden. Der Vitamin-D-Spiegel sollte auf jeden Fall immer optimiert werden, und auf eine ausreichende Kalziumaufnahme (vorzugsweise durch die Nahrung) ist zu achten. Bei der Wahl der antihyperglykämischen Therapie sollten Substanzen mit nachgewiesenem negativem Effekt auf den Knochen weggelassen werden. Bei Vorliegen einer Fragilitätsfraktur ist auf jeden Fall – unabhängig von allen vorliegenden Befunden – eine langfristige spezifische osteologische Therapie indiziert. Zur Prävention von Fragilitätsfrakturen sind antiresorptive Medikamente die erste Wahl, entsprechend den nationalen Erstattungskriterien auch anabole Medikamente. Das Therapiemonitoring soll im Einklang mit der nationalen Osteoporose Leitlinie (Neufassung Herbst 2024) erfolgen.

Inhalt der Originalpublikation

Die Kapitelüberschriften des Originals.

  • Epidemiologie des Diabetes mellitus und osteoporotische Fragilitätsfrakturen
  • Diabetes assoziierte Risikofaktoren für Frakturen
  • Einfluss der Behandlung des Diabetes auf das Frakturrisiko
  • Lebensstilfaktoren
  • Glykämische Kontrolle
  • Effekte antihyperglykämischer Therapie auf den Knochen
  • Diagnostik
  • DXA-Knochendichtemessung
  • Mikroarchitektur und Knochenqualität
  • Knochenstoffwechsel: Histomorphometrie und Serummarker
  • Alternative (experimentelle) biochemische Marker der Knochenfragilität
  • Basisprophylaxe mit Vitamin D und Kalzium
  • Spezifische Osteoporosetherapie bei Diabetes
  • Bisphosphonate
  • Denosumab
  • Raloxifen
  • Teriparatid
  • Romosozumab
  • Abaloparatid
  • Management einer erhöhten Knochenfragilität bei Diabetes
  • BMD-Interventionsschwelle
  • FRAX®
  • Aus 4 Farben werden 3 Farben
  • Fazit

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