Diabetes mellitus und Straßenverkehr – ein Positionspapier der Österreichischen Diabetesgesellschaft (Update 2026)
ÖDG · 2026 · Österreich
Quelle und Lizenz
- Autorinnen und Autoren
- Heidemarie Abrahamian, Gerd Köhler, Birgit Salamon et al.
- Titel
- Diabetes mellitus und Straßenverkehr – ein Positionspapier der Österreichischen Diabetesgesellschaft (Update 2026)
- Zeitschrift
- Wiener Klinische Wochenschrift, 2026
- Lizenz
- CC BY 4.0
- Änderungen
- Auszüge im Originalwortlaut, Formatierung angepasst
Volltext abgerufen am 2026-10-27 aus Europe PMC · PMC13190499
Lizenzhinweis der Originalpublikation
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Zusammenfassung
Bei der Beurteilung der gesundheitlichen Eignung zum Lenken eines Kraftfahrzeuges ist die öffentliche Sicherheit (Unfallprävention) das vorrangige Ziel. Der generelle Zugang zu Mobilität sollte jedoch nicht eingeschränkt werden, wenn kein besonderes Risiko für die öffentliche Sicherheit besteht. Für Menschen mit Diabetes mellitus sind im Führerscheingesetz (FSG) und in der Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung (FSG-GV) wichtige Aspekte zur Fahrsicherheit in Zusammenhang mit akuten und chronischen Komplikationen der Erkrankung geregelt. Zu den kritischen Komplikationen, die für die Verkehrssicherheit relevant sind, gehören schwere Hypoglykämie, ausgeprägte Hyperglykämie und Hypoglykämiewahrnehmungsstörung sowie schwere Retinopathie und Neuropathie, des Weiteren fortgeschrittene Nierenerkrankung und bestimmte kardiovaskuläre Manifestationen. Bei Verdacht auf Präsenz einer dieser Akutkomplikationen oder Folgeschäden ist eine genaue Evaluierung erforderlich. Darüber hinaus ist die individuelle antihyperglykämische Medikation auf vorhandenes Potenzial für Hypoglykämien zu überprüfen. Sulfonylharnstoffe, Glinide und Insulin gehören in diese Gruppe und sind daher automatisch mit der Auflage einer 5‑jährigen Befristung des Führerscheines assoziiert. Metformin, Dipeptidyl-Peptidase-4 Hemmer (DPP-4 Hemmer, Gliptine), Natrium-Glukose-Cotransporter-2 Hemmer (SGLT-2 Hemmer, Gliflozine), Glitazone und die zu injizierenden Glukagon like Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-Rezeptoragonisten) sowie duale GLP-1- und Glucose dependent insulinotropic Peptide-Rezeptoragonisten (GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten) weisen kein Hypoglykämiepotenzial auf und sind daher nicht mit einer Befristung verbunden. Die FSG-GV gibt Spielraum für Interpretation, sodass im Folgenden spezifische Themen zur Fahrsicherheit für Menschen mit Diabetes mellitus aus fachärztlicher und verkehrsrelevanter Sicht aufgearbeitet wurden. Dieses Positionspapier dient zur Unterstützung von Personen, die mit dieser herausfordernden Materie befasst sind.
Inhalt der Originalpublikation
Die Kapitelüberschriften des Originals.
- 1.1 Einleitung
- 1.2 Rechtliche Grundlagen
- 1.3 Verkehrsrelevante akute Komplikationen des Diabetes mellitus
- 1.3.1 Hypoglykämien
- 1.3.2 Hypoglykämiewahrnehmungsstörung
- 1.3.3 Maßnahmen zur Abwendung von schweren Hypoglykämien
- 1.3.4 Hyperglykämien
- 1.4 Verkehrsrelevante Spätfolgen des Diabetes mellitus
- 1.4.1 Diabetes mellitus und Augen
- 1.4.2 Diabetes mellitus und Niere
- 1.4.3 Diabetes mellitus und Nervensystem
- 1.4.4 Diabetes mellitus und kardiovaskuläre Erkrankungen
- 1.4.5 Diabetes mellitus und Schlafapnoesyndrom
- 1.5 Medikamente zur Blutzuckersenkung – Typ-1- und Typ-2-Diabetes mellitus
- 1.5.1 Besonderheiten bei Typ-1-DM
- 1.5.2 Besonderheiten bei Typ-2-DM
- 1.6 Publizierte nationale und internationale Richt- bzw. Leitlinien
- 1.7 Fachärztliche Stellungnahme, ärztliches Gutachten und Befristung des Führerscheines
- 1.8 Konklusion
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