Bewegung in der Psychiatrie: Ein Leitfaden für Mediziner:innen in der Patient:innenkommunikation zum Thema körperliche Aktivität, Bewegung und Sport

Medizinische Universität Innsbruck (Bichler et al.) · 2025 · Österreich

Quelle und Lizenz

Autorinnen und Autoren
Carina S Bichler, Linda K Rausch, Jana Unterholzner et al.
Titel
Bewegung in der Psychiatrie: Ein Leitfaden für Mediziner:innen in der Patient:innenkommunikation zum Thema körperliche Aktivität, Bewegung und Sport
Zeitschrift
Neuropsychiatrie, 2025
Lizenz
CC BY 4.0
Änderungen
Auszüge im Originalwortlaut, Formatierung angepasst

Volltext abgerufen am 2026-10-27 aus Europe PMC · PMC12396993

Lizenzhinweis der Originalpublikation

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Zusammenfassung

Psychische Erkrankungen sind häufig mit einem deutlich reduzierten Aktivitätsniveau verbunden, was zu Inaktivitätsraten von 40–86 % führt. Dies ist problematisch, da Bewegung nicht nur positive Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit hat, sondern auch eine evidenzbasierte, kostengünstige und risikoarme Behandlungsoption für psychische Störungen darstellt. Dennoch bleibt Bewegung in der psychiatrischen Versorgung unzureichend integriert, was unter anderem auf Barrieren bei Behandelnden und Patient:innen zurückzuführen ist. Zu den größten Hindernissen seitens der Patient:innen zählen Müdigkeit, Unsicherheit und finanzielle Einschränkungen, während Zeitmangel eine geringere Rolle spielt.

Diese Übersicht untersucht die wissenschaftliche Evidenz für Bewegung als Therapiebaustein – „Exercise is Medicine®“ – bei psychiatrischen Erkrankungen und zeigt deren Wirksamkeit für ein breites Spektrum an Indikationen – von „A“ wie Angststörungen bis „Z“ wie Zwangsstörungen. Anschließend wird der „Knowledge-Action-Gap“ zwischen Wissen und Anwendung aufgezeigt und praxisnahe Handlungsempfehlungen aus der Motivierenden Gesprächsführung (Motivational Interviewing) vorgestellt. Neben einer Differenzierung der Begriffe körperliche Aktivität, Bewegung, Sport und Trainingstherapie werden Bewegungsempfehlungen, Techniken zur Verhaltensänderung sowie ein Gesprächsleitfaden und ein Flyer zur Patient:innen-Aufklärung präsentiert.

Ziel des Artikels ist es, Bewegung als festen Bestandteil der psychiatrischen Behandlung zu etablieren und die Anwendbarkeit in der Praxis zu erleichtern. Durch die Integration von Bewegung können nicht nur die Lebensqualität und psychische Gesundheit der Betroffenen verbessert, sondern auch gesundheitliche Disparitäten reduziert werden. Der Artikel bietet evidenzbasierte Empfehlungen und praxisnahe Strategien zur Förderung körperlicher Aktivität in der psychiatrischen Versorgung.

Zusatzmaterial online: Zusätzliche Informationen sind in der Online-Version dieses Artikels (10.1007/s40211-025-00535-5) enthalten.

Inhalt der Originalpublikation

Die Kapitelüberschriften des Originals.

  • Einleitung
  • Begriffsbestimmungen
  • Bewegungsempfehlungen
  • Indikationen und Wirksamkeitsbelege: von „A“ wie Angststörungen bis „Z“ wie Zwangsstörungen
  • Angststörungen
  • Chronische Schmerzen
  • Demenzielle Erkrankungen
  • Depression
  • Schizophrenie
  • Schlafstörungen
  • Sucht, Abhängigkeitserkrankung und Craving
  • Zwangsstörungen
  • Der Knowledge-Action-Gap
  • Grundsätze der Motivierenden Gesprächsführung
  • Change Talk
  • Leitfaden für das Gespräch mit Patient:innen
  • Flyer für Patient:innen
  • Faktencheck „Bewegungsmythen“
  • „Schmerz als guter Ratgeber“
  • „No pain no gain“
  • „Weniger als 150 min Sport pro Woche bringt nichts“
  • „Je mehr Sport, desto besser“
  • „Kein Sport in der Schwangerschaft“
  • „Nur bei moderatem Training nimmt man ab“
  • Vertiefende Literatur
  • Erklärung zur Datenverfügbarkeit

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