Absetzen anfallssuppressiver Medikamente bei Patient*innen mit Epilepsie

Der Nervenarzt · 2024 · Europa

Quelle und Lizenz

Autorinnen und Autoren
Maria Ilyas-Feldmann, Luise Graf, Thea Hüsing et al.
Titel
Absetzen anfallssuppressiver Medikamente bei Patient*innen mit Epilepsie
Zeitschrift
Der Nervenarzt, 2024
Lizenz
CC BY 4.0
Änderungen
Auszüge im Originalwortlaut, Formatierung angepasst

Volltext abgerufen am 2026-10-27 aus Europe PMC · PMC11611991

Lizenzhinweis der Originalpublikation

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Dies ist eine Übersichtsarbeit zu einer anderen Leitlinie (DGN S2k guideline: first epileptic seizure and epilepsies in adulthood, DGN 2023). Deren Empfehlungen geben wir hier nicht wieder – sie gehören der Originalleitlinie.

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Zusammenfassung

Hintergrund: Etwa zwei Drittel der Patient*innen mit Epilepsie werden unter der Einnahme anfallssuppressiver Medikamente (ASM) anfallsfrei. Eine zentrale Frage ist, ob und wann ASM wieder abgesetzt werden können.

Ziel der Arbeit: Überblick zum aktuellen Kenntnisstand über Risiken und Nutzen des Absetzens von ASM.

Methoden: Zusammenfassung der aktuellen Literatur, Diskussion der Datenlage und Ableitung von Therapieempfehlungen.

Ergebnisse: Das Risiko für Anfallsrezidive nach dem Absetzen von ASM ist mit 40–50 % ungefähr doppelt so hoch wie unter der weiteren Einnahme von ASM. Leitlinien empfehlen, das Absetzen von ASM frühestens nach 2‑jähriger Anfallsfreiheit zu erwägen. Prädiktive Faktoren für ein Anfallsrezidiv nach dem Absetzen von ASM umfassen eine längere Dauer der Epilepsie und eine höhere Anzahl epileptischer Anfälle bis zur klinischen Remission, ein kürzeres anfallsfreies Intervall bis zum Absetzen, ein höheres Alter bei Erstmanifestation, eine Entwicklungsverzögerung bzw. ein IQ < 70, Fieberkrämpfe in der Kindheit, das Nichtvorliegen eines selbstlimitierenden Epilepsiesyndroms und der Nachweis epilepsietypischer Muster im EEG. Mithilfe einer webbasierten Prognosesoftware kann das individuelle Risiko eines Anfallsrezidivs nach dem Absetzen von ASM abgeschätzt werden.

Schlussfolgerungen: Ein Absetzen von ASM sollte frühestens nach 2 Jahren Anfallsfreiheit in einer gemeinsamen Entscheidungsfindung von Ärzt*innen und Patient*innen unter Abwägung von Nutzen und Risiken besprochen werden. Das Risiko eines erneuten Anfalls wird durch eine Reihe klinischer Variablen beeinflusst. Psychosoziale Aspekte wie Fahreignung und die berufliche Situation müssen ebenso berücksichtigt werden wie individuelle Ängste und Sorgen der Patient*innen vor einem Anfallsrezidiv oder der dauerhaften Einnahme von ASM.

Inhalt der Originalpublikation

Die Kapitelüberschriften des Originals.

  • Hintergrund
  • Nutzen und Risiken des Absetzens von ASM
  • Risiko für ein Anfallsrezidiv nach Absetzen von ASM
  • Risikofaktoren für ein Anfallsrezidiv nach Absetzen von ASM
  • Praktisches Vorgehen beim Absetzen von ASM
  • Gründe aus Sicht von Patient*innen und Ärzt*innen, ein ASM nicht abzusetzen
  • Zusammenfassung und Fazit für die Praxis

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